Vorschau 3. Bundesliga, 17. Spieltag

Kickers Offenbach – Hansa Rostock  (Entfernung: 672 km)

Beide Mannschaften konnten mit ihren Auftritten zuletzt nicht überzeugen. Offenbach hat das Derby in Darmstadt mit 0:1 verloren nach einer eigentlich indiskutablen ersten Hälfte, das Aufbäumen in Hälfte 2 kam zu spät und war zu wenig, nach dem Pokalerfolg gegen Union aber vielleicht der etwas lethargische Beginn verständlich. Dennoch: gut waren sie nicht, Ursachen egal.
Rostock gewann zwar gegen Saarbrücken, auch scheinbar klar mit 2:0, aber das Spiel konnte einfach nicht begeistern. Wenige Chancen auf beiden Seiten und auch sonst kein Feuer im Spiel. Die Skepsis gegenüber Rostock bleibt bestehen.

Es passt einfach nicht richtig bei dieser Partie. Dennoch würde man viel lieber auf die Heimmannschaft setzen. Vielleicht war das schwache Spiel letzte Woche doch eine Folge des Pokalerfolges? Das Derby mit seinen eigenen Gesetzen? Also, sehr vorsichtig, eine 1.

————————————————————————————————————————————–

SpVgg Unterhaching – SV Babelsberg 03    (Entfernung: 572 km)

Babelsberg hat zwar einen Sieg erzielt beim 1:0 gegen Stuttgarter Kickers, aber dieser war, auf einer Glücksskala von 1 bis 10 jedenfalls bei 10 angesiedelt. Ohne eigene Chance und doch gewonnen (die eine zum Tor führende war zufällig entstanden, zudem der Schuss abgefälscht). Zugegeben, dass man ab Minute 40 mit einem Mann weniger spielte und insofern mit einer Verteidigungsschlacht rechnen musste, und überhaupt Konstellationen 10 gegen 11 kaum zur Beurteilung von Fähigkeiten herangezogen werden, aber davor war es auch schon so wenig und in den Spielen davor ohnehin. Also: Babelsberg ist richtig schwach und in Kombination mit den Querelen derzeit würde man sich niemals hinter sie stellen, wenn überhaupt also gegen sie.

Unterhaching hat ein 3:0 erzielt, im bayerischen Derby gegen Burghausen und selbst wenn sich dies etwas besser anhört als das Spiel war, so kann es ja unmöglich gegen sie gewertet werden. Sie haben einen Spitzenplatz behauptet, von welchem sie doch ziemlich sicher erwarten können, dass sie ihn irgendwann wieder hergeben müssen, denn, das spürt man sicher, so weit ist man auch noch nicht. Aber: die junge, veranlagte, spielstarke, hungrige Truppe wird es der viel namhafteren Konkurrenz so schwer machen wie möglich, ihnen den Platz abzuluchsen. Also: freiwillig wird man ihn nicht hergeben, und doch muss man nicht bis zum Ende der Spielzeit mit dem Erfolgs orientierten Spiel richten, was da auf Ergebnis ausgerichtet ist. Sie werden auch in dieser Partie so frisch, fromm, fröhlich, frei nach vorne spielen wie in den Vorgängerpartien — und sich überraschen lassen, was dabei herauskommt.

Diesmal, so die leise Vorahnung, wird es mit einem Erfolg enden, dieses Unterfangen, der Gegner einfach zu schwach und zudem vom Umfeld her angeschlagen. Eine 1.

————————————————————————————————————————————–

Alemannia Aachen – Hallescher FC    (Entfernung: 518 km)

Hier geht es zwar, sich zu positionieren, aber doch nicht ganz so klar, wie man es vorher dachte. Aachen sollte zu einem Heimsieg bereit stehen. Überzeugend das letzte Spiel, selbst wenn beim 1:1 nicht vom vollen und verdienten Erfolg gekrönt (in Heidenheim). Aber doch so gut, dass man dieser Truppe sehr gerne das Vertrauen schenken möchte. Die Zuschauer werden eh wieder erscheinen, womit man allerdings bereits beim „Aber“ angelangt wäre.
Denn: sie kommen zwar und sicher auch in der Bereitschaft, das Team und den Verein zu unterstützen, aber dennoch wohl wissend, dass es einer der letzten Auftritte der geliebten Alemannia sein könnte. Die Insolvenz schwebt über ihnen wie das berühmte Schwert des Damokles. Ob sie auf Dauer davon unbeeinflusst (so lange sie überhaupt spielen) spielen können, ist doch etwas fraglich.

