Vorschau Österreich tipp 3 Bundesliga, 20. Spieltag

SV Ried – Wolfsberger AC  (Entfernung : 273 km)

Eine ganz einfach zu tippende Partie, ziemlich nahe an ideal: Ried hat total begeistert, in mindestens den letzten drei Spielen. Vorne ist René Gartler, der Tor auf Tor erzielt und die Mannschaft mit seiner Klasse infiziert hat. Sie stehen auf 5 und exakt dort gehören sie hin, denn mit Sturm, Rapid, Salzburg und der Austria können sie sich noch nicht messen, auch wenn man hier, nach den gezeigten Leistungen zuletzt wagt, zu behaupten: viel fehlt nicht.

Wolfsberg hingegen bestätigt eindrucksvoll, dass man sich in ihnen kein bisschen getäuscht hat. Sie spielen richtig schönen Fußball, sie können toll kombinieren, sie können sogar Tore erzielen — all dies von Anfang an bescheinigt. Nur: sie verteidigen nicht richtig, nicht richtig hart, sie bevorzugen das körperlose Spiel. Die Auswirkungen wurden selten offensichtlicher: in einem ganz phantastischen Fußballspiel, in welchem sie sogar in Führung lagen, verloren sie am Ende mit 3:6 gegen die Wiener Austria.

Selbst wenn man etwas ziemlich Ähnliches über Ried sagen kann, eine Woche davor, als sie einen unglaublich beherzten Auftritt in Wien, bei Rapid hinlegten, und Tore am Fließband erzielten — aber dennoch mit 3:4 verloren. Nur hinkt auch dieser Vergleich: SIE haben in Wien tatsächlich den Ton angegeben. Wolfsberg lag vorne, ja, kurzzeitig, aber sie haben das Spiel nicht bestimmt. Außerdem: Ried hat IN WIEN gespielt, während Wolfsberg ein Heimspiel hatte.

Übrigens stehen mit dem 3:6 mittlerweile 5 sieglose Spiele in Serie da, während bei Ried sich Siege und Niederlagen schön abwechseln, wobei die Niederlagen jene Partien bei Rapid, bei Sturm und bei der Austria waren (bei drei der vier vor ihnen stehenden Teams, alle drei auswärts).

Alles klar also: Ried macht das hier. Eine 1, mit 7/10.

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Wacker Innsbruck – Admira/Wacker Mödling  (Entfernung : 476 km)

Tja, also jetzt überwiegen denn doch wieder die Zweifel bezüglich der Qualitäten der Innsbrucker?! Das 1:2 in Wien bei Rapid war nur vom Ergebnis her eng. In der Partie haben sie kaum mitgespielt und nicht einmal einen Mann in der Nähe gehabt, als Rapid für sie das Tor erzielte. Ansonsten wurden sie (von einem, gerne zugegeben, längst wieder in Normalform spielenden Gegner) an die Wand gespielt. Sicher, ja, anders als Ried ebendort beim 3:4, haben sie die Partie vielleicht angegangen in der Hoffnung, irgendwie mit einem gestohlenen Pünktchen davon zu kommen, wohingegen sich Ried wohl sagte: verloren haben wir eh schon, ab jetzt können wir nur noch gewinnen. Aber dennoch: spielerisch war da gar so gut wie gar nichts zu sehen. Dennoch sei erinnert: vor drei Wochen gab es das tolle Spiel gegen Sturm (welches sie mehr als tragisch mit 0:1 verloren), danach haben sie, mit einem Sieg der Moral, das 2:2 in Wolfsberg in der Nachspielzeit erzwungen, und nun gab es ein 1:2 bei Rapid. Also richtig schlimm hört es sich auch nicht an.

Auf der anderen Seite steht die Admira, die einfach gar kein Bein mehr auf den Boden bekommt. Diesmal saß sogar der Topspieler Marcel Sabitzer auf der Bank — und man verlor mit 0:3 daheim gegen Ried. Rundherum nur Niederlagen, wohin man auch blickt. Ein einziges 1:1 in Wolfsberg die kärgliche Ausbeute aus den letzten 8 Spielen, bei 6:22 Toren. Nein, allein das die Bilanz eines Absteigers. Es sind 4 Punkte, sie sie vorne liegen, ja, es sind eben „nur“ 4 Punkte. Ein Sieg — und Innsbruck wäre direkt heran, noch näher als Schlagdistanz.

Wenn man die Leistungen der letzten Spiele genau anschaut, dann ist es eher jene der Innsbrucker, die mehr Eindruck machte.

Schlussfolgerung: nie war die Gelegenheit günstiger, auch für das Tabellenbild, für die Heimmannschaft, als hier einen Sieg einzufahren. Man wäre an der gesamten Konkurrenz wieder heran, teilweise sogar vermutlich vorbei, und es wären auf einen Schlag mindestens drei Teams in den Abstiegskampf verwickelt. Die Qualität ist jedenfalls in der Mannschaft, eine solche Partie klar zu dominieren.

