Rückblick Österreich tipp 3 Bundesliga, 14. Spieltag

SC Wiener Neustadt – Wacker Innsbruck   0:1 (0:0)

Zuschauer : 1.650  (Schnitt bisher: 3.465)

Hier also ist man bereit, sich relativ weit aus dem Fenster zu lehnen und dieser Partie einen Heimsieg vorherzusagen. Irgendwie passt es gut und die Wiener Neustädter dürften sehr wohl um die Bedeutung der Partie wissen. Es könnte sogar bei Innsbruck bereits so weit sein, dass man schon denkt „ach, so einfach ist das ja mit dem Gewinnen“, und diese Haltung nicht hilfreich sein muss. Tipp also: die Heimmannschaft macht das, eine 1.

Ein gescheiterter Tipp, den man vor allem anhand der vorherigen Einschätzungen, zugleich aber auch der aktuellen Entwicklung nicht so hätte abgeben müssen. Denn: Wacker Innsbruck, dies wurde mehrfach betont, war spielerisch nicht so schlecht in der so langen punktlosen Zeit, Wiener Neustadt wurde doch als schwächste Mannschaft angenommen UND vor allem hatten die Gäste inklusive dem Pokalerfolg (bei Sturm) bereits eine Serie von drei Siegen aufzubieten. Was hatte einen also veranlasst, diesen offensichtlichen Trend zu ignorieren und die Heimmannschaft doch deutlich zu favorisieren, was hat sie im Spiel dafür getan, diese Einschätzung zu bestätigen?
Also: natürlich hat auch der Markt seinen Einfluss, der bereits auf derartige Erfolgsserien möglicherweise etwas überreagiert („Hast du gesehen? Die Tiroler gewonnen nur noch! Die spiel ich auch, denn noch stehen sie ja hinten.“, oder so), aber zugleich waren die Spiele, die die guten Ergebnisse eingebracht haben, einfach nicht überzeugend. Die spielerischen Möglichkeiten mögen ja (auch zuvor schon) erkennbar gewesen sein, aber die Schwäche der Innsbrucker, so hier stets betont, ist die Defensive. Und diese hat sich nur in dem Sinne verbessert: Glück gehabt.
Wie war nun diese Partie, hat man nicht vielleicht doch richtig gelegen? Doch, man hat, so meint man, am Spielverlauf zu erkennen. In Hälfte 1 war es eine Einbahnstrasse mit einer sehr selbstbewusst (und zugleich spielerisch sehr stark auftretenden) Heimmannschaft. Sie haben sich mindestens fünf glasklare und exzellente Torchancen erarbeitet, bei denen nur der eine Makel blieb: keine verwertet. Es hätte 1:0 stehen sollen und eigentlich eher 2:0, falls man nicht einrechnet, dass sich durch dieses erste Tor der Spielverlauf hätte verändern können. Nein, Wiener Neustadt war, so oder so, die klar bessere Mannschaft, Innsbruck hatte nach vorne ein gepflegtes Reingarnichts.
Dass man allmählich den Kopf zwischen den Schultern hervorstecht, wenn der Gegner den nicht macht und den nicht macht und den auch nicht, dass man zugleich gerne dem Trainer zugestehen kann, die Mängel zu erkennen und sowohl personell als auch taktisch nach der Pause umzustellen, mag ja ein kleiner Punkt sein, der für Innsbruck spricht, nur hätte man eben längst zurückliegen sollen und wohin dann mit einem veränderten Konzept, welches darauf ausgelegt war, den Gegner besser vom Tor wegzuhalten? Bei Rückstand müsste halt der Ausgleich her und der Gegner kann an seinem Konzept feilen, welches da lauten mag: „Lass die mal kommen, dann haben wir vorne mehr Platz.“ oder ähnlich. Also: der Tipp war gut, der Ausgang frustrierend, nur muss man halt damit leben. Innsbruck in der 2. Hälfte aber wirklich stark verbessert.
Konsequenzen? Da Fußball ja wirklich ein Tagesgeschäft ist, wie die Trainer nicht nur in platten Sprüchen sondern durchaus fundiert zu verstehen geben, kann man kaum etwas folgern. Jedenfalls nicht, dass man im nächsten Spiel die Wiener Neustädter bedingungslos stützen möchte, weil sie so gut waren oder aber gegen Innsbruck zu wetten, weil diese sich so schwach präsentiert haben. Sie haben den Sieg, sie haben die Rote Laterne an den Gegner abgegeben, jetzt muss man schauen, gegen wen und unter welchen Bedingungen. Das Momentum nutzen hätte nur geheißen, die heutige Partie zu gewinnen, denn da passte alles, und sogar der Auftritt der Unterstützten dazu. Fazit also: Pg. Pech gehabt.
(Kleine Anmerkung noch: die Zuschauer stellen den Wiener Neustädtern mit dem geringen Besuch kein so gutes Zeugnis aus. Oder lag es an Wetter und Gegner? )
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SV Mattersburg – Wolfsberger AC   1:1 (1:0)

