Rückblick Schweiz Raiffeisen Superleague 20. Spieltag

Kurze Zusammenfassung:
insgesamt ging es gut. Von den Tipps her kam GC, mit +5, und Servette mit +5, St.Gallen hingegen ging verloren, mit -4. Macht in der Summe +6. Da zudem die Neigung bei Basel (…es riecht nach einer 2…) aufging, ist man natürlich wieder einmal rundherum zufrieden. Einzelne verlorene Tipps muss man ja immer klaglos in Kauf nehmen, sie werden unvermeidlich bleiben, denn, wie bereits Sepp Herberge herausfand, ist der Ball rund…
 
Insgesamt fällt auf, dass die Zuschauer noch nicht so recht auf Fußball eingestellt sind. Überalls Zahlen unterhalb des Schnitts. Klar, dass das Wetter eine Rolle spielt, aber beispielsweise bei GC gegen YB, ein echter Kracher also, nur 5.200, beinahe nur die Hälfte des bisherigen Schnitts? Oder auch Lausanne gegen den Serienmeister, unter Schnitt? Das ist schon ziemlich auffällig.

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Grasshoppers Club Zürich – Young Boys Bern     2:0 (1:0)

Zuschauer: 5.200   (Schnitt bisher: 9.061; Vorsaison: )
In der Summe kommt einfach heraus: 5 von 10 auf den Heimsieg. GC macht es.
Nun ja, der GC hat gewonnen, der Tipp ging auf, sogar zwei Tore Differenz, und sogar der Tipp, dass Neuzugang Anatole Ngamukol die Bindung zum Spiel bald finden wird hat sich bestätigt, war er doch mit seinen beiden Treffern maßgeblich beteiligt am Sieg. Dennoch könnte man ganz leicht zweifeln an der Qualität des Tipps.
GC war in Hälfte 1 die leicht bessere Mannschaft, das kann man schon sagen. Sie führten auch 1:0 und man darf auch dies als verdient bezeichnen. Andererseits kamen die Gäste nach der Pause doch so gefährlich auf, dass einem Angst und Bang werden musste um die Führung. Die größte Chance ergab sich so: ein YB Spieler dringt in den Strafraum ein, zieht den Ball zurück, der Gegenspieler stoppt nur seinen Lauf, macht sonst nichts regelwidriges. Der Angreifer kommt zu Fall und es ist nicht einmal ersichtlich, dass es tatsächlich zum Kontakt kam. Nur gibt es dennoch den Pfiff. Man darf durchaus an dieser Stelle erwähnen, dass es seit dem Winter eine Reihe solcher soften Elfmeter gegeben hat, was die Vermutung verhärtet, dass es eine Art Anweisung an die Referees gab.
Nun gut, der Elfer wird pariert, es bleibt beim 1:0. Nur kommt der Abpraller zu einem YB Spieler. Dieser wird von hinten mehr als hart bedrängt und kommt ebenso zu Fall. Diesmal, so die Behauptung hier, wäre es ein viel klarerer Elfer als zuvor gewesen. Nur psychologisch gut zu erklären, dass er sich, auch angesichts der Konstellation Heim- Auswärts nicht ein weiteres Mal traut, auf den Punkt zu zeigen. Diesmal winkt er bereits in der Aktion energisch ab. „Kein Strafstoß.“
Also bleibt die Führung bestehen, zu diesem Zeitpunkt aber, nicht nur aufgrund des Elfers, unverdient. Da GC dann aber noch ein paar glänzende Aktionen nach vorne hatte, kann der Sieg insgesamt vielleicht doch gerade so als verdient durchgehen. Hälfte 1 besser, in Hälfte 2 ausgeglichen in der Summe, na ja. es ging also. Vielleicht sollte man auch nicht zu viel mäkeln.
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FC Sion – FC St.Gallen   1:0 (0:0)

Zuschauer: 9.500   (Schnitt bisher: 11.389; Vorsaison)