Der zweite Teil des „Aber“ ist die Qualität de Gegners, wobei diese, wie zuletzt im Rückblick angemerkt, so ziemlich einzig an Maik Wagefeld festgemacht wird. Er kann eine Mannschaft führen und mitreissen, er kann hinten abräumen, vorne vorbereiten oder vollstrecken und ist mit einem Einsatzwillen ein Vorbild der besonderen Art. An ihm kann sich die Mannschaft hochziehen und hat so zuletzt das 2:2 gegen Bielefeld erzwungen.

Trotz dieser Einschränkungen bleibt es dabei: Tipp 1.

————————————————————————————————————————————–

Arminia Bielefeld – VfB Stuttgart II    (Entfernung: 481 km)

So sehr sich der Entschluss ein weiteres Mal bestätigt hat, sich mit den Zweiten wenn überhaupt nur sehr vorsichtig zu verwickeln, in dieser Partie muss es doch geschehen, selbst wenn die Vorsicht sich in Form eines vernünftig reduzierten Einsatzes bemerkbar machen könnte. Bielefeld konnte auch beim 2:2 in Halle durchaus gefallen, hat dies über Wochen getan, teilweise sogar brilliert, ihnen würde man unter keinen Umständen den Rücken kehren, im Gegenteil weiter an ihnen festhalten, selbst wenn das erwähnte Unentschieden den vorwöchigen Siegtipp kaputt machte. Stuttgart hat jede Menge Veranlagung gezeigt, dürfte nur dann auf verlorenem Posten stehen, wenn die Physis zum entscheidenden Faktor wird. Selbst wenn gerade die Arminia in der Lage ist, spielerisch für die Glanzlichter zu sorgen, so könnte diese doch im Heimspiel, vor allem im Abwehrbereich, zum Einsatz kommen und so den Gegner vom eigenen Tor fern halten.

Bei allem Respekt und mit der gebotenen Vorsicht, was die (hier nicht reflektierte) Einsatzhöhe angeht: Tipp 1 für Heimsieg.

————————————————————————————————————————————–

Wacker Burghausen – VfL Osnabrück    (Entfernung:  739 km)

Die Neigung ist hier relativ klar: Burghausen hatte man zwar lange Zeit für etwas besser gehalten und eingestuft als der Markt — dies durchaus mit Erfolg — aber zuletzt doch angemerkt, dass die Fülle der Erfolge längst zu viel des Guten waren. Nun gab es ein 0:3 in Unterhaching, davor bereits ein 1:3 gegen Stuttgarts Nachwuchs, so dass dieser Einschätzung Vorschub geleistet wurde. Burghausen, vor allem mit Mokhtari und den Standards, keineswegs schwach, aber auch sicher nicht mehr als Mittelmaß in der Liga (was durchaus einiger Wertschätzung entspricht, entgegen dem Klang des Wortes „Mittelmaß“).
Nur treffen sie hier halt auf einen Gegner der „upper class“, vielleicht sogar der Nummer 1. Osnabrück hat die kurze Misserfolgsserie mit zwei Niederlagen ohne eigenes Tor lange hinter sich gelassen und in den meisten Spielen absolut keinen Zweifel daran aufkommen lassen, wer hier der Favorit ist und wer auf Sieg spielt, meist mit Erfolg.

Auch in dieser Partie kann man also davon ausgehen, dass DIE das Heft des Handelns in die Hand nehmen. Das erforderliche Glück vorausgesetzt, könnte es auch gut gelingen. Tipp also, erkennend, dass er alles andere als „klar“ ist, demnach auf die 2, einen Auswärtssieg.

