Rückblick Raiffeisen Superleague Schweiz, 13. Spieltag

Servette Genf – FC St.Gallen 1:1 (1:1)
Zuschauer: 13.148 (Schnitt bisher: 7.354 )
Also, hier sagt das Gefühl, dass Servette die Partie nicht verlieren wird. Tipp 1 oder X.
Wie man sieht haben die Fans ihr Team längst nicht aufgegeben. Mit über 13.000 eine mehr als ordentliche Zahl. Die Stimmung auch rundherum gut, positiv, die zwei Wochen Pause tun immer ganz gut, wenn man in einer Negativserie steckt, und so zeigte Servette über die gesamte Partie, dass man mit der Einschätzung richtig lag: heute muss mal wieder etwas geholt werden. Dass man sogar bereit war, die Favoritenrolle zu übernehmen — sicher spürt das der Trainer auch –, zeigte die offensive Einwechslung eines weiteren Stürmers in der 2. Hälfte, was zum Ausdruck bringt, dass man sich den Sieg zutraute. Insgesamt also Servette aktiver und St.Gallen vielleicht doch wieder auf Normalmaß?
Der Tipp war gut und ging sogar auf, wobei ein Heimsieg sogar eher möglich gewesen als der Auswärtssieg. Schlussfolgerung? Zunächst etwas Vorsicht mit St.Gallen, die doch erst einmal etwas beweisen müssten. Der Mutige nimmt demnächst Servette. Die Qualität ist da, um den Anschluss herzustellen, selbst wenn es ein weiter Weg sein könnte.
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FC Thun – FC Sion 1:1 (1:0)
Zuschauer: 5.148 (Schnitt bisher: 5.433)
Also, Tendenz ist klar: wenn man etwas nimmt in der Partie, dann nur die Heimseite. 1 oder auch 1/X. Thun verliert nicht.
Der Tipp ging auf, da ist man eh zufrieden. Hier kam aber hinzu, dass es mehr als verdient war, so dass also sogar der Tipp auf den Sieg kurz vor der Realisierung stand.
Sion eindeutig auf dem absteigenden Ast. Diese Leistung war so gut wie gar nichts. Es stimmt nicht in der Mannschaft und auch über den Trainer darf man ein wenig zweifeln. Denn: der beste Spieler, Leo Itapurena (woher wohl? Ach ja, Brasilien…) musste auf der Bank Platz nehmen. Was kann da die Idee sein? Immerhin hat er später bemerkt, dass so gar nichts nach vorne gelingt, brachte ihn noch und Sion kam noch zum (glücklichen) Ausgleich, hatte sogar, durch jenen Leo, in der Nachspielzeit den Siegtreffer auf dem Fuß, der Ball landete aber am Pfosten.
Kompliment aber erneut an Thun, die den guten Eindruck der letzten Wochen bestätigt haben, welches ungeachtet der gegnerischen Schwäche zumindest einmal hervorgehoben werden muss. Fazit demnach: in den nächsten Wochen eher gegen Sion und eher auf Thun spielen.
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Lausanne Sports – FC Zürich 0:2 (0:0)
Zuschauer: 5.250 (Schnitt bisher: 6.271 )
Hier ist die Lage sonnenklar, auch wenn es gegen die bedauerten und keineswegs schlechten, hier aber arg geschwächten Zürcher gehen muss: Lausanne macht etwas, ist Favorit in der Partie. Tipp: Heimsieg, eine 1.
 