Zuschauer : 2.400  (Schnitt bisher: 4.918)
Insofern die Lage hier klar: Wolfsberg verliert nicht, X oder 2.
 
Nun gut, hier ging der Tipp auf, was einen ja definitiv milde stimmt, egal, wie schlecht auch der Vorschlag gewesen sein mag, und selbst mit dem Eingeständnis, dass er schlecht war, könnte man großzügig sein. Hier vor allem zu erwähnen, dass die Bedingungen teils irregulär waren, da sich dichter Neben gebildet hatte, wobei dieser möglicherweise mehr zum Nachteil für die Zuschauer im Stadion, aber auch für den den Zusammenschnitt zu beurteilenden sein kann, nicht ganz so dringend für die Spieler auf dem Platz. Grundsätzlich bevorteilen aber schlechte Bedingungen den Außenseiter und logisch, dass man, bei zwei etwa gleich starken Mannschaften, falls man das Auswärtsteam nimmt (auf X oder 2), diesen hat. Jedoch hat Mattersburg für lange Zeit genügend getan, um dieser Favoritenrolle gerecht zu werden. Sie machten ordentlich Druck und kamen zu Torchancen. Zugestehen darf man dem Außenseiter allerdings, erst einmal abzuwarten, ob man ein Tor kassiert und, falls es (zeitig genug) geschieht, kann man sich noch immer Gedanken über die Offensive machen. So geschehen hier. Mattersburg ging verdient in Führung, aber Wolfsberg war in der Lage, zu reagieren. Sie kamen auch zum Ausgleich und hätten bei der vielleicht größten Chancen des Spiels sogar beinahe noch gewonnen, aber auch Mattersburg hatte in der Phase nach dem 1:0 und vor dem 1:1 so gute Chancen, dass es auch locker 2:0 hätte heißen können, wonach man vermutlich dem Geld nur noch hätte hinterherwinken können. Also: Der Tipp war gerade so ok, Mattersburg hat ein sehr typisches, und zwar gutes, Heimspiel abgeliefert, welches man ihnen so derzeit eigentlich nicht zugetraut hatte. Aber auch Wolfsberg hat sich dagegen gestemmt und so gut präsentiert, wie man sie auch sieht. Möglich aber, dass Mattersburg doch vor Wolfsberg gehört im Endklassement? Das hat schon etwas Eindruck gemacht, was sie da geboten haben.
(Auch hier ein schwacher Besuch; hier kommt aber zusammen: Witterungsbedingungen, schlechter Lauf UND unattraktiver Gegner)

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Red Bull Salzburg – Admira/Wacker Wien   5:0 (2:0)

Zuschauer :  6.950    (Schnitt bisher: 9.066)
Tipp: Handicap Sieg 1, bei vielen Toren.

Was kann man dazu noch sagen? Handicap Sieg, 5 Tore, einseitig verteilt, besser geht es ja wohl kaum. Und verdient war es, aber wer hätte da nach einem 5:0 Zweifel? Der Ball läuft wie am Schnürchen (wie angekündigt) und regelmäßig kommt es zu exzellenten Chancen, die in einem guten Rhythmus verwertet werden. Alles gut also. Admira hat aber auch ein paar Mal aufs Tor geschossen und das 4:0 und 5:0 fiel in den Schlussminuten, so dass man vielleicht sagen dürfte, es war etwas zu hoch. Aber: davor hat Salzburg ja mehrfach nicht den verdienten Lohn bekommen, da können sie doch jetzt ruhig mal? Schlussfolgerungen über die Admira möchte man hier nicht ziehen, eher sich einfach mal auf die Schulter klopfen über die Einschätzung von Salzburg. Das könnte noch ziemlich übel werden für die Konkurrenz.
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Sturm Graz – Rapid Wien    2:1 (1:0)

Zuschauer : 13.259  (Schnitt bisher: 11.642)
Die Partie dürfte insgesamt ziemlich ausgeglichen sein, ohne, dass man eine Neigung hätte. Beide sind nicht unbedingt dran mit einem Sieg, insofern passt vielleicht ein 0:0 ganz gut, jedenfalls sieht es nicht nach Torflut aus. Torarmes Spiel, Tendenz fast Richtung Remis.
 
