Rückblick 3. Bundesliga 26. Spieltag

Kurze Zusammenfassung:

Erneut gingen die Tipps auf, so dass der Rechtfertigungszwang an dieser Stelle doch gewaltig nachlässt. Es hätte auch alles ganz anders kommen können… Sicher, das Argument, welches man im Negativfall bemüht hätte — sicher auf diese oder jene Art differenziert, im Streben nach Objektivität — , hat auch im günstigen Fall seine Berechtigung. Nur geht man auf diese einfach nicht näher ein. Warum sollte man? Die einzige Gefahr dabei: man übersieht Fehleinschätzungen, weil man sich längst gemütlich auf der Couch räkelt, schaut nicht mehr so genau hin: „Die haben auch gewonnen? Na siehst, wusste ich doch.“ Dabei war der Tipp gar nicht gut. 
 
Also: 
Karlsruhe ist zwar gekommen, nur möchte man diese Wette am liebsten im Sinne einer Abrechnung ignorieren. Denn: die Formulierung „ein leichter Sieg“ könnte sehr wohl dazu verführt haben — und womöglich war es beim Verfassen sogar intendiert –, dass es einen Sieg mit mehr als einem Tor gibt. Diesen gab es nicht, also wertet man es einfach als pari (die Quote war eh nur in der Größenordnung von 1.40, lediglich der Handicapsieg bei 2.0 oder höher, so dass der Gewinn, selbst bei einfachem Sieg, eh nur 5*0.4 = 2 Einheiten und nicht etwa 5 Einheiten wäre). Also: KSC war pari, +4 auf Münster Sieg, +5 auf Offenbach Sieg, +5 auf Osnabrück Sieg, macht insgesamt einen Gewinn von +14, was einen jedenfalls weiterhin zufrieden stimmen muss.
 
Das Gefühl bei der Partie Darmstadt gegen Wehen trog allerdings. 

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SV Babelsberg 03 – VfB Stuttgart II   ausgefallen

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FC Chemnitz – 1.FC Heidenheim   2:1 (1:0)

Zuschauer: 4.250    (Schnitt bisher; Vorjahr: )

so bedauerlich es sein mag, bleibt auch hier nur das Pass.
 
Das Pass war in jeder Beziehung gerechtfertigt. Das hier ausgesprochene Bedauern ergab ja auch gar keinen Sinn, da man ja nicht einmal eine Neigung zu erkennen gab. Man würde gerne bei jedem Spiel etwas tippen vielleicht und am liebsten richtig liegen, oder vielleicht dies gemeint: man hätte gerne BEIDE Mannschaften in einer anstehenden Partie, nur leider unmöglich, da sie eben aufeinander treffen.
Chemnitz anfangs etwas besser, mit der ersten Chance, dann aber übernahm Heidenheim ziemlich komplett die Spielführung. Es gab ein paar exzellente Chancen, die beste, als der Ball nach Großchance Richtung Torlinie kullerte, aber wohl knapp vor vollständigem Überschreiten herausgeschlagen wurde. Mit dem Pausenpfiff dann völlig überraschend und gegen den Spielverlauf die Führung für Chemnitz.
Dies hatte entscheidende Auswirkungen auf den Spielverlauf: Heidenheim danach nicht mehr gut, kam kaum zu Torchancen, und Chemnitz begnügte sich mit dem Halten der knappen Führung. In der 86. dann in dem Sinne überraschend — in der Summe natürlich verdient — der Ausgleich für Heidenheim. Bitter aber für sie, dass sie in der Nachspielzeit noch das 1:2 kassierten. Von „verdient“ kann man jedenfalls nicht sprechen. Denn das wäre ein Remis gewesen.
Der Spielverlauf einfach zu kurios, um Schlüsse daraus zu ziehen, vor allem sollte man es vermeiden, falsche zu ziehen. Heidenheim ist wohl doch sehr stark, daran ändert sich nichts, über Chemnitz möchte man nichts weiter sagen müssen.

