Vorschau Raiffeisen Superleague Schweiz, 16. Spieltag

FC Basel – Grasshoppers Zürich   (Entfernung : 85 km)

Es fehlen
bei Basel: Pak (20, MS) und Voser (25, RV)
bei GC: Coulibaly (24, RM)
Der GC hat in den letzten beiden Spielen geschwächelt. Dem 0:2 bei Servette (sicher, das Duell Erster gegen Letzter und die besonderen Vorzeichen, aber gut war das Spiel nicht von GC) folgte ein 1:1 daheim gegen Lausanne, was natürlich auch alles andere als ein Erfolg ist, wobei hier der Tipp schon Richtung Lausanne ging und somit der Abschwung sozusagen vorhergesehen wurde. Nichts, was man prinzipiell an dieser Mannschaft kritisieren möchte, nur haben sie die tolle lange Erfolgsserie auch ein klein wenig angehäuften glücklichen Umständen zu verdanken und nicht der absoluten Dominanz in der Liga (beispielsweise stehen davor zwar zwei Siege, aber jeweils mit 3:2 gegen YB und in Thun, was sowohl vom Ergebnis her als auch vom Spielverlauf her eng war). Hier darf man auch ruhig mal auf die Tordifferenz blicken (und, so man denn möchte, mit der Wiener Austria und ihren 33-11 vergleichen): hier stehen 21-12 bei GC, in 15 Spielen, was nicht gerade für diese große Überlegenheit spricht, sondern für stets enge Spiele mit meist günstigem Ausgang.
Auch in der letzten Saison hatten der FCB einen leicht holprigen Start. Als sie aber einmal ins Rollen kamen, gab es kein Halten mehr (nach 10 Spieltagen stand man bei 4–4–2, nach 18 bereits mit 11–5–2 klar auf 1, am Ende bei 22–8–4 mit 19 Punkten Vorsprung auf 1). Sicher lief es in dieser Saison noch weitaus zäher an, mit den wenig erfreulichen Europapokalauftritten (erst im letzten Spiel gab es endlich mal wieder einen Sieg mit 1:0, spät, zu Hause gegen Videoton, aber doch auch ein Zeichen vielleicht für eine Trendwende) aber doch sind die aktuellen 7–6–2 ja nicht einmal unendlich weit entfernt von der Vorjahresbilanz. Anerkennen muss man auf jeden Fall, dass es zuletzt weitaus flüssiger lief.
Hier sind die Vorzeichen ganz klar: es ist ein sehr typisches Duell, in welchem Weichen gestellt werden können. Die Hütte wird eh zum Zerbersten gefüllt sein, die Stimmung eh immer gut dort, nach den letzten Siegen noch besser, Basel kann sich auf Europa eh nicht verlassen, wird also den Fokus komplett auf dieses Spiel haben, denn man kann den Rückstand von derzeit 6 Punkten keinesfalls anwachsen lassen, im Gegenteil, man muss diese Gelegenheit beim Schopfe packen und diesem Gegner die Grenzen aufzeigen. In der Tordifferenz, nur mal nebenbei gemerkt, liegt man ja sogar trotzdem vorne, mit 25-15, ein weiterer Fingerzeig, wer die bessere Mannschaft ist.
Nach der Partie werden es drei Punkte Rückstand sein und der GC allmählich weicher werdende Knie bekommen. Eine 1.

——————————————————————————————————————————————–
Lausanne Sports – FC Thun   (Entfernung : 125 km)
Es fehlen
Lausanne: Moussilou (30, MS) und Tall (31, IV)
Thun: Bigler (20, RV), Zuffi (22, ZM)
Ideal ist auf jeden Fall anders, denn dazu passt der FC Thun nicht so ganz. Wobei gerade die ab und an gestützten Thuner (die ja, laut Tranier Challandes, bereits wie der große FCB mit den ähnlichen Trikots wie der heimische, nämlich der FC Barcelona, auftraten) so ziemlich rein gar nichts getan haben, um der ihnen entgegengebrachten Wertschätzung Vorschub zu leisten. Es stehen einfach serienweise Niederlagen da bei nur einem Punkt aus 5 Spielen in Serie. So ist Lausanne bereits nach Punkten gleichgezogen und nur noch um einen Treffer schlechter.
Lausanne hingegen hat den hoch geschätzten Chris Malonga im Angriff, der zuletzt für mächtig Wirbel in den gegnerischen Abwehrreichen sorgte und an dem sich die Mannschaft aufgerichtet und stabilisiert hat. Neben ihm sind ein paar weitere sehr starke Akteure ins Rampenlicht gerückt, die aber sogar austauschbar scheinen. So hat die Mannschaft zuletzt hinten dicht gehalten und vorne ab und an getroffen und bei den Topvereinen Sion und Grasshoppers beim 1:1 jeweils einen Punkt entführt, jeweils auch zur Freude des Autoren, der ihnen diesen Aufschwung per Vorhersage zugetraut hatte. Der Ausfall von Moussilou könnte aber schmerzhaft sein, er einer der ins Rampenlicht gerückten, mit mindestens einer bärenstarken Leistung.
