Rückblick Heute für Morgen 1. Liga Österreich, 17. Spieltag

Kurze Zusammenfassung: 
vielleicht in Zukunft immer mit einer Quantifizierung der Tipps, damit man etwas besser gewichten kann und hier etwas flexibler wird bei der Gesamtauswertung. So ist es hier eine 2:2 Bilanz, wenn man keine Gewichtung vornimmt, die natürlich immer ok ist, wenn auch nicht unbedingt Gewinn trächtig. Aber: St.Pölten ist mit einem Unentschieden als Auswärtsmannschaft natürlich kein total in den Sand gesetzter Tipp. First Vienna war etwas vorsichtig ausgedrückt (mit oder ohne Dober), dafür mit einem 3:0 eine klare Sache, Hartberg hat nicht verloren, was mit ziemlicher Überzeugung ausgesagt war, und bei Grödig hatte man ein „wenn überhaupt, dann…“ vorangesetzt, was jedenfalls die schwächste Form eines Tipps ist, also in Quantität eher eine 1/10 ist. Man könnte die 10 als maximal mögliche Einheiten, aber auch als Überzeugung auffassen. 1/10 ist also die kleinste Überzeugung (oder Einheitenzahl), 10/10 das Maximum. Vom eigenen Empfinden her lag man nicht schlecht insgesamt.
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Blau Weiß Linz – SKN St.Pölten   2:2 (2:1)

Zuschauer: 1.150  (Schnitt bisher: 1.618 ;-32 % gegenüber Vorsaison)
Die Argumentation läuft eindeutig darauf hinaus: St.Pölten ist in guter Verfassung, hat den Ausfall ihres Topstürmers sogar gut verkraftet, hat den Aufstieg in Sichtweite und ist einfach zu stark für die Linzer. So lautet der Tipp: 2, ein Auswärtssieg.

Eine sehr ereignisreiche, unterhaltsame Partie. Zunächst auf den Tipp bezogen: natürlich möchte man St.Pölten eigentlich nur dann haben, wenn Segovia spielt. Da sie aber in der letzten Woche — wo sein Einsatz zunächst fraglich war, dann nicht zustande kam — den Tipp auch ohne ihn zum Gelingen brachten, beim 4:3 in Grödig (bis kurz vor Schluss gar 4:0 vorne), hat man diese Woche den Tipp nicht von ihm abhängig gemacht, wobei der Einsatz aber eigentlich sicher schien, da sich die Verletzung nämlich ursprünglich sehr harmlos anhörte. Er spielte nicht, aber ohne ihn ging es einfach nicht so gut, nämlich so, wie man es zuvor befürchtet hätte.
Absprechen möchte man BW Linz aber keineswegs spielerische Anlagen, das zeigte sich schon in einigen Partie vorher. Dennoch gibt es einen gravierenden Unterschied zur Vorgängerpartie: in Grödig war die Heimmannschaft dazu verpflichtet, den Vorwärtsgang einzulegen. Das mach man einfach im Heimspiel so, aber man stand ja in der Tabelle auch noch vor St.Pölten. Die Linzer hingegen sind aufgrund ihrer Tabellenposition nicht verpflichtet dazu. Sie können sehr wohl St.Pölten den Ball überlassen und auf die sich bietenden Räume in der gegnerischen Hälfte lauern. Diese boten sich — und sie wurden auf sehr beeindruckende Weise genutzt. Nicht nur lag man bald mit zwei wirklich schick herausgespielten Toren vorne, nein, es hätten drei sein sollen (wobei die Szene VOR dem 2:0 stattfand), weil ein Tor wegen nicht vorhandenem Abseits aberkannt wurde. Die leidige Geschichte und es betrifft jeden Mal, hier war es sehr offensichtlich, aber das ändert auch nichts. Das zweite fiel allerdings (durch den starken Doppeltorschützen Harun Sulimani, der bereits in der U17 für Österreich spielte) bei einem Konter, als die komplette Spielhälfte entblösst war, was schon Bände für die Spielanteile spricht, zugleich aber auch für ein wenig Naivität — grundsätzlich in dieser Liga häufiger anzutreffen –, was das eigene Abwehrverhalten angeht.
Noch vor der Pause das 1:2, in der zweiten Hälfte weiterhin St.Pölten am Drücker, am Linz durchaus mit weiteren (Konter-)Gelegenheiten, ein zu Unrecht aberkanntes Tor auf der anderen Seite — was keineswegs für Gerechtigkeit sorgt, für das Spiel Fußball jedenfalls nicht, höchstens für diese eine Partie, aber nicht einmal kann man so etwas hier „Konzessionsentscheidung“ nennen, weil das nicht der Grund dafür ist, dass der Mann mit dem nervösen Arm („Hilfe ist der frei! Da zeig ich lieber Abseits an, sonst fällt noch ein Tor und ich bin Schuld“) die Fahne schon wieder hochreißt –, ein gegebener, aber doch eher softer Elfmeter für St.Pölten, der für das 2:2 sorgte, und auch danach noch jede Menge Action, weil St-Pölten den Sieg wollte und die Heimmannschaft sich das Kontern nicht verbieten ließ — bei einer dieser Situationen kam es zum einem 5 gegen 2 Überzahlspiel! –, so dass zwar das Remis verdient ist, die Linzer ihre Anlagen erkennen ließen, aber doch ganz offensichtlich bis zum Schluss zu sehen war, wer die Partie, mit oder ohne Segovia, bestimmen wollte, und es in der Regel mit Ballbesitz auch tat.
Kein guter Tipp dennoch insgesamt (lieber wieder auf Segovia warten) und bei Linz muss man natürlich schauen, wie oft man so riesige Räume bekommt. Wenn sie da sind, sehen sie gut aus, auch sonst mit Anlagen, das unbestritten, nicht das schwächste Team in der Liga.
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First Vienna – SV Horn   3:0 (0:0)

