Rückblick Österreich tipp 3 Bundesliga, 13. Spieltag

SV Ried – SC Wiener Neustadt 3:1 (1:1)

Zuschauer: 3.900 (Schnitt bisher: 4.868 )
Insofern könnte man hier lediglich eine 1 prognostizieren, auf dass sich das Glück recht bald wieder ausgleiche. Oder halt mal wieder gar nichts machen, weil es nicht wirklich prickelt.

Die Partie so zusammengefasst: Ried früh mit der 1:0 Führung, nach einigem Durcheinander in der Hintermannschaft und einem völlig unerwarteten Einschlag nach einem absolut nicht ideal getroffenen Kopfball. Danach Wiener Neustadt nicht nur lange Zeit gleichwertig, sondern sogar die bessere Mannschaft. Das sah sehr gut aus, was sie da spielten, unheimlich engagiert, aber zugleich mit gelungenen Kombinationen, gipfelnd in einigen guten Torchancen. Nach zwei weiteren Pfostentreffern ( die Gäste nunmehr mit 9 Alu-Treffern in dieser Statistik allein führend) endlich der längst verdiente Ausgleich. Nach dem Ausgleich mag die Partie ausgeglichen gewesen sein — auch hier eher das Gefühl, dass die Gäste etwas besser waren — aber selbst dies wäre ja nicht gerade ein tolles Zeugnis für einen Heimfavoriten. Dennoch gelang nach einer Einzelleistung das 2:1, auf eigentlich kuriose Art. Denn: ein Rieder setzt sich im Strafraum durch mit einem Dribbling. Der letzte Mann führt mit einer Grätsche hinein, völlig rücksichtslos aber halt panisch, trifft nichts außer den Beinen, was den Stürmer, ob er will oder nicht von den Beinen reißt. Sonnenklarer Elfer und direkt und ohne Wenn und Aber vom Schiri als solcher erkannt und gepfiffen. Dennoch wütende Proteste der Gäste. Obwohl die Kamerabilder später beweisen, dass ein Angreifer bei dem langen, hohen Ball, möglicherweise mit dem Oberarm am Ball war — und somit es auch hier eine Chance gegeben hätte, diesen Elfer NICHT zu verhängen — hat man keineswegs das Gefühl, dass sich die Wiener Neustädter auf dieses „Vergehen“ beziehen bei den Protesten. Sie sind vielmehr offensichtlich dreist genug, auch noch bei diesem offensichtlichsten aller Fouls zu argumentieren. Allein dies belegt, dass man damit den Schiedsrichtern ja eigentlich IMMER eine Ausrede zur Hand gibt. Egal wie klar, böse oder offensichtlich ein Foul ist: wenn ich pfeife, muss ich mit Protesten rechnen, so der Schiri. Also pfeife ich beim nächsten Mal vielleicht SELBST DANN NICHT MEHR?!
Oder bezogen sich die Proteste auf die unstrittige und einhergehende Rote Karte? Nun, was heißt hier „unstrittig“? Denn gerade hier würde man die oftmals Argumentierenden ein wenig stützen, dass es genügt, einen Elfer zu verhängen und nicht die doppelte Strafe — Rot UND Elfer — gegeben werden müsste. Zumal dieses Denken ja das Votieren PRO Elfmeter ein wenig erleichtern würde. Oftmals bleibt die Pfeife nämlich stumm, weil man sich scheut vor der dann unabdingbaren Konsequenz „Rot plus Elfer“. Und diese Scheu ist ganz ehrlich gut nachvollziehbar.
Gut aber die Schiedsrichter Reaktion danach: der Elfer wird verwandelt, er lässt aber wiederholen (sehr selten gesehen, obwohl fast immer eigentlich berechtigt), weil ein Angreifer zu früh in den 16er startet. Der zweite wird pariert, nur springt der Ball nach vorne und der Schütze kann im Nachschuss verwandeln. Schade dabei allerdings diese Überlegung: ein derart erzieltes Tor geht in die Statistik ein als „normales Feldtor“, obwohl es ja doch eigentlich ein Elfer war. Aber das nur Überlegungen nebenbei, ohne jeden Einfluss.
Selbst danach noch Angriffe von Wiener Neustadt, die aber nicht zum Erfolg führen, sondern zugleich Räume öffnen für Konter, von denen einer genutzt wird zum 3:1, wobei einer zuvor auch schon genutzt wurde, dieser jedoch nicht in die Statistik einging. Denn: es wurde mal wieder auf Abseits entschieden, obwohl weit und breit keines zu erkennen war (dies belegen die Bilder wirklich völlig zweifelsfrei; zugleich aber belegen sie: erkenne auf Abseits, wann immer du eine Gelegenheit siehst. Passieren tut dir gar nichts, außer, dass du später EIN MAL hören musst, dass dies ein Fehler war, zugleich aber, dass es, wie immer, „schwer zu sehen“ war. Einfach lächerlich. Wenn „schwer“, dann lass doch die Fahne unten. Genau dafür gibt es ja die Regel Erleichterung „im Zweifel…“).
Der Vorschlag ging also in gewisser Weise auf, die Tendenz zur 1 bestätigt, nur war es eben glücklich und demnach kein guter Vorschlag. Bedeuten kann dies nur, dass man doch die Wiener Neustädter – auch zuvor schon mit dieser oder jener sehr anständigen Leistung — nicht abschreiben sollte. Sie gehören genau so in die Liga wie alle Anderen, obwohl die Regeln ja nun mal vorschreiben, dass eine Fluktuation stattfinden muss. Also: einer beißt ins Gras, ob ligatauglich oder nicht. Klar bleiben sie einer der Kandidaten, aber möglich, dass sie gut Widerstand leisten.
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Wolfsberger AC – Sturm Graz abgebrochen beim Stande von 1:1(7.300 Zuschauer; ausverkauft bei diesem Steiermärker Derby)