So ist die Lage hier dennoch einigermaßen klar: Lausanne kann im direkten Duell den Kontrahenten überflügeln und den Schwung der letzten Begegnungen konservieren, in diese Partie transportieren (trotz der zwei Wochen Pause, die nicht so vorteilhaft sind) und endlich im Heimspiel überzeugen: eine 1.
——————————————————————————————————————————————–
Servette Genf – FC Sion   (Entfernung : 132 km)
Es fehlen
Servette:  Baumann (26, IV), De Azevedo (30, OM), Gissi (20, MS), Kouassi (22, ZM), Moubandje (22, LV),  Mfuyi (23, IV)
Sion: Mrdja (28, MS), Manset (23, MS)
Der FC Sion hat die Genesung zwar  eingeleitet beim letzten 3:0 in St.Gallen, aber diese Partie und das Ergebnis nicht übertrieben bedeutsam aufgrund der frühen Roten Karte gegen St.Gallen. Der neue Besen kehrte zwar erfolgreich, hat aber nur die paar Spiele Zeit, sein Können zu zeigen (Pierre-André Schürmann;  ein Witz, eine solche „Galgenfrist“, denn dafür sind die Ausgänge ohnehin viel zu zufällig im Fußball, also braucht er kaum mehr als Glück; allgemein die Maßnahme nicht gerade hoch bewerte, sowohl die Entlassung des alten als auch die Teilzeitinstallation des neuen). Dennoch ist klar: in Sion steckt eine ganze Menge Potenzial. Derzeit wird als Neuzugang Gianluca Zambrotta gehandelt, der derzeit vereinslos ist. Mit 35 ist er zwar schon recht alt, aber man hat ihn doch als extrem starken Mann in Erinnerung und es könnte für die Superleague schon eine dolle Verstärkung sein, wobei Vorgänger Gennaro Gattuso (noch immer im Einsatz, sicher) nicht völlig außerhalb von Diskussionen steht.
Bei Servette eine unerfreulich lange Ausfallliste. Ja, es gab den ersten Saisonsieg, gerade gegen Leader GC, und es sind drei Spiele ohne Niederlage, aber vorbehaltlos anvertrauen möchte man sich dieser Mannschaft doch unter keinen Umständen. Überzeugen konnten sie nur selten und wenn man ganz ehrlich ist, dann ist der letzte Tabellenplatz der einzige, der ihnen zur Zeit zusteht, die Summe aller Leistungen zusammen genommen.
Von zwei Mannschaften, die man unter den gegebenen Umständen eigentlich nicht haben möchte, ist auf jeden Fall in diesem Spiel der FC Sion diejenige, die man etwas weniger nicht haben möchte. Wenn also, ein Tipp auf die 2, oder halt, ohne jede Verbrennungsgefahr, ein Pass.
——————————————————————————————————————————————–
Young Boys Bern – FC St.Gallen   (Entfernung : 207 km)
Was für Fakten gibt es zunächst? Der FC St.Gallen mit 31 Punkten, die Young Boys mit 17.  St.Gallen mit +10 Toren, YB mit +5 (aber immerhin positiv). YB zuletzt mit zwei Niederlagen. Ja, sie waren auswärts und ja, sie waren gegen GC und Basel, also zwei Spitzenmannschaften, und ja, sie waren beide knapp und umkämpft, auch wenn das 0:2 in Basel schon deutlicher klingt als das 2:3 bei GC. Davor, auch auswärts, ein Remis beim FCZ. Selbst wenn nebenher zuletzt zwei Siege in der Euroleague gegen Udinese gelangen und einer der besten Stürmer der Liga, wenn nicht der Beste, Raul Bobadilla, gerade in diesem Spielen zu Höchstform aufgelaufen ist, so ist es doch wohl alles andere als eine reine Erfolgsstory, die sich darstellt. Zumal gerade die Erfolge in Europa zwar höchst erfreulich sind (gegen Italiener manchmal geringfügig weniger bedeutsam als sie aussehen, da man bei denen nie weiß, wie sehr der Fokus auf Europa gerichtet ist), aber zugleich bedeuten können, dass man sich viel mehr auf das anstehende Spiel beim FC Liverpool  bereit macht, in der Hoffnung, dort zu punkten und die Gruppenphase zu überstehen (Schlussspiel gegen Anchi Machatschkala zu Hause; auf jeden Fall schwer, aber lösbar).  Klar ist auch, dass der Markt dabei bleibt, den Young Boys etwas zuzutrauen.
