Rückblick Heute für Morgen 1. Liga Österreich, 14. Spieltag

SCR Altach – Blau-Weiß Linz 1:1 (0:0)

Zuschauer: 2.200 (Schnitt bisher: 3.241)
Tipp 1, Heimsieg, und sonst gar nichts. Für Mutige: den Handicap Sieg spielen, denn mit einem Tor Vorsprung werden sie sich garantiert nicht begnügen.

Es wird natürlich schwer, die Menge der daneben gegangenen Tipps nacheinander schön zu reden. Aber: dieser hier war eine absolute Einbahnstraße, ein eigentlich sehr gutes Spiel von Altach und ein total ungerechtes Endergebnis. Sie spielten genau so, wie man das gegen einen derartig (defensiv) eingestellten Gegner tun muss: geduldig, über die Außenpositionen, und ab und an mal Tempowechsel. Das war richtig guter Fußball den sie boten, der nur den einen kleinen Makel hatte: der Ball ging nicht rein. BW Linz hatte nichts zu melden, eine nicht ernst zu nehmende Schusschance, der Ball ging in die Wolken, aus keiner richtig guten Position heraus. So hätte es zur Pause schon deutlich pro Altach stehen sollen.
Nach dem Wechsel das exakt gleiche Bild. Und noch immer wirkte es überhaupt nicht so, als ob sich Verunsicherung (denn: die ganze Saison läuft ja schon so) breit machen würde. Vielmehr spürte man: „Irgendwann kriegen wir sie klein. Früher oder später geht einer rein.“ Als Mahop, der Kameruner, etwa die dritte eigene gute Chance vergeben hatte, machte sich höchstens doch etwas Verzweiflung bei ihm persönlich bemerkbar (er schul wütend auf den Boden). Mit dem Effekt, dass er die nächste Chance nutzte: endlich das längst verdiente 1:0. Nun, so oft man solcher Spiele schon verfolgt hat (und hier freit der zweite Teil des Tipps „eigentlich“), eigentlich ist nun ein Eindruck zu erwarten. Die Gäste konnten das Unvermeidliche eben nicht vermeiden, nach vorne ging ohnehin gar nichts, der nächste Angriff bringt das 2:0, so der Plan. Nur ging er wieder nicht rein. Stattdessen zwei offensive Wechsel, anderthalb Chancen und der Ausgleich. In der Folge waren die Bemühungen zur erneuten Führung zwar achtbar und auch nicht schlecht, gingen aber deutlich in Richtung sich steigernder Verzweiflung. „Wenn du kein Glück hast, kommt auch noch Pech dazu. Aber: warum eigentlich immer wir?“ So blieb es beim extrem glücklichen 1:1 für eigentlich total überforderte Gäste. Kein „one in a million“ aber doch ein „one out of ten“.
Altach sollte noch immer seinen Weg gehen, das sah einfach zu gut aus und das Pendel wird irgendwann auch mal zu ihren Gunsten ausschlagen. Über BW Linz möchte man an dieser Stelle gar nichts sagen. Ja, ok, man wehrte sich nach Kräften. Aber wie groß die sind? Keine Rückschlüsse möglich.
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SV Grödig – Austria Lustenau 1:0 (0:0)

Zuschauer: 1.700 (Schnitt bisher: 737)

Tipp also für den, der dies nicht möchte: Tendenz hauchdünn zur 2.

