Vorschau Heute für Morgen 1. Liga Österreich, 17. Spieltag

Blau Weiß Linz – SKN St.Pölten    (Entfernung : 124 km)

Selbst wenn sich BW Linz hier oder da mal etwas Respekt verschaffen konnte:
der letzte Platz ist ihnen treu geblieben und weiterhin hat der Gegner es
geschafft, sich noch viel mehr Respekt zu verschaffen, denn die Partie
ausgerechnet in Grödig, beim Langzeitzweiten, mit kaum je Gegentoren,
gelangen ihnen auch ohne Segovia 4 Treffer, zudem wurde damit der Tipp zum
Gelingen gebracht, der ja nur zustande kam, weil man ihnen davor schon
vertraute. Denn davor wurde Leader Austria Lustenau daheim in die Knie
gezwungen, was jedenfalls etwas bedeutet, mehr noch dadurch, dass man sie
beinahe auf Schlagdistanz herangeholt hat. Es sind nur mehr 4 Punkte und die
sind allemal überbrückbar, sogar derzeit noch aus eigener Kraft. Also: die
Hoffnung lebt und erst mit Segovia, der eigentlich wieder fit sein müsste.
Die drei Gegentore, die man in den Schlussminuten kassierte, haben
eigentlich so gut wie keine Bedeutung außer die positive, dass der Wettmarkt
es wohl dadurch zu einem „engen Spiel“ erklärt, wegen des 3:4, und ihnen
womöglich dicke Abwehrschwächen anlastet, die einfach nicht gegeben waren.
Nach dem 4:0 war das Ding durch, einen Ehrentreffer gewährt man dann gerne
und in der 89. ein Elfer, na gut, mit der letzten Aktion das 3:4, so dass es
mit Spannung nichts zu tun hatte und auch nicht mit Schwitzen müssen
dementsprechend. Es war ein klarer Sieg, das die Wahrheit.

BW Linz hat sich gewehrt beim Leader und ist beim 1:2 anzuerkennenderweise
nicht unter die Räder gekommen. Aber auch hier war der Gegner minimal
verunsichert, die Leichtigkeit kurzzeitig verflogen, aufgrund der zwei
Niederlagen zuvor, und doch hat man den Gegner eigentlich klar dominiert,
1:0 und 2:0 gemacht und erst sehr spät das 1:2 kassiert, was auch hier keine
große Bedeutung mehr hatte.

Die Argumentation läuft eindeutig darauf hinaus: St.Pölten ist in guter
Verfassung, hat den Ausfall ihres Topstürmers sogar gut verkraftet, hat den
Aufstieg in Sichtweite und ist einfach zu stark für die Linzer. So lautet
der Tipp: 2, ein Auswärtssieg.

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First Vienna – SV Horn    (Entfernung : 86 km)

Hier bietet sich eine ganz gute Gelegenheit, Stellung zu beziehen. Denn:
First Vienna hat im letzen Heimspiel wirklich gut gefallen. Die Torgefahr
durch Standards extrem hoch, und davon dürfte es in einem Heimspiel gegen
ein in der Nachbarschaft angesiedeltes Team (nicht geographisch gemeint,
sondern tabellarisch) durchaus wieder viele geben. Wichtig natürlich: ist
Andreas Dober, der Mann für die Standards wieder dabei (derzeit keine
Informationen erhältlich)?

Horn hat nicht beeindrucken können zuletzt beim 0:0 gegen Hartberg, und auch
davor nicht beim 0:3 in Linz. Keine Tore mehr und keine Leichtigkeit, die
den Aufsteiger lange Zeit beflügelte. Die Derbytendenz eigentlich eine
Gegenanzeige, aber die Bedeutung dürfte gering sein.

Also: Tipp 1, falls Dober dabei ist. Ohne ihn eher ein Pass.

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TSV Hartberg – SC Rheindorf Altach    (Entfernung : 671 km)

Also: den Altacher wurde schon häufig ein höheres schlummerndes Potenzial
bescheinigt, das ist keine Frage. Zuletzt wurden auch zwei Siege
eingefahren, mit 1:0 beim FC Lustenau, und mit 3:0 gegen First Vienna. Aber:
die beiden Spiele waren gar nicht so gut, wie sie von den Ergebnissen her
erscheinen. Beim 1:0 in Lustenau kam man zwar, zugegebenermaßen, von dem
schweren Pokalspiel bei Rapid, die man in die Verlängerung gezwungen hatte,
aber doch war eher der Gegner näher dran an einem Sieg als die Gäste. Auch
das 3:0 gegen First Vienna konnte nicht vollends überzeugen, bei welchem die
Gäste ja sogar auf ihren besten Mann verzichten mussten. Man hat gewonnen,
ja, man hat drei Tore erzielt, auch gut, man hatte auch ein paar mehr
Chancen, sicher, nur waren sie weit davon entfernt, wie eine
Spitzenmannschaft aufzutreten.