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Rot Weiß Erfurt – Alemannia Aachen   ausgefallen

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Karlsruher SC – Borussia Dortmund II   1:0 (1:0)

Zuschauer: 11.917    (Schnitt bisher; Vorjahr: )
Ein einfacher Heimsieg, mit 5/10 angeraten.
 
Dieses Spiel hat wirklich eine sehr spezielle, eigene Geschichte. Der KSC ging sofort in Führung. Ein Freistoß im Mittelfeld, wie immer brandgefährlich vors Tor geschlagen von Calhanoglu, der anvisierte Spieler käme frei zum Kopfball, wenn er nicht behindert würde. Elfmeter berechtigt, ja, nur wird auch so einer nicht immer gegeben. Der gleiche Spieler verwandelt: Haken Calhanoglu. Damit die Vorzeichen klar: Dortmund tritt eh mit dem Mute der Verzweiflung an, weiß aber durchaus, was sie können. Speziell nach dem Rückstand spielt es sich noch viel leichter und unbeschwerter nach vorne. Verloren hat man eh schon…

Jetzt kommt der eine Teil der Besonderheit des Spiels: der KSC vertraut voll auf seine eigenen Stärken, die ganz klar noch größer in der Offensive sind. Das bedeutet zum Einen, dass man ganz sicher zu weiteren Chancen kommen wird, zum Anderen, dass man es nicht für nötig hält, dem Gegner auf die Füße zu treten. Wenn man Foulstatistiken ansieht, wird man sehr leicht feststellen, dass Dortmund zwei (Meister-)Jahre lang in Liga 1 vorne lag, dass der FC Barcelona oder Real Madrid über Jahrzehnte die wenigsten begehen, um nur ein paar prominente Beispiele — ohne echte Recherche — anzuführen. Man hat es einfach nicht nötig, dies die Erkenntnis, man sieht seine Stärken im Fußball spielen und nicht im Verhindern.
So auch der KSC. Sie sind die Besten, sie führen, sie erzielen mehr Tore als der Gegner, so die Einstellung. Nur war hier wiederholt auf den Umstand aufmerksam gemacht worden, dass Dortmund II eine der spielstärksten Mannschaften ist. Das Offensivpotenzial ist gewaltig, die technischen Fähigkeiten ebenso. Wenn man ihnen beikommen will, dann geht es vor allem über die meist überlegen Physis. Man bedenke dabei, dass die meist jungen Spieler weder über die Physis verfügen, noch es für nötig halten — speziell die veranlagten Offensivkräfte — die entgegenzusetzen, zumal die Verletzungsgefahr besteht, die ihre Karriere gefährden könnte. Das bedeutet in der Summe, dass sich fortan ein ziemlich ausgeglichenes Spiel entwickelte. Wenn man sich persönlich einen Vorwurf machen wollte, dann wäre es der, dies nicht im Vorfeld erkannt zu haben.
Andererseits muss man ja erwähnen dürfen, dass sich die Chancen in der Offensive durchaus ergaben, und zwar reichlich und auch meist hochkarätig. Nur hatte es der Gegner kaum minder. Und das „kaum“ daran ist der zweite, wesentliche Teil der Geschichte. Denn: die Spielanalyse, die das die Nummer 1 gegen die 19 im Heimspiel beobachtet, noch dazu im Zuge eines gewaltigen Positivlaufs, geht einfach davon aus, dass das Chancen- und Spielanteilsplus ohnehin gewaltig zu sein hätte.  Wenn also Dortmund zu 4 Chancen kommt, der KSC aber zu 6 im gleichen Zeitraum, dann hat man bereits — und dies gilt nicht nur für Kommentatoren, man muss sich selbst mühen, davon frei zu kommen — das Gefühl, dass der so unterlegen eingestufte Kontrahent Paroli bietet beziehungsweise beinahe sogar in der Vorhand ist. Es ist nicht so und war auch hier nicht so. Es war eben, um es anders auszudrücken, nur erstaunlich, dass Dortmund so viele gute Gelegenheiten bekam. Weiterhin mehr hatte der KSC.
Vielleicht zählt auch hier der Effekt — der aber durchaus berechtigte, angebrachte Taktik war –, dass sich die Heimelf auf ihre Konterstärke berief, und das im eigenen Stadion, was einen verwirrte. Möglicherweise nimmt man also die Größe von Konterchancen nicht so wahr, weil es eben nur ein Konter ist.
Wie dem auch sei: auch, da Dortmund die allerletzte Chance im Spiel hat, bleibt der Spielkommentar — auch Trainer und Spielerseits — derart, dass er als glücklich bezeichnet wird. Objektiv ist dies aber nicht richtig. Die bessere Mannschaft mit den größeren Chancen war der KSC.
Natürlich haben die Dortmunder bewiesen, dass man sehr gut mit ihnen rechnen kann. Sie sind stark, auch wenn dies nicht ganz auf alle Mannschaftsteile zutrifft. Der KSC bleibt die Nummer 1, ohne Wenn und Aber.
Kurios und eigentlich beinahe unfassbar, dass es in der ARD Kurzzusammenfassung hieß: „Ein schwaches Spiel.“ Wie kann man das nur sagen? Was für ein Spiel möchte man sehen? Hier war es ein nicht einseitiges Spiel mit zahlreichen Chancen auf beiden Seiten. Was könnte sonst für „gutes Spiel“ stehen? Und überhaupt: wie gedenkt man, die Zuschauer für das Spiel Fußball zu begeistern, wenn man immer nur, hier und da und dort und eigentlich permanent, von schwachen Spielen hört? Soll man dann sagen: „Au ja, heute schalte ich wieder ein. Man sehen, ob es, wie durch ein Wunder, mal KEIN schwaches Spiel zu sehen gibt?“ Nein, es ist einfach nur absurd, was die Kommentatoren diesem Spiel antun.
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Preußen Münster – Hallescher FC    2:0 (1:0)