Immerhin gab es erstmals einen ordentlichen Besuch, was andeuten könnte, dass man den SV Scholz Grödig doch allmählich zu schätzen weiß. Natürlich war es das Spitzenspiel 1 gegen 2, so dass eine erhöhte Zahl ja fast zwangsläufig zu erwarten war. Gegen das Team und die Leistungen spricht es jedenfalls nicht, denn zugleich hielt ja beinahe schon der Winter Einzug und 340 Kilometer dürften wohl etwas zu viel sein, um erhöhtes Gästefanaufkommen einzukalkulieren.
Die Partie selbst hatte aber eher doch die angegebene Tendenz zur 2. Im Spitzenspiel zeigt es sich oftmals wirklich, wer die bessere Mannschaft ist, denn da konzentriert sich der Favorit maximal. Und noch immer muss man ganz klar die 1 an A. Lustenau vergeben. Dies zeigten sie in dem Spiel, und zum ersten Mal hatte man das Gefühl „eindrucksvoll“. Grödig kam zu gar keinen Chancen, und die Gäste immer wieder mal. So macht man das, das war Spitze. Dass man keine Chance verwertete, war halt etwas Pech, die Chancen keine Monster, aber man kontrollierte das Geschehen. Bis Grödig einmal in den Strafraum kam. Das Vergehen auf jeden Fall Elfmeter würdig, das schon, aber im Vergleich zu vielen anderen NICHT verhängten war es hier eher ein softer Elfer. Also verwundert hätte es absolut nicht, wenn er, wie fast alle seiner Kollegen über alle Plätze und Ligen hindurch, einfach „weiterspielen“ gesagt hätte. Der Elfer wurde aber nicht verwandelt, so blieb es beim 0:0 zur Pause.
In Hälfte 2 ein ähnliches Bild. Und auch der Rest ähnlich: ein Grödiger Angreifer kommt zwar durch, aber der Torhüter ist noch da. Der Angreifer schafft es, den Ball vorbei zu legen — dies oftmals entscheidend, um den Elfer zu bekommen, denn im Anschluss ist es ein Leichtes, mit den Füßen hängen zu bleiben. Diese Elfer werden übrigens sehr gerne verhängt, nur ist es meist nicht einmal erhöhte Torgefahr, die die Szene begleitet. Denn, so auch hier, der vorbei gelegte Ball wäre oftmals gar nicht mehr zu erreichen. Der Stürmer hat die Idealsituation dann erreicht, wenn er DEN BALL am Keeper vorbei gebracht hat, egal wie wohl getimt oder ob überhaupt erreichbar, geschweige denn Richtung Tor (denn oftmals ist es nahe an der Auslinie). Also: so sehr man im Allgemeinen für die korrekte Anwendung der Regeln plädiert und bei Foul im Strafraum die vorgesehene Strafe auch ausgesprochen sehen möchte, so wenig schätzt man diese Situationen hier. Der Stürmer stellt hier den Kontakt von sich aus her, sobald er die günstigen Voraussetzungen geschaffen hat. Sofern also keine ernste Torgefahr besteht — das war hier garantiert so — sollte man diesen Umstand mit einbeziehen, dass hier nämlich der Stürmer garantiert keine anderen Absichten hat als zu fallen.
Die dazu verhängte Rote Karte war eh ein Witz, da müsste man nun ganz dringend oben Erwähntes einrechnen (hier angemerkt, dass es sehr wohl die Situationen gibt, in denen der Stürmer einen erkennbaren Tordrang hat und der Keeper ihm dennoch in die Beine fährt, mal mit Händen, mal mit Füßen; nur war dies hier nicht der Fall). Da die Gäste keine Torwart auf der Bank hatten, musste ein Feldspieler rein. Dieser parierte den Elfer aber auch. Nur sah man bei einem eigentlich harmlosen Freistoß, dass er kein Torwart ist: er geht mit den Händen hin (wo ein Torwart fangen würde oder die Fäuste nehmen) und ließ ihn durchrutschen. Das 1:0. Sogar mit 10 gegen 11 und einem Feldspieler im Tor bekam man spät noch eine Ausgleichschance. Wer hatte sie? Klar, der nicht im Tor zu haltende Feldspieler, der natürlich seinen Fehler wieder ausbügeln wollte. Auf der Linie geklärt, sein Kopfball, damit das 1:0 besiegelnd.
Fazit: Austria Lustenau hat seine Vormachtstellung unter Beweis gestellt. Grödig nicht annähernd so gut, aber durchaus natürlich nach oben gehörig. Die Einschätzung passte, das Ergebnis nicht.
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SV Horn – SKN St.Pölten 2:1 (1:0)

Zuschauer: 3.080 (Schnitt bisher: 1.720)
Lange Rede, kurzer Sinn: der Tipp kann nur lauten: Tipp 2, ein Auswärtssieg.

