Vorschau Heute für Morgen 1. Liga Österreich, 18. Spieltag

Austria Lustenau – First Vienna  (Entfernung : 634 km)

Nein, diese Paarung gibt nichts her. Vor einiger Zeit mal war klar, dass das die Nummer 1 gegen die Nummer 10 ist. Sogar die Tabelle sah so aus (aber selbst dann wäre es ja die berühmte Sonderkonstellation, Erster gegen Letzter). Aber: First Vienna hat doch so gut gepunktet — und teilweise sogar ordentlichen Fußball gespielt, mit den Leistungsträgern Doppel und Dober, vor allem bei Standards (und Fernschüssen des Letzteren!) für Gefahr gesorgt, so dass man nicht nur den Hut ziehen muss, sondern zugleich den inzwischen erzielten 8. Platz als „verdient“ bezeichnen darf. Das letzte 3:0 gegen Horn war weit mehr als ein Lebenszeichen, wurden doch immerhin 4 der letzten 7 Spiele gewonnen, bei einer Tordifferenz von 10-8. Nein, das IST die (einstmals abgesprochene) Ligatauglichkeit.

Auf der anderen Seite steht ein Austria Lustenau, welches derzeit um die Form der Anfangswochen ringt. Hier geht nichts mehr von alleine, die spielerische Leichtigkeit ist dahin, die einstige Souveränität ist, wenn sie denn zur Schau getragen wird, alsbald als Überheblichkeit auszulegen. Nein, man sucht dort die Balance, selbst wenn zuletzt wieder zwei, dafür mühevolle, Siege gelange, jeweils mit nur einem Tor, zugleich gegen eher Leichtgewichte (FC Lustenau, BW Linz) und sogar gegen den Lokalrivalen nicht einmal wirklich verdient. Davor waren die zwei Niederlagen(in St.Pölten und Grödig), so dass die Form einfach nicht da ist.

Insofern bleibt hier nur ein Pass.

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SV Grödig – Blau Weiß Linz    (Entfernung : 148 km)

SV Grödig nun mit drei Niederlagen am Stück. Trainer Adi Hütter hat mehrmals in Folge versucht, OHNE Stefan Lexa auszukommen — aus hiesiger Sicht keine gelungene Maßnahme, da dieser von Anfang an zu den erkennbaren Leistungsträgern gehörte. Nun, Kritik wäre hier nicht angebracht, da man ohnehin viel zu weit weg ist, also geht es lediglich um Objektivität. Diese besteht darin: derzeit stimmt so gut wie nichts bei Grödig. Die gute Platzierung (lange Zeit auf 2) hatte man ihnen durchaus mit einigem Respekt — hinten stets kompakt und nach vorne ab und an gefährlich — zugestanden, obwohl sie da ursprünglich nicht voreingestuft waren. Es drängt sich das Zwischenfazit auf, dass man sie insgesamt ursprünglich besser eingeschätzt hatte, sie also zu hoch stehen (Altach, St.Pölten eh vorab als klar besser erachtet). Die drei Tore, die man in der Schlussphase gegen St.Pölten aufholte (beim 3:4) geschahen in einer schrecklichen Partie ihrerseits und haben bestenfalls für Verklärung gesorgt („Siehst du, es war knapp, wir waren dicht dran“, was aber nicht stimmt). Also: erst einmal keinesfalls PRO Grödig, das schließt sich aus.

Auf der anderen Seite steht ein BW Linz, welches in der letzten Partie phasenweise wirklich berauschen konnte. Man spielte den Gegner St.Pölten (ja, jenes St.Pölten, welches den heurigen Gegner mit 4:0 in deren Stadion auseinandernahm — bis zu den Schlussminuten) in der Anfangsphase an die Wand und dieser konnte sich glücklich schätzen, nur mit zwei Treffern hinten zu liegen. Das war Fußball auf gehobenem Liganiveau. Dass ab dem 1:2 die Knie etwas weicher wurden, kann man, angesichts der Tabellensituation durchaus nachfühlen. Das 2:2 bleibt ein Erfolgserlebnis, auf welchem man aufbauen kann. Man hat zwar 4 Punkte Rückstand, aber es ist lange nicht zu spät, um den Anschluss herzustellen. Mit Harn Sulimani hat man zudem einen Spieler in den Reihen, der eigentlich das Potenzial zum Nationalspieler hat.

Quintessenz: hier darf man den Gästen, als krasse Außenseiter anreisend, dennoch die Überraschung zutrauen. X oder 2.