Zuschauer:  2.200 (Schnitt bisher: 1.622 ; -26.5% gegenüber Vorsaison)
Also: Tipp 1, falls Dober dabei ist. Ohne ihn eher ein Pass.

Die Geschichte dieses Spiels ist eigentlich schnell erzählt: Andreas Dober war dabei, die Partie aber dennoch lange Zeit ausgeglichen, ohne dass die Standards (von denen einige und einige Torgefahr versprochen waren) pro Vienna eine Rolle spielten. Der Tipp also nicht gut, bis dann in der 47. erst eine gute Chance — die beste bis dahin im Spiel — von Horn vergeben wurde und danach, im Konterspiel der Vienna, ein taktisches Foul eines verwarnten Horner Spielers für den Ausschluss sorgte. Danach die langweilige Geschichte: man nutzt die Überzahl aus, hier mit insgesamt drei Treffern.
Vom Ergebnis her klar, der Tipp ging auf, aber alles andere als „eitel Sonnenschein“. Die Vienna sah bis zum Platzverweis einfach nicht so gut aus, die Gäste schon viel eher (die ja eigentlich als Außenseiter anreisen aufgrund der Gästerolle natürlich). Spielerisch geht es, wie man an ein paar Aktionen und ein paar schönen Treffern sah, aber insgesamt ist es doch ziemlich dünn. Eine glanzvolle Karriere kann man aber auch dem Gegner nicht versprechen. Die Zuschauer waren immerhin da, was doch für ganz ordentliche Anerkennung der Leistungen bisher spricht.
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TSV Hartberg – SC Rheindorf Altach   0:0

Zuschauer: 1.000  (Schnitt bisher: 1.189 ; +21.8% gegenüber Vorsaison)
Fazit: der Wettmarkt dürfte den Höhenflug der Altacher etwas überbewerten. Man würde sicher auch gerne mit ihnen gehen, aber dafür sollten zunächst die Leistungen in der gleichen Qualität wie die (Vorschuss-)Lorbeeren sein. Hier verliert demnach Hartberg nicht, 1 oder X.

Ja, man hat getroffen, der Tipp ging auf. Und: ja, es war in der Summe verdient.
Auch sonst gibt es nicht so viel über die Partie zu sagen. Man sieht Altach die spielerische Klasse an, das ist keine Frage. Sie haben mit Aigner und Lienhardt zwei ausgebuffte, richtig gute Spieler in den Reihen, die permanent für Torgefahr sorgen können (Lienhart 26, in Jugendnationalmannschaften früher im Einsatz, Aigner 31, aber voll im Saft). So hatte Altach zu Beginn Vorteile und hätte vielleicht die Führung verdient gehabt. Die Frage ist dennoch insgesamt, ob sie noch an den Aufstieg glauben, da der Spitzenreiter nun schon so weit weg ist. Jedenfalls verletzte sich Aigner an der Schulter bei einem Kopfballduell (ein Nerv, so hieß es, also wohl nichts längerfristiges) und danach spielte Hartberg, kam aber auch nur zu etwa zweieinhalb Chancen (wie Altach zuvor). In der Summe geht es also auf, bei Altach die Frage, ob man sich in der Meisterschaft noch ernsthaft reinhängt oder halt auf die nächste Spielzeit wartet, dazu die Frage, wie es ohne Aigner gehen soll (nun, normalerweise spielt er ja). Über Hartberg möchte man nicht all zu viele Worte verlieren. Es war ok so, dem Tipp entsprechend, auch wenn man sehen konnte (was ja außer Frage stand), wer die bessere Mannschaft ist.
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SV Kapfenberg – SV Grödig   2:0 (1:0)