Die Zuschauerzahl beweist: es war ein Derby (bei 64 km). St.Pölten sicher für die Hälfte der Zuschauer verantwortlich. Dies rechtfertigt auf jeden Fall den Tipp, da es sich ja nun mal um kein richtiges Heimspiel handelt. Nur: St.Pölten war einfach richtig schwach in Hälfte 1. Das hatte nichts von einem Spitzenteam. Auf der anderen Seite fällt immer wieder der Brasilianer Clayton Mineiro auf, der kaum zu halten ist (eine späte Verpflichtung, während der Saison, aber eine echte Verstärkung). So hatte Horn die Pausenführung auf jeden Fall verdient. Bitter für St.Pölten: nach einem Pressschlag (oder war es nicht doch ein Foul?) verletzte sich die Nummer 1, Toptorjäger Daniel Segovia. Er schleppte sich bis zur Pause durch, musste dann aber runter (und: wenn man St.Pölten nimmt, dann natürlich vorrangig wegen dieses Spielers, mit 11 Treffern top in der Liga).
Nach der Pause dennoch St.Pölten mit dem Bemühen, nachzuweisen, dass man doch Fußball spielen kann. Mit einigem Erfolg. Obwohl nach 13 Sekunden der erwähnte Brasilianer noch die Riesenchance für Horn bekommt, selbst erarbeitet, und sein Hammer von der Unterkante der Latte NICHT hinter die Linie springt. Danach aber St.Pölten das klar dominierende Team. Sie schnürten den Gegner mehr und mehr ein und kamen zu Chancen, von denen eine zum 1:1 genutzt wurde. Selbst wenn Horn auch noch nach vorne kam, so war doch erkennbar, wer die bessere Mannschaft ist, zumal, wieder einmal erwähnt, die 2. Halbzeit immer mehr zählt als die 1. Aus ein paar exzellenten Chancen konnten die Gäste kein Kapital schlagen und in der 77. gab es einen Freistoß am Sechzehner von St.Pölten, welcher direkt verwandelt wurde.
Aber auch nach dem Rückstand ein klares Übergewicht und Aufbäumen von St.Pölten. Nur eben ohne Ertrag, obwohl die Schlussphase sogar noch, nach Gelb-Rot, mit 11 gegen 10 gespielt werden konnte.
Fazit: na, so richtig toll gefällt einem der Tipp nicht, angesichts des sehr starken Brasilianers in Reihen der Heimmannschaft und angesichts der wirklich schwachen ersten Hälfte. Nur: die Verletzung von Segovia war ein unglücklicher Umstand und die zweite, sehr engagierte Hälfte doch eine ganz gute Rechtfertigung. Es hätte alles ganz anders kommen können, wenn der Schlussmann von Horn nicht ein paar Glanzparaden hingelegt hätte… Wenn eine Korrektur, dann doch, wegen eines (aber zuvor schon erwähnten) Spielers: Horn könnte etwas besser sein als angenommen. Der angekündigte (und sich zuvor anbahnende) Einbruch muss keineswegs auftreten.
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Kapfenberger SV – TSV Hartberg 1:2 (1:1)
Zuschauer: 1.300 (Schnitt bisher: 1.021)
Klare Sache hier und vermutlich der beste Tipp: Kapfenberg gewinnt die Partie, eine 1, ohne Wenn und Aber.

Ja, von wegen: klare Sache. Die Zuschauerzahl wohl doch mehr auf den Umstand des Derbies zurückzuführen, obwohl man vorab ankündigte, dass diese Tendenz eher gering wäre (80 km und Hartberg mit keinem großen Fanpotenzial), was aber wohl doch nicht der Fall ist (und insofern ein wenig gegen den Tipp spricht, hier nicht einkalkuliert). Zugleich muss man auch erwähnen, dass man in der Woche zuvor noch an Hartberg glaubte und sie kurz vor Schluss (gegen den FC Lustenau) die Riesendoppelchance zum Siegtreffer vergaben, in der 89., und im direkten Gegenzug das unter diesen Umständen extrem unglückliche 1:2 kassierten und vollends leer ausgingen. Auch dieser Umstand hätte wohl deutlich gegen eine klare Positionierung pro Kapfenberg gesprochen. Zusammengefasst: man muss sich an die eigene Nase fassen und: man lernt hoffentlich nie aus.
Die Führung der Gäste kam so (17.): Torjäger Parapatits holt wirklich geschickt einen Freistoß heraus (es war nämlich keiner). Dieser wird scharf vor das Tor getreten, alle Hartberger gehen hinein, einer kommt heran und wuchtet ihn über die Linie. Wie so häufig also ein Standard exakt dieser Bauart, nur eben kein berechtigter.
Kapfenberg danach leicht geschockt brauchte eine Weile, um die Ordnung zu finden und den Vorwärtsgang. Nach einer Weile war es so weit und der Ausgleich fiel, nach 25 Minuten, mit einem tollen Tor. Danach mächtig Druck der Hausherren, mit tollem, blitzschnellen Kombinationsfußball (dies zuvor gesehen von ihnen und von daher diese Mannschaft genommen), gipfelnd zwar in einigen Torchancen, manche davon hochkarätig, aber keinem Führungstor. Zur Pause ein glückliches 1:1 für die Gäste.
In Hälfte 2 längst nicht mehr so tolle Gastgeber. Sogar ein paar (drei?) gute Chancen für die Gäste, deren letzte genutzt wird, obwohl diese Verwertung extrem unwahrscheinlich war (man könnte den Treffer auch glücklich nennen; 82. Minute). Danach noch ein Aufbäumen der Kapfenberger, aber auch die letzte Chancen landet am Querbalken.
So war das nichts mit der Wette und dem Tipp. Aber auch die Einschätzungen wackelig, denn nicht nur das Derby und die unglücklichen Umstände der letzten Niederlage der Hartberger sprachen deutlich gegen eine drastische Positionierung, sondern zusätzlich das doch nicht überzeugende Auftreten der Heimelf in Hälfte 2. Auch die Fanunterstützung lässt einfach zu wünschen übrig, so dass man doch nicht mehr ganz so überzeugt ist von den Qualitäten der Kapfenberger. Wobei eben diese starke Phase nach dem Ausgleich wieder sehr dafür spricht und vielleicht nur das fehlende Quäntchen (an Glück?) für das Scheitern verantwortlich war.
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FC Lustenau – First Vienna 2:1 (1:0)

