Rückblick Österreich Bundesliga 21. Spieltag

Kurze Zusammenfassung:
Der Auftakt gestaltete sich, wie angekündigt, etwas schwierig. Der einzige ausgewachsene Tipp auf Sturm ging in die Hose (Salzburg war ja ausgefallen), und selbst von den Neigungen her lag man mit 1:2 daneben (Innsbruck falsch, Admira falsch, Austria richtig). Zu Buche stehen -3 Einheiten, und das ist erst einmal unerfreulich. Wie die Partien waren? Das liest man nun, so man denn Interesse hat…

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SV Ried – Wacker Innsbruck   3:0 (2:0)

Zuschauer: 3.500   (Schnitt bisher: 4.611; -6.2% gegenüber Vorsaison )
Man würde sehr wohl Innsbruck etwas zutrauen, nur muss es ja nicht gleich in dieser Partie sein. Finger also weg (und nicht verbrennen), ein Pass.

In den Anfangsminuten drohte Wacker, überrannt zu werden. So hat man Ried öfter mal gesehen: ganz entschlossen und blitzschnell nach vorne spielen, egal, ob man überhaupt einen Mitspieler gesehen hat. So verwirrt man die Abwehr. Nach einer unübersichtlichen Situation ließ der Torwart einen Ball aus, der dann leicht ins Netz bugsiert werden konnte. Nach 5 Minuten das 1:0, kurze Zeit später ein Lattenschuss, der das 2:0 hätte bedeuten können.
Dann aber kamen die Gäste immer besser ins Spiel. Das waren wirklich gute, gelungene Spielzüge, die nichts mit einem Tabellen(vor)letzten zu tun hatten. Der Gegner wurde regelrecht ausgespielt mit gekonnten Aktionen. Bis es zu einem Ausschluss kam aufgrund einer Notbremse, aber auch zuvor wäre das 1:1 längst verdient gewesen. In Überzahl drückte Innsbruck weiter oder sogar noch mehr, konnte sich aber nicht belohnen. Stattdessen kamen die Rieder quasi mit dem Pausenpfiff zum 2:0. Das war wohl etwas zu viel für die Gäste, die nicht zum ersten Mal gut spielten und keinen Lohn dafür bekamen.
Auch in Hälfte 2 drückten die Tiroler unablässig, bei 67% Ballbesitz, und man weigert sich einfach, das ausbleibende Tor auf Abschlussschwäche zurückzuführen. Es war einfach Pech, und das gehäuft. In der Schlussminute der einzige Torschuss der Heimelf in Hälfte 2, direkt auf kuriose Art das 3:0.
Innsbruck absolut gesund. Über Ried möchte man aufgrund der Unterzahl nicht urteilen müssen.
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SV Mattersburg – Sturm Graz   0:0

Zuschauer: 3.600   (Schnitt bisher: 4.468; -8.9% gegenüber Vorsaison )
Also hier wagt man, wenn auch etwas schüchtern, die Prognose, dass Sturm die Partie gewinnt. Die Schüchternheit möge fair reflektiert werden in der Angabe 3 von 10, auf die 2.
 
Sturm kam ganz schwach aus der Winterpause, wohingegen Mattersburg gar nicht mal so schlecht aussah. In Hälfte 1 hätte jedenfalls nur das Heimteam in Führung gehen können. Nach der Pause (der Doppelwechsel belegt wohl die Unzufriedenheit von Trainer Hyballa) kam Sturm aber viel besser raus und tat so Einiges, um dem Tipp doch noch etwas Leben einzuhauchen. So hätte man durchaus bei einer von drei oder viel guten Gelegenheiten in Führung gehen können. Da aber Mattersburg kurz vor Schluss die wohl größte Chance des gesamten Spieles hat, geht das 0:0 insgesamt in Ordnung, in einem chancenarmen Spiel auf gut bespielbaren Boden.
Mattersburg insgesamt klar verbessert, Sturm nach der Pause auf Kurs Wiedergutmachung, die Einschätzung zu rechtfertigen.

