Vorschau 3. Bundesliga, 21. Spieltag

VfB Stuttgart II – Kickers Offenbach    (Entfernung: 211 km)

Ganz rasch hier die Neigungen und Tipps notiert: in dieser Partie ist die empfundene Tendenz klar: Stuttgart hat durchaus zu gefallen gewusst, in vielen Partien vorher, und hat einem den erfolgreichen Tipp beschert, beim 0:0 in Saarbrücken.

Dennoch ist das Augenmerk auf Offenbach gerichtet: sie haben gerade gegen Ende der Partie gegen Halle am letzten Sonnabend so beeindruckend aufgedreht, sich so wunderbare Chancen herausgespielt, nein, sie erzwungen, der Sieg „was there for the taking“ — und sie sind so grausam bestraft worden.

Irgendwie sagt einem der Gerechtigkeitssinn, dass Offenbach hier zum Ausgleich etwas holt, mindestens ein Remis, vielleicht gar einen Sieg. Spielen kann man es aber nur mit 1/10, nicht mehr, aber auch nicht weniger, da es mehr als eine Neigung ist.

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Arminia Bielefeld – Borussia Dortmund II    (Entfernung: 116 km)

So wackelig  es auch erscheinen mag und so dünn das Eis, auf welchem man sich bewegt (Bielefeld in finanziellen Nöten, wie offensichtlich ein paar andere Vertreter, größere Namen, die diese Liga als Durchgangsstation ansehen, von denen aber doch so viele scheitern müssen, da das Nadelöhr nach Liga 2 ziemlich eng ist; abgesehen davon ist auch die um eins höhere Liga lange keine Gelddruckmaschine; eher ein hartes Brot, in welchem weiterhin die wirklich fetten Fleischstückchen noch immer ziemlich weit weg sind; bedeutet nur: haushalten, was aber den meisten nicht gelingt), hier kann man nur Bielefeld nehmen. Die Derbytendenz spielt bei einer Zweiten keine Rolle (und falls doch, spräche diese ja, nach den Erfahrungen der letzten Monate zusätzlich für Bielefeld). Man kann und möchte den Glauben an diese Mannschaft längst nicht aufgeben, und überragend ist weder die Dortmunder Serie noch die Gesamtbilanz (mit 4–6–10; nach einer alten, hier einmal erläuterten Regel sind alle Teams, die weniger Spiele nicht verlieren als doch ganz übel dran, was den Klassenerhalt angeht; Dortmund liegt gerade so im Soll; man hat also Chancen, ist aber dennoch in höchster Gefahr, mit 10–10). Also: 3/10 auf Bielefeld, die 1.

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Wacker Burghausen – Alemannia Aachen    (Entfernung: 744 km)

Partien mit der Alemannia entfallen weiterhin, jedoch würde man hier zumindest so weit gehen — die Stimmung im Stadion beim 2:1 zuletzt beeindruckend, die Leistung des Teams auch –, hier der Neigung Ausdruck zu verleihen, dass sie ungeschlagen nach Hause fahren: X oder 2, 0/10.

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SV Darmstadt 98 – SV Babelsberg 03    (Entfernung: 552 km)