Zuschauer: 800 (Schnitt bisher: 933)
Tipp: 1.

Natürlich gibt es nicht den geringsten Anlass, zu feiern, wenn man doch EIN Spiel richtig hat. Das Ergebnis geht aber vollkommen in Ordnung. FC Lustenau mit einer Chance hier oder da, First Vienna fast ohne, aber auch so gab es einige individuelle Klasse zu beobachten bei der Heimmannschaft, sowie ein paar flüssige Kombinationen.
So kam die Heimmannschaft zum 1:0, wenn auch etwas zufällig, als nach einer unglücklichen Abwehr ein Angreifer im Strafraum an den Ball kommt, er ihn Volley nimmt und perfekt versenkt. Rein optisch ein Hingucker, aber eben in der Entstehung nicht herausgespielt sondern auf den Fuß gefallen. Trotzdem ging es weiter nach vorne und nicht etwa „Ergebnisverwaltung“. Es gab weitere Chancen und irgendwann das 2:0. Wobei hier die Analysen wieder einmal die falsche Richtung vorgeben, ohne, dass jemand etwas merken würde: das 2:0 fällt nach einem vom Torwart abgewehrten Schuss. Angeblich soll der den Ball verwertende Spieler aber abseits gewesen sein und das Tor irregulär sein. Nur: beim Schuss ist es wirklich ganz eng und die Analyse „der Kopf ist aber vorne, insofern…“ gibt die Richtung vor: man kann einfach bei jedem Tor etwas finden. So lautet damit die Ansage an den linesman: nimm die Fahne nächstes Mal, wenn es eng wird, doch lieber hoch. Dann gibt es keine Diskussionen. Es gibt nun mal den Passus „im Zweifel für…“. Und hier war die ideale Situation zu einer derartigen Auslegung.
Später schießt ein Vienna Mann auf das Tor, im Strafraum geht ein Verteidiger mal wieder, wie so üblich und so oft gesehen, mit der Hand an den Ball. Das Urteil lautet: richtige Entscheidung, die Distanz zu kurz. Nur: die Hände sind ja NEBEN dem Körper. Also ist dies unter keinen Umständen natürlich und auch kein Reflex zum Schutze des Körpers. Es ist einfach eine Möglichkeit, eine Torchance zu verhindern. Und diese wird genutzt, zumal die Medien einen ja dafür decken. Die Konsequenz: die Verteidiger werden in Zukunft NOCH MEHR mit den Händen zum Ball gehen, den Körper auf die Art verbreitern, denn: Strafstoß hat man nicht zu fürchten. Auf die Entfernung… Nein, alles Blödsinn.
Nach 75 Minuten gab es Gelb-Rot gegen einen Lustenauer. Danach folgte bald das 1:2 aus Sicht der Vienna. Bei 11 gegen 10 witterte man die Chance und kam noch zu zwei Chancen etwa, und einer weiteren Elfmetersituation, welche, analog zu etwa 83 auf Europas Fußballplätzen am Wochenende, erneut abschlägig beschieden. Die Zeitlupe deckt auf, dass der Verteidiger eindeutig am Trikot ist. Was tut man nun als Stürmer? Soll man den Nachteil nutzen und versuchen, trotzdem zum Ball zu kommen, mit einer weitaus verringerten Chance, ein Tor zu erzielen? Dann bekommt man NIEMALS einen. Wenn man fällt, ist es aber noch klarer: zu viel Theatralik. Du bekommst keinen Elfer. So ist es einfach.
In der Summe dennoch der Sieger die klar bessere Mannschaft. First Vienna steht auf jeden Fall eine sehr harte Saison bevor. FC Lustenau hat so viele Ansätze von Klasse gezeigt, dass man nicht einmal mehr am derzeitigen 4. Platz ernsthaft anzweifelt. Klar, Altach oder Kapfenberg, nur schwächen diese ja fortwährend…
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