Rückblick 3. Bundesliga, 18. Spieltag

Kurze Zusammenfassung: Einmal erwähnt sei hier, sehr allgemeiner Natur, dass man ja nicht erwarten kann, dass die Tipps serienweise einlaufen, sondern dass die eigenen angenommene Chancenverteilung in Abmessung mit der Markteinschätzung einen direkten Einfluss auf den Tipp hat insofern, als es eben diese geringfügig höhere Neigung in die angegebene Richtung gibt. Genau so fällt einem, eigentlich beim Schreiben, nämlich dem Schreiberling, auf, dass man bei jedem eingetroffenen Tipp im Grunde eigentlich recht gönnerhaft ist und gerne eingesteht, dass es „auch alles ganz anders hätte kommen können“, genau so aber bei jeder verlorenen Partie die Kleinigkeiten entdeckt, auch in der Nachbetrachtung hier, die genau für den gleichen Effekt „eigentlich hätten Meine das auch locker biegen können, wenn da nicht dieser oder jener unglückliche Umstand zu ihren Ungunsten verlaufen wäre“. Das bedeutet insgesamt eigentlich nur, dass man erkennt, dass alle Partien sehr eng sind, und dass es auch in den Tipps immer nur um die paar Prozente geht, die man herauszukitzeln sucht, die einem einen Vorteil verschaffen könnten, so dass man langfristig  sich davon ernähren kann.

Auf dieses Wochenende bezogen war es wohl ein positiver Ertrag, den man erwirtschaftet hätte.  Fünf guten Tipps stehen etwa drei nachteilige gegenüber. Der „teuerste“ Tipp war auch drin, zu welchem weiter unten der komplette Vorhersagetext abgedruckt ist und bei welchem man die Ausnahme von 10/10 Einheiten wagte, zugleich ging dieser mit einem 3:0 super auf. Der andere teuer Tipp war allerdings missraten, dass Halle gegen Dortmund II gewinnen würde (mit 8/10). 
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1.FC Heidenheim – 1.FC Saarbrücken   3:0 (2:0)

Zuschauer:  7.500  (Schnitt bisher: 8.150)
Also: Heidenheim wird endlich in die Erfolgsspur zurückkehren. Die Ausrutscher sind vergessen, die Zuschauer halten eh ganz erstaunlich die Treue, hier und heute ist die Gelegenheit, die Saison auf einen guten Weg zu bringen. Das wird eine 1.

Tipp, Ergebnis und Spielverlauf passen perfekt. Genau so hat man sich den FC Heidenheim vorgestellt, nach einigen doch deprimierenden Auftritten in den letzten Wochen. Sie sind ein Spitzenteam und sie haben gespielt wie ein Spitzenteam. Die Zuschauer sind ja auch, wie angekündigt, weiterhin gekommen (7.500 in einer 3.Liga? Und überhaupt, im Ligavergleich liegt man gut, zumal es doch etliche Traditionsvereine gibt, zu denen der FCH nicht zu zählen ist, dazu fehlt es an Lorbeeren aus der Vergangenheit) und haben durchgehend gute Stimmung gemacht, was aber auch kein großes Problem war, da die Jubellaune bereits mit dem 1:0 (durch Oldie Michael Thurk) in der 6. Minute eingeleitet war. Heidenheim setzte nach, schaffte das 2:0 in der 19. und Saarbrücken war noch immer nicht zu sehen. Als die Gäste ihren ersten gefährlichen Angriff hatten — eingeleitet aber durch einen kuriosen Fehlschlag eines Verteidigers, der zur Vorlage wurde — passierte folgendes: der angespielte Angreifer drang in den Strafraum ein, legte sich den Ball weit vor (also war es lange keine Abschlusssituation), der Abwehrspieler stellt das Bein raus, der Angreifer fällt. Ja, man kann durchaus Elfmeter geben, wobei hier schon mehrfach angemerkt wurde, dass das weite Vorlegen des Balles, welches nicht zur günstigen Selbstvorlage geeignet  ist sondern lediglich das Momentum nutzend, sondern stattdessen zum Einfädeln in die Verteidigerbeine (oftmals auch des Torwarts), höchst ungern gesehen wird. Denn DIESES Verhalten kommt wirklich einem „Schinden“ sehr nahe. Nun gut, hier war es wirklich ein vertretbarer Elfmeter — wie der Sünder auch gerne nach dem Spiel zugab („kann man geben, na klar, Elfer ist ok, weiß nicht, ob man geben muss“) — aber nie und nimmer war DIES eine Rotsituation. Der Angreifer war weder in Schussposition, nicht einmal dieser nahe, und der foulende Spieler war auch nicht letzter Mann. Also DAS hatte nichts mit einer Notbremse zu tun.
Der Elfer wurde gehalten vom wieder einmal untadeligen 38-jährigen Sabanov, und danach zeigte Saarbrücken auch in Überzahl nichts. Stattdessen kam sogar Heidenheim noch zum dritten, Saarbrücken vielleicht mit einer einzigen Ernst zu nehmenden Chance.
Also, hier passte alles, auch das Urteil über Saarbrücken war gut. Mit Heidenheim ist auf jeden Fall wieder/weiterhin zu rechnen.
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Wacker Burghausen – SV Babelsberg 03   3:1 (3:0)
Zuschauer: 2.200  (Schnitt bisher: 2.573)

Nein, es schmeckt nicht richtig. Burghausen wird ein Bollwerk anrennen und es knacken können oder nicht. Wenige Tore, das ist klar, aber nicht unbedingt der Heimsieg. Aber auch nicht Babelsberg nehmen, das auf keinen Fall.
 
