Vorschau Österreich Heute für Morgen Liga 20. Spieltag

In Kürze:

Wie es aussieht gab es doch eine ganze Menge Veränderungen in den Mannschaften, zugleich eine längere Pause als anderswo, so dass man hier noch etwas mehr von einem Neuanfang sprechen kann. Vor allem wird dies betreffen die Mannschaften, die deutlich unter Wert spielten und jene, die deutlich darüber lagen. Von letzterer Ausprägung gibt es nicht so arg viele, von ersterer dafür umso mehr, was dafür spricht, dass allgemein die Erwartungen höher gesteckt werden, als sie erreichbar sind, was demzufolge Enttäuschungen zwangsläufig hervorruft. Dies aber fast schon eine philosophische Anmerkung.
 
Ziemlich unter Wert war also Altach, die aber gegen Ende schon etwas aufkamen, weiterhin war es Kapfenberg, die als Absteiger sicher mehr eingeplant hatten, als einen Kampf gegen den Abstieg, sowie wohl Blau Weiß Linz, die sich sicher besser als Rang 10 gesehen haben. So richtig zu gut war wohl keiner.
 
Allgemein wird man auf jeden Fall sehr vorsichtig zu Werke gehen, zumal man in der unteren Liga (weit mehr als in der höheren) mit schlechten Spielbedingungen rechnen muss.
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SCR Altach – SV Grödig   (Entfernung: 344 km)
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Der SV Grödig machte durchweg einen so starken Eindruck, dass man sich, so gerne man hier auch Altach hätte, wohl doch nicht gegen sie stellen kann. Gut, kurz vor der Winterpause gab es drei Niederlagen in Serie, was erstmals nach „na, so gut sind die nun auch wieder nicht“ aussah, jedoch wurde dies mit zwei abschließenden Siegen wieder korrigiert. Altach hat die gute Serie mit 6 Spielen ohne Niederlagen, davon 4 Siegen, aber so ganz zuverlässig gut haben sie wirklich nicht gespielt, auch nicht in all diesen Partien, geschweige denn davor.
Das Gefühl sagt sehr wohl, dass Altach — die ein sehr modernes Stadion mit vollwertiger Erstligaausstattung besitzen —  die Partie für sich entscheiden kann und wird. Nur reicht es einfach nicht für einen ernsten Tipp, dafür ist der Respekt vor Grödig zu groß.
Transfernews: Altach hat zwar zwei wichtige Spieler verloren, aber dafür ein paar gute, junge Spieler nachverpflichtet. Zugleich ist ein neuer Trainer installiert mit Damir Candadi (ein durchaus namhafter) sowie mit Georg Zellhofer (ein sehr erfahrener Mann) ein Sportdirektor, so dass die Auswirkungen summa summarum alles andere als nachteilig sein sollten.
Teamnews:
bei Altach fallen aus Aaron Kircher (21, LV, 2/0/0), Boris Prokopic (24, OM), ein Neuzugang zum Winter, und Felipe Dorta (16, MS, 11/0/0) (die 16 Einsätze sind Einwechslungen; eines der großen Talente des österreichischen Fußballs).
bei Grödig sind alle Mann fit.
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First Vienna – Blau Weiß Linz   (Entfernung: 184 km)
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Hier wäre umgekehrt die Neigung, dass wohl BW Linz etwas mitnehmen wird. Da aber First Vienna — nominell wohl die Nummer 10 — die letzten drei Heimspiele gewonnen hat und zudem auch so ab und an imponieren konnte, somit dem Ruf als Nummer 10 nicht gerecht wurde, reicht es auch hier nicht zu einem Tipp. Das Gefühl bleibt aber, dass Linz nicht verliert.
Transfernews: First Vienna muss auf Lukas Hinterseer verzichten, der zurück zu seinem Stammverein Wacker Innsbruck ging. Hinterseer (21) war ein verlässlicher Spieler und Dauerbrenner, kein Wunder, dass Innsbruck ihn zurück haben wollte. Jedoch wurde für die anfällige Defensive ein sehr guter Mann geholt: Stanisa Nikolic (32). Mit viel Routine und längst noch nicht zu alt könnte er tatsächlich direkt helfen, die auffällig großen Löcher zu stopfen. Ersatzspieler Perkthold (25) ist weg (unbedeutend, selbst wenn man sich etwas von ihm versprach), da aber weitere vier Neuverpflichtungen zu Buche stehen, darf man auch hier von einem keineswegs geschwächten Kader ausgehen, eher im Gegenteil. Ein paar der Zugänge hören sich ganz viel versprechend an.
Blau Weiß Linz hat sich zunächst mit Michael Wojtanovic vom SV Horn im Angriff verstärkt (er hatte dort um Auflösung gebeten). Da aber Abwehrchef Torsten Knabel(32) um Vertragsauflösung bat — private Gründe, Überlastung, er wird ein paar Klassen tiefer spielen –, und diese Bitte erfüllt wurde, ist das Team keinesfalls stärker als vorher.
Teamnews:
bei First Vienna fallen aus Ernst Dospel (36, IV, 7/0/0), der trotz der geringen Einsatzzeiten ein Schlüsselspieler sein sollte, und Anton Berisha (21, ZM, 10/1/1), mit Gelbsperre
bei BW Linz sind alle Mann an Bord.
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SV Kapfenberg – SV Horn   (Entfernung: 228 km)
