Rückblick Österreich tipp 3 Bundesliga, 16. Spieltag

Kurze Zusammenfassung: die wichtigen beiden Tipps sind aufgegangen mit Austria Wien und Salzburg, beide aber auf eine ähnliche, nicht ganz überzeugende Art. Wolfsberg hat zwar nicht gewonnen, war aber auch von der Qualität der Vorhersage nicht in der gleichen Größenordnung anzusiedeln. Insoweit also alles ok.
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Austria Wien – SC Wiener Neustadt   3:0 (1:0)

Zuschauer:  9.388  (Schnitt bisher: 8.581 ; +4.3% gegenüber Vorsaison)

Hier wird man sich also nicht vom Siegesweg abbringen lassen, so der keineswegs gewagte Tipp, eher den Gegner klar und deutlich nach Hause schicken.

Hier hatte der Tipp nur die winzige Einschränkung, nämlich jene, dass der Erste gegen den Letzten spielt, was oftmals eine Sonderkonstellation ist, die sich nicht vorteilhaft auf das Ausspielen der vermeintlich so gigantischen Überlegenheit ist. Als Grund findet man eindeutig die sich fast zwangsläufig einschleichende Überheblichkeit, gerade im Heimspiel, die dann blitzschnell um sich greift, zugleich dem Gegner, der eh nichts zu verlieren hat, in die Karten spielt.
Ganz ehrlich: so war es auch in dieser Partie (die ganz viel Verwandtschaft mit der Partie Salzburg gegen Innsbruck aufweist, in jeder Hinsicht, man schaue etwas tiefer). Die Austria kam nach 21 Minuten zum 1:0, auch nach einem Standard der fast identische Bauart (bei Salzburg war es die 18.), Ball in den Strafraum, hier verlängert, aber doch mit dem Fuß versenkt, wie in Salzburg), danach eher Leerlauf oder die Gäste mit guten Aktionen, hier auch eine sehr gute Ausgleichschance, bei einem perfekt getroffenen Gewaltschuss aus 20 Metern, den Königshöfer gerade so abwehren kann, dann auch hier ein Platzverweis, völlig berechtigt, allerdings hier mit Gelb-Rot, danach mit 11 gegen 10 noch immer nicht total überzeugend, aber doch mit zwei sehenswerten Treffern in der 65. und 68., die hier zum 3:0 führten, bei Salzburg nur zum 2:0, aber da stand ja auch zwei Mal Aluminium im Weg.
Man kann nur folgern, dass man bei den am klarsten aussehenden Partien doch etwas vorsichtiger sein sollte, denn völlig überzeugen konnte der Leader hier nicht, keinesfalls so wie in den vielen Vorgängerpartien, die ihnen die Spitzenposition einbrachten.
Die Zuschauer sind aber nun doch verstärkt da und haben erkannt, dass es attraktiven, guten Fußball zu sehen gibt. Über 9.000 gegen das Schlusslicht, im November sind sehr ordentlich.
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Wolfsberger AC – Admira/Wacker Wien   1:1 (1:0)

Zuschauer: 4.350  (Schnitt bisher: 5.609 ; +109.1%% gegenüber Vorsaison, als Aufsteiger)
Also wagt man den Tipp, zu behaupten, dass Wolfsberg diese Partie gewinnen wird. Eine 1.

