Vorschau Österreich tipp 3 Bundesliga, 16. Spieltag

Austria Wien – SC Wiener Neustadt   (Entfernung : 61 km)

Es gibt wohl selten klarere Angelegenheiten als diese Partie. Die
Ligapositionen, Torverhältnisse, allgemeine Ausbeuten fast exakt
gegensätzlich. Die Austria mit einer Tordifferenz von 33-11, die Gäste mit
einer von 11-31, Austria mit 35 Punkten aus 15 Spielen, also weit über den
geforderten 2 pro Spiel (35:15 = 2.333), die Neustädter mit 10 in 15 weit
unterhalb des geforderten einen pro Spiel, ab welchem man ordentlich um den
Klassenerhalt mitspielt. Man bedenke zugleich, dass ein Torquotient von 3
(33:11) eher dem von Barcelona oder Real entspricht und nicht etwa einem
normalen Spitzenreiter in Österreich, und allgemein in Europa rückt ab einem
Torquotienten von 2.0 der Platz an der Sonne in Reichweite (diese beiden
Werte von 2.0 auf die Tore bezogen und 2 Punkten  pro Spiel sagen in etwa so
viel aus: im Schnitt zwei Tore erzielen und eines kassieren pro Spiel, und
auswärts Remis holen und daheim gewinnen, das ergibt zwei Punkte pro Spiel,
3 zu Hause, einen auswärts, macht 4 in 2 Spielen).

Nun ja, das war ein bisschen Statistik. Der designierte Absteiger hat
zugleich den letzten Platz eingenommen, und selbst wenn man ihnen hier oder
da wirklich die Ligatauglichkeit bescheinigt hat, so gilt doch die bekannte
Regel: einer MUSS absteigen, und wer sollte es sonst sein? Natürlich ist
Wacker Innsbruck weiterhin ein Kandidat, aber immerhin haben sie ja nun ein
paar Spiele lang ganz gut dicht gehalten und ein paar dringend erforderliche
Punkte eingefahren und damit den Eindruck bestätigt, dass das Potenzial dort
doch etwas höher sein dürfte.

Die Auftritte der Austria einfach von Saisonbeginn an sehr gut, überzeugend,
und an keiner Stelle nachlassend, im Gegenteil, sogar mit ansteigendem Level
und inzwischen absolut verlässlicher  Konstanz. Der einzige kleine Pferdefuß
bleibt, dass beim Duell Erster gegen Letzter und bei vermeintlich so klarer
Ausgangslage die Überheblichkeit Einzug halten könnte auf der einen Seite
und der Mut der Verzweiflung („Was haben wir in dieser Partie schon zu
verlieren? Rein gar nichts! Also mutig raus, Taktik fast egal, nach vorne,
wenn sich die Chance bietet und hinten rein in die Zweikämpfe und raushauen
was geht.“) auf der anderen. Nur mag man diesmal nicht so recht dran
glauben. Die Austria scheint viel eher Freude am Fußball zu haben und sich
in jedes Spiel richtig reinzuhängen,, mit der nötigen Leichtigkeit und doch
Konzentration. Die Chance ist da und je weiter die Saison voranschreitet,
umso mehr rückt die mögliche Überraschung, den Bullen ein Schnippchen
schlagen zu können, in greifbare Nähe. Hier wird man sich also nicht vom
Siegesweg abbringen lassen, so der keineswegs gewagte Tipp, eher den Gegner
klar und deutlich nach Hause schicken.

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Wolfsberger AC – Admira/Wacker Wien   (Entfernung : 239 km)

Allmählich entwickelt sich die Admira zu einem richtigen Sorgenkind. Wurde
ihnen in den ersten Pleiten noch jeweils eine gute Leistung bescheinigt,
zugleich ein bisschen Pech, so kamen doch die letzten Niederlagen zunehmend
zwangsläufiger zustande. Das 0:5 in Salzburg war natürlich schwerlich zu
drehen, aber doch möchte man nicht unbedingt fünf Stück einfangen und vorne
keinen machen. Danach das 1:2 gegen Sturm sah schon von ihrer Seite ziemlich
arg nach Mittelmäßigkeit aus, in welcher man mittlerweile schon am unteren
Ende feststeckt. Nichts also mehr, was einen für dieses Team votieren ließe.

Umgekehrt sieht man dafür bei Wolfsberg doch einige Ansätze. Sie haben den
Erfolg eingefahren, den man ihnen zutraute mit dem 2:0 bei Rapid, was
natürlich ein absolutes Highlight, sogar für die Vereinschronik ist, und
längst konnte man den frühen Eindruck bestätigen, dass hier ganz normale
(das bedeutet: durchschnittliche, was aber für einen Aufsteiger ein großes
Kompliment ist) Ligatauglichkeit gegeben ist. Anfangs wurde ihnen
„angekreidet“ (schön wäre der Fußball anzusehen, wenn alle so spielen
würden; verantwortlich dafür könnte man die Regelauslegungen machen, dass es
NICHT so ist, denn den Verteidigern wird im Zweikampf stets Vorfahrt
gewährt, sie dürfen mehr als die Angreifer, ohne, dass man einen Grund dafür
erkennen könnte), körperlos zu verteidigen, was in der Liga nicht ganz
ausreicht, um die Gegner am Tore schießen zu hindern (zugleich wurden ihre
spielerischen Stärken gelobt, und auch dies bestätige sich), aber auch hier
war ganz klar ein Lerneffekt zu beobachten. So steht man bei einer
Tordifferenz von -1 solide im Mittelfeld und sogar zwei Punkte vor dem
heurigen Gegner mit der gleichen Differenz.  Warum also sollte die Admira so
klar besser sein? Die letzten beiden Spiele sind noch eindeutiger pro
Wolfsberg.