„Ideal“ diese Partie vor allem in dieser Hinsicht: wenn Darmstadt den Abstieg vermeiden möchte, dann muss eine derartige Partie gewonnen werden. Trainer Seeberger war zwar einigermaßen angefressen nach dem letzten 2:2 in Unterhaching (als dem Gegner beim Stande von 1:0 Darmstadt ein Elfmeter zugesprochen wurde, der, vermutlich nach allgemeiner Ansicht und der „state of the art“ Regelauslegung — Elfmeter nur, wenn das Bein ab ist; bei Handspiel ist es selbst auf der Torlinie eine fifty-fifty Entscheidung, per Münzwurf zu klären — keiner war, jedoch aus hiesiger Sicht absolut seine Berechtigung hätte, viel mehr eher Vorbildfunktion haben sollte: der Hachinger Stürmer geht in den Strafraum, der Ball etwa in Schulterhöhe, er möchte ihn sich per Kopf vorlegen, am Gegenspieler vorbei, trifft aber viel mehr auf Gegners Fuß als den Ball; hier soll der Paragraph „Kopf zu tief“ herhalten; ein absurder Unsinn, und vor etwa 40 Jahren hätte man dem Angreifer frühestens ab Kniehöhe eine derartige eigene Verletzungsgefahr zur Last gelegt, die den Gegner irgendwie intuitiv zwingt, den Fuß zurückzuziehen, und damit der Angreifer aus dem zu tiefen Kopf einen Vorteil ziehen könnte; Schonung gibt es aber eh längst nicht mehr, so dass die komplette Regel längst abgeschafft gehört; eher umgekehrt reißen die Verteidiger nach Vorliebe, und gerade bei höchster Torgefahr, die Füße sogar weit über Kopfhöhe hoch — Prödl bei Werder letzte Saison Leid tragend, als Gegners Fuß in etwa 2 Meter 20 in seinem Gesicht landete, er den Ball allein deshalb NICHT im Tor unterbrachte, stattdessen komplett im eigenen Blut badete und erst viele Stunden später, beim Aufwachen im Krankenhaus, darüber informiert wurde, dass er weder ein Tor erzielt hätte, noch der Gegenspieler irgendeinen Karton gesehen hätte, es auch keinen Elfmeter gegeben hätte, das Spiel einfach weiter lief, die Gegner nur sauer über die rote Pfütze in ihrem Strafraum waren; denn wer seinen Kopf in dieser unehrbaren Absicht, ein Tor zu erzielen in diese Tiefe von 2,20 Metern bringt, gehört ordentlich bestraft), aber doch ziemlich ruhig, angenehm, gefasst, obwohl er den Rest des Spiels auf der Tribüne verbringen musste. Die Leistung auf jeden Fall für einen Tabellenletzten ok, wie auch schon im Auswärtsspiel zuvor, beim 1:1 bei StuKi.

Nun gilt es also, die zwei Auswärtspunkte durch einen Sieg zu veredeln. Das Glück der Babelsberger muss auch irgendwann einmal abreißen, denn das 1:1 zuletzt gegen Chemnitz drängt einem eher den Gedanken auf, dass Gott ein Babelsberger ist. Ja, sie punkten — aber sie spielen niemals gut. Die Tordifferenz mit -9 gegen -12 auch nur minimal schlechter bei Darmstadt, und man bedenke, dass bei Babelsberg schon ein paar Geschenke eingerechnet sind, also: 6/10 auf Darmstadt.

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Hallescher FC – Karlsruher SC    (Entfernung: 520 km)

Halle mit einem ebenso glücklichen last-minute 1:0 in Offenbach, als sie in den Schlussminuten komplett an die Wand gespielt wurden, und statt des überfälligen 0:1 selbst das Tor erzielten. Der KSC aber so überragend, mit zuletzt 5 Treffern gegen ein eigentlich sehr starkes Heidenheim, dass ihnen vollkommen gleichgültig sein dürfte, ob Halle seine Punkte verdient oder glücklich einfährt: diese Partie gehen sie als klarer Favorit an und werden dies auf dem Platz auch zeigen. Insofern eine klare 2, mit 9/10.

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1.FC Heidenheim – Rot Weiß Erfurt    (Entfernung: 336 km)