Zuschauer:  1.000 (Schnitt bisher:  871; -64.2% gegenüber Vorsaison, als Absteiger)
Also: wenn überhaupt könnte man nur die Gäste nehmen und wenn auch nur auf Sieg.

Wie kann man nun diese Partie und den gescheiterten Tipp stichpunktartig zusammen fassen? Also: Kapfenberg hatte man ja lange gestützt und ihnen längst einen Heimsieg zugetraut. Die Leistungen (und auch Zuschauerzahlen) wurden immer dürftiger, so dass man sich nur abwenden konnte. Der Trainer wurde gewechselt. Eine Maßnahme, von der man rein gar nichts hält. Fakt aber: die Spieler haben nicht mehr das berühmte Alibi, das da lautet: „Egal, wie schwach ich spiele oder wie hoch die Mannschaft verliert. Wenn es denn geschieht, ist eh der Trainer schuld.“ Dennoch würde man auf keinen Fall darauf bauen wollen mit einem eigenen Tipp. Hier war aber der Trainerwechsel in dem Sinne wirkungsvoll, als die Mannschaft gewann. Haben sie auch gut gespielt? Nun ja, es ging. Immerhin waren mehr Zuschauer da als im Schnitt. Das heißt: diese waren irgendwie erwartungsvoll (wobei ja 1.000 nicht gerade, auf den Ligaschnitt gerechnet und auch nicht auf einen Bundesligaabsteiger, viel ist), hoffen, dass ihr Team unter dem Neuen die Kurve kriegt. Sie mögen ja ordentlich gespielt haben, dennoch die Frage: was hat der Gegner eigentlich geleistet?
Grödig hat gar nichts geleistet. Das war wirklich sehr dünn. Aber auch hier: der Trainer hat nicht gut diese Beiträge studiert. Denn: Stefan Lexa wurde erneut nicht aufgestellt sondern erst spät eingewechselt.
Insgesamt hat man ja den Tipp auch sehr vorsichtig ausgesprochen. „Wenn, könnte man nur…“. Die Lehre? Dennoch diese: nach einem Trainerwechsel muss man sich ja nicht gleich mit einer Mannschaft anlegen.
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FC Lustenau – Austria Lustenau   0:1 (0:0)
Zuschauer: 5.600  (Schnitt bisher: 900 ; -8.3% gegenüber Vorsaison)

So, wie man sich im Vorbericht bei mit einem Tipp in irgendwie Richtung aus dem Fenster lehnen wollte, so möchte man auch in der Nachbetrachtung keine besonderen Schlüsse ziehen. 5.600 Zuschauer bedeuten aber, dass das Derby eindeutig eines ist und es zieht. Sind ja auch mehr, als bei Austria Lustenau im Schnitt kommen.
Der Sieg für die Austria war nicht verdient. Die Partie mindestens ausgeglichen, falls nicht sogar das nominelle Heimteam die größere Anzahl an Chancen hatte (wobei diese NACH dem Rückstand ein anderes Gewicht haben, ein geringes nämlich, da der Führende den Gegner oftmals kommen lässt). Falls man also doch Ansätze von Erkenntnissen gewinnen möchte: die Souveränität der Austria aus Lustenau scheint zunächst dahin. Der Spitzenplatz wurde verteidigt, nein gefestigt, aber in Anbetracht solcher Leistungen könnte es auf jeden Fall noch einmal wackelig werden. Wer sollte übernehmen? Hmm, da findet sich auch kaum einer, auf den Verlass ist. Grödig wohl kaum, nach dem Leistungseinbruch, St-Pölten fehlt auch die Konstanz (vielleicht doch, aber nur sie?) und Altach ist zu weit hinten. Naja, nun, so viel Interpretation, wo man doch gar keine beabsichtigte? Das Motto vielleicht doch nur: „typisch Derby“. Denn, wie man hört, gelten da einfach andere Gesetze?!

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