Rückblick Österreich tipp 3 Bundesliga, 15. Spieltag

Zusammenfassung: wenn alles immer so glatt liefe, hätte man an dieser Stelle wenig zu vermelden. Ein schlechter Tipp, mindestens vier gute, da kann man wohl direkt mit Freude in die einzelnen Partien schauen.
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Admira/Wacker Wien – Sturm Graz   1:2 (0:1)

Zuschauer:  3.857   (Schnitt bisher: 2.917; -35% gegenüber Vorjahr)
Nein, so wenig man an einzelne, den Sommer verheißende Schwalben glaubt: Sturm in dieser Form muss man alles zutrauen. Aber: gegen die Admira könnte man sich unmöglich stellen, hinter sie geht einfach nicht in dieser Paarung. Also bleibt nur das Pass.
Verlass dürfte aber darauf sein, dass es eine offensiv geführte Partie wird und beide hier oder da mal treffen. Heißt: over.

 
Das over ist gekommen, aber man ist keineswegs stolz darauf. Sturm war zwar das bessere Team, aber doch nicht so begeisternd wie zuletzt. Bedeutet nicht, dass man ihnen nun nichts mehr zutrauen würde, aber doch war die Partie insgesamt eher etwas müde und längst nicht das angekündigte Torchancenfestival. Die Admira hatte einfach nicht so viel zu bieten und Sturm begnügte sich mit  einem abgeklärten, ruhigen Auftritt ohne besondere Glanzlichter. Das 1:0 fiel eher etwas zufällig, aber aus einer Druckphase heraus, auch das zweite war nicht in dem Sinne herausgespielt sondern auch ein Zufallsprodukt, wobei eben bis dahin fast nur Sturm spielte, die Führung also verdient war. Admira bemühte sich danach, kam auch zum Anschluss und hätte in der Nachspielzeit beinahe noch den Ausgleich geschafft, verdient wäre es aber nicht gewesen.
Insgesamt eine Partie, aus der man nicht zu viele Rückschlüsse ziehen möchte. Die Admira müsste aber doch einmal wieder überzeugen, damit man die Anhängerschaft nicht aufgibt. So sind sie jedenfalls kaum zu stützen.
Die Zuschauer waren da, das ist doch positiv anzurechnen.

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Wacker Innsbruck – Austria Wien   0:3 (0:0)

Zuschauer:   6.684  (Schnitt bisher: 4.791; -25% gegenüber Vorjahr)

So sehr einem bewusst ist, wie dünn das Eis sein müsste, auf das man sich begibt, es wird einfach für „tragend“ erklärt. Die Austria ist viel zu stark für die Innsbrucker, deren Siege meist aus der verteidigenden Position heraus und zugleich das Glück nicht unerheblich in Anspruch nehmend, erzielt wurden: eine klare 2. Punkt.

Der Tipp ging also klar auf, was hat die Partie zu bieten gehabt?
Austria begann sehr stark und kam zu etwa zwei guten Chancen. Diese wurden nicht genutzt, danach präsentierte sich die Heimmannschaft eine Weile lang sehr engagiert und gut, ohne aber zu sehr ernsthaften Chancen zu kommen. Austria mit Ruhe und Abgeklärtheit dagegen, wartete auf die Chance. Diese kam direkt nach dem Wechsel — und wurde prompt genutzt. Nach dem 1:0 gab es ein völlig korrektes Gelb-Rot (die erste Aktion war wohl schon eher Rot), jedoch ausgerechnet dann die zwei besten Chancen für Innsbruck: nach einem Konter kam im Überzahlspiel Wallner zum Abschluss, traf den Ball aber nicht gut und etwas später war es ein Kopfball, der vom Pfosten ins Feld sprang. Die Austria dann locker mit zwei weiteren Treffern, wobei es wohl hätte schwerer werden können, wenn Innsbruck den Ausgleich geschafft hätte.
Insgesamt aber doch alles ziemlich gut so, wie man es vorhergesagt hat, was nicht nur am Eintreffen abgelesen wird. Austria wirklich so weit gefestigt, dass sie ein ernster Anwärter sind. Selbst wenn man weiterhin Salzburg den Vorzug gibt.
Auch hier wieder reichlich Zuschauer. Klar ging es gegen den Leader, aber doch recht beachtlich die Zahl. Verständlich angesichts des Aufwinds natürlich.
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SV Ried – SV Mattersburg   6:1 (4:1)

Zuschauer:  4.200   (Schnitt bisher: 4.709; -4.2% gegenüber Vorjahr)
Hier wagt man zu prophezeien, dass Mattersburg die Partie nicht verlieren wird. X oder 2.