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Wolfsberger AC – Red Bull Salzburg   ausgefallen

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Admira/Wacker Wien – SC Wiener Neustadt   1:2 (1:0)

Zuschauer: 2.498   (Schnitt bisher: 3.155; -29.7% gegenüber Vorsaison )
das Gefühl sagt, dass die Admira den Lauf stoppen kann und einen Sieg einfährt, aber doch waren die Leistungen teils so dürftig, dass man sich ihnen nicht anvertrauen kann. Leichte Neigung Richtung 1, aber kein Tipp.

Admira mit insgesamt drei Neuzugängen, wobei der oftmals in Liga 2 so hoch gelobte Daniel Segovia (von St.Pölten gekommen) erst eingewechselt wurde.
Die Geschichte der Partie mal wieder ein Beleg für die Willkür des Schiedsrichters, der beinahe beliebig Spielausgänge bestimmen kann. Admira die aktivere Mannschaft in Hälfte 1, die auch zum 1:0 kam. So weit verdient, wenn man einmal diese so lächerliche Vokabel, den hirnlosen Reportern gleich, verwenden darf, aber eben nicht gänzlich ohne Bedacht.
In Hälfte 2 kam es zu einer Strafraumsituation, in welcher ein Wiener Neustädter zu Boden geht. Sicher, ja, er war am Ball, genauso: er geht durch eine Spielertraube hindurch. Nur gibt es nicht die geringste Torgefahr und zugleich ist es ein Leichtes, irgendwo seinen Fuß einzuhaken (oder auch nicht) und einfach zu stürzen, ungeachtet der Tatsache, dass man den vorgelegten Ball entweder gar nicht mehr erreichen würde beziehungsweise mit dem Ball nach Erreichen nichts Sinnvolles anstellen könnte. Der Mann stürzt also (es war nach einem Eckball, wo der Strafraum oftmals voll steht), der Schiri pfeift und deutet auf den Punkt. Willkür eben, wobei ja an dieser Stelle reichlich PRO Elfer votiert wird: dieses war keiner.
Das war das 1:1, kurze Zeit später erneut eine Ecke, der Ball wird auf den langen Pfosten verlängert, wo ein Angreifer praktisch auf der Torlinie, einköpft. Nur so, am Rande erwähnt: der war NICHT im Abseits nur wurde so etwas schon häufig genug abgepfiffen. Egal, ob die Prüfung später ergibt, dass es gar kein Abseits war. Erneut bestand also die ganz leichte Chance, dass Tor abzuerkennen, oder eben, es einfach stehen zu lassen. Richtig war es schon.
Admira drängte dann, mit Segovia im Team, auf den Ausgleich. Ebenjener wird im Strafraum angespielt, kontrolliert den Ball, legt ihn sich vor, und eine Beinschere von zwei Spielern schnappt zu, erkennbar im Strafraum, in einer Szene mit ganz eindeutig hoher Torgefahr (viel höher als auf der anderen Seite jedenfalls). Segovia fällt auch, nur fällt er NICHT freiwillig sondern aufgrund der zuschnappenden Beinschere. Wenn man also den geringsten Sinn für Gerechtigkeit hätte: hier MUSS man einfach Strafstoß geben. Nicht, weil es so deutlich einer war (da hat man schon genügend viele schlimmere, aber nicht gegebene gesehen), nur hat man drüben ganz klar einen viel softeren verhängt.
So bleibt die Erkenntnis: Christoph Daum hatte vor vielen Jahren schon recht, als er sagte, dass Schiedsrichter immer mehr zu Spielentscheidern als zu Spielleitern werden. Dieser hier hat diese Macht auf jeden Fall ausgespielt. Ob er dabei einen Gedanken hatte, ab es mit Fleiß geschah: all dies soll hier nicht aufgeworfen werden. Nur eben sollte man registrieren, dass es möglich ist, praktisch jedes Spiel seitens der Spielleitung so ausgehen zu lassen, wie man es möchte. So eng ist der Spitzenfußball nun einmal. Eine Szene so ausgelegt, die andere so, schon ist das „odd goal“ hier und nicht dort gefallen.
Am Rand sei dennoch zur Entlastung der Reffs hier erwähnt, dass es ganz früh eine Szene in dem Spiel gab, als Neuzugang Macho im Tor der Admira einen Flankenball einfach nicht fängt sondern einfach nur so dasteht, bis dieser aus dem Flutlicht herunterfällt, und der Ball im Netz landet. Ja, neben ihm ist ein Angreifer hochgesprungen, und es mag auch einen leichten Körperkontakt gegeben haben. Aber ein Foulspiel, selbst wenn es im Fünfer war? Weit und breit nicht. Hier hätte man also locker auch das 0:1 stehen lassen können, wenn man denn gewollt hätte.
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Rapid Wien – Austria Wien   1:2 (1:1)