Für diese Partie bedeutet es: Da man Sturm auf gar keinen Fall nehmen würde, könnte man nur die Heimmannschaft nehmen. Also 1 oder X, oder halt auch hier ein Pass, da das Spiel, aufgrund der Derbytendenz einfach nicht perfekt zum Wetten geeignet ist (Derbies und ihre Gesetze, die ja „eigen“ seinen sollen).

Schon bald nach Beginn irreguläre Bedingungen. Dennoch eine gute, engagierte Partie von beiden Seiten. Wolfsberg wohl leicht besser, aber Sturm hielt dagegen. 1:0 für Wolfsberg, nach toller Aktion des überragenden Jacobo, die aber „nur“ zu einer Ecke führt, welche aber das 1:0 bringt. Sturm nach 40 Minuten im tiefer werdenden Schlamm aus dem Gewühl. Danach nur noch Wasserschlacht, mit immer noch gewaltigem Einsatz beiderseits. Nach 62 Minuten und reinem Wasserball das Unvermeidliche: Abbruch. Wolfsberg auf jeden Fall vollwertiges Mitglied in der Liga, so viel wagt man zu folgern.

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Admira/Wacker Wien – Austria Wien 4:6 (3:2)

Zuschauer: 5.000 (Schnitt bisher: 2.540 )
Wenn also, und so sehr einem das Herz bluten müsste, gegen die sonst stets gestützte Admira zu setzen, hier kann man nur die 2 vorschlagen, oder, aus Anstand, passen.

Ein phantastisches Fußballspiel, welches man als Autor über die vollen 90 Minuten verfolgen konnte und einfach nicht mehr wegschauen. Reine Werbung für den Fußball und der Beweis, dass Spiele immer dann Spaß machen, wenn Tore fallen. Ein derartiges Spiel wird man auch lange in Erinnerung behalten. Und: niemals bedeutete ein gesehenes Tor in dieser Partie, dass man Schlussfolgerungen auf das Endergebnis ziehen konnte. Zu sehr spürte man, dass gleich das nächste folgen könnte (ganz anders als bei vielen anderen Spielen, wo man VOR dem 1:0 die Frage stellt: wie soll hier eigentlich je ein Tor fallen? Aber nach dem 1:0, wenn es durch einen Zufall geschieht, genau so gut ausschalten könnte, weil man nun den Sieger ja kennt).
Die Admira mit einem wirklich überragenden Spiel, und einem etwas unglücklichen Ende, obwohl man die Austria natürlich nie abschreiben konnte, im Gegenteil, sie ihre Spitzenposition untermauerten. Pikant, dass ausgerechnet Phillip Hosiner, früh in der Saison von Admira zur Austria gewechselt, mit drei Treffern (welche er alle nicht bejubelte) der Matchwinner wurde. Aber: zustehen tut es ihm, denn herausragende Klasse ist ihm längst bescheinigt und diese Partie lieferte weitere Belege.
Austria ging in Führung, Admira glich aus. Der tolle folgende Sturmlauf von Admira wurde so „belohnt“: Konter zum 1:2 gegen sie. Nicht locker lassen, hieß es, wir können was, das spürte man. Zwei Treffer zum 3:2 der Beweis, dass man auch locker als Sieger hätte den Platz verlassen können. Kurz nach der Pause aber das 3:3. Die Partie danach völlig offen, aber die Austria mit dem Treffer (60.; das 3:4). Admira lässt sich nicht unterkriegen und schafft das 4:4 (82., Elfmeter, nach klarem Foul an Wirbelwind Ouedraogo). Auch danach kaum Anzeichen einkehrender Ruhe oder wenn, wer das Siegestor schaffen könnte. Die Austria macht es, nein, Hosiner macht es, in der 90. Das 6:4 tief in der Nachspielzeit sozusagen bedeutungslos, aber den Sieger manifestierend.
Tipp ging auf, das schon, toll war die Wette nicht, zu stark die Admira, aber auch die Austria belegt die ihnen zugestandene Topplatzierung (was aber nicht bedeutet, dass man an Salzburg vorbei käme). Die Derbytendenz belegt durch die stattliche Zahl der Besucher.
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SV Mattersburg – Wacker Innsbruck 1:2 (1:1)