Die wenigen Tore kamen nicht, dafür ist die ganz geringe Neigung (die nicht nehmen, nein, aber die andern noch weniger) doch gekommen, so dass das Spiel sozusagen neutral ist.
Ahmet Kulabas, vor der Saison Neuzugang aus Heidenheim, hat sich wohl als gelernter Stürmer auf der 10 festgespielt bei Burghausen. Dort passt er perfekt hin und hat sogar Youssef Mokhtari verdrängt, der sich auf die (Doppel-)Sechs zurückgezogen hat, aber auch von dort aus denkt und lenkt. Das war einfach großartig, was die beiden da gezaubert haben. Die erste Hälfte war ein Wirbelsturm, der da über Babelsberg hinwegfegte. Die einst so stabile Defensive wackelte durchgehend, aber natürlich der sehr guten Offensive geschuldet.
Dennoch gab es das leicht kontroverse 1:0. Die Situation, nach allerdings sehr gutem Start und einigem Druck, war so: der Torwart hat den Ball, will ihn abschlagen, läuft zur Strafraumgrenze zu diesem Zwecke, schießt aber einen sich in den Abschlag werfenden Angreifer an, aus ziemlicher Nähe, aber doch mehr als einem Meter. Nun sind die Torhüter gewöhnt daran, dass vergleichbare Szene eigentlich immer abgepfiffen werden. FALLS ein Angreifer an den Abschlag kommt, hat er, laut Gesetz, IMMER gefoult. Das ist wirklich gängige Regelauslegung (ganz anders als früher, vor 40, 50 Jahren) und sie hat dazu geführt, dass man als Stürmer eigentlich gar nichts mehr probiert. Der Tormann hat den Ball, er wird ihn abschlagen, egal, was ich tue. Kriege ich ihn, habe ich gefoult. Die Reaktion der Schiris ist übrigens auch (psychologische) leicht erklärbar und passt zu allen anderen Entscheidungen, welche regelmäßig GEGEN die Tore gerichtet sind. Nämlich so: „Was? Da könnte ja ein Tor fallen. Da pfeife ich lieber ab.“ Passieren tut einem nichts, wenn man abpfeift, höchstens umgekehrt, jeweils den Fall der  (später nachgewiesenen) Fehlerhaftigkeit angenommen. Also einfacher Schluss: lieber immer abpfeifen.
Nun haben also die Abwehrspieler, vor allem der Torwart, irgendwie doch mit dem Pfiff gerechnet. Kurios die Folge des abprallenden Abschlages: Sahr-Senesie, der schon früh gelobte Angreifer der Burghausener, kommt an diesen Abpraller und bringt den Ball im Tor unter. Jetzt beginnen die Proteste der Babelsberger. Nur beginnen sie wohl sogleich, sich auf ein Vergehen zu konzentrieren, welches nicht existierte. Der Angreifer, der den Abschlag abfing hat in keiner Hinsicht regelwidrig gehandelt. Nur ist man halt gewohnt, dass gepfiffen wird. Es gibt wirklich eine Pointe dieser Geschichte, und zwar besteht diese darin: nach eigener Auffassung ist Sahr-Senesie klar im Abseits, als er „angespielt“ wird (das Anspielt geschah ja unbewusst). Eine häufige Fehlerquelle bei Abseitsentscheidungen ist übrigens die Position des Torhüters. Hier war der Torhüter klar WEITER WEG von der Torlinie als der Angreifer. Da aber in den Regeln steht, dass Abseits dann ist, wenn im Moment des Abspiels nicht MINDESTENS ZWEI gegnerische Spieler der Auslinie näher sind als der angespielte Angreifer. Hier mag es zwar EIN Abwehrspieler gewesen sein, aber sicher nicht ZWEI Spieler, da der Torwart nämlich entfiel. Also: es könnte sehr leicht ein Fehler dieser Bauart gewesen sein. Das Abseits wurde nicht erkannt, es war aber eines.
Nun haben die Babelsberger aber ein ernstes Problem. Denn: sie haben sich in ihren Protesten sofort auf das (nicht existierende) Vergehen des den Abschlag blockende Spielers konzentriert. Diese hat der Schiri völlig zurecht ins Reich der Fabel verwiesen. Nun wird es aber ziemlich schwierig, die Argumentation auszutauschen. „Na gut, mag ja sein, dass der Mann nicht Foul gespielt hat. Aber: dann war es eben Abseits.“ Diese Art von fadenscheiniger Ausredensuche würde einem ohnehin nicht abgenommen werden.
Für den hiesigen Autoren ist also klar: es war ein irreguläres Tor, da der den Ball ins Tor bugsierende Stürmer im Moment des „Abspiels“ (das heißt, des regulären Blocken des Abschlages)  im Abseits war. Dass dies übersehen wurde, lag an der Position des Torhüters, dies aber nur nebenbei erwähnt. Die Proteste konzentrierten sich sofort auf die falsche Regelwidrigkeit und hatten somit keine Chance (die sie vielleicht auch sonst nicht hätten, aber hier geht es möglicherweise auch um Medienaufmerksamtheit; denn: das Tor wurde als regulär bewertet, obwohl es das aus hiesiger Sicht eben nicht war). Kurios, was es so alles gibt.
Ändert alles nichts daran, dass Burghausen drückend überlegen war und völlig verdient in Führung lag, sowie diese ausbaute. Das 3:0 zur Pause reflektiert die Kräfteverhältnisse. Dass sie die 2. Halbzeit nicht mehr ganz so energische angingen, sei ihnen nachgesehen. Die Partie war so weit entschieden.
Burghausen also in dieser Formation in bestechender Form. Babelsberg schwach, es bleibt dabei.