Also: St.Gallen holt etwas in der Partie, 4 von 10 auf X oder 2.
Der Tipp ging nicht auf. Nur: wenn man bei jedem gewonnenen Spiel mäkelt, darf man es natürlich auch umgekehrt tun. Es hätte doch eh alles anders kommen können…
Hier war St.Gallen von Anfang an die bessere Mannschaft mit den besseren Chancen. Sion kam einfach nicht richtig zurecht. Erst Mitte der ersten Hälfte wurde die Partie allmählich ausgeglichener. Auch Sion nun mit Chancen, was aber nichts daran änderte, dass St. Gallen eher hätte führen können. Nach der Pause kein so viel anderes Bild: beide Teams im Spiel mit gelegentlichen Torsituationen. Als Sion eine scharfe Flanke hineinschlägt (Leo), und weit und breit kein Angreifer in Sicht ist, versucht es ein St.Galler auf den eigenen Kasten. Und das mit riesigem Erfolg: das Ding schlägt völlig unhaltbar ein. Es war ein Klärungsversuch und 99 von 100 oder auch 999 von 1000 gelingen, dieser eine hier wurde zum Rohrkrepierer. Keinerlei Absicht oder Schiebung hier zu unterstellen: es war einfach dieses eine von tausend (64. Minute).
Mit der Führung wurde Sion allmählich besser und St.Gallen kam wohl unter dem Schock nicht mehr zu so sehr guten Gelegenheiten. Bis zum Schluss waren sie bemüht, aber es gelang einfach nicht mehr so.
Insgesamt könnte man vielleicht mit einigem Wohlwollen pro Sion von einer ausgeglichenen Partie sprechen. Nur würde auch dies den Tipp auf X/2 ganz locker rechtfertigen.
Der Tipp also gut, die Einschätzungen gut, St. Gallen gut, Sion weiterhin mehr als wackelig, und weiter geht es. Mal schauen, in welchen Paarungen sie am nächsten Spieltag verwickelt sein werden, aber das Verdikt kann nur lauten: pro St.Gallen, contra Sion.
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Lausanne Sports – FC Basel   1:2 (0:2)

Zuschauer: 5.100   (Schnitt bisher: 6.256; Vorsaison)
Es riecht nach einer 2, aber es ist kein Tipp, nicht zu den Marktquoten.
 
Der Geruch trog nicht: Basel zog die Partie. Gerne mag man es auch unterm Strich als „verdient“ bezeichnen. Allerdings fiel auch hier die Führung durch einen ziemlich soften Elfmeter. Salah wird im Strafraum angespielt, kommt nicht ganz richtig an den Ball und sinkt nach hinten, eigentlich wohl völlig ohne Feindberührung, wobei es auf den ersten Blick tatsächlich so aussieht, als ob er gezogen wird. Tatsache also: Schwalbe, auch von hier aus zugegeben.
Noch mehr Pech für Lausanne bei der Verwertung: der Elfer klatscht an den Pfosten, der Tormann rappelt sich auf, ein Baseler kommt als erster an das Spielgerät, trifft ihn aber gar nicht richtig, und doch rutscht er dem Goalie zwischen Händen und Beinen hindurch ins kurze Eck. Das 1:0 für die Gäste, mehr als kurios, aber doch hatten sie das Spiel bis dahin bestimmt.
Das 2:0 war allerdings herrlich herausgespielt. Lange Flanke auf den zweiten Pfosten, Kopfball vor das Tor, eingenickt. So ging es in die Pause. Lausanne bis dahin mit praktisch keinen Situationen.
 Auch nach der Pause hat zunächst der FCB die Riesenchance zum 3:0. Der Ball kullert Richtung Linie, das muss es doch sein, nein, er landet am Pfosten.
Als ausgerechnet die beiden hier oftmals hoch gelobten Moussilou und Malonga mit einer tollen Kombination auf 1:2 stellen (53.), wackelt der FCB plötzlich. Fast nur noch Lausanne danach und sie waren nahe am Ausgleich. Als sich Kapitän Streller kurze Zeit später ohne Fremdeinwirkung verletzte, wurde es noch schwerer.
In der Summe vielleicht doch gerade noch ein verdienter Sieg, aber für die angebotenen Quoten wäre es niemals eine gute Wette gewesen.
Basel noch nicht ganz in der Verfassung. Lausanne mit den beiden Leistungsträgern Moussilou und Malonga jedenfalls brandgefährlich, auch für andere Mannschaften. Es gab genügend gelungene Aktionen, um sie auch beim nächsten Mal stützen zu wollen. Angemerkt sei hier sehr wohl, dass es eine gute Gelegenheit ist, einen derartigen Underdog zu stützen, weil der Markt sie einfach als richtig schwach ansieht. Man muss aber auf jeden Fall gute Gründe dafür haben, die im erkannten Potenzial dieser beiden Spieler liegen.

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FC Luzern – FC Zürich   1:1 (1:0)

Zuschauer: 11.500   (Schnitt bisher: 12.582; Vorsaison)
Also bleibt nur das Pass.
 