Bei vier guten Tipps nimmt man logischerweise einen, selbst wenn ganz krass in den Sand gesetzt, gelassen hin. Die Sache so klar wie das Ergebnis. Das erste Tor bereits nach 4 Minuten — Freistoß fast von der Mittellinie, lang Richtung Tor gezogen, alle, Angreifer und Verteidiger laufen hinein, Toptorjäger René Gartler kommt heran und nickt ein, die absolute Standard- der Standardsituationen –, wonach die Partie direkt zur Einbahnstraße wurde.
Wenn man Erkenntnisse hieraus gewinnen möchte, dann sind es die: gegen die Mitte der Saison (welcher man sich annähert), noch dazu in den vom Wetter her unliebsameren Wintermonaten, haben Duelle von Teams in der Tabellenmitte eine deutliche Neigung zu Heimsiegen. Das ist einfach so und sollte man stets (und etwas mehr) berücksichtigen. Der Grund — dies aber doch von Paarung zu Paarung eher individuell ablesbar — ist logisch: sofern die Gäste sorgenfrei (und ohne größere Ambitionen), kann es schon mal passieren, dass man den einen Schritt weniger tut — was bei den Heimteams nicht vorkommen dürfte angesichts der Fans im Stadion. Dies hier bei Mattersburg ziemlich offensichtlich der Fall. Es hat absolut nichts mit (fehlender) Klasse zu tun, nur etwas mit einer geringfügig laxen Einstellung. Die Ergebnisse waren gut, die Tabellensituation ok, der Gegner weder namhaft noch übermächtig, führt dazu: „Lass uns heute mal etwas ruhiger angehen.“ Schon ist der Ball drin, schon nimmt das Unheil seinen Lauf.
Ändert nichts daran, dass die Rieder Angriffszüge teilweise großartig aussahen und dass ein René Gartler (mit seinem ersten bis dritten Heimtreffer) den Unterschied machen kann. Hat Mattersburg so einen? Wohl nicht.
Ein anständige Anzahl an Zuschauern, angesichts des unattraktiven Gegners und der schlechten Serie zuletzt. Beachtlich und ein gutes Zeugnis. Belohnt wurden die Kommenden.
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SC Wiener Neustadt – Red Bull Salzburg   0:3 (0:1)

Zuschauer:  1.800   (Schnitt bisher: 3.191; +10.8% gegenüber Vorjahr)
Tipp 2, glasklar, und zwar gerne auch im Handicap.

So wenig wie in der Vorschau gibt es im Rückblick über die Partie zu sagen. Wenn man den Bullen etwas ankreiden möchte, dann dies, dass sie eventuell in Hälfte 1 schon ein wenig arrogant aufgetreten sind. Es ist wohl eine logische Folge von mehreren klaren Erfolgen und kaum zu vermeiden, nur sollte man in dem Sinne achtsam sein. Die erste Halbzeit also doch ziemlich ausgeglichen, mit der Führung „nur“ nach einem Standard (das Übliche: langer Ball aus dem Halbfeld in den Strafraum, ein Stürmer kommt heran und nickt ein) und einigen Möglichkeiten auf beiden Seiten, in Hälfte 2 doch noch ein paar der versprochenen spielerischen Glanzlichter und das 3:0 am Ende beinahe sogar zu knapp.
Eine Katastrophe die Zuschauerzahl. Wann wollen sie denn kommen, wenn nicht gegen Salzburg? Das sind eindeutig Zahlen eines Absteigers. Die Fans haben wohl fast schon kapituliert?!
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Rapid Wien – Wolfsberger AC    0:2 (0:1)

Zuschauer:   13.000  (Schnitt bisher: 15.245 -6.8% gegenüber Vorjahr)
Der Tipp, als natürlich krasser Außenseitertipp, kann dementsprechend nur lauten: Wolfsberg nimmt etwas mit aus Wien. X oder 2, in einem vermutlich eher torarmen Spiel.

Bei krassen Außenseitertipps, vor allem, wenn man sie denn gewonnen hat, ist eine richtige „Analyse“ schwierig(er). Denn: man dürfte ja sogar eine ordentliche Überlegenheit des Favoriten einkalkulieren und auch in  Kauf nehmen, also sogar erkennbares Glück in Anspruch nehmen, und man dürfte den Tipp noch lange nicht schlecht reden.
Hier war es aber ziemlich anders und in dem Sinne glasklar: Wolfsberg war kaum unterlegen, ging schon früh in Führung (6.) und war auch danach kaum unter Druck, trotz einiger Überlegenheit im Ballbesitz für Rapid, ohne, dass sich dieser in Chancen niedergeschlagen hätte. Die Hälfte 2 begann wie die erste: mit einem frühen Tor für Wolfsberg. Das Aufbäumen von Rapid war zwar für kurze Zeit zu erkennen, der Anschluss gut möglich, wonach man erneut schauen müsste, aber in der Summe bleibt ein verdienter Erfolg für Wolfsberg.
Anzumerken hier natürlich dies: ohne Steffen Hofmann ist Rapid nur die Hälfte wert (und er fehlte, mit ihm die Ideen). Und: die Fans haben sich lautstark bemerkbar gemacht, natürlich nicht eben positiv, also kommt langsam Unruhe auf angesichts der Misserfolge.

Bei Rapid wie immer viele Fans. Ob die allerdings wieder kommen? Die kritischen Stimmen mehren sich, einige gingen demonstrativ weg, lange vor Abpfiff, nicht ohne aber den Rauswurf des Vorstands zu fordern.
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