Rückblick Schweiz Superleague, 19. Spieltag

Kurze Zusammenfassung:

Die Young Boys richtig, +2, Lausanne falsch, -3, macht insgesamt -1. Unerfreulich, aber vielleicht zu verkraften, zumal die Neigung bei GC aufging.
 
——————————————————————————————————————————————————–Young Boys Bern – FC Luzern   3:2 (2:0)

Zuschauer: 14.597    (Schnitt bisher: 18.415; Vorsaison: 21.104)
…Young Boys doch einfach das höhere Potenzial haben dürften, meint man einigermaßen optimistisch, dass es einen Heimsieg geben könnte.2 von 10 auf die 1.

YB mit nicht gerade gutem Beginn, kam lange Zeit zu gar keinen Torchancen, die Gäste aber auch nicht. Nach 25 Minuten eine halbwegs gute Flanke in den Strafraum, ein missglückter Abwehrversuch, und ein Angreifer nickt den Ball ein. Also ein Tor aus dem Nichts. Das zweite war zwar wunderschön, aber noch immer waren die Gastgeber nicht überzeugend. Da Luzern aber auch nicht viel zustande brachte, kann man zwar nicht von „verdient“ sprechen, aber zumindest war hatten sie auch nicht so viel zu fürchten.

Zu Beginn der zweiten Hälfte bricht Rangelov durch in den Strafraum, wird vielleicht leicht behindert, geht aber weiter und, da er nicht zum Abschluss kommt, fällt er doch noch, und zwar erkennbar über die eigenen Füße. Nun ja, die Behinderung gab es wohl, so dass man vielleicht Elfmeter geben könnte, aber die gegebene Rote Karte war ganz sicher nicht berechtigt (wie auch BEIDE befragten nach dem Spiel einheitlich sagten). Elfer vielleicht, so sagt auch Rangelov, dass er minimal behindert wurde, aber niemals Rot.
Das Spiel natürlich nach dem folgenden Anschlusstreffer unter ganz anderen Vorzeichen. Nun drückte Luzern, erzwang den Ausgleich, und war eher dran am Führungstor, in Überzahl. Aber ganz am Ende kam YB noch einmal nach vorne und erzielte ein Traumtor (mit dem Außenrist ein Volley aus spitzem Winkel).
Nein, die Wette war nicht gut, obwohl YB natürlich ohne die Rote Karte noch Zeit gehabt hätte, etwas zu beweisen. Ein schwieriger Start also erst einmal für beide Teams.
——————————————————————————————————————————————————–Servette Genf – Grasshoppers Zürich   0:1 (0:0)

Zuschauer: 4.830    (Schnitt bisher: 7.456;  Vorsaison: 10.697)
Wobei es doch eine ganz leichte Neigung Richtung GC gibt.
Keine so dolle Partie, in welcher sich der Favorit am Ende doch noch durchsetzte. So recht zu überzeugen wusste der Leader nicht. Neuzugang Ngamokul (von Thun) direkt in der Startelf. Aber, wie angekündigt, kann man nicht gleich mit einer Glanzleistung rechnen. Als er einmal alleine auf den Goalie zulief wollte er es ganz cool machen, nahm das Tempo raus, schaute, zögerte, nahm den Ball rum — und war urplötzlich von vier Gegenspieler umringt, so dass der Abschluss gar nichts wurde.
Servette war aber im Spiel und kam ebenfalls zu ein paar Gelegenheiten. Betonung aber auf „ein paar“, was aber für beide Seiten galt. Kein gutes Spiel also, wobei hier natürlich GC in der Pflicht stand. Übrigens hatte Servette nach dem Rückstand sogar noch eine halbwegs vernünftige Chance. Also: vielleicht 3:4, 3:5 Chancen. Der Spitzenreiter also lange nicht in der Verfassung, aber es kann sich natürlich im Heimspiel nächste Woche ändern. Die Spielbedingungen  auch nicht optimal bei hart gefrorenem Boden, so dass die spielerischen Glanzlichter nicht zu erwarten waren.——————————————————————————————————————————————————–

FC St.Gallen – FC Thun    ausgefallen

Zuschauer:  (Schnitt bisher; Vorsaison)
Die Tendenz ist also glasklar: mit den fanatischen (und keineswegs anspruchsvollen, wie andernorts) Fans im Rücken wird St.Gallen der Liga weiterhin das Fürchten lehren und hier einen Sieg einfahren. 6/10 auf die 1.——————————————————————————————————————————————————–

FC Zürich – Lausanne Sports   2:0 (1:0)

Zuschauer: 8.420    (Schnitt bisher: 10.766;  Vorsaison: 10.512)
Nicht zu erkennen, warum diese Serie reißen sollte und ebenso nicht zu erkennen, was den Markt dem FCZ so überragende Fähigkeiten zuschreiben lässt.3/10 auf X/2.