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SV Horn – FC Lustenau    (Entfernung : 619 km)

Der Abschwung der Horner wurde in dem Sinne ein wenig vorhergesehen, dass es als typische Aufsteigerproblematik beobachtet und angemerkt wurde: in der Euphorie und der Erkenntnis, sowohl nichts zu verlieren zu haben als auch generell unterschätzt zu werden, unterbewusst dieser Effekt kaum zu vermeiden, punktet es sich anfangs herzlich einfach. Man ist im Höhenflug und sollte nur darauf bedacht sein, dass er möglichst lange anhält — bei Horn durchaus der Fall. Denn: es kommt der Tag, da eigene Erwartungen entstehen, zugleich welche der Anhänger, und zudem die Konkurrenz einen als vollwertiges Mitglied der Spielklasse ansieht, ja, Tabellen bedingt, ansehen muss. Es kommen die ersten Partien, die beileibe nicht mehr so einfach verlaufen. Ganz im Gegenteil. Es kommen regelrechte Klatschen (die letzten vier Niederlagen jeweils mit drei Treffern Differenz). Nicht mehr mit Leichtigkeit. Alltag stattdessen, harte Arbeit und ein einpendeln auf dem Niveau, auf welches man gehört.

Der FC Lustenau mit einer beachtlichen Leistung gegen die Austria im Derby. Das war eine Partie auf Augenhöhe,  in welcher die eigenen beinahe ein bisschen höher anzusiedeln waren. Der Favorit wurde in arge Bedrängnis gebracht und das kleine Quäntchen Glück hat gefehlt, um dem übermächtig erscheinenden Ortsrivalen ein Bein zu stellen. Nur war dies beileibe nicht die einzige starke Leistung. Auch im Heimspiel davor hatte man gegen Altach eine sehr ähnliche Partie: man war eher näher dran am Sieg, kassierte aber das 0:1 — und ging als Verlierer vom Platz. Da jedoch außer diesen beiden (doch unglücklichen) Niederlagen vier Siege stehen, darf man ihre Form getrost als „sehr gut“ bezeichnen. Man steht ja auch auf Platz 5, und selbst wenn „nur“ einen vor dem heutigen Gegner, so sind es doch 13 Treffer (+2 gegen -11), die ziemlich klar erkennen lassen, welche die bessere der beiden Mannschaften ist. Zugleich ist der FC Lustenau auswärts stark, bei einer Bilanz von 4–1–3.

Fazit auch hier offensichtlich: die Gäste kommen kaum als Außenseiter, haben beste Chancen, etwas mitzunehmen, also eher sogar die 2 als X/2.

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SKN St.Pölten – TSV Hartberg    (Entfernung : 161 km)

Hartberg mit vier Erfolgserlebnissen in Serie — ja, auch die 0:0 in Horn und zu Hause gegen Altach sind als solche anzusehen — bei einer Torbilanz von 5-1, das zeigt schon, dass man auf einer guten Welle reitet. Die zwei Siege waren GEGEN Grödig und IN Kapfenberg noch weitaus höher einzustufen in der Respektsskala. Es läuft also, Platz 7 bei -5 Toren sind absolut ok.

St.Pölten am anderen Ende der Tabelle, mit leichten Schwankungen insgesamt, aber doch insgesamt eher positiv. Natürlich bleiben sie in dieser Partie hier klarer Favorit. Die Frage stellt sich, ob Segovia wieder fit wird? Eigentlich müsste er…

Nun, so oder so würde man sich unmöglich gegen Hartberg stellen können. Der Markt wird da eh nicht mitspielen. Zugleich aber könnte man sich auch nicht gegen St.Pölten stellen. Summa summarum bleibt nur — ein Pass. Hauchdünn, nach der Neigung gefragt: lieber Hartberg nehmen.

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SCR Altach – SV Kapfenberg    (Entfernung : 575 km)

Auch diese Partie alles andere als prickelnd. Man besaß die Woche zuvor die Dreistigkeit, sich dieses eine Mal gegen Kapfenberg zu stellen, wo man ihnen doch einen Aufstieg in höhere Regionen angedichtet hatte, und das wochenlang vorher. Dieser ist nicht erfolgt (und einige Tipps geplatzt dabei), der Trainer ist nicht mehr, als Folge, nun stellt man sich gegen sie — und sie gewinnen. Nein, also Kapfenberg kann man somit als „Antimannschaft“ bezeichnen. Diese können einen ganz rasch ruinieren, falls man nicht rechtzeitig schlau wird, und WEDER auf NOCH gegen sie spielt.

Da spielt der Gegner kaum eine Rolle. Doch fällt dieser mit den Altachern auch nicht gerade günstig aus. Altach ist stark, ja, ok, Altach wird klettern, eingesehen. Zuletzt vier Spiele ungeschlagen, bei nur einem Gegentor. Alles gut und schön. Dennoch: voll und ganz überzeugt haben sie nicht, auch nicht in diesen vier Spielen. Es geht niemals mit Leichtigkeit, die den Gegner chancenlos lässt. Immer umkämpft, mühevoll, selbst das 3:0 gegen First Vienna klarer als der Spielverlauf.

Nein, hier bleibt nur das Pass.

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