Vorschau Schweiz

Der Vorschautext des Wochenendspieltages W06b-2013 hat es leider nicht rechtzeitig auf die Seite geschafft. Zur Dokumentation stelle ich ihn trotzdem online. Zu finden sind zusätzlich auch einige Anmerkungen zum Neustart nach der Pause sowie Transfernews.

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An dieser Stelle sei zumindest erneut darauf aufmerksam gemacht, dass der Rückrundenauftakt einfach sehr schwer und unangenehm zu tippen ist. Wer schlecht war in der Hinserie versucht einen Neuanfang und streicht die alten Ergebnisse, wofür dankenswerter Weise das einfach so funktionierende Gehirn mitverantwortlich ist („ich weiß gar nicht mehr. Wir hatten schlechte Ergebnisse? Mag sein, aber das interessiert uns jetzt nicht mehr“), die, die gut waren fragen sich, wie sie nur diese serienweisen guten Ergebnisse hinbekommen haben, sind sie doch auch alle nur aus Fleisch und Blut, so, wie die Gegner.

Dazu kommt der Effekt, dass sich personell zwar hier und da Einiges getan haben mag, aber dass man nicht davon ausgehen sollte, dass die Neuzugänge direkt einschlagen. Man nennt das wohl „Einspielen“, was erst einmal stattfinden muss. Insofern ist man demgegenüber vielleicht etwas skeptischer als es der Markt wäre. Nur steht eben der andere Effekt klar im Wege. Auf gut Deutsch: es ist und bleibt schwer und wird, wenn überhaupt, in nur kleinen Dimensionen stattfinden.

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Young Boys Bern – FC Luzern    (Entfernung: 114 km)

Beide mit einer mehr als unbefriedigenden Hinrunde. Immerhin haben die Young Boys sie mit zwei Siegen beschließen können, wohingegen die Krise bei Luzern — Vizemeister des Vorjahres — anhielt. Da man den Effekt hier nicht so deutlich erkennen kann (beide waren schlecht –> das neutralisiert sich) und die Young Boys doch einfach das höhere Potenzial haben dürften, meint man einigermaßen optimistisch, dass es einen Heimsieg geben könnte.

2 von 10 auf die 1.

Transfernews: die Young Boys haben zwar ihren irgendwie wichtigsten Spieler verloren, allerdings war dieser stets streitbar und sorgte für einige Kontroversen. Es handelt sich um Raul Bobadilla. Sein Wechsel zum FCB könnte also für alle Seiten das Beste sein. Er gehört eben vielleicht doch in einen noch größeren Verein. YB selbst hat die eingenommene Kohle (4 Mio Euro) aber direkt investiert in eine Reihe von Spielern, die damit irgendwie den „Verlust“ (den man vielleicht nicht einmal so empfindet, aufgrund der ständigen kleinen Skandälchen) kompensieren sollten.
Luzern mit einer Ergänzung, ein torgefährlicher Mann aus der 2. Liga.

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Servette Genf – Grasshoppers Zürich    (Entfernung: 279 km)

Servette hatte gegen Ende der Hinrunde den leichten Aufwärtstrend zu verzeichnen mit 9 Punkten aus 6 Spielen, was ihnen wieder eine lifeline verschaffte, während GC eher, vor dem abschließenden Derbysieg, eine kleine Durststrecke hatte. Da man ohnehin beide Teams etwas unterstützte, bietet sich hier nur das Pass an. Wobei es doch eine ganz leichte Neigung Richtung GC gibt.

Transfernews: Servette hat das 17-jährige Supertalent Mbabu an Newcastle abgegeben, für eine Million Euro. Allerdings hatte er derzeit noch keinen sportlichen Wert, bei nur 25 Minuten Einsatzzeit. GC hingegen hat für 800.000 Euro den starken Anatole Ngamokul von Thun erworben, der immerhin in 17 Spielen 6 Mal traf. Der Transfer richtet natürlich keinen Schaden an, nur ist es fraglich, ob er ab Spiel 1 schon eine echte Hilfe ist.