Zuschauer: 2.300 (Schnitt bisher: 5.644 )
Falls man also etwas nehmen wollte, müsste es die Heimmannschaft sein. Man mag nicht recht glauben an die gut kehrenden neuen Besen, noch weniger an sich fortpflanzendes Glück, welches diesem versagt bleibt und jenem nun hold ist. Es kommt und geht, so lehrt die Erfahrung, und der Zeitpunkt ist unbestimmt. Also: 1 oder Pass, wieder einmal nur, fast als beste Option.

Mattersburg mit gutem Beginn, Innsbruck hinten in den Zweikämpfen nachlässig — was schon verwundert. Das 1:0 aus einem Standard — Freistoß aus dem Halbfeld, Kopfball, Tor (29.; verdient bis dahin). Dann etwas nachlassende Mattersburger und eine typische Szene (mit der dazugehörigen Kommentierung). Freistoß aus 25 Metern für Innsbruck Roman Wallner zirkelt ihn über die Mauer Richtung Tor. Was heißt „über“: eine Hand fährt aus und stoppt den Flug des Balles. Roman Wallner reklamiert sofort, aber auch der Schiri hätte die Chance, es zu sehen. Die Entscheidung so klar wie das Vergehen: weiterspielen. Da die Mauer im Strafraum steht, so der Kommentar dazu, und immer der gleiche Wortlaut, der einem in den Ohren dröhnt: „Hier HÄTTE ES ELFMETER GEBEN MÜSSEN, ABER DER SCHIEDSRICHTER UND SEINE ASSISTENTEN HABEN ES NICHT GESEHEN.“ Wie blöd kann man eigentlich sein, dass man nicht merkt, dass es rein gar nichts damit zu tun hat, was man gesehen hat? Man entscheidet gegen den Elfer, das ist alles. Das tut jeder so und alle sind sich einig. So wird gepfiffen. Den Medien allerdings würde eine andere Aufgabe zukommen, als dieser alberne und für völlige Ahnungslosigkeit sprechende Kommentar dazu („nicht gesehen…“).
Das 1:1 nach einem Standard (!!), Ecke, Kopfball, Tor, aber verdient, da Innsbruck besser wurde. In Hälfte 2 weniger Betrieb. Wenn überhaupt, Innsbruck im Vorwärtsgang. Das 2:1 nach 83 Minuten nach einem Eckball, wen wundert es noch? De Ecke brandgefährlich, aber doch durch ein Eigentor erzielt.
Keine dolle Partie, und wenn überhaupt, müsste man bei Mattersburg etwas korrigieren. Denn diese Leistung war wirklich etwas dürftig. Bei Innsbruck müsste, nach nun zwei doch eher ziemlich glücklichen Siegen (selbst wenn in Mattersburg nicht schlechter) allmählich mal eine wirklich gute Leistung folgen (oder man stellt sich halt gegen sie). Nur möglich, dass eben zwei Siege, egal wie erzielt, einen Knoten lösen und man beim nächsten Mal wirklich eine gute Leistung folgt. Die Zuschauerzahl aber doch sehr gering für diese Verhältnisse, so dass man vor allem an Mattersburg zweifeln sollte.
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Rapid Wien – Red Bull Salzburg 2:0 (1:0)

Zuschauer: 16.700 (Schnitt bisher: 15.331 )
Fazit also: eine klare 2. Salzburg nicht zu stoppen.

