Rückblick Schweiz Raiffeisen Superleague 21. Spieltag

In Kürze:

Lausanne ging in die Hose, mit -3 Einheiten, St.Gallen traf ein, +4, Sion ging baden, -3, so dass insgesamt -2 Einheiten zu Buche stehen. Natürlich unerfreulich, aber doch kam der beste Tipp (deutlich) und ging einer der beiden vom Ergebnis her sehr knapp verloren, dazu fiel das 1:0 für Servette ja erst nach der 80. Minute. Aber: Gewinngarantien gibt es natürlich ohnehin nirgends. Insgesamt waren die Partien recht klar, von Ergebnis oder Verlauf her, so dass der Rückblick diesmal wirklich etwas kürzer ausfällt. Mitte der Woche steht im Übrigen das Viertelfinale im Cup an, so dass einige Mannschaften (Lausanne?) vielleicht schon einen anderen Fokus gesetzt haben.
——————————————————————————————————————————————————–
Servette Genf – Lausanne Sports   1:0 (0:0)
.
Zuschauer:  4.208   (Schnitt bisher: 7.161 ; vorige Saison:  )
Da es sich zusätzlich um ein Derby handelt — beide Städte in der französischen Schweiz gelegen –, muss man sich einfach für Lausanne aussprechen. 3/10 auf X/2.
Lausanne mit neuer/alter Offensivtaktik, im 4-4-2, die aber keine Früchte trug. Insgesamt sprang nur eine echte Torchance heraus, was die Wette definitiv für schlecht erklärt. Wie gesagt, das Viertelfinale im Cup steht vor der Tür (gegen Sion) und möglicherweise hat man erst nach dieser Partie hier realisiert, dass man nun im Abstiegskampf steckt. Es sind nur noch 6 Punkte auf den Gegner.
Servette auch nicht überragend, aber doch verdient mit dem später Siegtor.
——————————————————————————————————————————————————–
FC Zürich – Young Boys Bern   4:0 (1:0)
.
Zuschauer:  8.599   (Schnitt bisher: 10.569 ; vorige Saison:  )
Keine Wette, kein Tipp, keine Neigung, ein Pass.
Das Ergebnis sagt so ziemlich alles aus. Es war eine klare Angelegenheit, mit einem Gavranovic in Galaform (ein Tor, zwei Assists), er ohnehin häufig herausgestellt als einer der wichtigsten Männer beim FCZ. Wenn es bei ihm läuft, ist die Mannschaft erfolgreich. YB hingegen wieder im Tal der Tränen. Da lief ziemlich wenig und der heutige Gegner schließt in der Tabelle fast auf. Wer wirklich besser ist von den Beiden? Nun, es könnte eng sein, aber in dieser Verfassung — von der Kader Besetzung her ist es offen — wäre es der FCZ.
——————————————————————————————————————————————————–
FC St. Gallen – FC Luzern   4:0 (2:0)
.
Zuschauer: 11.156    (Schnitt bisher: 14.305 ; vorige Saison:  )
Hier kann man sich schon viel eher zu einer Ansicht durchringen. Noch immer stehen 14 Punkte zwischen den beiden Teams — was doch schon eine sehr deutliche Sprache spricht für die bisher gezeigten Leistungen. Zugleich hat St.Gallen, trotz einiger weniger erfreulicher Ergebnisse — gerade zuletzt beim 0:1 in Sion — richtig gut gespielt und eigentlich überzeugt. Sie waren näher dran an einem Führungstot, kassierten eines (durch ein kurioses Eigentor) und kamen danach nicht mehr recht auf die Beine. Aber sie haben gezeigt, was in ihnen steckt. Vor allem Oscar Scarione überzeugt jede Runde wieder. 
 
Der FC Luzern hat ein 1:1 erreicht gegen den FCZ. Ja, es war ok, sie waren nicht schlecht, aber es war doch nur ein 1:1 im Heimspiel? Und überhaupt: 14 Punkte und 15 Tore zwischen den Beiden, das soll alles Zufall sein?
 
Auch die Fans werden garantiert wieder mitziehen, und ganz sicher bei der ersten missglückten Aktion nicht ins Granteln übergehen, die Ansprüche und Erwartungen — wie bei vielen anderen der Fall — sicher nicht die Beine lähmen, sondern für die positive Heimatmosphäre sorgen, die es so oft in dieser Saison dort gab. Es wird eine 1, mit 4/10.
 