Nun also zu St.Gallen: was haben sie sich überhaupt je zu Schulden kommen lassen, wann passte die Leistung einmal nicht? Man hat 0;3 verloren gegen Sion, das ist wahr, nur hat diese Niederlage beinahe nur statistischen Wert, da man mit 10 gegen 11 einfach nicht werten möchte. Der Platzverweis war natürlich berechtigt und demnach hätte die Niederlage das Prädikat „selbst schuld“ verdient, nur ist es eben so, wie der Ball manchmal rollt: nach eigenem Eckball der zufällige Ballverlust, ein durchbrechender Stürmer, ein Mann stellt sich dem Unaufhaltsamen in den Weg, schon ist´s passiert. Auch die einzige Niederlage davor kam „nur“ bei Spitzenreiter GC zustande und war mit 1:0 nicht nur vom Ergebnis her ausgesprochen knapp. Ausreichend viel Klasse ist auf jeden Fall vorhanden, als herausragende Beispiele genannt den Slowenen Cavusevic (24, MS), Reggazoni  (29, LM) und, allen voran, den torgefährlichsten Mittelfeldspieler der Liga (auch bei Standards extrem gefährlich) Oscar Scarione (27, OM). Hinter diesem Erfolgstrio müssen sich allerdings einige andere kaum verstecken.
Nun wäre nur noch die Frage zu diskutieren, ob 14 Punkte Differenz einzig Zufälligkeiten angelastet werden können und „eigentlich“ die Young Boys doch die klar bessere Mannschaft sind, so, wie man es sicher vor Saisonbeginn annehmen musste? Nein, so lautet die Antwort hier. Reiner Zufall war es nicht, das 0:3 zuletzt viel eher einer kleinen Zufälligkeit geschuldet, ansonsten St.Gallen mit durchgehend stabilen, meist beeindruckenden Leistungen. Ein Einbruch ist, mit dem sehr ruhigen, angenehmen Jeff Saibene auf der Trainerbank wohl kaum zu fürchten. Man ist dicht dran oben und wird den gleichen Einsatzwillen wie in allen Partien zuvor an den Tag legen, gewürzt mit jeder Menge spielerischer Klasse. Die Young Boys könnten bereits ein halbes Auge auf den Donnerstag werfen sowie einen sehnsüchtigen, aber zugleich wegen Unerreichbarkeit leicht depressiven Blick auf die Rücklichter der weit vor ihnen stehenden Mannschaften in den eigentlich anvisierten Tabellenregionen.
Hier spricht alles dafür, dass St.Gallen sich erfolgreich aus der Affäre zieht. Ein X oder eine 2 als Tipp.
——————————————————————————————————————————————–
FC Zürich – FC Luzern   (Entfernung : 52 km)
Es fehlen
FCZ: Béda (31, IV), Benito (20, LV), Chikhaoui (26, OM), Goncalves (20, RV), Gavranovic (22, MS)
Luzern: Bühler (20, IV), Renggli (32, ZM), Ruiz (24, LV), Sorgic (23, MS), Urtic (21, RV), Puljic (29, IV)
Zunächst diese Bemerkung: da die Ausfallliste bei Luzern etwas länger ist und der FCZ trotz der wichtigen Ausfälle von Béda, und vor allem Chikhaoui und Gavranovic dennoch gerade in der Offensive genügend Alternativen hat, wird dieser Punkt vorsichtig als „neutral“ bewertet.
Trotz der deutlichen Anzeichen der Besserung zunächst beim FCZ und einem 4:1 in Thun im letzten Spiel überwiegt natürlich noch lange der Schatten das Licht auf die gesamte Saison bezogen. Ansätze sind immer wieder da, aber von „Konstanz“ kann keine Rede sein, das sowieso nicht, und noch immer stehen bei den Spielen (4–5–6) sowie bei den Toren (-1) negative Bilanzen.
Die Anzeichen einer sich  ausweitenden und nicht in den Griff zu kriegenden Krise aber beim Gegner noch weitaus größer. Dennoch GAB es ja ein 1:0 gegen den FCB, als dieser beim Debüt von Murat Yakin einfach nur enttäuschte, dieses (Stroh-)Feuer aber beim 1:1 gegen Servette danach im Heimspiel bereits weitest gehend wieder erloschen. Vorne klemmt es (nur 14 Tore in 14 Spielen) und hinten brennt es (bei 21 Gegentreffern), so könnte man es zusammen fassen. Nur 13 Punkte in 14 Spielen eher eine Absteigerbilanz, wenn da nicht Servette wäre, mit 6 Punkten weniger.
Wie soll man also Zugang finden zu der Partie? Welcher der größten beiden Krisenclubs (YB wegen Europa zählt nicht so arg) kann sich einen Weg bahnen? Per Münzwurf kam heraus: der FCZ macht es. Auch hier die Zuschauer treu, nehmen einen Sieg mit 4:1 als Seelenbalsam, wie auch die Spieler, und legen nach. Die Unruhe bei Luzern könnte zum Sturm werden nach dieser Niederlage. Ein Heimsieg, Tipp die 1.
——————————————————————————————————————————————–

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s