Zuschauer: 7.078   (Schnitt bisher: ; Vorjahr: )
Also: Münster macht es, 4/10 auf die 1.
 
Eine ziemlich klare Sache hier. Münster einfach die bessere Mannschaft mit den größeren Spielanteilen und den besseren Chancen. Auch hier das 1:0 durch einen berechtigten, aber nicht immer so verhängten Elfmeter.
Nichts zu deuteln an den Einschätzungen. Münster gehört ganz nach vorne, Halle muss, trotz des kurzzeitigen Aufschwungs und der finnischen Neuzugänge erst einmal wieder etwas beweisen.

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Kickers Offenbach – 1.FC Saarbrücken   2:0 (2:0)

Zuschauer: 4.889    (Schnitt bisher; Vorjahr: )
Alles klar also, ein sehr gutes Spiel und 7/10 auf Offenbach, den Heimsieg.
Nach den Teamnews: Offenbach nicht stornieren, aber nur noch 5 von 10 spielen.

Die Partie begann so: Offenbach mit dem ersten Angriff, eine Zange im Strafraum, aber auf der Außenposition, ein Pfiff, Elfmeter. Natürlich korrekt, die Entscheidung, nur wird das eben oftmals nicht gepfiffen. So stand es nach einer Minute bereits 1:0. Offenbach danach stark, mit der Führung im Rücken, Saarbrücken kaum auf dem Platz. Das 2:0 fiel aus einer weiteren guten Chance in Minute 22. Offenbach ständig am Drücker, Saarbrücken nur mit einer nennenswerten Szene in Hälfte 1.
In Hälfte 2 kam von beiden nicht so viel: Offenbach war sicher mit dem 2:0 zufrieden und ziemlich sicher, dass man es halten würde, und Saarbrücken einfach nicht gut genug, im zwei Tore aufzuholen. So gab es nicht mehr viele Chancen und es blieb beim 2:0.
Trotz der frühen Führung, die das Urteil sogar verfälschen könnte, sah es auf jeden Fall nach einer guten Wette aus. Offenbach hängte sich rein und kam zu Chancen, Saarbrücken ist eben schwach, wie man sie auch eingestuft hat, wodurch ja die Wette zustande kam. Alles gut also, sozusagen „one to the goods“.
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Hansa Rostock – Wacker Burghausen   ausgefallen