Der Tipp ging daneben, aber klar war ja auch, dass es eine ziemlich enge Partie sein müsste, in welcher man doch — und dies vermutlich im Widerspruch zum Wettmarkt — die 1 als Favorit ausgewiesen hat. Sie hat sich aber im Spiel auch so verhalten, so dass man persönlich die Qualität der Prognose nicht wirklich in Zweifel zieht. Lausanne war die etwas aktivere Mannschaft, Lausanne kam zu der etwas größeren Anzahl an guten Torchancen, Lausanne hat es einfach insgesamt gut gemacht und eben die Einschätzung bestätigt, dass man doch mit ihnen rechnen kann, ihnen etwas zutrauen. Andererseits muss man dringend anmerken, dass der absolute Spitzenangreifer des FCZ, der bereits vielfach auch an dieser Stelle hervorgehobene Gavranovic frühzeitig nach einem Foulspiel verletzt wurde und bereits nach 31 Minuten vom Platz musste. Allerdings hatte die Heimmannschaft bis zu diesem Zeitpunkt auch schon leichte Vorteile.
Die Wette ging nicht auf, war aber völlig ok. Dem FCZ wird von vielen Seiten eine wesentlich höhere Qualität bescheinigt — klar, es gibt ja noch (den erstmals jetzt erwähnten) Drmic, dazu Chiemiento und Chermiti, die allesamt für sehr gehobenes Offensivpotenzial stehen. Klar ist ebenso, dass einzelne derartige Erfolgserlebnisse bei einer unter Wert spielenden Mannschaft als Brustlöser wirken können und für die Zukunft den gehobenen Ansprüchen entsprechende Ergebnisse produzieren lassen. Dies könnte jederzeit für die Zürcher gelten, die beileibe nicht schlecht waren, auch nicht in diesem Spiel. Wenn der Tipp gut war, dann nur wegen Lausanne. Mit dem FCZ wird vermutlich kein Geld zu verdienen sein in Zukunft, denn der Markt „weiß“ von den höheren Qualitäten. Bei Lausanne sieht es da schon anders aus. Denen wird man, gerade nach einer derartigen (jedenfalls etwas unglücklichen) Niederlage erneut das Vertrauen schenken.
 