————————————————————————————————————————————–

Borussia Dortmund II – 1.FC Heidenheim    (Entfernung: 482 km)

Über Dortmund hat man nun doch schon so einiges geschrieben, aber selten war da viel Positives bei. Ja, es gibt Talent, na gut. Ja, so meinte man, eines Tages dürften die Lerneffekte eintreten und, je jünger, desto schneller. Und: jung sind sie, sogar sehr jung. Aber doch überwiegen bei Weitem die Nachteile. In den meisten Partie können sie einfach auf lange Sicht nicht mit dem Ligastandard Schritt halten. Das geht oft einfach zu schnell, abgesehen von der meist deutlich erkennbar geringeren Physis, die sich auf diesem Level bemerkbar macht. Gut möglich übrigens auch, gerade bei technisch begabten Spielern (die reichlich in den Reihen sind), dass gar die Überlegung überwiegt: „Lieber nicht verletzen, als einen Sieg einholen.“ So zieht man vielleicht doch das Bein zurück, wenn es genau dort einer Gefahr ausgesetzt wäre, und doch dorthin gehörte, um den Gegner am Torschuss zu hindern. Im Angriff sieht es ähnlich aus. Elegant durchspielen? Ja, gerne. Aber was wenn ein Bein dazwischen fährt? Mit dem letzten Einsatz dennoch zum Ball gehen oder lieber dem Anderen den Vortritt lassen?

Heidenheim konnte nicht überzeugen, aber doch war der erzielte Punkt einer für die Moral. Man war der Alemannia lange unterlegen, kämpfte sich aber doch ins Spiel hinein und kam, von den Fans wohlwollend unterstützt, zum Ausgleich. Natürlich nicht viel mehr als ein kleiner Silberstreif am Horizont, aber doch könnte das schönere Wetter sich bald ausbreiten. Sie werden es auf jeden Fall in der Partie aus der Favoritenrolle angehen.

Es bleibt nur, Heidenheim die Daumen zu drücken, auf dass sie den Tipp Wirklichkeit werden lassen: eine 2.

————————————————————————————————————————————–

Rot Weiß Erfurt – FC Chemnitz    (Entfernung: 150 km)

Die Schwäche von Erfurt wurde schon lange diagnostiziert, der schwache Saisonstart gut erahnt, und die Fortsetzung der Misserfolge — „Potenzial“ hin oder her — ebenfalls eher günstig eingefangen mit den Tipps. Es gibt ausgesprochen wenig, was darauf hindeutet, dass die so lange angekündigte (hört man auf die Verantwortlichen) Erfolgsserie einsetzt. Es dürfte ein harter Kampf gegen den Abstieg sein, den man sicher erfolgreich bestreiten wird (denn es gibt zu viele andere Kandidaten mit deutlich weniger guten Voraussetzungen). Derzeit gibt es aber nichts, was einen PRO Erfurt votieren ließe.

Ganz anders bei Chemnitz: der letzte Auftritt war noch viel besser, als man es ihnen zugetraut hätte — und endete doch beim 1:2 gegen den KSC im Desaster. Das war eine der besten Leistungen, das war Power Fußball von Anfang bis Ende, ein Torchancenfestival sondergleichen und ein extrem ungerechter Ausgang. Es machte richtig Spaß, da zuzuschauen, und dauerte einen, da nicht wenigstens der eine Punkt heraussprang. Vier oder fünf, wie Trainer Schädlich sehr bescheiden und vorsichtig zählte, glasklare Chancen gab es, ohne viel zuzulassen. Und man bedenke: Chemnitz wurde zuvor schon gelobt, und das nicht gerade knapp. Sie haben es bestätigt.

Hier kommt die klare Derbytendenz hinzu (in den neuen Bundesländern ist eh jedes Duell ein Derby, aber dieses noch mehr), die etliche Chemnitzer von der Anreise nicht abhalten wird, im Gegenteil, so dass der Tipp ziemlich klar ausfällt: Chemnitz macht das, eine 2.