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Chemnitzer FC – Stuttgarter Kickers   2:0 (0:0)

Zuschauer: 4.750  (Schnitt bisher: 5.138)
Chemnitz fährt einen Dreier ein, Tipp 1 für Heimsieg.
Das sieht auch perfekt aus: es wird eine 1 in der Vorschau, es wird ein 2:0. Da muss doch alles gut sein? Naja…
StuKi mit sehr gutem Beginn und einzig sie mit Torchancen, unter denen sich einige ordentliche befanden, mindestens eine sehr gute. Chemnitz erst am Ende der Halbzeit auch mit Vorwärtsdrang.
In Hälfte 2 aber, bei weiterhin remisem Spielstand (da StuKi das Übergewicht nicht nutzte; es hätte ja auch locker 0:1 stehen können, dann sind die Vorzeichen etwas anders), Chemnitz ganz klar am Drücker. Die Überlegenheit wohl etwas größer als die von den Gästen in Hälfte 1, und von Chemnitzer Seite aus erfolgreich. Beide Tore nach Angriffen über die Flügel, mit guten Flanken und Kopfballverwertungen.
StuKi hat sich eigentlich gut präsentiert (aber man behauptet ja auch gar nicht, dass sie in Abstiegsgefahr geraten sollten; wobei es jetzt natürlich doch längst so weit ist), die erste Hälfte eine durchaus ansprechende Darbietung, der lediglich, durch Pech oder andere Art von Zufall, die Krönung eines Tores fehlte. Auch Chemnitz aber zeigte, warum man sie gerne haben wollte, wenn auch erst nach müdem Beginn und mit dem Glück, nicht zurück zu liegen. Aber eine 2. Halbzeit hätte es ja auch bei Rückstand gegeben, in der man noch immer hätte korrigieren können (und 2 Tore hätte ja sogar bei 0:1 gereicht).
Keine großen Korrekturen, wenn, dann sollte man schon ein wenig nach StuKi schauen, jedenfalls eher nicht gegen sie. Chemnitz ist gut, alles ok. (man beachte bitte, dass StuKi zwar nur 16 Punkte aus 18 Spielen hat, was einer Absteigerbilanz gleich kommt, mit weniger als einem Punkt pro Spiel, aber doch bei einer Tordifferenz von -4, mit 18-22, eigentlich ordentlich dasteht). Nur: nach der Partie gab es direkt Trainerdiskussionen. Das sicher kein gutes Zeichen.
(neueste Meldung : Schuster ist schon gefeuert)
——————————————————————————————————————————————–Hallescher FC – Borussia Dortmund II   0:1 (0:1)

Zuschauer: 8.021  (Schnitt bisher: 8.043)
Die Fans werden strömen, wieder mit viel Zuversicht und Freude auf eine weitere derart engagierte Leistung (dies die Erkenntnis oder das Ankommen in der Liga: nur so geht es) blicken und Dortmund wird dem Ansturm auch physisch nicht gewachsen sein. Das wird eine 1 mit der Überzeugungskraft von etwa 8 von 10 Einheiten (falls man da beginnen dürfte, zu differenzieren, auch quantitativ).
 
Ja, die Fans waren da, auch gegen den vergleichsweise unattraktiven Gegner (natürlich nicht, weil es der BVB ist, sondern das gilt generell für Zweitvertretungen) knapp den Schnitt erreicht — so weit also in Ordnung. Die Stimmung war auch gut, die Fans haben sich durchgehend und lautstark sowie positiv bemerkbar gemacht. Nun aber zum Spiel:
Der Sieg der Dortmunder verdient. So viel vorweg. Die Trainer nach dem Spiel in absoluter Eintracht. Auf der Suche nach Gründen wird man bald fündig: die Dortmunder haben eine spielstarke Mannschaft, dies wurde nie bestritten. Zur Erinnerung zunächst: die Dortmunder haben mit den höchsten Marktwert der Liga. Dies bedeutet, dass hohe Anlagen anerkannt sind.Es gibt nur einen Weg, sie zu hindern, dieses Potenzial auszuschöpfen. Es geht über die Physis. Dort ist die Unterlegenheit, weil viele der jungen Talente körperlich einfach noch nicht ganz reif sind. Dieses wird Halle Trainer Köhler zwar durchaus erkannt haben und seine Spieler auch darauf aufmerksam gemacht haben, nur fehlte es an der Umsetzung. Auch dafür eine Erklärung: Halle hat anderthalb gute Spiele gemacht (genau so viele waren es), mit dem Sieg in Aachen, wo man spürte, gegen eines der besten Teams der Liga gespielt zu haben, das Selbstvertrauen getankt — welches dann blitzschnell gegen ein Team von ganz unten in Überheblichkeit umschlägt. Genau dies auch der Kritikpunkt von Köhler nach dem Spiel. Dortmund wurde nicht am Spielen gehindert, weil der eine oder andere sich schon weiter gesehen hat, als er ist. Begleiterscheinung des „weiter fühlen als man ist“ ist, dass man kämpfen vermeintlich nicht mehr nötig hat.
So war Dortmund in der 1. Halbzeit klar überlegen, einfach, weil sich bei Halle niemand in den Zweikampf stürzte. Von selbst geht in der Liga eh gar nichts, also spielte die Borussia, weil es der Gegner zuließ. Sicher sieht es dann teilweise sehr schön aus, das war auch in Vorgängerpartien schon der Fall. Hier war das 1:0 beinahe ein zu kleiner Lohn für eine gute erste Hälfte. In Hälfte 2 erfolgte natürlich ein Aufbäumen, mit einigem Druck, aber Dortmund hatte genug entgegenzusetzen, mit dem näher rückenden Sieg vor Augen und hielt dich. Die richtigen Großchancen blieben trotz Feldüberlegenheit aus, insofern der Sieg in der Summe ohne Diskussion anerkannt als verdient.
Halle würde man ohnehin mit Einsatz und Leidenschaft verbinden (man entsinne sich an den KingKong Schrei von Kapitän Maik Wagefeld vor zwei Wochen, als gegen Bielefelder der Ausgleich gelang). Ohne diese Eigenschaften sind sie eine unterdurchschnittliche Truppe, regelrecht schwach. Über Dortmund ist zwar genug gesagt, aber doch konnten sie sich etwas höheren Respekt verschaffen, gerade, wenn man mal wieder ein paar gelungene Spielzüge sieht. Der Lerneffekt war ihnen von Anfang an ebenso zugestanden, möglich, dass er mehr und mehr Wirkung zeigt. Zugleich die weiter gehende Erkenntnis, dass man, wie oftmals betont, sich ungern mit den Zweitvertretungen anlegt (und es doch ein weiteres Mal getan hat). Sie können was, sind immer unheimlich, und ihnen ist jede Überdachung zuzutrauen genau so wie ein Einbruch. Also lieber wieder: Finger weg, jedenfalls kaum wieder mit 8 von 10 verwickeln lassen.——————————————————————————————————————————————–