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FC Luzern – FC Basel 1:0 (0:0)
Zuschauer: 16.259 (Schnitt bisher: 12.913 )
insofern lautet der Tipp hier ganz klar: Basel macht es, eine 2.
So lange man insgesamt ganz gut liegt mit den Tipps, muss man natürlich ab und an auch einen Verlust einstecken ohne groß zu zetern oder zu lamentieren. Andererseits fragt man sich doch, warum man der eigenen Einstellung zuwider handelt. Denn jene lautet: nimm nicht die Clubs, die gerade ihren Trainer gewechselt haben. Schon aus Anstand nicht, da man nämlich grundsätzlich nicht an diese Maßnahme glaubt. Sobald man es getan hat, müsste man ja für das Team hoffen — und zugleich, im übertragenen Sinne, den geschassten Trainer zum Teufel wünschen. Und dies kann man einfach nicht so empfinden. Sicher ist einem bewusst, dass es Heiko Vogel nicht schlecht gehen wird, jedenfalls nicht in dem Sinne, dass er das Hungertuch herausnehmen muss, um etwas zum Nagen zu haben. Der fürstliche Lohn, den die Trainer erhalten, wird nicht zu Unrecht von den Meisten als „Schmerzensgeld“ bezeichnet, und das ist gut nachvollziehbar. Es ist einem jeden bewusst, dass er irgendwann Opfer wird, es ist ihm zugleich bewusst, dass es wohl kaum im direkten Zusammenhang mit seiner Arbeit steht, aber dass er es eben hinnehmen muss. Zugleich ist ihm auch klar, dass es sehr bald passieren kann, dass das Karussell an einer anderen Stelle anhält, an welcher derselbe Trainer dann als Feuerwehrmann einspringen soll — und bald danach möglicherweise auf Händen durchs Stadion getragen wird.
Hier war die Konstellation wirklich besonders, mit Yakin im Amt gegen seinen Ex-Club (den er also trainierte). Jedenfalls lieferten die Bebbi wohl ihre schwächste Saisonleistung ab, vielleicht gar, weil in diesem Falle die Spieler FÜR ihren alten Trainer spielten? So weit möchte man nicht gehen, aber dennoch denkbar, dass Murat Yakin und ganz Basel bald erfahren muss, dass es durchaus einiger Erfahrung bedarf, um einen derart großen Club in der Fahrspur zu halten.
Luzern andererseits wurde vielmals hier Qualität attestiert, sehr wohl in dem Wissen, dass Otto Rehhagel (wie fast immer) Recht hatte, indem er sagte, dass die Wahrheit auf dem Platz liegt. Also nützt reine Qualität nichts, wenn sie nicht umgemünzt wird. Dennoch, wie man nicht nur am heutigen Besuch sieht sondern insgesamt am Schnitt, lassen die Zuschauer ihr Team nicht hängen. Sicher gibt es den einen Aspekt, dass sie dankbar für die Vorsaison mit dem (nicht existenten) Vizemeistertitel und dass man überhaupt in der Innerschweiz gemütlich und genügsam ist, aber viel wahrscheinlicher ist es, dass der zahlende Zuschauer sehr wohl einen Blick für Leistung hat, und sogar die in den Medien so weit in den Hintergrund gestellten Anteile an Glück und Pech gibt. Insofern darf man annehmen, dass Luzern doch einiges an Pech hatte, im bisherigen Saisonverlauf.
Nun gut, gegen den Meister ist die Hütte eh (fast überall) immer voll, also würde einen hier der Zuspruch eh nicht wundern. Luzern lieferte eine der besten Saisonleistungen ab (wobei man sich persönlich sehr gut an das Hinspiel erinnert, in welchem sie mit dem einen erzielten Punkt recht knapp an einem Sieg vorbei schrammten und auch damals schon die Rede von der besten Saisonleistung war beim 2:2; natürlich widersprechen sich die beiden Aussagen nicht).
Das Spiel selbst war vor allem von Basels Seite also schwach. Klar ist, dass Luzern eine derartige Partie sehr gut hernehmen kann, um das spürbar angeschlagene Selbstwertgefühl aufzupolieren. Denn gerade gegen Basel hat man am wenigsten zu verlieren, kann also mutig nach vorne spielen. Dies tat Luzern so gut sie konnten, während Basel an beiden Enden des Spielfelds einfach nicht gut aussahen. Nach dem 1:0, welchem man definitiv ein „verdient“ anheften kann, geht Basel zwar ungestüm nach vorne, kommt aber kaum zu richtigen Torchancen, während die Abwehr Auflösungserscheinungen zeigt. Das war wirklich katastrophal von ihrer Seite aus.
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Grasshoppers Club Zürich – Young Boys Bern 3:2 (3:0)
Zuschauer: 11.900 (Schnitt bisher: 8.236 )
GC macht es also, Tipp: Heimsieg, eine 1.
 