Zuschauer: 17.000    (Schnitt bisher: 14.469;  -11.6% gegenüber Vorsaison: )
Sicher hat auch die Austria ab und an mal gewackelt und der Nachweis steht noch aus, dass sie tatsächlich auf Platz 1 gehören, dennoch gab es so zahlreiche solide Auftritte, dass man eher ihnen als Rapid vertrauen würde.
 
Zusammengefasst war es ein typisches Derby. Viel Einsatz, viel Kampf, viel Leidenschaft, aber leider auch ein paar üble Fouls und zwei Platzverweise. Natürlich, nicht zu vergessen, gab es bei zwei Spitzenmannschaften ab und an auch guten Fußball zu sehen. Rapid allerdings mit dem besseren Beginn, kam selbst zu ein paar Gelegenheiten, ohne welche zuzulassen. Dann ein übles Einsteigen von Brando Boskovic (Rapid), bei welchem er seinen Fuß bis zum Kopf des Gegenspieler hochriss und diesen verletzte. Unlogisch von den Regeln her: es gibt nur Gelb (eigentlich bei genauem Hinsehen zu milde), der Verletzte Spieler fehlt bis die Wunde genäht ist, der nur Verwarnte darf weiterspielen, einen Eckball treten, und dieser führt zum dann auch noch (ohne Scham) bejubelten 1:0. Nein, das ist nicht gerecht, da stimmt etwas nicht. Fies, gemein, ungerecht.
Der Verwarnte zog aber keine Lehren und ging etwas später erneut rüde in einen Zweikampf. Die Gelb-Rote somit redlich verdient. In Partien 11 gegen 10 soll man keine übertriebenen Schlussfolgerungen ziehen, aber doch fällt auf, dass Phillip Hosiner (Asutria) einfach der Tormann der Liga ist. Er wird sicher nicht lange in Österreich zu halten sein. Beim 1:1 fällt ihm der Ball im Strafraum auf den Fuß, er nimmt ihn quasi volley und trifft exakt ins hintere Toreck. Auch beim 2:1 zeigt er seinen Vollstreckerqulitäten (und ist bereits bei 23 Saisontoren). Erst einmal schleicht er sich zum hinteren Pfosten und dann wählt er, intuitiv in Sekundenbruchteilen entschieden, die kurze Ecke aus, die normalerweise abgedeckt wird vom Torhüter. Aber es ist halt wie beim Pokern: man muss einen Schritt weiter denken. Der Tormann rechnet mit dem Ball in die lange Ecke, der striker ist einen Gedankenschritt weiter. So kommt man schnell nach Italien…
Erwähnt sei hier aber, dass Rapid direkt vor dem entscheidenden 2:1 selbst eine genau so große Chance hatte. Nur köpft da der Angreifer dem Torhüter in die Arme. Ob hier der Keeper den Gedankenschritt voraus war?
Ach so, der Platzverweis gegen die Austria kam kurz vor Schluss und war wohl eher zur Beruhigung der Fans als streng nach Regeln. Ein eher harmloser Rempler wurde mit Gelb-Rot bestraft.
Ein typisches Derby, beide Teams aber durchaus in Form, wie es aussah.

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