Preußen Münster – SpVgg Unterhaching   0:0

Zuschauer:  8.500  (Schnitt bisher: 8.075)
Hier gewinnt Münster, sie sind einfach zu stark für Unterhaching, Tipp 1 also.
Tja, der Tipp ging in die Hose, und es tauchen ein paar Fragen auf. Die größte? Warum legt man sich eigentlich mit Unterhaching an, obwohl man einmal versprochen hat, das nicht zu tun? Nun ja, es hieß ja damals „in nächster Zeit nicht“, und es gab schon ein paar Anzeichen, dass diese junge veranlagte Truppe eines Tages doch abrutschen könnte. Man muss es aber nicht mit Gewalt forcieren wollen. Sie haben in den letzten Wochen zwar nicht mehr ganz so tüchtig gepunktet, aber doch teilweise weiterhin sehr ordentlich gespielt (Beispiel: beim 0:0 bei StuKi; davor allerdings eher mäßig, beim 0:1 gegen Babelsberg, noch davor aber doch wieder beim 3:0 gegen Burghausen).
So erkannten die Münsteraner nach dem Spiel auch an, dass Unterhaching keineswegs zufällig dort oben steht. Auch hier haben sie sich mehr als ordentlich präsentiert, ganz wenig zugelassen, und selbst ab und an die berühmten Nadelstiche gesetzt. Sicher war Münster die etwas bessere Mannschaft — Ausdruck dafür vielleicht die drei Aluminium Treffer, von denen einer an den Innenpfosten und wieder raus ging –, aber niemals so, dass man, unter Einbeziehung der Quote, also der derart reflektierten Chancenverteilung, diesen Tipp als gut bezeichnen könnte. Die Zuschauer aber weiter da, also man muss sich noch längst keine Sorgen machen um diese Truppe.
Also: Münster nicht so gut wie erwartet, Unterhaching so gut wie oftmals zu Saisonbeginn gesehen, das die gesammelten Erkenntnisse.
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VfL Osnabrück – Arminia Bielefeld   0:0
Zuschauer: 16.000  (Schnitt bisher: 10.625)
Man führt hier nicht die zugute kommende Derbytendenz an, orakelt aber dennoch, dass Bielefeld die Partie nicht verlieren wird. X oder 2.
Der Tipp ging auf und man darf es in der Summe vielleicht als knapp verdient bezeichnen. Denn: trotz längerer Überlegenheit der Gastgeber hatte die Arminia durchaus eigene Chancen und sogar eine Spielphase, in welcher sie dominierte. Das Stadion ausverkauft, die Derbytendenz bestätigt damit, die sich aber in letzter Zeit häufig zugunsten  der Heimmannschaft auswirkte (wohl ein Zufall?). Beide mit schwungvollem Beginn (ab Minute 10 vielleicht) und mit einigen guten Situationen. Dann übernahm Osnabrück und hätte vielleicht in Führung gehen können bis zur Pause, wobei die Arminia stets anwesend war.
Hälfte 2 begann mit Vorteilen für die Gäste, und bis zur 60. kamen sie zu einige Chancen (zwei sehr gute). Danach wieder Osnabrück an der Reihe, wobei sehr bald ein Spieler durchbrach und von den Beinen geholt wurde. Rot war fällig und völlig berechtigt (selbst wenn es hier die eigene Mannschaft war, so bleibt es doch ärgerlich: das Foul gebäht man, weil man der Mannschaft helfen will. Dass man tatsächlich hilft, MUSS ein Fehler in den Regeln sein. Wie sollte man denn Kindern verkaufen können — sowie jedem anderen mit gesundem Rechtsempfinden –, dass „crime does pay“ und nicht umgekehrt, „crime don´t pay“, also „Verbrechen lohnt nicht“, wie es richtigerweise heißen muss? Also: es lohnt sich, einen durchbrechenden Mann umzusensen, und man strahlt in der Kabine nach dem Spiel in glücklich, dankbare Gesichter: „Danke, dass du den gelegt hast.“, auch in die laufende Kamera diktiert man, fröhlich lächelnd „Na, den musste ich doch umhauen, sonst hätten wir das Spiel doch verloren“? Nein, das kann es nicht sein. Die Strafe für ein Vergehen muss immer so hoch sein, dass es mehr weh tut, es zu begehen als es sein zu lassen, das ist doch offensichtlich; wann also wird der liebe Gott den erforderlichen Verstand auf die Regelmacher regnen lassen?).
In Unterzahl hielt Bielefeld so weit dicht, jedoch bekam Osnabrück, außer einigen weiteren Chancen, die ultimative, nach einer unübersichtlichen Situation im Strafraum, nämlich einen Elfmeter in der 88. Der Schütze rutschte weg — und rettete so den Tipp.
Wie gesagt, unter dem Strich geht der Tipp gerade so in Ordnung, aufgrund der eigenen guten Situationen im Spiel. Keine Änderung der Einschätzung. Wer ist besser? Wohl doch Osnabrück? aber nicht so viel. Na, sie stehen ja auch auf 1.
——————————————————————————————————————————————–Hansa Rostock – Karlsruher SC   0:3 (0:0)

