Vorschau Raiffeisen Superleague Schweiz, 17. Spieltag

FC Sion – Grasshoppers Zürich   (Entfernung : 229 km)

Es fehlen
Sion: Serey Die (28, DM), Lacroix (20, IV), Yoda (24, LA)
GC : Abrashi (22, DM), Coulibaly (24, RM), Mustafi (22, MS)
Sion hat den neuen Trainer (Pierre André Schürmann) und hat einen Sieg eingefahren bei Servette mit 2:0, davor einen mit 3:0 in St.Gallen. Ja, es sind etliche Anzeichen der Besserung. Aber: das 3:0 in St.Gallen kam nach einem Platzverweis zustande, und selbst danach war St.Gallen lange Zeit dran, und das 2:0 bei Servette gelang in einer ausgeglichenen Partie, durch einen Elfer in der Nachspielzeit der 1. Hälfte und einen Konter in Hälfte 2, also beide Spiele längst nicht so klar, wie es die Ergebnisse suggerieren. Zusätzlich ist man mit dem Trainer verschlingenden Allmächtigen Sponsor und Macher bei Sion, Didier Constantin (bereits drei Trainer die Saison, und Schürmann auch nur auf Zeit geholt) absolut kein bisschen einverstanden, das gilt aber nicht nur für den Autoren. Im Übrigen: Gattuso saß in der letzten Partie eine Stunde auf der Bank. Was immer es bedeutet (ein erneuter Machtkampf, den auch dieser Trainer mit Constantin sucht, was schon den Vorgängern den Job gekostet hat?), es ist auch kein gutes Zeichen. Natürlich auch nicht in dem Sinne, dass man erkennt, dass Gattuso der große Leader ist im Team (was sicher bei seiner Verpflichtung noch Konsens war).
GC hat sich die 0:4 Abfuhr in Basel abgeholt (was sicher ein nicht ganz richtiges Ergebnis ist, denn bis zum 0:2 war auch diese Partie ausgeglichen, zudem gab es zumindest die kontroversen Tore, wobei man offiziell von dreien spricht, die dieses Prädikat verdient hätten), und hat auch davon von den Ergebnissen her geschwächelt. Auch die Leistungen möchte man nicht ausschließlich schön reden — denn diese waren längst nicht so souverän wie bei vielen der Siegesserie davor –, aber doch hat sich GC eigentlich als stabil genug gezeigt, gerade in Basel (was ja, angesichts des Ergebnisses, widersinnig ist).
Es läuft alles darauf hinaus, dass man GC hier etwas zutraut. X oder 2, so der dennoch nicht völlig überzeugte Tipp (das bedeutet: 4/10).
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FC Zürich – Servette Genf    (Entfernung : 274 km)
Es fehlen
FCZ: Benito (20, LV), Chikhaoui (26, OM), Goncalves (20, RV), Kukeli (28, ZM)
Servette: Baumann (26, IV), Esteban (26, MS), Gissi (20, MS), Moubandje (22, LV), Pizzinat (35, ZM)
So richtig schmecken kann die Partie unter keinen Umständen, was auf jeden Fall so viel bedeutet, dass, egal wie die Analyse nun ausfällt und ob sie doch einen Tipp zutage fördert, dieser nur mit einer sehr geringen Einheitenanzahl empfohlen werden kann. Also: Servette sah im Heimspiel gegen Sion (0:2) keineswegs schlecht aus. Die Abschlussschwäche, die man ihnen logischerweise andichtet, war in dieser Partie nur wenig weit entfernt von Pech. Es geht eh oftmals nur um die Verwertung einer  Torchance, was nicht nur vom Ergebnis oft genug hilft, aber auch vom Spielverlauf her entscheidenden Einfluss nehmen kann. Gegen Sion war zumindest in der einen Szene der Ball so gut wie drin — der Torwart hält spektakulär, der Ball fällt einem Angreifer auf den Fuß, ein Abwehrmann grätscht genau so spektakulär dazwischen, der Ball holpert, da auf diese Art nicht gut getroffen, am langen Pfosten vorbei. Pech eben, kleinere Zufälligkeiten. Und: zu dem Zeitpunkt stand es 0:0. Davor hatte Servette aber eine kleine Erfolgsserie mit drei ungeschlagenen Spielen und überhaupt sahen sie viel besser aus zuletzt. Das war echter Superleague Fußball. Allmählich nähert man sich auch einer Phase, wo die Verzweiflung den Mut macht. Man hat nichts mehr zu verlieren, da gelingen oftmals ungeahnte (von der Masse) Erfolgsserien.