Also wagt man den Tipp, zu behaupten, dass Wolfsberg diese Partie gewinnen
wird. Eine 1.

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SV Mattersburg – Rapid Wien   (Entfernung : 71 km)

Wie sollte einem nun diese Partie schmecken? Man hatte sich Mattersburg
anvertraut — und sie haben in Ried 6 stück kassiert. Da wird es ja
schwerlich gehen, ihnen erneut das Vertrauen auszusprechen? Andererseits ist
Rapid natürlich in einer sehr tiefen Krise. Was auch immer unter der Woche
geschehen mag (auf der Vereinsseite ist nichts zu sehen, außer der guten
Nachricht, dass Teufen Hofmann seinen Vertrag verlängerte), es läuft einfach
nicht und dürfte auch nicht von heute auf morgen zu reparieren sein. Extrem
wichtig dürfte die Aufstellung von Steffen Hofmann auch für diese Partie
sein. Er hatte ja vor einigen Wochen gespielt mit einer Spezialbrille, aber
die Einschränkungen waren wohl zu groß. Ob es diesmal klappt? (Sehr
interessant übrigens: die Österreicher sind ja grundsätzlich ein
pessimistisches Volk, noch mehr die Wiener; auf der homepage gibt es eine
Umfrage, wie die Partie in Mattersburg ausgehen wird. Hier das überraschende
Zwischenergebnis: 59.6% glauben an eine weitere Niederlage, nur 27.6% an
einen Sieg, der Rest das neutrale Remis).

Aber deshalb Mattersburg nehmen? Sicher waren die Spiele davor, gerade vor
eigenem Publikum, durchaus ansprechend und man hatte ja diese
Leistungsfähigkeit zugrunde gelegt für den Tipp in Ried, aber doch sind die
6 Gegentore einfach zu schmerzhaft. Nein, kein Tipp, aber die geringfügige
Neigung, dass eher Mattersburg die Wiedergutmachung gelingt als dass Rapid
in die Erfolgsspur zurückkehrt.

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Sturm Graz – SV Ried   (Entfernung : 242 km)

Ja, Ried konnte beeindrucken in der letzten Partie, speziell Sturmspitze
(ausgerechnet hier, gegen Sturm) René Gartler mit seinen drei Treffern, aber
auch sonst lief das Spiel flüssig und rasant Richtung Gegners Tor. Nur muss
man in Österreich immer einkalkulieren, dass eine geschlagene Mannschaft
oftmals keinen großen Widerstand mehr aufbaut. So war es spätestes nach dem
dritten erledigt.
Sturm konnte hingegen ein paar Mal davor sehr gut gefallen, besonders in der
Partie gegen Rapid (ja, dieses Krisenrapid, vielleicht deshalb kein
richtiger Gradmesser?), aber beim 2:1 bei der Admira nicht gerade vom Hocker
reißen. Da in den beiden Heimpartien davor auch nur ein 0:0 gegen
Mattersburg und das 1:1 gegen die Austria, wo man eher die schlechtere
Mannschaft war, so genügt es nicht, sich hinter Sturm zu positionieren. Ried
erst recht nicht, also bleibt nur ein Pass.

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Red Bull Salzburg – Wacker Innsbruck   (Entfernung : 163 km)

Wer in letzter Zeit irgendwie Geldmangel hatte, konnte sich eigentlich immer
ganz gut auf die Partien von den Roten Bullen freuen. Denn das kam dem Geld
drucken schon ziemlich nahe. Klare Dominanz, haufenweise Torchancen und
meist ausreichend viele verwertet, nur beim 0:2 bei Rapid während der
andauernd klaren Überlegenheit das Tore schießen vergessen.

Die Innsbrucker haben die angekündigte Niederlage kassiert beim 0:3 daheim
gegen die Austria (nach drei hauchdünnen Siegen in Folge, plus dem
Pokaltriumph bei Sturm) und dürften auch sonst dem Angriffswirbel einfach
nicht gewachsen sein. Von „Unterschätzen“ möchte man absolut nichts hören an
dieser Stelle, und dafür gibt es ja, trotz der letzten Niederlage des
Gegners, überhaupt keinen Anlass. Nein, die Bullen setzen auch die Serie der
tollen Spiele fort und werden dem Gegner nicht den Hauch einer Chance
lassen. Klare 1, mit einigen Treffern.

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