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Stuttgarter Kickers – Arminia Bielefeld   ausgefallen

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SpVgg Unterhaching – VfL Osnabrück   0:2 (0:2)

Zuschauer: 1.450   (Schnitt bisher; Vorjahr: )
So kommt es auch in dieser Partie zu einem Tipp auf die Auswärtsmannschaft, diesmal schon etwas mutiger, mit 5/10.

Der Tipp ging auf, ja, der Sieg sogar mit zwei Toren, so weit also alles gut. Dennoch muss man auch hier etwas Gemäuer hinschauen. Osnabrück legte los die die Feuerwehr und kam gleich zu Chancen, damit aber nicht genug, sie verwerteten auch zwei davon. Nach 22 Minuten bereits das 2:0.
Klar ist nun, dass man sich ein wenig zurückzieht. Irgendwie hat man das Spiel schon so halb — oder auch noch mehr — gewonnen. Man weiß sehr wohl, dass der Gegner auch ein bisschen Fußball spielen kann, man weiß auch, dass man hier oder da mal zu einer eigenen Chance aus einem Konter kommen wird.
Ja, alles richtig. Aber dass Unterhaching so viele Chancen bekommt, dass hat man sicher nicht gewollt. Nach eine Stunde etwa musste man schon von einem Chancenplus für die Gastgeber sprechen, und es waren so gute dabei, wo man bereits zurecht sagt, dass es schwieriger ist, den nicht reinzumachen (für tumbe Reporter, die sich der Floskel bedienen, erklärt: es ist dann, wenn die Chance die 50% übersteigt). Also: Unterhaching hätte längst den Anschlusstreffer verdient gehabt, so ist es einfach. Sie waren gut.
Da Osnabrück aber gegen Ende wieder voll mitmischte und das 1:2, so es denn gefallen wäre, noch lange nicht das Ende der Siegträume bedeutet hätte, bleibt es dabei, dass die Wette gut war. Dennoch muss man Unterhaching dringend im Auge behalten. Das war schon toller Fußball, den sie über weite Strecken spielten.
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SV Darmstadt 98 – SV Wehen/Wiesbaden   1:0 (0:0)

Zuschauer: 3.800    (Schnitt bisher; Vorjahr: )
Das Gefühl sagt aber doch, dass Wehen diese Partie nicht verlieren wird, ohne, dass man es in die Reihe der Tipps aufnehmen möchte.
 

Auf jeden Fall kann man konstatieren, dass Darmstadt den Abstiegskampf angenommen hat. Sie haben nicht nur rasant gefightet, sondern auch spielerisch teilweise ganz gut ausgesehen. Insgesamt sahen beide Trainer den Ausgang als verdient an, so dass man beinahe gezwungen ist, sich dem Urteil anzuschließen. Dennoch kurz erwähnt, dass das Chancenverhältnis vielleicht bei 8:6 lag und das die Führung fiel in einer Phase, als eigentlich Wehen das Spiel bestimmte (61.), und dass einige der Chancen erst nach der Führung zustande kamen, was nicht so sehr verwundern kann, da man a) den Effekt des Schocks hat und b) die Räume in der gegnerischen Hälfte vorfindet. Dennoch kann man auf jeden Fall Darmstadt eine ordentliche Leistung attestieren, keine Frage. Nur war Wehen halt auch nicht schlecht und nicht etwa krass unterlegen. Da es ja nicht einmal ein Tipp war, kann man ohnehin recht gelassen und hoffentlich objektiv damit umgehen (wie man sich natürlich auch im Falle eines Tipps mühen würde).

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