Ging alles nicht so gut auf hier, und es war auch vom Spielverlauf her nicht gerechtfertigt. Das war echter Bundesligafußball mit einer angemessenen Kulisse, das hatte nichts mit Abtasten oder Dominanz der Defensivreihen zu tun. Man lastet sich persönlich an, nicht auf die 120 Pokalminuten von Rapid hingewiesen zu haben, die sie am Mittwoch vom Spiel gegen Altach in den Knochen hatten — mit erfolgreichem Ende.  Sturm hatte zwar auch gespielt, aber das war am Dienstag und es war nicht erfolgreich, beim 1:2 gegen Innsbruck. Toll aber, was die Zuschauer für eine Stimmung gemacht haben, in Graz so üblich, aber doch erstaunlich, dass sie nicht nachtragend sind. Hier wurde die eigene Mannschaft nach vorne getrieben und sie hat es endlich mal wieder auf die richtige Sturm-Art gemacht. Vorne sind nämlich die beiden oftmals erwähnten, Sukuta-Paso und Okotie, die wirklich jede Hintermannschaft durcheinander wirbeln können, in diesem Spiel haben sie es — vielleicht eben aufgrund der leicht schwereren Beine des Gegners — gut gemacht. Sturm at its best. Erst nach dem 2:0 kam Rapid auf, erzielte den Anschluss und machte noch etwas Druck, wobei die Konterchancen nicht geringer waren, die Sturm in der Zeit hatte.
Alles in allem ein verdienter Erfolg. Sturm hatte nur so lange nicht eine derartige Leistung gezeigt, dass man sie ihnen im Moment nicht zugetraut hatte. Über Rapid bleibt das Urteil unverändert: eine gewisse Skepsis, ob sie für ganz oben die Qualität haben. In Konkurrenz mit Salzburg und Austria sind sie jedenfalls klar hinten und in jener mit Sturm darf man nach so einem Spiel als Sturm-Anhänger doch ein wenig träumen…

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Austria Wien – SV Ried      6:1 (2:0)

Zuschauer :  8.600 (Schnitt bisher: 8.827)
Hier aber dürfte es reichen für einen Sieg (zur Verteidigung der Spitzenposition). Tipp: 1.

Der Tipp ging perfekt auf und bei einem 6:1 sind Zweifel an der Berechtigung eigentlich schon im Ansatz lächerlich. Dennoch muss man anmerken, dass Ried eine ganze Menge Spielanteile hatte und dass die Austria, mit einem Hosiner in Topform( dreifacher Torschütze) ab der frühen Führung im Konterspiel perfekt war und quasi jede Chance nutzte. Aber auch daran gäbe es nicht einmal all zu viel abzuleiten, denn: falls die Partie wirklich noch einmal spannend geworden wäre, hätte man erst einmal sehen müssen, wie die Austria reagiert. Sprich: im Gefühl der stets klaren Führung hatte man keinen Anlass, das Spiel zu dem Zeitpunkt übertrieben ernst zu nehmen. Der Gegner darf ruhig ein bisschen machen und wenn ihnen ein Tor gelingt (wie das zum 1:3), dann führen wir immer noch und können ja auch mal wieder etwas nach vorne tun, alternativ etwas besser verteidigen. Es war eine Serie schöner Tore, wobei zum Beispiel eines wirklich aus einer Abseitsposition heraus erzielt wurde (der Passgeber zum Torschützen stand beim Anspiel auf sich im Abseits; typisch aber, dass es so rum übersehen wird: beim Anspiel stand er abseits, bei der Ballannahme nicht mehr, was teilweise den Blick verklärt). Ein weiteres Tor (der Schlusspunkt durch den eingewechselten Roland Linz) war ein abgefälschter Schuss, so dass es auch ein paar weniger hätten sein können. Gelobt wurde aber durchgehend (auch schon zu Saisonbeginn, als noch für die Admira am Ball) Phillip Hosiner, ebenso die starke Offensive (dies absolut kein Dauerzustand über die Jahre bei der Austria), und diese Einschätzungen konnten untermauert werden. Über Ried möchte man nach diesem Ergebnis nicht weiter urteilen und nicht etwa den Schluss ziehen, dass sie schwach sind. Die Leistung ist sozusagen neutral.
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