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Kapfenberg hat eine solche Serie enttäuschender Leistungen gebracht — speziell, nachdem man sich ihnen aufgrund einiger guter, unbewohnter Leistungen anvertraut hatte –, dass man sich ziemlich schwer tut, ihnen einen Aufschwung zuzutrauen, zumal man das Publikum ist eh im abgelegenen und kleinen Kapfenberg schon längst vergrault hat.  Horn hat aber gerade gegen Ende so sehr abgebaut, als man dachte, dass sie als Aufsteiger mit solider Vereinspolitik den richtigen und erfolgreichen Weg eingeschlagen hätten, so dass die Neigung doch dahin geht, dass sich das noch immer größere Potenzial bei der Heimmannschaft positiv für einen erfolgreicheren Frühling bemerkbar macht.
Also: 2/10 auf die 1.
Transfernews: der KSV hat neben Lukse für das Tor (im Wechsel für Filia Gacevski) einen brasilianischen Angreifer verpflichtet: Ronivaldo, 23. Ob er gleich einschlägt ist natürlich fraglich, aber interessant ist so etwas immer, Brasilianer hat ohnehin immer einen verführerisch guten Klang. Schwächer sind sie also keinesfalls.
Der SV Horn hat etwa 6 Abgänge zu verzeichnen, zum Teil aber von Spielern, die nicht zum Einsatz kamen. Zugleich gab es drei Neuverpflichtungen meist junger Spieler, die aber in anderen Vereinen (eine Klasse tiefer) auffällig waren. Insgesamt wohl keine Schwächung.
Teamnews:
Bei Kapfenberg fehlen Thomas Burgstaller (33, IV, 12/0/1), ein sehr wichtiger Mann, aber er fehlte schon länger, sowie David Sencar (29, ZM, 16/1/2), und Sanel Kuljic (35, MS, 12/2/1), der natürlich auch wichtig sein kann. Andererseits ist der Kader bei Kapfenberg extrem breit, mit 30 Spielern, und wurde sicher zum Teil aufgrund der Ausfälle ergänzt.
Beim SV Horn  fehlt Ersatztorhüter Philip Petermann (21, TW, ohne Einsatz) und sonst niemand.
Keine Änderung des Vorschlags. Kapfenberg sollte das kompensieren können.
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FC Lustenau – SKN St. Pölten   (Entfernung: 603 km)
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Das hier muss eine sehr ausgeglichene Partie sein. Der FC Lustenau wurde ja meist etwas niedriger gehandelt, vor allem wegen der Querelen im Verein, aber sie haben auf dem Platz meist ganz ordentlich ausgesehen und immerhin Platz 5 erreicht. Da St.Pölten zugleich seinen besten Mann, Daniel Segovia, eine Liga höher gereicht hat — zur Admira — fehlt einem jedenfalls das Vertrauen, dass sie sich hier hervortun.
Es bleibt nur das Pass.
Transfernews: bei St.Pölten ist zwar einer der Schlüsselspieler mit Daniel Segovia abgewandert, jedoch konnte ein neuer Spanier für ihn verpflichtet werden. Möglich, dass man den Namen bald genau so oft (und aus St.Pöltens Sicht gerne) hört wie jenen des Abtrünnigen. Es ist Albert Manteca Buldo, ein 24-jähriger aus der 3. Liga, der aber dort mit 19 Treffern sehr erfolgreich war. Auch sonst ist die 3. Liga Spaniens sicher nicht schlechter als die 2. Österreichs, ganz im Gegenteil…
Der FC Lustenau hingegen hat vor allem abgeben müssen, unter anderem den 22.jährigen Perspektivspieler René Felix an den heutigen Gegner. Er wird wohl St.Pölten nicht gleich helfen können, aber dem FC Lustenau möglicherweise fehlen. Fehlen dürfte auch der recht zuverlässig Andreas Lukse im Tor, obwohl es sich nur um einen Austausch mit Filip Gacevski vom SV Kapfenberg handelt. Weiterhin soll Dursun Karatay eine Verstärkung sein, der von Austria Lustenau zum FC kam. Da vor allem Ali Osman zum Bleiben überredet werden konnte, sowie auch Aydogdu (zwei echte Leistungsträger) kann man davon ausgehen, dass der FC Lustenau doch nicht ernsthaft geschwächt ist.
Teamnews:
beim FC Lustenau fehlen Michael Gehrer (21, LV, 4/0/0) und Dennis Kloser (21, OM, 13/0/0). Der Kader ist aber mit 17 Mann extrem schmal.
bei St.Pölten fehlt nur Robert Gruberbauer (24, MS, 19/3/2)
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TSV Hartberg – Austria Lustenau   (Entfernung: 666 km)
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Auch diese Partie gibt nichts her — und man ist kein bisschen böse darum. Austria Lustenau wird den Aufstieg schon irgendwie hinbekommen und wird auch in dieser Partie hier recht klarer Favorit sein. Nur dürfte dies dem Markt natürlich nicht entgehen. Sie sind zwar nach Punkten recht klar vorne — insgesamt sind es 8 Punkte vor St.Pölten — aber auch ihre Leistungen waren nicht so souverän wie es sich im Punktestand darstellt.
Auch hier ist es ein Pass.
Transfernews: beim TSV Hartberg stehen 5 Abgänge 5 Zugängen gegenüber. Namhaft von den Zugängen jedenfalls René Schicker von Admira/Wacker. Mit 28 Jahren ist er keinesfalls ein Auslaufmodell. Der Rest sind wohl Ergänzungsspieler. Die Abgänge von Daniel Gremsl (zur Admira) und Vait Ismaili könnten schmerzen. Insgesamt ist es aber wohl ein nicht geschwächter Kader.
Bei Austria Lustenau scheint sich nicht viel getan zu haben. War ja auch nicht erforderlich.
Teamnews:
bei Hartberg fehlt niemand,
bei Austria Lustenau fehlen Robert Schellander (30, LV, ohne Einsatz), Jan Zwischenbrugger (22, OM, 17/7/5), ein Schlüsselspieler, und Simon Kühne (18, MS, 1/0/0).
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