Logisch, dass man immer dann zufrieden ist, wenn man getroffen hat. Die Partie selbst auch lange Zeit ziemlich eindeutig. Jedenfalls haben die Grasshoppers nichts getan, was einen zweifeln lassen könnte, dass man ihnen zurecht vertraut. Natürlich ist einem klar, dass YB eine sehr starke Mannschaft hat, und sie haben es auch in diesem Spiel gezeigt. Nur sprach das Momentum ganz klar für GC — und sie haben es genutzt.
In der Partie selbst hatte zunächst YB eine Chance, als der Venzuelaner Martinez seitlich aufs Tor zog, allein, der Winkel aber für einen Abschluss zu spitz ist, er es dennoch versucht. Der Ball geht (vorhersehbar) am langen Eck vorbei. Nur sieht und hört man einen ziemlich wütenden Mitspieler, der sich, noch vor dem langen Pfosten, als anspielbereit zeigte. Ein Riese sozusagen, wenn richtig „vollzogen“.
Dann aber nur noch GC für eine gute Weile. Tolle, schnelle Spielzüge, die man gerne mal als „blindes Verständnis“ bezeichnet, führen zu glasklaren Torchancen, ähnlich wie bei Salzburg in Österreich derzeit. Alle schwärmen blitzschnell aus, wechseln die Positionen, und dennoch scheinen die Mitspieler immer zu wissen, wo wer steht (der Gegner hingegen nicht). So kam es recht zwangsläufig zu den 3 Toren, obwohl für das 1:0 mal wieder ein (schlitzohrig ausgeführter) Freistoß herhalten musste: alles rechnet mit einer weiten Flanke, auch der Goallie. Dadurch die kurze Ecke verwaist, wo der Ball von Nachwuchsstar Hajrovic (21) mit viel Fahrt und Präzision geschossen wird. Auch das 2:0 macht er selbst, nachdem er am Strafraumeck einen Gegner vernascht hat, was so viel bedeutet wie: trotz dieser tollen Kombinationen sorgten für die Tore Standards oder Einzelaktionen. Das dritte allerdings aus dem Spiel heraus, nach einer dieser feinen Kombinationen.
Nach der Pause auch GC näher dran am vierten als YB am 1:3. Dieses fiel dann doch, und zwar durch ein weiteres Traumtor durch ebenjenen Martinez (sein erstes in der Superleague), der den Flankenball volley von der Strafraumgrenze nimmt und exakt ins Eck trifft. Danach vielleicht doch ein bisschen Verunsicherung bei der weiterhin jungen Mannschaft des GC (Grichting viel früher als erwartet wieder dabei), so dass YB noch zu ein paar Chancen kam. Eine davon in der 89. verwertet, als ihr Star Bobadilla seine zweite Möglichkeit verwertet — ein Kopfball aus Nahdistanz.
Die Szene danach mal wieder Antiwerbung für den heutigen Fußball und schon vielfach in ihrer Art beschrieben, ohne dass Offizielle dafür eine Lösung fänden (was einem, viel mehr als alles Andere, zu denken geben sollte). Der Ball schlägt ein. Der Torwart hechtet hinterher. Aber nicht etwa in der Hoffnung, ihn noch vom Überschreiten der Torlinie abhalten könnte, was nämlich längst geschehen ist, sondern um zu verhindern, dass der Ball wieder ins Spiel kommt. Die Nachspielzeit läuft, angezeigte 4 Minuten (die vermutlich nicht verlängert werden, wie einem absurde hiesige Praxis lehrt). Was passiert natürlich? Er hechtet sich also in der sprichwörtlichen Torwartmanier auf den Ball. Die YB Spieler setzen nach, denn was haben sie für ein Ziel? Sie haben eines, welches eigentlich jeder Freund des Sports haben müsste: die Kugel soll rollen und nicht im Tornetz unter dem Schlussmann begraben liegen. Also wird er leichtestes angerempelt, um den Ball herauszurücken. Das nimmt er zum Anlass, sich noch tiefer im Tornetz zu vergraben, spielt gar eine Ohnmacht vor oder was immer das darstellen soll. (Schein-)Empörte GC Spieler rücken ebenfalls nach, nunmehr mit allen Rechten ausgestattet, denn soeben wurde doch ihr Keeper so überaus unfair angegangen. Tumultartige Szenen, bei denen Minuten vergehen müssen, alle zum Lohn der Führenden, welche mit einer ungeheuerlichen Unsportlichkeit diese Szenen selbst auf den Weg gebracht haben. Nein, das ist so hässlich, dass man sich viel lieber noch einen Ausgleich wünschen würde, einfach nur, um dieses absurde Gebaren zu bestrafen. Nur: man kann beobachten, dass das „gängige Praxis“ ist. Falls also kurz vor Schluss ein Anschluss kassiert wird, verhalten sich alle Torhüter gleichermaßen so.
(Übrigens an dieser Stelle kurz erwähnt: damals bekam der Spieler Alpay den Fairplay Preis, Euro 2000, dafür, dass er seinen Gegenspieler Vlaovic NICHT per Notbremse stoppte und dieser in letzter Minute das 1:0 für Kroatien erzielte. Absurd einfach, auch dieses und das völlig falsche Zeichen. Bei der Partie in Österreich, Hartberg gegen FC Lustenau von diesem Wochenende, läuft beim entscheidenden Konter für den FCL in der letzten Minute (zum 1:2) ein Angreifer seinem Gegenspieler davon. Der Sprecher macht darauf aufmerksam, dass er diesen NICHT ZU FALL BRINGT. Natürlich verdient dies Erwähnung, keine Frage, und zwar gerne auch eine lobende. Nur: zugleich merkt er an, dass dies ein Fehler sei. Also wird schon explizit zur Unsportlichkeit aufgefordert, denn, wenn man sie nicht begeht hat man zugleich einen Fehler gemacht. So wird in Zukunft ein Fair-Play Preis ausgegeben, wenn ein Torhüter nach einem kassierten Anschlusstreffer in der letzten Minute den Ball tatsächlich zum Weiterspielen aus dem Netz holt? Nein, man ist auf dem falschen Weg, dem völlig falschen Weg. Man nennt diesen auch „den Holzweg“.)
GC also topp, so sehr einen diese Einlage störte, verdient war der Sieg auch insgesamt gesehen, ohne Frage, YB hat aber durchaus jede Menge Qualität gezeigt, die einfach in dem Kader steckt.
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Vorschau