Zuschauer: 10.000  (Schnitt bisher: 10.188)
Auch diese Partie darf man getrost als „ideal“ bezeichnen (was dann in der Konsequenz eine 10/10 bedeuten könnte, in Einheiten ausgedrückt). Rostock steht über Wert da, es findet sich kein Grund, dieses prinzipiell getroffene Urteil erneut in Frage zu stellen. NUN steht sogar eine 1:2 Niederlage, in der sie der Gegner wirklich „hergespielt hat“ (wie es Bastian Schweinsteiger einst urbayerisch ausdrückte) Im Rückblick, die von der Knappheit des Ergebnisses sogar noch suggeriert, dass man dicht dran war, was mitzunehmen. So sehr man hier eingesteht, dass diese Niederlage noch viel mehr der überragenden Leistung der Offenbacher zuzuschreiben ist (man erinnere sich an Herberger, immer mal wieder gerne: „Man spielt so gut, wie es der Gegner zulässt.“), so war sie doch auf keinen Fall geeignet, Werbung für Rostock zu machen. Davor gab es ein eher farbloses 2:0 gegen die gar nicht hoch geschätzten Saarbrücker, beinahe ohne eigene Torchancen, und davor zwar drei Spiele ohne Gegentor, aber auch mit nur zwei erzielten Treffern.Der KSC auf der anderen Seite mit einer Partie, die ganz sicher die Trendwende einläuten kann, falls es nicht schon in den Partien zuvor geschehen wäre. Hier war es wirklich überragend und das 2:0 gegen Darmstadt ein völlig verdienter, aber lange nicht ausreichender Lohn für das Dauerbombardement des gegnerischen Tores. Sicher, ja, Darmstadt schwach, aber doch richtet sich das Auge viel mehr auf die Klasse, die der KSC an den Tag legte. Calhanoglu eh der herausragende Spieler der gesamten Liga (so weit wagt man, sich aus dem Fenster zu lehnen), mit seinen 18 Jahren natürlich noch lange nicht im Zenit, im Gegenteil, aber gerade dadurch fast noch gefährlicher, weil er nämlich täglich und noch dazu viel lernt. Hier war es auch der Spieler des Monats Philipp Klingmann