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FC St.Gallen – FC Thun    (Entfernung: 231 km)

Hier gibt es nun eine ganz klare Neigung: St.Gallen hat sich in der gesamten Hinrunde niemals etwas zu Schulden kommen lassen. Bei Thun gab es hingegen ein paar Merkwürdigkeiten. Zunächst mal fand man es durchgehend positiv, dass man sich, jenseits allen Trubels, im beschaulichen Thun so gut behaupten konnte. Die Leistungen und die Ergebnisse, sowie die Ansprüche passten gut zusammen. Unteres Mittelfeld, ja, wo sollte man denn sonst hingehören? Dann gab es eine Serie von eigentlich meist ordentlichen Leistungen, die aber keine Ergebnisse mehr hervorbrachten. Man war stets dran, auch gegen die Topteams, aber man punktete nicht mehr. Plötzlich war es vorbei mit der Beschaulichkeit. Bernard Challandes stellte die Vertrauensfrage an die Spieler — und musste gehen. Das passte nun überhaupt nicht ins Bild. Nun hat man Urs Fischer geholt.
Ja, es gab gegen Ende einen Sieg gegen den FC Basel, mit 3:2. Allerdings herrschte da bei Basel gerade das Trainerchaos. Danach gab es ein 0:0 bei Servette. Und das soll eine Serie sein? Nein, so kann man es nicht empfinden.

Die Tendenz ist also glasklar: mit den fanatischen (und keineswegs anspruchsvollen, wie andernorts) Fans im Rücken wird St.Gallen der Liga weiterhin das Fürchten lehren und hier einen Sieg einfahren. 6/10 auf die 1.

Transfernews: nichts Auffälliges zu berichten.

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FC Zürich – Lausanne Sports    (Entfernung: 223 km)

Beim FCZ klafften nun mit am weitesten Anspruch und Wirklichkeit auseinander. Das war gar nichts und 17 Punkte aus 18 Spielen sind eine echte Absteigerbilanz, wenn es da nicht Servette gäbe. Natürlich waren die Leistungen nicht durchgehend so schlecht, man hätte hier oder da auch etwas mehr mitnehmen können, aber doch gab es ständig nur Querelen und niemals auch nur ansatzweise Konstanz. Die Qualität mag im Kader sein, aber diese hilft natürlich nur, wenn sie auch auf den Platz gebracht wird, und außerdem waren in vielen Phasen wichtige Leistungsträger verletzt, so dass es, auch in der Aufstellung, keine Konstanz gab, was sich sicher auf die Teamleistung ausgewirkt hat.

Bei Lausanne hingegen erkannte man (hier, der Autor) irgendwann die Qualität, und konnte mit dieser in jeder Hinsicht punkten. Zwei Siege daheim, drei Remisen auswärts aus den letzten fünf Spielen sind doch schon mehr als nur ein Aufwärtstrend? Nicht zu erkennen, warum diese Serie reißen sollte und ebenso nicht zu erkennen, was den Markt dem FCZ so überragende Fähigkeiten zuschreiben lässt.

3/10 auf X/2.

Auch hier ist nichts Auffälliges zu berichten bezüglich Transfers.

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FC Basel – FC Sion    (Entfernung: 249 km)

Es spielt die 2 gegen die 4, von der Tabelle her, wobei die Ansprüche beider etwas höher sein dürften. Der FCB hat auch ordentlich nachgerüstet, unter Anderem mit ebenjenem Raul Bobadilla und ausgerechnet Serey Die vom heutigen Gegner (Bobadilla fällt allerdings noch bis Mitte April aus). Sicher würde man hier dem FCB etwas zutrauen, den finalen Ansturm auf die Tabellenspitze, aber a) waren die Leistungen auch nicht durchgehend so doll, b) gab es auch dort das wohl übliche Trainerchaos, in welchem Heiko Vogel seinen Hut nehmen musste, und der noch lange nicht überzeugende Murat Yakin geholt wurde, aber auch bei Sion ging es drunter und drüber, indem nun Victor Munoz auf dem Schleudersitz ist. Nein, es passt einfach nicht bei dieser Partie, es bleibt nur das Pass.

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