 

Soorry, liebe Leute, der Text war längst fertig, ist nur nicht rausgegangen. Wer schauen will, was er so verschenkt hat…

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Servette Genf – FC St.Gallen (Entfernung: 359 km)

Was könnte man nun an Servette finden, was sie stützenswert macht? 2 Punkte aus 12 Spielen, die wenigsten erzielten Tore, die meisten kassierten, nichts, was auf ein Licht am Ende des Tunnels hindeutet.

Genau umgekehrt die Lage bei St.Gallen, die zwar durch die knappe Niederlage gegen GC (ihre erste) vor zwei Runden den allerschönsten Platz an der Sonne hergeben mussten, bleiben sie doch im Windschatten der Konkurrenz ein absolut ernst zu nehmender Kandidat auf alle möglichen Europäischen Plätze, wozu sogar der Titelgewinn zählte. Der Argentinier Oscar Scarione (Offensives Mittelfeld) ist in Topform, hat schon 6 eigene Treffer erzielt und erzeugt vor allem mit seinen Standards beständig für erhebliche Torgefahr.

Ja, was wäre es also, was man finden könnte? Hier aufgezählt, die Tendenz andeutend, die man als Leser sicher schon ahnt: 1) durch die zwei Wochen Pause sind bei Servette fast alle Mann wieder an Bord (es fehlen „nur“ noch drei: Schlauri, Moubandje und Baumann, allesamt Abwehrspieler, aber zumeist davor schon abwesend; zudem stehen im Kader 11 Abwehrspieler, so dass der Coach aus 8 auswählen kann). 2) Zuletzt gab es eine klare Leistungssteigerung beim 2:3 gegen Basel. 3) mit einem ganz ähnlichen Kader erreichte man in der letzten Saison einen internationalen Startplatz. 4) jede Serie endet einmal. 5) St.Gallen hat gerade im letzten Spiel äußerst glücklich gewonnen (2:1 gegen Lausanne) in einer Partie, in der man kaum eigene Chancen hatte und haufenweise gegnerische zuließ. 6) Zwei Wochen Pause tun oftmals dann gut, wenn man in einem Loch steckt. Und das tut Servette eindeutig. Man berücksichtige dabei, dass eigentlich zu jedem Saisonstart, aber auch nach einer Winterpause (die oftmals nur vier oder fünf Wochen dauert) bereits die Karten ziemlich neu gemischt sind. Dieser Effekt im kleinen auch bei der Partie.

Also, hier sagt das Gefühl, dass Servette die Partie nicht verlieren wird. Tipp 1 oder X.