Hier nun bewusst der gesamte Vorbericht abgedruckt, auch um die Überzeugungskraft zu dokumentieren. 10/10 und dann ein 3:0? Das hört sich auf jeden Fall sehr gut an. Hier sei jedenfalls vorab einmal erwähnt, dass bei Rostock der beste Mann — Spieler des Monats der Liga im Oktober  — Smetana fehlte, und das in den Vorbericht nicht eingegangen war (da unbekannt). Also: Rostock geschwächt. Dennoch die Heimmannschaft mit gutem Beginn (laut ARD waren es 11.000 Zuschauer, aber offensichtlich handelt es sich bei beiden Werten um Schätzungen), mit etwa vier guten Szenen gegenüber einer des KSC, der besten bei einem Pfostenschuss (der eigentlich nicht so gefährlich aussehende Schuss wurde vom Keeper dagegen gelenkt, mit einer beinahe missglückten Parade).Man sieht aber bei den Angriffen des KSC, dass sehr viele Spieler mit aufrücken. Das spricht für Selbstvertrauen und Siegeswillen — sicher wohl gepaart mit einer darauf ausgerichteten Taktik, vom Trainer ausgerufen. Aufgewogen wurde die „Chance“ des Pfostenschusses übrigens in der ersten Hälfte vom besten Angriff des Spiels, bei welchem man wieder einmal das feine Auge und Füßchen von Calhanoglu bewundern durfte, als er, bei der blitzschnellen Kombination über mehrere Stationen, den Ball am Ende perfekt getimt durchsteckt auf einen Angreifer, dessen Schuss aber abgeblockt wird. So ging es mit 0:0 in die Pause.
Rostock wechselte mutig offensiv zur zweiten Hälfte, hatte die Chance auf einen Elfmeter, als ein Abwehrspieler den Ball aus dem Strafraum schlagen will, diesen aber nicht richtig trifft, der Ball am Arm landet — für jedermann offensichtlich. Natürlich könnte man hier den Regelparagraphen „war es Absicht? Nein!“ anwenden (was der Schiri wohl getan hat, aber ihm ist eh praktisch JEDER Grund recht, um nicht zu pfeifen), aber man sollte doch viel mehr fragen, welchen Einfluss das Handspiel hatte (oder man entscheidet einfach generell, wie früher: Handspiel im Strafraum? Elfmeter), und selbst wenn dieser in der Szene gering war (wohin der Ball OHNE das Handspiel Geflogen wäre? Man weiß es nicht, aber eher unkontrolliert in die Luft und von da irgendwo hin, vermutliche innerhalb des Strafraumes), so hätte es auf jeden Fall auf diese oder jene Art doch Elfmeter geben können, ohne dass man sich in Karlsruher Reihen beschweren hätte können. Aufgewogen aber auch diese Situation durch die nun folgende: wieder eine schnelle Kombination, wieder mit Calhanoglu integriert, der abschließende Ball auf einen durchbrechende Stürmer, die gewohnte Abseitsflagge hochgerissen — aber um einen Meter kein Abseits. Also das übliche, auch in dieser Partie, nur mit dem zufälligen Ausgleich: Torklau hier, Torklau dort. Wem nützt es?
Die zweite Hälfte lebhaft, mit Chancen hier und da (klar, beide waren auf Offensive ausgerichtet), das 1:0 fiel auf die bekannte Art: Standard, Halbfeld, langer Ball in den Strafraum, von Calhanoglu Richtung Tor getreten, der Ball tippt auf, die Spielertraube, Freund und Feinde gemischt, gehen in den Ball, der Torwart weiß gar nix und irrt herum, der Ball springt zum langen Pfosten, an den sich ein Karlsruher (ja, Abwehrmann Mauersberger) geschlichen hat und nickt ein. Eine Frage für die Zukunft: wird es bald Methoden geben, um derartige Situationen zu verteidigen? Denn: derzeit sind die Angreifer klar im Vorteil, bei guter Ausführung. Der Strafraum füllt sich automatisch, da einfach alle — vor allem die großen Abwehrrecken — aufrücken, sich an den 16er stellen, und sobald der Ball getreten ist, mit einiger Anlaufzeit (beinahe: je weiter, desto besser), in der Horde den 16er bevölkern. Was sollen die Abwehrspieler tun? Den Strafraum frei lassen? Sie MÜSSEN mit zurück — und sorgen für den Keeper für noch mehr Chaos und Verwirrung, da ja sogar ein eigener Mann irgendwie abfälschen kann. Eine Richtungsänderung des Balles ist, aufgrund der Schlagrichtung, nicht einmal erforderlich, nur kann jede auch ein noch größeres Durcheinander auslösen. Seit Koblenz und Trainer Uwe Rapolder sieht man diese Ausführung fast nur noch (dies nur eine Erinnerung, kein Wissen; ob es stimmt?).
Der KSC also vorne, und es war in etwa ausgeglichen bis dahin. Dann eine Szene, die mal wieder belegt, wie viel Einfluss die Schiris auf den Spielausgang haben: Ballverlust Rostock in der gegnerischen Hälfte (man nennt ihn gern „unnötig“ oder „vermeidbar“), es soll einen schnellen Konter geben. Der Karlsruher kommt von sich aus ins Straucheln, so sieht es aus, obwohl man erkennt, dass der Gegenspieler die Bereitschaft hätte, ihn am Trikot zu halten. Nun, es gibt eine hauchzarte Berührung, aber der Karlsruher hätte den Ball wohl so oder so nicht erreicht (das alles in der Hälfte des KSC, wohlgemerkt). Der Schiri erkennt auf „taktisches Foul“. Ein Irrtum, nur weiß er davon anscheinend nichts. Also zückt er, dem ob des Pfiffes eh schimpfenden Abwehrspieler gegenüber, die gelbe Karte. Dieser kann sich nicht beruhigen, weil er ja von der Ungerechtigkeit weiß. Das Gelb hat er vielleicht, im Weggehen, noch nicht einmal gesehen. Aber er schimpft vor sich hin. Da läuft der Schiri dem Sünder hinterher, und als dieser sich doch umdreht, schaut er entsetzt am Arm des Schiris hoch, denn dort fackelt die ROTE.
Rückstand und Unterzahl nicht zu verkraften, selbst wenn man den Hut ziehen muss, dass Rostock weiterhin nach vorne spielte. Das 2:0 wieder nach einem Standard, wieder durch Calhanoglu getreten. Ball in den Strafraum, von der Außenposition, Ball segelt such den Strafraum, am langen Pfosten ein Karlsruher frei, scharf vors Tor, einer hält den Kopf rein .. drin. Die Abwehr danach aufgelöst, das 3:0 Formsache.
Rostock sah also insgesamt gut aus, der KSC aber auch absolute Spitzenmannschaft. Es bedeutet nur, dass man Rostock etwas ernster nehmen muss. Diese Leistung passt nicht ganz zum Ergebnis. Und wenn Smetana zurückkehrt erst?!
——————————————————————————————————————————————–VfB Stuttgart II – Alemannia Aachen   2:1 (1:1)

Zuschauer: 710  (Schnitt bisher: 4.002)
Aachen holt etwas, mindestens X oder 2, eher die 2.
 