7/10 auf Innsbruck Sieg.

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SC Wiener Neustadt – Rapid Wien  (Entfernung : 64 km)

So gut vielleicht ab und an auch Wiener Neustadt gefallen haben mag, gerade beim letzten unverdienten 0:1 in Mattersburg : Gegner Rapid ist wieder voll in der Spur.  Die Rapid Fans, ohnehin mit der größten Anhängerschar in ganz Österreich, sind verrückt genug, die paar Kilometer zu tausenden zu bewältigen und sie werden das Stadion mit Heimspielatmosphäre ausstatten. Nach dem Aus in Europa hat Rapid die volle Konzentration für die Meisterschaft zur Verfügung, die Rückrunde ist noch lang, auf geht´s. Nein, Wiener Neustadt war gut, aber ist für diesen Gegner einfach nicht gut genug.

Eine klare 2, mit 8/10.

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Red Bull Salzburg – SV Mattersburg  (Entfernung : 362 km)

So wie Salzburg sich in Hälfte 2 bei Sturm präsentiert hat, waren sie wieder der alte Meisterschaftsfavorit. Selbst wenn es nicht zum Sieg reichte, nur sie hätten ihn am Ende verdient gehabt. Und eine Überlegenheit zählt gegen Ende immer mehr als eine anfänglichen, zur zur Erinnerung. Verständlich, dass Keeper Walke nach der Partie ziemlich angefressen reagierte, als er die aus Deutschland wohl übernommene ebenso dämliche Frage beantworten sollte, ab 7 Punkte Rückstand nun zu viel sei und die Meisterschaft damit entschieden oder ob sie im Frühjahr noch einmal angreifen wollten? Nein, so sagte er, sie geben auf, spielen nicht mehr weiter, die Meisterschale gehört nach Wien.
Klar, was er meinte: ihnen sind soeben zwei zum Greifen nahe Punkte abhanden gekommen, die natürlich weh tun. Nur gibt es noch viele Spiele zu spielen, die sie selbstverständlich normal angehen, wie eigentlich fast immer in der Favoritenrolle und man kann ja eh nur schauen, was herausspringt. Zwei Mal spielt man noch gegen die Austria, und diese wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht alle (anderen) Spiele gewinnen.

Na, vor dämlichen Fragen ist man nun einmal, speziell als Fußballer, nicht gefeit. Da müsste es erst einmal etwas  — nein, eigentlich nicht zu knapp — Verstand regnen, und davon sollte man nicht ausgehen.  Auf jeden Fall haben die Bullen es drauf. Mattersburg war richtig schlapp in der letzten Partie (obwohl sie mit 1:0 gegen das bessere Wiener Neustadt gewonnen wurde) und wird hier nicht zum Stolperstein.

Eine klare 1, was in diesem Fall bedeutet: mit mehr als einem Tor. Aber: doch nur mit 4/10.

Extra Anmerkung: Salzburg hatte im letzten Spiel mit einem Durchschnittsalter von 23.75 Jahren die jüngste Startelf in ihrer Bundesligageschichte auf dem Feld. Auf jeden Fall kein schlechtes Zeichen.

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Austria Wien – Sturm Graz  (Entfernung : 200 km)

Es widerstrebt einem persönlich ziemlich, sich gegen Sturm Graz zu stellen. Sie haben eine gute Saison gespielt und die letzten Leistungen waren allesamt sehr ok. Andererseits: mehr als Platz 4 ist einfach nicht drin. Gerade in der Schlussphase gegen die Bullen hat man gesehen, wer wirklich der Favorit war in der Partie. Und immerhin hatte Sturm ein Heimspiel. Auch beim 1:1 gegen die Austria — Teil der Serie von 9 ungeschlagenen Spielen — war der Spielverlauf sehr ähnlich. Also: man kann einfach nicht von Augenhöhe sprechen, auf der sie sich mit den großen Drei (ja, seit den letzten zwei Wochen sind es wieder drei) befinden.

Die Austria, mit einem Hosiner in einer Verfassung, der ihm bald schon einen lukrativen Vertrag im Ausland bescheren könnte, dürfte doch zu stark sein. Die Winterpause mit den besagten 7 Punkten Vorsprung anzugehen, dürfte ein sehr verführerisches Ziel sein, um hier noch einmal alles herauszuholen. Zumal sie im letzten Spiel eher zwei Punkte in Graz liegen gelassen haben, sprich auch in diesem Sinne Wiedergutmachung ansteht.

Aber, da es sich um Sturm handelt, nur 2/10 auf die Austria, den Heimsieg.

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