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FC Thun – FC Sion (Entfernung: 97 km)

Es fehlen bei Thun: Schindelholz (IV), Zuffi (ZM = Zentrales Mittelfeld), Bigler (RV = Rechter Verteidiger)
Bei Sion: Mrdja (Mittelstürmer = MS), Sauthier (Defensives Mittelfeld = DM), Marques (Linker Verteidiger = LV), Aislan (Innenverteidiger = IV)

Bei den Verletzten sieht es ziemlich ausgeglichen aus, so wie auch die gesamte Partie. Wie kann man sich da positionieren? Nun ja, hier geht es ja eher darum, ein eigenes Gefühl und wenn, dann eine leichte Tendenz aufzuzeigen. Sozusagen: nimm die hier oder lass die Finger davon (was ja eh in jeder Partie möglich ist, ohne sich selbst zu verletzen). Vor allem gilt es, den Wettmarkt etwas einzuschätzen und dort die minimal möglichen Fehler aufzuspüren.

Hier besteht die Möglichkeit nur darin: Sion hat einfach nach dem berauschenden Saisonstart eindeutig geschwächelt. Die Souveränität, die sie ausstrahlten, ist dahin und mal ringt darum, sich wieder zu festigen. Die Diskussionen um Gattuso waren ja schon angesprochen. Zuletzt war zwar gewonnen worden (ein 3:2: hier bei Sion gegen Luzern), aber die Leistung war so, dass man viel eher hätte verlieren sollen, auch wenn man zur Entschuldigung anführen muss, dass lange Zeit mit 10 gegen 11 gespielt wurde. Dennoch eben: souverän ist garantiert anders. Davor gab es das 2:2 daheim gegen FCZ, mit dem Ausgleich in letzter Sekunde für die Gäste, was das gleiche offenbart.

Thun hingegen, wie schon mehrfach betont, hat sich eine Nische gesucht, in der man sich ausgesprochen wohl fühlt: keine Erwartungen von außen, kein Druck auf die Spieler, eine Außenseiterrolle, die man gerne annimmt, und der man mehr als gewachsen ist. Denn: kaum je eine Partie, in der die Mannschaft nicht Paroli geboten hat und in der man nicht, auch alle möglichen vermeintlichen Schwergewichte, gehörig ins Schwitzen gebracht hätte, selbst wenn wahrlich nicht immer von Erfolg gekrönt. Die zuletzt gezeigte Leistung gegen GC war so beeindruckend (auch ein 2:3, verloren, ja, schon klar, aber es war nicht verdient in einem begeisternden Fußballspiel, in dem man wirklich Thun Fan werden konnte).

Also, Tendenz ist klar: wenn man etwas nimmt in der Partie, dann nur die Heimseite. 1 oder auch 1/X. Thun verliert nicht.
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Lausanne Sports – FC Zürich (Entfernung: 223 km)
Es fehlen Lausanne: Tall (31, IV), Guie Guie (26, MS)
FC Zürich: Beda (31, IV, wichtig!), Chermiti, Chikhaoui, Chiumiento (die letzten drei die Kreativzone, alle drei mit höchster Torgefahr ausgestattet, die absoluten Leistungsträger, neben Gavranovic)

Fangen wir dem den Gästen an: ohne diese drei Spieler (von denen zuletzt „nur“ zwei fehlten) geht den eh ohne Ende kriselnden Zürchern gänzlich die Torgefahr ab. Und: wer steht in der Tabelle eigentlich vor wem? Immerhin und erstaunlicherweise ist das so extrem gering geschätzte Lausanne noch einen Platz höher angesiedelt (Platz 7 Lausanne, 8 Zürich, 12 Punkte gegenüber 11). Die kurzen Anzeichen der Besserung sind schon wieder verfolgen beim FCZ, das 1:1 daheim gegen YB alles andere als ein Befreiungsschlag, davor zwar das Remis in letzter Sekunde beim FC Sion, aber davor zwei Niederlagen ohne eigenes Tor, davor noch das 0:0 beim FCB, aber eben auch ohne Torerfolg.