Der FCZ ist definitiv von der Besetzung her eine der Topmannschaften der Liga, wurde sicher vorab höher eing19, MSestuft als der Ortsrivale (Zürich ist doch kein Ort, das ist eine ausgewachsene Stadt; ja, schon gut), hat diese Werteinschätzung aber nur all zu selten auf dem Platz umsetzen können. Zuletzt gab es ein 0:2 gegen (noch-mehr-)Krisenclub Luzern — und auch sonst überwiegt bei weitem der Schatten, vor allem bei einem Blick auf die Ergebnisse, welche ja kaum durchgängig lügen können. Hingegen wird der Mannschaft vom Wettmarkt her stets so viel zugetraut, wie vor Saisonbeginn. Dies wohl der entscheidende Faktor: wird die Mannschaft nicht schlicht etwas überschätzt? Ja, man sieht die Anlagen, in Andeutungen. Aber immer wieder zu verlieren und nicht im Entferntesten eine Serie zusammen zu bringen? Natürlich, das hat man ja oftmals angemerkt, fehlten wichtige Stützen in der Offensive. Aber. Gavranovic, der Sturm Leader, stand in der letzten Partie zur Verfügung — und wurde nur eingewechselt. Ein Punkt noch: die Zürcher sind im heimischen Letzigrund diese Saison chronisch schwach.
Ja, also man konnte sich persönlich davon, dass man hier (dem krassen Außenseiter) Servette doch etwas zutraut. X oder 2, mit 2/10.
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Lausanne Sports  –  Young Boys Bern    (Entfernung : 91 km)
Es fehlen
Lausanne: Guié Guié (26, MS), Tall (31, IV)
Young Boys: Benito (36, TW), Martinez (19, MS)
Hier sieht es schon deutlich besser aus mit einer Vorhersage. Die Young Boys noch am Donnerstag im Euroleague Einsatz, und egal, wie dieser endet, es ist noch nicht alles vorbei, was die Qualifikationschancen angeht danach (auch nicht im positiven Sinne), und der Kräfteverschleiß kann ja unmöglich gleich Null sein. In der Liga läuft es bei ihnen sehr ähnlich wie beim FCZ (mittlerweile), denn es gibt einfach, bei einem ähnlich hochwertigen Kader, keine Erfolgsserie. Zuletzt gar nur 2 Punkte aus 4 Spielen, das ist beinahe schon katastrophal schlecht (zumindest erfolglos). Sehr wohl weiß man, was in der Mannschaft steckt, aber, siehe oben, es wird nicht umgesetzt.
Umgekehrt hat man mit Lausanne in letzter Zeit sehr gute Erfahrungen gemacht. Man hat sie gestützt — und sie haben gepunktet, größtenteils mit Leistungen, die man ihnen zugetraut hat, nämlich guten. Im letzten Spiel sah das beim 3:0 gegen Thun (hat Challandes den Job gekostet) teils wirklich sehr gelungen aus. Was ist also mit ihnen, was soll nicht stimmen? In der Tabelle ist man jedenfalls nur einen Punkt zurück, und das ist höchst beachtlich (vor dem 3:0 standen Punktgewinne bei GC und bei Sion, die ja wohl aller Ehren wert sind).
Also, so sehr man um die Stärken der Hauptstädter weiß (Raul Bobadilla!), so sehr sprechen doch alle anderen Punkte für Lausanne, so dass man zwar mutig mit den Einheiten (6/10), aber vorsichtig mit dem Tipp herangeht: 1 oder X.