Eine sehr gute, lebhafte Partie mit Chancen auf beiden Seiten, bei der eigentlich mehr Tore hätten fallen sollen (was die generelle „over“ Tendenz bei Admira Spielen bestätigt hätte). Zunächst Wolfsberg mit zwei guten Aktionen, von denen eine genutzt wird, das 1:0 in der 19., dann aber Admira mit der Leistung, die man ihnen über lange Zeit zugetraut hat, die sie aber zunehmend seltener abrufen konnte, so dass man nun schon gegen sie gestimmt hat (früher häufiger auf sie). Munter und gekonnt nach vorne, mit einer gelungenen Aktion nach der anderen, die regelmäßig zu Torchancen führten. Das 1:1 wäre längst fällig gewesen, zumal ein klarer Elfer mal wieder verweigert wurde. Der Stürmer ist vorbei am Verteidiger, frei außen am Fünfer vor dem Tor, der Abwehrspieler trifft nichts als die Beine, der Schiri reagiert nicht. Das KANN man einfach nicht „übersehen“ haben, das ist ein Witz. Man GIBT EINFACH KEINEN ELFER — und hat nichts zu fürchten. Hier sogar unglaublich die Dreistigkeit des WAC-Mannes, der sofort erkennt, dass der Schiri NICHT pfeift und, um ihm auch ja keine Gelegenheit zu geben, diesen Irrtum zu überdenken, fuchtelt er mit der imaginären Karte in der Luft herum, auf dass DER STÜRMER auch noch Gelb bekäme. Der Gerechtigkeitssinn, sagt einem, dass für die Kombination der Vergehen der Schiri „make up his mind“ müsste, also die Szene überdenken, und nun erst recht Strafstoß UND Rot gegen den Abwehrspieler geben sollte, das wäre gerecht. Erst foulen (und DAS weiß ein Spieler ganz genau, dass er NICHT am Ball war und zwar nicht im Entferntesten hier), das Riesenglück (was es heute angesichts der Vielzahl derartiger Aktionen natürlich viel weniger ist) zu haben, dass der Schiri beide Augen (mit den vorgesehenen Tomaten) zudrückt, und dann auch noch Gelb fordern? Nur sieht man auch ein derartiges Verhalten zunehmend oft. Die einen dürfen ALLES (Abwehr), die andern gar nichts (Angreifer), kaum noch fallen, selbst nach einem Foul, ohne fürchten zu müssen, dafür verwarnt zu werden.
In Hälfte 2 war zwar wieder mehr von Wolfsberg zu sehen (zugleich weniger von der Admira), aber dennoch fiel der Ausgleich, der natürlich in der Summe verdient war. Wolfsberg und dem eigenen Tipp muss man zugute halten, dass sie gegen Ende noch einmal alles versuchten, um nach vorne zu kommen, aber nicht zu klaren Chancen kamen. Das Remis in der Summe gerecht, keine Frage.
Das war wieder die Admira, wie man sie häufig in der Frühphase der Saison sah. In dieser Verfassung hatte man Anlass, sie zu stützen. Dafür haben sie einiges getan in diesem Spiel, dass man dorthin zurückkehrt. Über Wolfsberg kein verändertes Urteil. Sie stehen, wo sie hingehören.
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SV Mattersburg – Rapid Wien   0:3 (0:3)

Zuschauer:  7.300 (Schnitt bisher: 4.609 ; -6% gegenüber Vorsaison)
Nein, kein Tipp, aber die geringfügige Neigung, dass eher Mattersburg die Wiedergutmachung gelingt als dass Rapid in die Erfolgsspur zurückkehrt.

Wichtige Randnotiz: die unruhige Woche bei Rapid und überhaupt die reichliche Fankritik führte dazu, dass der Rapidsektor erst ab Minute 15 besetzt war. Sie kehrten der Mannschaft sozusagen den Rücken. Als sie da waren führte die Mannschaft bereits (ein Standard nach 4 Minuten: von der Seitenlinie in Höhe des 16ers wird der Ball scharf vor das Tor, aber Richtung Tor gezogen, Freund und Feind springen alle vorbei, der Torwart rechnet aber logischerweise mit einer Berührung, so schlägt der Ball im langen Eck ein; gut getreten ja, immer Gefahr auch, aber eben doch „nur“ ein Standard), dennoch blieb Anfeuerung aus. Man sieht dennoch an der Zuschauerzahl, dass Rapid allgemein noch immer zieht, keine Frage, aber auch, dass sicher noch immer viele mitreisen.
Danach kam Mattersburg ganz gut zurück und mindestens bei zwei Situationen wäre der Ausgleich möglich gewesen, gelungen ist er nicht. Rapid im Konterspiel, Foul direkt am 16er diesmal, wieder Freistoß, der gleiche Schütze (Dani Aler), das gleiche Eck, diesmal noch frecher, weil ja von da fast immer ein Torschuss erfolgt, er SCHIEBT ihn flach hinein, ins so genannte Tormanneck, aber klar hat er erkannt, dass der Keeper mit einem geschnippelten Ball ins andere Eck rechnet und er kurz das Gewicht auf das andere Bein verlagerte. So  hat Ronaldinho einst die Torhüter serienweise genarrt. Da galt es als „Weltklasse“, wenn es ein Dani Aller macht ist es ein Torwartfehler? Nein, so primitiv ist die Welt nicht. Das war einfach klasse. Mit dem 2:0 die Partie so gut wie durch, zumal Rapid bald danach das dritte nachlegte, mit einem sehr schönen Spielzug. Auch noch Gelb-Rot kurz danach gegen einen Mattersburger, so dass jeder weitere Kommentar entfällt, außer, dass Mattersburg wirklich noch in Hälfte 1 zu zwei Chancen kam. Die zweite Halbzeit ohne besondere Highlights in einer entschiedenen Partie.
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Sturm Graz – SV Ried   3:1 (2:1)

Zuschauer:  11.980 (Schnitt bisher:  11.873; +9.7% gegenüber Vorsaison)
so genügt es nicht, sich hinter Sturm zu positionieren. Ried erst recht nicht, also bleibt nur ein Pass.