Lausanne mit der phantastischen, unbelohnten Leistung in St.Gallen, wo man nach reinen Torchancen gerechnet in etwas eher mit 5:2 hätte gewinnen sollen als mit 1:2 verlieren. Vorne machten die beiden stärker pigmentierten so einen irren Wirbel (Malonga und Moussilou), dass man unbedingt auf sie bauen muss, wenn man sich denn Sportwetten als Beruf auserkoren hat. Wenn man noch weiter zurückblicken möchte bei Lausanne (und irgendwoher muss ja der 7. Rang kommen), dann sieht man vor der unglücklichen Niederlage zwei Siege und ein Remis stehen, bei nur einem Gegentor. Also ist der Trend bei Lausanne klar erkennbar: nach oben.

Hier ist die Lage sonnenklar, auch wenn es gegen die bedauerten und keineswegs schlechten, hier aber arg geschwächten Zürcher gehen muss: Lausanne macht etwas, ist Favorit in der Partie. Tipp: Heimsieg, eine 1.
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FC Luzern – FC Basel (Entfernung: 98 km)

Es fehlen Luzern: Renggli (32, ZM), Stahel (27, RV), Sarr (26, RV), Gygax (31, Rechtsaußen = RA)
Basel: Dragovic (21, IV), Yapi (30, ZM), Vuleta (18, Rechtsaußen = RA), Stocker (23, Mittelfeld/Sturm/Linksaußen = LA)

Unfassbar, was man in der heutigen (Fußball-)Zeit so alles erleben muss. Der FC Basel entlässt Trainer Heiko Vogel! Nicht, dass man nicht persönlich bei seiner Nominierung ein wenig skeptisch war, da er nicht nur ein unbeschriebenes Blatt war, sondern zugleich nicht unbedingt gleich einen so überragenden Eindruck machte. Aber nachdem man sich dafür entschieden hat (und sicher ist davon auszugehen, dass die Verantwortlichen dort gründlich überlegt haben) und er doch den Club keineswegs aus der Erfolgsspur geführt hat, hat man nicht nur persönlich, als Autor, den allergrößten Respekt vor ihm bekommen, sondern zugleich war davon auszugehen, dass die ihn Nominierenden sich nun genüsslich auf die eigene Schulter klopfen ob dieser gelungenen Einschätzung. Aber nein, er wird entlassen und der einzige Grund, der ernsthaft in Betracht kommt in unserer oben erwähnten kuriosen Zeit, ist Erfolglosigkeit. Basel nur auf Rang 4 — da muss man ihn rauswerfen (bei nur einer einzigen Saisonniederlage). Man bedenke bitte, dass das ernstere Problem an dem Rückstand von 8 Punkten auf die führenden Grasshoppers mal wieder die unsägliche Dreipunkteregel ist. Sie haben 6 Unentschieden (eine Niederlage), GC 2 Unentschieden (eine Niederlage). Also wären es bei korrekter Rechnung eben 4 Punkte Rückstand, und das wäre nicht nur völlig normal sondern zugleich locker in kürzester Zeit überbrückter, zudem eigentlich insbesondere dem riesigen Lauf von GC zuzuschreiben, viel mehr jedenfalls als eigenem Versagen. Wie bereits an anderer Stelle vorgerechnet muss man im Zeitalter der Dreipunkteregel etwas anders rechnen. Im Schnitt 2 Punkte pro Spiel sind gut, fast in allen guten Ligen ein Indiz, dass man um den Titel mitspielt (oder halt den Aufstieg). Diese haben die Grasshoppers mit 29 in 12 weit überschritten (was in der Saisonanfangsphase durchaus normal ist, unwahrscheinlich und sicher an gleicher Stelle später nachgeprüft, dass sie diesen überragenden Schnitt halten, und das nicht nur, weil sie vorab kein Titelkandidat waren), zugleich der FCB mit 21 in 12, was natürlich unter dem Schnitt liegt, aber eben nicht so weit, dass man ihn nicht in kürzester Zeit wieder herstellen könnte. Also, kurzum, dümmer geht es kaum und, wie es der bei Luzern noch vor einigen Wochen aus dem gleichen Grund — anhaltende Erfolglosigkeit — beim FC Luzern entlassene Nachfolger Murat Yakin sagt zurecht im Antrittsinterview, dass sie, die Trainer, heute nur noch moderne Gladiatoren sind. Allerdings mit einem doch recht fürstlichen Schmerzensgeld für die vielen Ungerechtigkeiten, die ihnen widerfahren. Vor allem jener: was kann man gegen Pech tun, welches eine ganz besondere und durchaus zeitgemäße Ursache für ein paar schlechte Ergebnisse in Serie sein können? So sagte Yakin auch im Fortlauf des Interviews, dass es überhaupt keine Rolle spielt, ob man gut oder schlecht Fußball spielt. Man muss gewinnen, das ist alles, was zählt. Ja, genau, traurig, aber wahr. Aber ein neuer Beweis für diese These ist mit der Entlassung von Vogel erbracht.