Tja, da gepasst nüchtern an die Aufarbeitung der Partie: Luzern mit einem Start nach Maß, tolle Aktion, Schuss aus etwa 18 Metern, exakt ins Eck, das 1:0. Danach — vielleicht auch wegen der Führung? — weiterhin Luzern die bessere Mannschaft. Vom FCZ ganz wenig zu sehen. So hätte die Führung nur höher sein können bis zur Pause.
Als der FCZ nach der Pause eine richtig gelungene Aktion hatte, gab es direkt Strafstoß und Platzverweis. Der Goalie hielt den durchgebrochenen Stürmer irregulär auf. Der Elfer verwandelt, das 1:1, und danach ein Kampf mit 11 gegen 10. Da auch danach Luzern sogar die besseren Chancen hatte, ist das Remis aus Sicht der Zürcher glücklich.
Luzern deutlich verbessert, der FCZ hinkt weiter meilenweit den Ansprüchen hinterher.

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FC Thun – Servette Genf   1:1 (0:1)

Zuschauer: 4.477  (Schnitt bisher: ; Vorsaison)
Der Tipp lautet also: Servette nimmt etwas mit, vielleicht sogar einen Sieg. Aber doch „nur“ 5 von 10 auf X/2, als vorsichtige Variante.

Der Tipp ging auf, somit sollte man also zufrieden sein. Aber halt, genau dies das Problem: hat man auch wirklich genau hingeschaut? Wetten gewinnen, Tipps, die aufgehen, alles gut und schön. Aber: war es auch ein guter Tipp? Bei dieser Partie sind ernste Zweifel angebracht. Thun war von Anfang bis Ende die bessere Mannschaft. Nun gut, selbst das genügt noch nicht, um den Tipp für schlecht zu erklären. Man hat ja schließlich einen Außenseiter, man erkennt ja sehr wohl die Favoritenstellung des Gegners an. Wie sollte es anders sein, wenn eine Mannschaft 7 Punkte Vorsprung vor der anderen hat und dazu ein Heimspiel? Die Frage also noch präziser gestellt: hatte Servette genügend Spielanteile und Chancen, um die Wette auf den Außenseiter mit X/2 zu rechtfertigen? Auch dies alles andere als eindeutig mit „ja“ zu beantworten.
Thun drückte also, Thun versuchte, die Partie zu bestimmen, Torchancen zu erzwingen und nach Möglichkeit in Führung zu gehen. Wenn, hätten auch nur sie es verdient gehabt, bis zu folgender Szene: eine Art Kung-Fu Tritt eines Servette Abwehrspielers gegen seinen Gegenspieler, der, selbst wenn es nicht als Foul oder Elfmeter eingestuft würde, zumindest eine Spielunterbrechung zur Folge haben müsste, aufgrund des schon rein optisch schmerzhaften Zusammenpralls (einseitig verschuldet). Aber: es war einfach ein Strafstoß. Was sollte es sonst sein? Ein Angriff auf die Gesundheit des Gegenspielers, zugleich mag der Ball zwar irgendwo in der Gegend gewesen sein, aber betonen muss man kaum noch: „war“ und „in der Gegend“. Man tritt im eigenen Strafraum nach allem, was sich bewegt. Wenn ein Gegenspieler darunter ist? Sein Pech.
Nicht genug mit der Ungerechtigkeit, keinen Elfer zu geben, nicht genug damit, das Spiel nicht einmal zu unterbrechen, da ein Spieler verletzt am Boden lag, nein, noch dreister, die temporäre Überzahl zu einem rasanten Konter auszunutzen und das 1:0 zustande zu bringen. Servette somit mehr als unverdient in Führung, wo man eigentlich hätte zurückliegen müssen, sogar genau in dieser Situation.
Danach gab es zwar eine echte Torchance für Servette, die der Schiri, mit schlechtem Gewissen und mithilfe des übereifrigen Assistenten, aberkannte, da der Ball drin war, der Angreifer aber angeblich im Abseits, nur hätte dies auch ohne die vorherige Ungerechtigkeit geschehen sein können (und geschieht auch so; Tore werden einfach aberkannt, gerade bei Abseitsentscheidungen sehr häufig zu Unrecht). Es bleibt dabei: die Führung hätte nicht sein sollen, eher umgekehrt.
In Hälfte 2 änderte sich das Bild kaum. Thun ständig am Drücker, Servette im Bemühen um Konter, aber es gab nur eine weitere — dafür aber Groß- Chance. Thun verdiente sich das Remis mehr als redlich, durch ein Traumtor aus 25 Metern in denn Winkel in der 81. Natürlich darf man bei einer gründlichen Analyse nicht vergessen, dass die eigene Mannschaft sehr wohl die Chance gehabt hätte, das 1:1 zu erzielen, selbst wenn sie in Rückstand geraten wäre, und zwar im Vorwärtsgang. So hatten sie es einfach nicht nötig, blieben hinten und versuchten, das 1:0 über die Zeit zu bringen.
Dennoch bleibt es dabei: der Tipp war zumindest ziemlich wackelig von der Qualität her, vielleicht auch einfach nur schlecht.

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