Zunächst einmal: die Zuschauer sind da, sie kommen schon die ganze Saison (und sind über die Jahre stets eine verlässliche Größe), aber mehr als Schnitt gegen Ried und zugleich 10% Anstieg stellen prinzipiell ein gutes Zeugnis aus. So war auch die Partie. Sturm früh mit der Führung, aus dem Spiel heraus mit gelungenem Spielzug über außen, weiter viel Aktion nach vorne, ein Abseitstor (hauchdünn, aber zurecht aberkannt), dann aber doch das 2:0, verdient. Das Angriffsduo, schon mehrfach lobend herausgestellt, Okotie/Sukuta-Paso wirbelte nach Herzenslust die Abwehrreihen durcheinander. Dazu Altmeister Imre Szabics, das ist schon was. Ried kam, durch den ebenfalls vielfach herausgestellten, René Gartler zum Ausgleich, allerdings nach einer Abseitsstellung des Assistgebers, der bei Anspiel zum Doppelpass mit Gartler klar vorne war (also mehr als einen Meter), aber die Szene eben der typischen Bauart, die oftmals falsch gesehen wird: bei ANSPIEL klar Abseits, bei ANNAHME nicht mehr. Das Tor aber irregulär, dennoch sah Ried noch vorne mit gekonnten Spielzügen auch teils sehr gut und gefährlich aus, fast mit dem Ausgleich kurz vor der Pause, der natürlich trotzdem NICHT verdient gewesen wäre.
Hälfte 2 mit weiterhin gutem Engagement von Ried, aber auch Sturm mit Aktionen nach vorne, von denen sie eine verwerten konnten, durch Okotie in der 77., womit die Partie durch war. Sturm auf jeden Fall in glänzender Verfassung, speziell das Sturmduo (-trio), aber auch Ried mit guten Ansätzen, die ihnen gegen leichtere Gegner sehr helfen könnten.
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Red Bull Salzburg – Wacker Innsbruck   2:0 (1:0)

Zuschauer: 8.350  (Schnitt bisher: 8.686 ; -11.8% gegenüber Vorsaison)
Klare 1, mit einigen Treffern.

In dieser Partie muss man ganz klar erkennen, dass Salzburg  allmählich das Gewinnen für selbstverständlich hält und sie demnach kaum noch etwas dafür tun müssen. Es ging gut in dieser Partie, man sollte es auch nicht „glücklich“ nennen, aber es war längst nicht das angekündigte Feuerwerk, was sie hier entfachten. Der Gedanke, dass es von selbst gelingt ist ein gefährlicher Virus, der blitzschnell alle infizieren kann. Die spielerische Klasse, die man ihnen verstärkt zugesprochen hatte, lag jedenfalls über weite Strecken irgendwo verschüttet. Es gelang zwar früh das 1:0, nach einem Standard kurz hinter der Mittellinie — Ball lang in den Strafraum diesmal kam einer mit dem Fuß heran und schob ihn locker über die Linie — aber selbst bis dahin hatte man viel mehr mit dem Gegner zu tun als einem lieb war. Die Innsbrucker hatten vielleicht auf eine Kontertaktik gesetzt, aber sie mussten nicht einmal kontern, weil sie fast mehr Spielanteile hatten. Natürlich verschob sich das noch etwas mehr nach dem 1:0, weil Salzburg nun nicht mehr musste, aber eine wirklich so überragende Mannschaft hätte vielleicht auch danach viel mehr den Drang auf das zweite gehabt.
So waren sie später sogar in Überzahl und hatten das Spiel nicht einmal ganz fest im Griff (es gab einen Platzverweis gegen Roman Wallner, der, wie man in der Zeitlupe sieht, wirklich Kevin Kampl in den Unterleib tritt, also berechtigt). Es gab zwar eine Serie von drei unglaublichen Chancen, bei denen zwei mal das Aluminium UND der Torhüter und einmal NUR der Torhüter das 2:0 verhinderten, aber auch Innsbruck kam noch zu einem Lattentreffer in der 70., bei dem sogar das 1:1 möglich war.
Also: Tore hätte es doch mehr geben sollen (der Tipp ja auch ein verschleierter „over“ Tipp“: mit Toren heißt in der Regel für beide Tore), da auch Innsbruck Chancen hatte, aber doch war der Sieg längst nicht so klar wie angenommen. Auch die Zuschauerzahl nicht gerade imposant wenn man den eigentlich guten Lauf und den nicht unattraktiven Gegner in Erwägung zieht. Also: ganz gesund ist es doch nicht bei Salzburg?!

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