Es war ja darauf aufmerksam gemacht worden, dass die Stärke von Rapid sehr eng mit dem Auflaufen von Steffen Hofmann in Verbindung gebracht wird: mit ihm hui, ohne ihn pfui. Und ebenfalls wurde angemerkt, dass sein Einsatz fraglich ist, dass er aber mit Spezialbrille am Donnerstag ins Training einstieg, ohne gegen Leverkusen auflaufen zu können. Am Sonntag war er dabei. Und nicht nur das: als Salzburg gerade das Kommando übernahm und kurz vor dem Führungstreffer stand, bei zweien dieser tollen Angriffe mit blitzschnellen Kombinationen, an deren Ende stets ein Angreifer richtig freigespielt wird und nur noch versenken muss, gab es an der Strafraumgrenze von Salzburg einen mehr als fragwürdigen Freistoß. Möglich, dass man die „Behinderung“ des von Rapide Seite aus Zweikampf führenden — nämlich ebenjenem Steffen Hofmann — einkalkulierte und um seinetwillen und zu seinem Schutze eine andere Auslegung fand, aber Salzburgs Kevin Kampl — wie immer überall zu finden und kurz zuvor noch mit dem einen Riesen zum 0:1 — hat absolut kein bisschen foul gespielt, was er nämlich, ähnlich, wie die Spieler des FC Barcelona, einfach nicht tut, weil man es nämlich nicht nötig hat. So gab es diesen Freistoß und — gefoulter schießen oder nicht Theorie hin oder her — genau der allergleiche Steffen Hofmann den Ball unhaltbar ins kurze Eck versenkte. Zunächst einmal also auf jeden Fall eine ganze Menge widriger Umstände, die, geschickt genug aneinander gereiht, den Tipp mächtig ins Wanken brachten.
Aber damit noch lange nicht genug: Salzburg kombiniert weiter flüssig nach vorne, der zuletzt ebenfalls brandgefährliche (ebenfalls stärker pigmentierte) Angreifer Mané steht diesmal am Ende der Kette, lässt noch rasch ein, zwei Spieler im Strafraum aussteigen — und wird zu Fall gebracht, mit schon wieder dem „Behinderten“ in Aktion: Steffen Hofmann trifft ausschließlich den Fuß und bringt den abschlussbereiten Stürmer sonnenklar zu Fall. Die Entscheidung? Was muss man darüber nachdenken? „Ich komme immer ungeschoren davon, wenn ich nicht pfeife. Also werde ich doch den Teufel tun, aber nicht pfeifen.“ Weiter spielen. Elferklau, Torklau, alles ist recht, um den Sport vielleicht doch eines Tage noch kaputt zu kriegen. Ein Trauerspiel, vor allem dann, den Kommentar zu hören: „Reicht ihm nicht für einen Elfer.“ Was soll das heißen? Es ist ein Foul, das schon, aber es ist nicht ein so schlimmes Foul, dass man einen Elfer gibt? Scheinheilig, nein, fadenscheinig, lächerlich, selbst entlarvend, kurzsichtig, dumm. Jeder sieht es, dass es ein Foul ist. Man gesteht es sogar ein. Nur war es eben nicht SOOOO schlimm, dass man dafür Elfer gibt. Dann gibt es doch nur eines: Regelheft rausnehmen, Rotstift dazu, Regel abändern: „Foulspiel im Strafraum ist anders zu bewerten. Bei leichten bis mittleren Foulspielen soll die Partie weiter laufen. Schließlich will doch der Zuschauer nicht andauernd diese langweiligen Elfer sehen, geschweige denn Tore. Nur bei brutalsten Foulspielen, bei denen das Kracher befolgt vom Aufschrei bis unter das Tribünendach zu hören ist und der Schiri wirklich keine andere Wahl hat, soll es einen Elfmeter geben. Auch Handspiele gelten nur, wenn man auf der Torlinie steht und den Ball fängt. Alles andere fällt immer unter die Klausel ´bekommt die Hand nicht weg, auf die Distanz´.“
Salzburg klar überlegen, Salzburg mit der Vielzahl der Spielanteile und Chance, Salzburg zurück. Eine Reihe von Torchancen können nicht genutzt werden. Nicht nachlässig, sondern nichts als Pech. Direkt nach der Pause das 2:0. Dennoch Salzburg weiter im Vorwärtsgang, aber glücklos. Eine tolle Partie, klar von Salzburg dominiert, eigentlich von Anfang bis Ende, aber Rapid durchaus auch ordentlich bei den Konterchancen (allein diese Tatsache sagt aber schon genug aus).
Nein, die Einschätzung von Salzburg bleibt unverändert. Sie sind das absolute Topteam der Liga und werden nun vermutlich noch sicherer die nächsten Partie gewinnen. Das ist von 1 bis 11 überragend (und gerne auch bis 22). Rapid ist ok, so lange Hofmann spielt, kann aber mit diesem Salzburg auf keinen Fall über die gesamte (Saison-)Distanz mithalten.
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