Auch hier eine ideale Konstellation: Erfurt hat zwar beim 2:2 gegen Wehen ordentlich gespielt, sie haben auch, nach schwächerem Beginn, in Hälfte 2 etwas zugelegt, sich beinahe als normale Heimmannschaft präsentiert (die normalerweise die Zügel in der Hand hält), aber doch eben nur ein 2:2 erzielt, dazu einen Morabit in ihren Reihen, der seit Wochen schon nach seiner Form ringt — und er ist der beste Mann –, nein, es ist ein weiter Weg ins gesicherte Mittelfeld, und, trotz fünf ungeschlagenen Partien in Serie wirken sie alles andere als stabil. Die 5 Partien waren derart: drei Mal in Folge daheim Remis (Wehen, Rostock, Babelsberg), auswärts ein 1:0 beim Tabellenletzten, und nur davor das einzig gute Spiel beim 3:2 gegen Chemnitz. Nein, das ist nicht etwa Hochform oder Niveaubestätigung, das ist ein „gerade mal so ok“ (Heimremisen sind doch nichts zum angeben? Und es waren vier Heimspiele, drei Remis).

Heidenheim hingegen eigentlich in Hochform. In Karlsruhe 5 kassieren? Das könnte jedem passieren, wenn der Gegner so heiß läuft (was schon seit ein paar Partien so ist). Aber zwei erzielen, stets den Weg nach vorne suchen? Das können die wenigsten, so die kühne Behauptung. Davor standen ja zwei weitere gute, belohnte Leistungen (1:0 in Offenbach, 3:0 gegen Saarbrücken).

Also: 7/10 auf Heidenheim, den Heimsieg, Tipp 1.

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VfL Osnabrück – 1. FC Saarbrücken    (Entfernung: 456 km)

Ja, doch Saarbrücken konnte auch ein wenig beeindrucken, gefallen, beim 0:0 gegen Stuttgart II. Sie haben mit jenem vor Kurzem an dieser Stelle erwähnten Marcel Ziemer (ja, genau, DER Marcel Ziemer) einen Spieler in ihren Reihen, der für den „Spieler des Monats“ award nominiert ist. Ist alles richtig. Zugleich treffen sie auf einen Gegner, der vielleicht mit den finanziellen sorgen eine Extrabelastung hat (die Stadt greift unter die Arme, hieß es zuletzt; das beruhigt vielleicht?).

Dennoch treffen sie auf ein Team, welches in 11 Partien unbesiegt ist. Die Tabelle kann zu so einem späten Zeitpunkt ohnehin nicht nur schwindeln, es stehen beinahe Welten zwischen den Teams, Osnabrück hat mit die heißesten Fans, sie wollen den Aufstieg (während Saarbrücken derzeit eh nur an Klassenerhalt denkt, von diesem aber überzeugt ist, also nicht alles herausholt, womöglich), sie spielen meist sehr dominant, haben es auch in Dortmund getan — nur reichte es eben nicht zum Sieg. 6 von 9 Heimspielen gewonnen, das ist ohnehin nur eine 1.50, aber sie hatten einige Male sogar eher Pech dabei. +15 gegen -4 Tore, 41 gegenüber 25 Punkten, also:

Osnabrück zieht die Partie, eine 1, mit 4/10.

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Hansa Rostock – SpVgg Unterhaching    (Entfernung: 798 km)

Auch diese Partie bietet eine Gelegenheit, sich vorsichtig zu positionieren: Unterhaching war sehr sympathisch in den Interviews nach dem (etwas glücklichen) 2:2 gegen Darmstadt, sie waren auch nicht schlecht in der Partie, und doch merkt man ihnen an, dass sie zwar sehr wohl große Ziele haben, dass diese aber nur sehr bedingt mit den Zukunftsambitionen des Vereins Hand in Hand gehen: sie versuchen, sich zu präsentieren, die jungen Talente, um bei größeren Clubs für neue, lukrative Verträge vorstellig zu werden. Das Talent ist ihnen längst bescheinigt, es gibt, wie man munkelt, auch schon Interessenten für diesen oder jenen Nachwuchscrack, nur bedeutet genau dies im Umkehrschluss: Unterhaching spielt keinen Ergebnisfußball mehr, ganz sicher nicht. Zu diesem gehört eine harte, engagierte Zweikampfführung, und hier genau liegt der Knackpunkt: sie werden genau diese 10% einsparen, die ihre Knochen gefährden könnten, ohne die man aber — insbesondere in Auswärtspartien — nicht auskommt.