Die Geschichte dieser Partie ist wirklich schnell erzählt: es gab ganz früh eine Elfmetersituation im Strafraum von Luzern. Die Entscheidung: kein Elfer. Zwischendurch gab es auch zwei Aktionen für Luzern, aber nach 22 Minuten die zweite Elfmetersituation: ein langer Ball, Angreifer und Verteidiger gehen hin, der Verteidiger ist aber klar vor dem Angreifer am Ball. Er köpft den springenden Ball aber in die falsche Richtung oder der Angreifer spekuliert richtig, jedenfalls bekommt ihn der Stürmer, ist alleine Richtung Tor unterwegs, der Verteidiger greifet in Panik zum Trikot, der Stürmer fällt: Elfmeter und Rot und 1:0. Mit 11 gegen 10 und einer Führung spielt es sich natürlich recht komfortabel und obwohl Luzern noch ein paar gute Aktionen hat, waren die angebotenen Räume auf dem Level einfach zu groß und wurden ab und an genutzt.
Über die Rote Karte: im Prinzip sieht man, spätestens in der Wiederholung, dass der Verteidiger zwar zum Trikot greift, aber doch der Angreifer schon vor der Berührung sich eindreht und das Fallen vorbereitet. Es ist jede Entscheidung so eng und auch das Verhalten der Spieler so berechnend (was natürlich die fragwürdigen Regeln mit sich bringen, zumal jeder schon x-fach von riesigen Ungerechtigkeiten selbst betroffen war und dadurch bereit ist, die Palette der eigenen Mittel auch illegal zu erweitern), dass man einfach zu dem Schluss kommt, dass Regeln da kaum helfen. Eine Regel stellt nämlich immer eine Verallgemeinerung dar, die aber die Vielfalt der Möglichkeiten nicht abdecken kann. Jede Szene verdient sozusagen eine individuelle Behandlung. Hier war es eigentlich doch — spätestens im Nachhinein — klar, dass die Entscheidung Rot nicht die richtige war (diese Meinung hat man sicher exklusiv, zumindest nicht mit dem Sprecher der Partie in Einklang), und sogar der Penalty fragwürdig, da doch viel Wahres daran ist, dass man das Schinden eines Elfers nicht fördern möchte.
In Wahrheit sollte es also in der Szene so sein, dass der Spieler einfach versucht, ein Tor zu erzielen. Wenn es ihm gelingt, Hut ab, und dann wäre ihm das Rot gar nicht im Sinn. Man hat ein tolles Tor erzielt, die Fans jubeln, die Mannschaftskameraden bestürmen einen, alles wäre gut und man wäre total zufrieden. Falls die Hand aber das Trikot erreicht (es war sogar in Höhe des Halses, also, was immer der Abwehrspieler nun zu Fassen bekommt) und man unweigerlich ins Stolpern geriete, dann gäbe es auch nicht den geringsten Zweifel: Rot und Elfer (und hier sollten ganz sicher beide Entscheidungen umgesetzt werden, also nicht etwa: Strafstoß ist doch schon schlimm genug, warum auch noch Rot?). Aber bevor die Berührung da ist, bereits den gekonnten Sturz einleiten? Nein, so macht es keinen Spaß.
Natürlich hat man diese Ansicht auch insofern exklusiv, als man bei Ansicht der Bilder möglicherweise zu einem anderen Schluss kommt: Das Fallen war von der Berührung ausgelöst, als Möglichkeit?! Hier der link: http://www.srf.ch/player/tv/sport-clip/video/fussball-st-gallen-luzern?id=e9d23c7d-890b-4206-8560-3dc8de6f016b
Die Höhe des Sieges lässt natürlich ohnehin kein anderes Urteil zu, als dass die Wette ok war. Der hier vielmals hochgelobte Oscar Scarione erzielte diesmal sogar drei Treffer, wobei zwei davon Elfmeter waren. Der beste Mann ist er aber so oder so, und dazu in Galaform, unabhängig von den Toren. Also auch dies eine gute Rechtfertigung für den Wettvorschlag. Aber ansonsten möchte man natürlich nicht zu große Schlüsse aus einer Partie 11 gegen 10 ziehen.
——————————————————————————————————————————————————–
FC Thun – FC Sion  4:0 (3:0)
.
Zuschauer:  4.374   (Schnitt bisher: 5.442 ; vorige Saison:  )
Thun hat gut gefallen können zum Auftakt der Frühlingsrunde, Sion konnte dies nicht beim 1:0 gegen St.Gallen. Dennoch haben die einen das gewünscht gute Ergebnis einfahren können, die anderen (1:1 gegen Servette) eine Enttäuschung hinnehmen müssen. 
 
Dennoch waren bei Sion durchaus ein paar gute Ansätze — vor allem nach dem befreienden 1:0 — zu erkennen. Es ist einige Klasse im Team, wohingegen Thun von dieser eingebüßt hat (Ngamukol zu GC). Die attestierte gute Leistung der Thuner kam gegen Schlusslicht Servette zustande — und es sprang nicht einmal ein Sieg heraus, der Sieg der Sittener gelang gegen ein anerkanntes Spitzenteam.
 