Hartberg kann natürlich auch keinen Hering vom Teller ziehen, ist in der
Tabelle etwa dort angesiedelt, wo man hingehört, nämlich auf Rang 7, aber
doch sind es nur 4 Punkte Rückstand auf den Gegner, doch hat man zuletzt aus
drei Spielen 7 Punkte eingefahren, doch hat man Parapatits in den Reihen und
sogar mit Juvhel Tsoumou einen eigentlichen Juwelen in den Reihen, der zwar
zuletzt nur eingewechselt wurde, aber durchaus die Ansätze zeigt, die ihm
schon längst auch von Deutschen Nachwuchskadertrainern nachgesagt wurden
(als er in verschieden Jugendteams zum Einsatz kam und er U18 und U19, als
Deutsch-Kongolese), die den Juwelen zum glitzern bringen können. Also:
Hartberg eigentlich mit guten Leistungen zuletzt, auch wenn ein 0:0 in Horn
natürlich nicht gerade ein Volltreffer ist.

Fazit: der Wettmarkt dürfte den Höhenflug der Altacher etwas überbewerten.
Man würde sicher auch gerne mit ihnen gehen, aber dafür sollten zunächst die
Leistungen in der gleichen Qualität wie die (Vorschuss-)Lorbeeren sein. Hier
verliert demnach Hartberg nicht, 1 oder X.

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SV Kapfenberg – SV Grödig    (Entfernung : 233 km)

Ein Narr muss sein (wie der Autor bisher), der diesen Kapfenbergern noch
eigenes Geld hinterherwerfen möchte. Sie können nichts, oder, falls doch,
bringen es nicht auf den Platz, die Stimmung rundherum miserabel, das
typische Absteigerphänomen hat sie voll erwischt und nie mehr losgelassen,
welches auf der Illusion beruht, dass es eine Liga tiefer irgendwie leichter
geht und man nicht alles herausholen muss sondern einfach seine
(eingebildete) Überlegenheit (die sich meist nur in erhöhten Gehältern
zeigt) auf den Platz bringen muss. Pustekuchen! Schon sind die ersten
Partien verloren, schon gibt es Unruhe, schon tauchen die ersten Fragen auf
und mit ihnen die ersten Plakate der nach und nach weniger werdenden Fans,
die ebenfalls von der Illusion betroffen sind, dass man zwar abgestiegen und
mit viel Frust Woche für Woche nach Hause gehen musste, aber nun ein paar
Kantersiege zu sehen bekommt, die eine glorreiche Zukunft versprechen und
erst einmal die geschundene Seele einbalsamieren. Nix da! Der Frust erhöht
sich noch und macht sich in noch lauteren Pfiffen Luft — sofern man
überhaupt noch hingeht, und mittlerweile längst über Stadionlautsprecher
namentlich begrüßt wird.

Grödig hingegen hat natürlich die üble Pleite zu Hause zu verdauen, mit vier
Gegentoren von St.Pölten, und davor das 0:3 in Hartberg, als man auch so gut
wie gar nicht auf dem Platze war. Es gelang endlich, die Fans zu
mobilisieren, neue zu finden und ins Stadion zu locken — schon bleiben die
Leistungen aus. Stefan Lexa ist unverzichtbar und wurde zuletzt nur
eingewechselt. Natürlich dürfte das dem Trainer eine Lehre sein und er wird
ihn von Anfang an bringen, aber gut für die Stimmung war es rundherum nicht.

Also: wenn überhaupt könnte man nur die Gäste nehmen und wenn auch nur auf
Sieg.

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FC Lustenau – Austria Lustenau    (Entfernung : 0 km)

Ein Glück ein Derby: denn es bedeutet, dass man sich viel Schreib- und
Denkarbeit ersparen kann. Die gemütlich kicken lassen, vielleicht vorm TV
gemütlich machen und Derbyatmosphäre atmen, nur bitte: finanziell nicht
verwickeln. Zumindest rät man als Autor davon ab, weil die Derbies dieser
Bauart (also: zwei Teams aus einer Stadt, nicht etwa Nachbarstädte) die so
eigenen Gesetze haben, die man nicht kennt. Wer sie doch zu kennen meint
(oder es auch wirklich tut), rauf mit der Kohle  — und am besten vorher und
nachher eine kurze Notiz an den Unwissenden hier.

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