Der Tipp ging nicht auf, aber er war nicht rundherum schlecht. Die Partie verlief so: in der 5. Minute zwar ein gelungener Angriff des FCZ, über außen, gute Flanke, Chermiti in der Angriffsmitte als Anspielstation und Abnehmer der flachen Flanke, bringt den Schuss am kurzen Pfosten auch aufs Tor, nur geht er halt dem Torwart durch die Hosenträger. Also: das 1:0 fällt, aber es war ein Torwartfehler. Die kurze Ecke war dicht, er stand da und richtig, der Ball geht trotzdem rein. Nun, ein Tor, dazu zu einem frühen Zeitpunkt, sorgt natürlich für gewisse Vorzeichen in einer Partie. Der FCZ in Hälfte 1 also die bessere Mannschaft, mit ein paar weiteren Chancen (aber nicht all zu vielen) und Lausanne zunächst nur mit einer torgefährlichen Aktion. Das Spiel demnach nicht überragend, die Führung aber nicht unverdient.
Nur drehte Lausanne in Hälfte 2 auf, während Zürich nachließ. Die Gäste kamen nun zu ein paar Chancen und waren die etwas bessere Mannschaft. Die beste Chance — und eigentlich ein sitter — war ein Kopfball aus einem Meter, der gegen die Latte krachte. Das MUSSTE das 1:1 sein. Der Heimmannschaft war die Verunsicherung anzumerken — und dies natürlich Teil Grund für die Wettempfehlung. Bis zur Genesung dürfte es noch ein etwas weiterer Weg sein. Aber Siege können natürlich auch rasch helfen. Ach, in der Nachspielzeit gab es noch das 2:0, aus einem Konter gegen eine entblößte Defensive, versteht sich.
Kein schlechter Tipp, beide Mannschaften nicht gerade überragend, nur hatte man es von Lausanne auch nicht unbedingt erwartet. Unterstützen könnte man in der Folge nur erneut Lausanne, den FCZ nicht in diesem Zustand.——————————————————————————————————————————————————–

FC Basel – FC Sion    3:0 (1:0)

Zuschauer: 24.265    (Schnitt bisher: 28.495; Vorsaison: 29.775)
Nein, es passt einfach nicht bei dieser Partie, es bleibt nur das Pass.
 
Ein wirkliches Spitzenspiel, welches vielleicht doch diese Erkenntnisse zutage förderte: der FCB ist ziemlich gesund und letztendlich einfach die beste Mannschaft … sofern sie denn, wie hier, mit ausreichendem Engagement zu Werke gehen. Allein spielerisch geht es nirgends, nicht auf diesem Niveau. Der FC Sion hielt lange Zeit gut dagegen und tat seinen Teil, damit das Attribut „Spitzenspiel“ Gültigkeit erhielt. Das 1:0 fiel direkt vor der Pause und demnach zu einem „psychologisch günstigen Zeitpunkt“ (wobei der Gegner dies genau umgekehrt empfinden dürfte). Direkt nach der Pause konnte Basel gleich zwei Mal nachlegen, aber Sion brach nicht etwa ein sondern hielt weiter gut mit.
 
Vor dem 1:0 war die Partie sehr ausgeglichen, mit einer guten Defensivleistung von Sion, die kaum Torchancen zuließen und selbst ab und an gefährlich nach vorne kamen. Das 1:0 fiel tatsächlich nach einem Stellungsfehler im Zentrum, als der Sion Verteidiger seinen Gegenspieler — ausgerechnet den ohnehin torgefährlichsten Baseler, Marco Streller — für einen Moment verließ und ihm so den einen Meter Freiraum gewährte, den er benötigte, um den Ball aus der Luft zu nehmen und ihn nach der Annahme einfach zu versenken. Möglich aber, dass Streller mit einem unmerklichen Schubser nachgeholfen hat?
Zuvor aber auch mal wieder die ganz typische Szene: eine Flanke in den Sion Strafraum, der Verteidiger hat die Arme NICHT am Körper sondern sie fliegen irgendwo in der Luft herum, die Flanke geht erst an den Körper, prallt von da an den Arm und verhindert so, dass der Ball gefährlich vor das Tor kommt. Entscheidung? Fraglos KEIN Elfer. Nur ist es, laut Kommentator, nie und nimmer einer, weil das unabsichtlich war. Ja, wie blöd kann man denn sein? Wenn man herumfliegende Arme einfach so toleriert und wenn der Ball dagegen geht, ist er selbst schuld? Kein Wunder, dass die Abwehrspieler alle nur noch wie Handballtorhüter durch den Strafraum laufen. Die Folge? Weniger Gegentore und Absolution wird einem eh erteilt. „Gut verteidigt“ müsste man sagen. Früher hieß es stets, sobald man sich im eigenen 16er aufhielt: „Arme an den Körper!“ Und das war eine recht strenge Anweisung. Heute müsste man sagen, es ist ein schwerer Fehler, die Arme anzulegen und könnte einen den Platz in der Startelf kosten.——————————————————————————————————————————————————–

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