So allmählich spürt der Leser sicher, worauf es hinauslaufen soll: ein Tipp auf die 2. Sicher stören ein paar Komponenten, aber doch sieht man Sion weiterhin als Spitzenteam, während Thun sich ganz hinten anstellen muss. Hier gibt es also eine gute Chance, dass sich diese Einschätzung bestätigt. 3/10 auf die 2.
 
Teamnews: 
bei Thun fallen aus Dennis Hediger (26, DM, 14/0/2), Renato Steffen (21, LM, 9/2/3), Gelbsperre.
bei Sion betrifft es Aislan (25, IV, 12/0/0), Vullnet Basha (22, ZM, 12/0/3), Xavier Margairaz (29, RM, 16/5/1), wichtig aber schon länger out, Kyle Lafferty (25, MS, 18/4/2).
 
Die Ausfälle bei Sion sind schon etwas unangenehm, Lafferty war schon ein zuverlässig guter Mann. Da aber Thun auch betroffen ist und Sion doch einen recht breiten Kader hat (zugleich mit jeder Menge namhafter Spieler bestückt), soll sich doch nichts ändern am Wettvorschlag.
Hier würde man sich einzig die eigene Wankelmütigkeit ankreiden. Thun hatte viele gute Partien gespielt (ja, sicher, einige noch VOR dem Weggang von Ngamokul) und vielen Gegnern Schwierigkeiten bereitet, gerade im eigenen Stadion. Dazu hatte man sich längst vom FC Sion abgewandt. Zu chaotisch und herrschsüchtig, Trainer am Fließband entlassend, der allgegenwärtige, umtriebige Präsident Constantin. Die zweite Hälfte verbrachte er übrigens auf der Bank, was kein so gutes Zeichen für den gerade erst installierten spanischen Trainer ist. Also: wieso sollte man diesem Team jemals vertrauen? Das 1:0 vor einer Woche war auch eher nur irgendwie gerade so geschafft und nicht etwa berauschend erspielt. Charakterlosigkeit, das ist das richtige Wort für diese Mannschaft, und diese war schon zuvor ausgemacht. Der Verantwortliche dafür aber auch. Denn: diese Allüren des Chefs verunsichern jeden. Abgesehen davon war ja im Schlusssatz noch auf den unangenehmen Ausfall von Kyle Lafferty hingewiesen worden.
Thun in Galaform, überrannte den Gegner einfach, aber sie hatten derartige Ansätze schon einige Male zuvor an den Tag gelegt.
——————————————————————————————————————————————————–
FC Basel – Grasshoppers Club Zürich  0:0
.
Zuschauer:  27.653   (Schnitt bisher: 28.418 ; vorige Saison:  )
Machen wir es hier kurz: Basel konnte nicht überzeugen zum Auftakt, Basel hat Streller verloren, Basel wird sich schwer tun, den Lauf der letzten Saison zu wiederholen, bei welchem man nach der Winterpause so gut wie gar nichts mehr abgab. Das Team ist einfach nicht so gefestigt und vielleicht auch nicht ganz so stark.
 
Gegenüber steht mit den Grasshoppers zwar vielleicht die Überraschung der Saison, aber doch ist auch diese Entwicklung kein reiner Zufall. Man hat sich gut und gezielt verstärkt und zugleich haben die Jungen einen sehr gute Entwicklung gemacht in der verkorksten letzten Saison, die man durchaus als „Lernphase“ bezeichnen kann. Die Leistungen bleiben also gut, die Ergebnisse werden weiterhin eingefahren, warum also sollte man sich gegen sie stellen? Natürlich bleiben die Zweifel, ob es für den ganz großen Wurf reichen wird, also sie STEHEN auf 1, aber sie SIND NICHT die 1, das möchte man hier nicht etwa behaupten.
 
Von daher ist diese Partie einfach zu tippen, indem man gar nichts macht. Es ist ein Pass.
 
Teamnews:
bei Basel fehlen Darko Jevtic (20, OM, 1/0/0), Marco Streller (31, MS, 19/11/6), extrem wichtiger Mann, Raul Bobadilla (25, MS, noch ohne Einsatz für den FCB)
bei GC fehlen Daniel Pavlovic (24, LV, 16/0/0), Veroljub Salatic (27, DM, 18/1/0), sehr wichtiger Mann, Shkelzen Gashi (24, LM, 13/1/1) auch wichtig
 
Ändert nichts: es bleibt ein Pass.
 
Der FCB vielleicht etwas näher dran am Sieg in diesem echten Spitzenspiel, was jedoch etwas mehr von der Taktik geprägt war. Nun, die Bebbi hätten schon dringend einen Sieg gebraucht, nur hat man sich vielleicht dann doch irgendwann mit dem Spatz in der Hand begnügt. Beide waren ordentlich, beide hatten ihre Chancen, verdient ja, näher dran Basel, alles gesagt?
——————————————————————————————————————————————————–

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s