Zwei ganz wichtige Anmerkungen vorweg: bei Aachen fehlte Albert Streit, auf dessen Wichtigkeit vielfach hingewiesen worden war. Ein klares Gegenindiz für den Wettvorschlag. Ein weiteres: Aachens finanzielle Probleme, die man nur kurzfristig regeln konnte mit einer Überbrückungsmaßnahme scheinen dahin gehend zu eskalieren, dass man einen Neuanfang in der Regionalliga plant. Dies erfuhren die Spieler am Tag vor dem Spiel. Also ganz klar: die Spieler haben derzeit andere Sorgen, auch der Verein allgemein, so dass Aufstieg (längst auch sportlich dahin) oder Klassenerhalt nicht einmal aktuelle Zielsetzungen sein können.
Dennoch war in der Partie Aachen insgesamt das etwas bessere Team. Selbst Wenn Stuttgart durchaus sehr ordentlich mitspielte und auch zu Torchancen kam, so war doch die eigentliche Dominanz der Aachener zu spüren. Stuttgart hatte den besseren Anfang, das ja, ging auch in Führung, durch einen Elfmeter, dann übernahm Aachen das Spiel, kam zum Ausgleich, und trotz eines guten Beginns in Hälfte 2 der Stuttgarter, übernahm auch danach Aachen die Spielkontrolle, war näher dran am 2:1 und kassierte eigentlich aus dem Nichts das 1:2 in der 76. Wenn man kein Glück hat (das man zum 2:1 in Maßen benötigt hätte) kommt auch noch Pech hinzu (und man kassiert selbst das Tor). Selbst danach noch Dauerdruck und Chancen, aber kein Treffer mehr, der so verdient gewesen wäre.
So kann man den Tipp, trotz dieser zwei erwähnten Gegenanzeigen, nicht einmal wirklich schlecht reden. War alles ok, kam aber nicht, das dürfte man sagen. Ob man sich nun in Zukunft weiterhin PRO Aachen verwickeln möchte, bleibt dennoch eine offene Frage. Dass sie etwas können, einen guten Kader haben und einen guten Trainer, konnten sie auf jeden Fall auch in dieser Partie mehr als andeuten.
Anmerkung: nach Ansicht der Bilder (welche man bei obiger Niederschrift noch nicht gesehen hatte, nur Spielberichte gelesen) kommt man eigentlich zu einem anderen Urteil. Aachen wirkte doch ziemlich lethargisch. Sie hatten ihre Phasen, sie haben sich auch halbwegs ordentlich präsentiert, aber die bessere Mannschaft waren sie nicht, nein. Die Bilder erzählen die Geschichte, die man auch ohne sie erahnen könnte: Potenzial hin oder her, es plagen andere Sorgen, das sportliche ist längst nicht mehr im Fokus.
Neueste Meldung: Aachen hat Insolvenz angemeldet. 
——————————————————————————————————————————————–SV Wehen/Wiesbaden – Kickers Offenbach   2:1 (2:0)

Zuschauer: 5.843  (Schnitt bisher: 3.207)
Da man sich hier nun sehr persönlich in die richtige Stimmung geschrieben hat (man nennt das auch: sich in Trance versetzt) entstehen doch plötzlich Visionen: Offenbach verliert nicht. Hmm, aber als Tipp? Nein, das kann man Wehen nicht antun.
 
Also, das in Trance versetzen scheint nicht die richtige Methode. Es war halt ein Derby, da gelten die eigenen Gesetze, und überhaupt hatte man ja fast durchgehend diese beidem Mannschaften quasi abonniert. Was soll da für eine Wette (oder ein Tipp) herauskommen? War ja auch keiner, steht ja da, kann man Wehen nicht antun.
Zur Partie (und es muss ja nicht immer länglich werden): Die Partie begann ausgeglichen, Offenbach übernahm, Wehen machte das Tor. Danach Wehen gut, mit Chancen zum zweiten, und nutzte eine. Nach dem 2:0 das gewohnte Bild (Wehen führt ja praktisch IMMER 2:0 und gewinnt dann nicht): Offenbach kam mehr und mehr auf, kam zum verdienten 1:2 (ein Elfer) in der 56., und hatte danach noch genug Chancen auf den Ausgleich — es reichte nicht und Wehen war fassungslos: „Was denn, 2:0 geführt und TROTZDEM gewonnen? Ein Wunder.“
Na ja, so in etwa. Also: es gibt keinen Anlass, etwas zu korrigieren. Beide haben die guten Einschätzungen bestätigt. Auch die Fans waren da (sicher auch etliche aus Offenbach), aber die Stimmung ist meist sehr gut in Wehen, auch bei dem geringen Schnitt, der über die Jahre schon angewachsen ist (auch zu Zweitligazeiten erschienen nur oftmals in der Größenordnung von 2.000, allerdings noch vor dem Stadionbau).——————————————————————————————————————————————–

SV Darmstadt 98 – Rot Weiß Erfurt   0:1 (0:0)