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FC St.Gallen – FC Luzern    (Entfernung : 143 km)
Es fehlen
St. Gallen: Cavusevic, (24, MS) Lehmann (20, MS)
Luzern: Bento (21, OM), Renggli (32, ZM), Sorgic (23, MS)
Luzern hat einen weiteren Schritt getan aus der großen Krise mit dem 2:0 in Zürich (davor 1:1 gegen Servette, naja, und davor das Highlight mit dem 1:0 gegen die Bebbi, beide Spiele aber heim). Wenn man den Spielbericht der Partie gegen Zürich genau liest und sich zurückbesinnt, dann stellt man fest, dass er doch in der Summe glücklich war, da man bei zwei nicht guten Mannschaften und nicht allzu vielen Chancen einfach die Tore machte und keinen reinließ. Also: gut gespielt haben sie nicht wirklich.
Auf der anderen Seite steht ein St.Gallen, welches die Saison sensationell startete (als Aufsteiger) und sich auch weiterhin hartnäckig oben hält. Nur sieht man, dass sie absolut keinen Grund für ein „Außenseiterimage“ haben. Denn die Qualität ist eindeutig vorhanden, vielleicht sogar der Spieler der Saison in ihren Reihen mit Oscar Scarione (mal abwarten, aber er MUSS ein heißer Kandidat sein), aber auch der Rest des Kaders längst anerkannt auf Augenhöhe mit mindestens dem Ligastandard. Der Lauf ist zudem allgemein gut, man befindet sich noch immer im Höhenflug, ganz grundsätzlich, hat 15 Tore besser als der Gegner (+10 gegen -5) und zugleich doppelt so viele Punkte. Das soll alles Zufall sein? Im eigenen Stadion wurden 5 von 8 Spielen gewonnen, was absolut die Quote einer Spitzenmannschaft ist, die Zuschauer sind eh kaum zu halten.
Also: St.Gallen macht das, es riecht deutlich nach einem Heimsieg, mit mindestens 5/10.
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FC Thun – FC Basel    (Entfernung : 124 km)
Es fehlen
Thun: Lüthi (23, RV), Bigler (20, RV), Schindelholz (24, IV), Steffen (21, LM), Zuffi (22, ZM)
Basel: Philipp Degen (29, RV), Jevtic (19, ZM), Voser (25, RV)
Es soll diesmal keine lange Geschichte werden: Thuns Trainer Challandes hat gerade nach seiner so beeindruckend gelungenen Ansprache (im Interview) vor einer guten Woche etwa, ausgerechnet nach dem 0:3 in Lausanne die Vertrauensfrage an die Spieler gestellt. Diese haben es ihm abgesprochen, so nahm er seinen Hut, aus eigenem Antrieb. Sicher ist das auch irgendwie ehrenhaft und verdien Anerkennung. So wenig man prinzipiell über Interna weiß, so wenig glaubt man persönlich zugleich an die Wirksamkeit der Maßnahme. Und: ob die Spieler nicht einfach nur zu Unrecht IHM den Schwarzen Peter zuschoben? Mauro Lustrinelli ist seit Dienstag neuer Headcoach. Nun ja, den Namen kennt man, jung ist er auch. Ansonsten? Keine Einschätzung.
Die Baseler hingegen haben gute Anstalten gemacht, ihre Saison nun endgültig auf den gewohnten Meisterschaftskurs zu bringen. Egal, wie hoch sie eigentlich hätten gewinnen können/müssen/sollen: genau dem aktuellen Leader ein 4:0 beizubringen ist genau das, was die wahren Champs auszeichnet. So hat früher auch Real Madrid mal in Serie Deportivo La Coruna vom Meisterkurs abgebracht: egal, wie groß der Rückstand und wie gut die Saison hier und wie schlecht sie dort bis dahin verlief, man demütigt den Führenden — und nimmt alsbald dessen Position ein, weil man ihm die Grenzen aufzeigte.
Bevor es doch wieder zu lang wird: der FC Basel ist hier nicht aufzuhalten. Das wird eine 2, ohne Wenn und Aber, und hat nur wegen des Donnerstags Engagements der Bebbi (zu Hause, also wenigstens keine Reise, gegen Sporting Lissabon) keine 10/10 verdient (zu Hause, also wenigstens keine Reise, gegen Sporting Lissabon), stattdessen nur 8/10.
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