————————————————————————————————————————————–

Karlsruher SC – SV Darmstadt 98    (Entfernung: 117 km)

Darmstadt hat sich sehr ordentlich präsentiert in der ersten Hälfte gegen Offenbach, das möchte man gerne eingestehen, aber doch diese Beobachtung mehr auf die eigene richtige Einstellung zum Derby im Verhältnis zur fehlenden gegnerischen schieben als auf wahrhaft gewachsene Qualitäten. Darmstadt ist und bleibt schwach.
Der KSC konnte einen nicht so recht überzeugen bei der Partie in Chemnitz, selbst wenn der erhoffte Erfolg heraussprang, der ihnen doch langfristig die Perspektive bietet, sich ins Aufstiegsrennen einzumischen. Kein schlechtes Wort natürlich über Haken Calhanoglu, aber doch konnte er in dieser Partie nicht so glänzen wie gewohnt, möglicherweise wurde ihm von den so entschlossenen Chemnitzern ein wenig der Schneid abgekauft. Es war aber ein Sieg, und der kann ja kaum Schaden anrichten.

Hier ist die Tendenz also ziemlich klar, selbst wenn es auch eine leichte Derbytendenz gibt: der KSC macht es. Sie sind zu gut für Darmstadt, werden genug eigene Fans ins Stadion locken können und Calhanoglu, von den Schiris daheim besser beschützt, könnte zu neuerlichen Glanztaten schreiten: eine 1.

————————————————————————————————————————————–

1.FC Saarbrücken – SV Wehen/Wiesbaden    (Entfernung: 159 km)

Noch schöner geht es ja gar nicht, als wenn „die eigene“ Mannschaft endlich mal wieder mit einem Sieg aufwartet, aber nicht nur dies, diesen mit einer Glanzleistung einfährt, und zudem auf einen Gegner trifft, mit dem man höchstens so viel zu tun hat, wie sich ab und an gegen ihn zu stellen (wie bei Saarbrückens letzter Auswärtsniederlage in Rostock). Wehen hat überzeugt, Wehen hat die riesigen in ihnen gesehenen Fähigkeiten das eine Mal vollumfänglich auf den Platz gemacht, mehr Mut kann man nicht bekommen, als anzunehmen, dass sie es mehr als einmal können (es also am besten in Serie tun, da nämlich der eigene Glaube daran wiedergekehrt ist).

Hier ist wohl der beste Tipp der Woche: Wehen verliert diese Partie nicht. Die Fans, von denen sich wirklich welche bemerkbar machten, könnten sogar, bereits mutig Fahnen schwenkend, mitziehen auf die kurze Reise, also ist dies ein X oder eine 2.

————————————————————————————————————————————–

Stuttgarter Kickers – Preußen Münster    (Entfernung: 473 km)

Auch dies Partie bietet einen klaren Ansatzpunkt: die Stuttgarter Kickers verloren zwar ausgestochen unglücklich in Potsdam/Babelsberg, aber doch wird diese dem Gegner klar überlegene Leistung viel mehr an der Schwäche der Babelsberger festgemacht als das eigene Stärken den Ausschlag gaben. Sicher, sie sahen nicht schlecht aus, doch, aber man bedenke, auf wen sie heute treffen?  Preußen Münster hat sozusagen die „ideale Aufsteigerbilanz“, mit 32 Punkten aus 16 Spielen (demnach exakt zwei pro Spiel) sowie einer Tordifferenz von 29-14, was ebenfalls einen Quotienten von 2 ergibt und zugleich fast der Bilanz von zwei erzielten pro Spiel und einem kassierten pro Spiel entspricht (es waren bisher 15 Partien, also die Abwehr ist etwas besser, der Sturm minimal schwächer). Und: nicht ein Mü daran ist zufällig entstanden. Es entsprich exakt ihrer Qualität, sie mussten kein Glück beanspruchen, haben aber zugleich kein Pech gehabt. Ideal eben, auf Aufstiegskurs eben.

So kann man ganz sicher sein, dass sie wissen, wie man ein Spiel angeht, um es auch in der Fremde erfolgreich zu gestalten. Von 8 Auswärtsspielen wurden 4 gewonnen, auch dies ein „Idealwert“. StuKi hingegen mit der Heimbilanz von 2–2–3 sogar negativ, was sicher kein gutes Zeichen ist, und zudem nicht gerade von enthusiastischen Fans umgeben, der Schnitt im Ligavergleich gering, zumal man ja die übermächtige Konkurrenz des VfB sogar in Sichtweite hat. Alles spricht für die Gäste, also lautet der Tipp: eine 2.

————————————————————————————————————————————–

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s