Rostock wirkt schon recht stark. Der Zug nach oben ist noch immer nicht endgültig abgefahren (8 Punkte; viel, aber nicht unüberwindbar), die Fans werden eh wieder zahlreich erscheinen, also lautet der vorsichtige Tipp so:

2/10 auf Rostock, die 1.

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SV Wehen/Wiesbaden – Stuttgarter Kickers    (Entfernung: 213 km)

Auch diese Partie recht schnell abgehandelt: StuKi war verbessert, das unbestritten, und sie rangen Rostock nieder, die, etwas enttäuschend, ihre anfängliche Überlegenheit nicht in Tore ummünzen konnten. Jedoch war es ein hart erarbeiteter Sieg, und nicht etwa ein spielerischer (was man allerdings von den Teams ganz unten auch nicht erwarten sollte). Buchwald ist noch auf der Bank, keine Lösung bisher gefunden, ob zum Vor- oder Nachteil sei dahingestellt.

Stattdessen eher die Betrachtung von Wehen: sie haben wirklich sehr stark gespielt, die letzten Partien, eingeleitet von dem 3:1 gegen Dortmund II, als man diese Remisseuche endlich ablegen konnte. Es gab daheim ein starkes 2:1 gegen Offenbach, auswärts die obligatorische (aber auch zu hohe; siehe Spielbericht von damals) 0:4 Klatsche in Karlsruhe, aber auch das gute 3:3 in Saarbrücken (nach 3:1 Führung), und nun das 2:2 in Erfurt, welches gewisslich objektiv nicht als Misserfolg dastehen kann (nur aufgrund der dummen Dreipunkteregel ist es nicht sehr hilfreich). Also: die Form ist da, zudem trifft Torjäger und Leader Janjic in immer besser werdenden Auftritten nun regelmäßig, auch die Heimspielatmosphäre war zuletzt beeindruckend (das Stadion schön; die Zahlen steigen). Es sind auch nur 2 Punkte, die zwischen den Teams stehen, und Wehen wird sich dringend darum kümmern wollen, den Puffer zu vergrößern und aufzuzeigen, wer das bessere Team ist.

5/10 auf Wehen, den Heimsieg, die 1.

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FC Chemnitz – Preußen Münster    (Entfernung: 522 km)

Eine etwas schwierigere Partie: Chemnitz hat so stark gespielt und wurde so bitter bestraft in Babelsberg, das war grausam und ungerecht. Münster hat man lange gestützt. Aber: sie berauschen keineswegs mehr, nein, auch die Fans erscheinen nicht so zahlreich, da ist etwas faul, ein bisschen faul zumindest, also sehr  fraglich, ob sie Rang 2 verteidigen können. Hier würde man sogar, ganz leicht provokant, die Frage aufwerfen wollen: wer ist eigentlich die bessere Mannschaft? Hier geht es nur nach Eindrücken, gezeigten Leistungen aus den letzten Wochen. Chemnitz sah oftmals sehr gut aus — und hat so selten etwas mitgenommen (weiteres Beispiel? Beim 3:4 in Unterhaching war man auch viel näher dran am Sieg als der Gegner, hätte gewinnen sollen, nach Chancen- und Spielanteilen), nein, sie haben viel zu wenig Lohn bekommen für ihre meist guten Leistungen (nur zur Erinnerung: Münster hat sich das 2:0 hart erarbeitet, aber verdient gegen Burghausen, ohne Glanzlichter zu setzen; aber davor stehen auch bei ihnen ein 0:1 in Babelsberg — ja, die schaffen jeden, bei der Glücksmenge — und ein 0:0 gegen Unterhaching; von Leichtigkeit jedenfalls keine Spur).

Also: Chemnitz ist keinesfalls Außenseiter in der Partie. Sie wären dran mit einem Sieg, das haben sie sich verdient. Einen 1 mit 2/10 (oder halt 1/X mit 4/10).

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