Zuschauer: 4.700  (Schnitt bisher: 6.075)
Auch in dieser Partie hat man beim Eintippen die Gedanken in die eine Richtung dirigieren können (ohne natürlich zum gleichen Zeitpunkt zu wissen, ob es sich als „sinnvoll“ entpuppt): Erfurt verliert nicht, aber, in Einheiten übersetzt, mit maximal 2/10.
Also gegen Darmstadt votiert man hier eigentlich dauerhaft, aber auch Erfurt zählte nicht unbedingt zu den geliebten Teams. So ist die Wahl mit 2 von 10 in etwa gerechtfertigt. Man sieht auch, dass die Zuschauer das Team doch etwas hängen lassen, auch dies kein gutes Zeichen (und zugleich kein gutes Zeugnis). Für Erfurt spricht: die nicht so arg weite Reise haben immerhin rund 500 Fans auf sich genommen. Klar, ja, es gab zuletzt ein wenig Aufwind, beispielsweise durch den Sieg gegen Chemnitz, aber doch ist  (äh, war) man Letzter.
Darmstadt jedenfalls mit keinem guten Beginn hier, Erfurt schon etwas eher. Dann mal wieder eine typische Szene, wie man als Schiri um den Elfer herumkommt: ein Foul, direkt an der Strafraumgrenze (aber, wenn man genau schaut, dann MUSS es einfach INNERHALB sein). Der Piff ertönt spontan, weil das Foul viel zu offensichtlich ist. Nun merkt man, dass man damit im Prinzip auf Tor entschieden hat und, selbst wenn der Angreifer am durchbrechen war, das sogar zentral, war es noch lange keine glasklare Torchance (dies eh psychologisch Teil des Problems: man weiß als Schiri, dass man fast immer zu viel Lohn verspricht, wenn man auf den Punkt zeigt; also tut man es etwas weniger gerne; abgesehen von den begleitenden psychologischen Umständen, dass ein Tor einen so hohen Wert hat und viele Spiele durch das eine entschieden werden/würden). Was tun? Ach, das war so knapp an der Linie, da gebe ich einfach Freistoß. Sollen sie doch hinterher herausanalysieren, was sie wollen, passieren tut mir schon nix. Und er bleibt mit Tippelschritten genau an der Strafraumgrenze stehen. Das, so soll das suggerieren, hat er nun wirklich ganz genau gesehen. Hier was es und keinen einzigen Millimeter weiter vorne.
Nun ja, Exkurse über Exkurse, aber doch: die Argumentation auch von dem Sprecher, die aber oft genug gehört wurde: „Für mich fängt das Foul eventuell hauchdünn vor der Linie an, also kann man die Entscheidung vertreten. Es war außerhalb.“ Oft gehört, und je öfter, umso offenbarer wird der Unsinn. Es würde ja bedeuten, dass man als Abwehrspieler, nachdem man einmal außerhalb gefoult hat, also gezogen, gezerrt, gekratzt, gebissen oder geschoben, dann kann man das, falls der Angreifer so dreist und dumm ist, NICHT zu Boden zu gehen, dieses unbeschwert bis in den Strafraum hinein fortsetzen. Falls der Schiri sich dann — zum angeblichen Schutze des ehrenhaft auf den Beinen bleibenden Stürmers — doch zum Pfiff durchringen sollte (wehe aber, der Stürmer schießt; die Folge: natürlich KEIN Tor, da der durch die Behinderung harmlose Roller mit der Mütze aufgenommen wird, aber doch kommt dann der Begriff „Vorteil“ ins Spiel; was bitte für ein Vorteil? Einfach lächerlich, auch dies, nur zu oft schon erlebt und gehört, barer Unsinn, von einem Vorteil zu sprechen, nur weil man auf das Tor geschossen hat; es ist ein trauriges Dasein, das Stürmerdasein, und alle Bewunderung für diejenigen Stürmer, die ein einziges Spiel ohne Rote oder Gelbe Karte durchstehen; weil man vor lauter Ungerechtigkeiten einfach nur platzen müsste), dann wird natürlich, ganz logisch, das ERSTE Vergehen geahndet. Und das war schließlich außerhalb.
Das Plädoyer an dieser Stelle natürlich dem gesunden Menschenverstand entsprungen (der leider nicht auf die Regeloffiziellen geprasselt sein dürfte) : zählen muss ausschließlich, wo das Foul endet und nicht, wo es anfängt. Man hält seinen Gegner mehrere Meter, immer wieder zieht man, zerrt man, er MÖCHTE das Tor aber machen und läuft weiter, trotz Behinderung. Das letzte Ziehen ist eindeutig innerhalb. Was, außer Strafstoß, soll man dann geben?
Also: hier wird der Tatort nach außerhalb verlegt und alle Rechtfertigungen sind barer Unsinn. Die Empörung entsprechend groß, auch auf der Bank, Glück aber haben Co- und Trainer, dass sie, ob ihrer verbalen Entgleisungen (die darin bestehen, zu erwähnen, dass das Foul innerhalb war), nicht direkt auf die Tribüne verbannt werden, mit einer saftigen Geldstrafe belegt. Schließlich gibt es doch einen Spielentscheider, extra zu diesem Behufe installiert, und der hat das alleinige Sprachenrecht, hier und immerdar.
Nun, auf die ganze Partie bezogen: Erfurt war die bessere von zwei nicht überragenden Mannschaften. Also: Darmstadt ganz schwach, Erfurt nicht gerade gut, aber doch ok. Torchancen gab es nicht viele, von Darmstadt vielleicht vor dem 0:1 anderthalb, von Erfurt drei. Es war halt Abstiegskampf, das war allenthalben zu spüren. Das 0:1 in der 65. wurde von Morabit glänzend vorbereitet, der nach einer Balleroberung den Ball sofort perfekt in den Lauf auf einen Nachrücker auf der anderen Feldseite spielte, der diesen Ball direkt nahm (kein Wunder, bei dem Timing und der Perfektion) und ihn versenkte. Danach Darmstadt etwas lebhafter, aber lange nicht gut. In der 88. dann wirklich Glück für Erfurt, als ein guter Angriff, eine gute Flanke, ein guter Kopfball, der Ball aber am Innenpfosten landete, parallel zur Torlinie rollte, aber nicht rein wollte.
Dennoch unterm Strich ein verdienter Sieg. Über Darmstadt gibt es nichts weiter zu sagen, als was schon immer hier gesagt wurde: ganz schwach, zu schwach wohl für die Liga. Bei Erfurt glänzt noch nicht sehr viel, nur können einzelne, sich derzeit häufende Erfolgserlebnisse auch allmählich wider Spielkultur — siehe Morabit — entfachen. Die Abstiegsränge sind verlassen, der Kader gibt was her, es könnte höher gehen.
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