Insofern also ein sehr besonderes Match (nicht nur neuer Trainer, sondern zugleich in Spiel 1 gegen seinen Ex-Club). Zugleich ist es zwar kein Derby, aber doch von der Entfernung her überbrückbar, so dass man wohl einige FCB Fans im Stadion antreffen wird. Der FC Luzern wohl am tiefsten in der Krise von allen (Krisen-)Clubs, mit einem 9. Rang, nach einem 2. Platz in der letzten Saison, und bereits (ebenso absurden) erfolgtem Trainerwechsel, zudem mit Komornicki weiterhin nicht anerkannt und unter Druck. Der FC Basel wird sich entsprechend nicht aus der Spur bringen lassen, trotz der Kapriolen um den Trainerwechsel (wobei ein Trainerwechsel ja oftmals, vor allem in Spiel 1, als gutes Zeichen gewertet wird; eigentlich nicht vom hiesigen Autoren, aber es ist halt auch kein Gegenindiz; es ist eben, wie gesagt, einfach nur absurd). Die Verletzten sprechen auch keinesfalls gegen Basel, die kurze Distanz nicht, alles ist pro Basel, insofern lautet der Tipp hier ganz klar: Basel macht es, eine 2.

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Grasshoppers Club Zürich – Young Boys Bern (Entfernung: 126 km)

Es fehlen bei GC: Grichting (33, IV, wichtig), Coulibaly (24, Rechtes Mittelfeld = RM) (beide verletzt), Hausmann (21, RV) und Adili (18, LA) (beide Rekonvaleszent)
YB : Simpson (29, LA, schon lange out), Doubai (20, ZM)

YB jedenfalls mittlerweile mit einer durchwachsenen Saison, die den eigenen Ansprüchen nicht ganz gerecht wird, selbst wenn die Anhänger weiterhin recht treu sind, was eigentlich zumeist ein gutes Zeichen ist. Aber auch die Auftritte in Europa kosten nicht nur Kraft sondern haben parallel in der Gruppenphase bei zwei Niederlagen mit jeweils 2 Toren Unterschied nicht gerade Selbstvertrauen aufgebaut. Und in der kommenden Woche steht wieder eine Begegnung an, am Donnerstag, daheim gegen Udinese, für das mögliche Weiterkommen bereits die letzte Chance, falls man sich nicht schon aufgegeben hat, angesichts der übermächtige Konkurrenz von Liverpool, Anchi Machatschkala und eben Udinese; aber schonen dürfte man sich kaum in jenem Spiel, eher dann schon im Meisterschaftsspiel. 17 Punkte bisher für YB, was sogar noch unterhalt der anderthalb Punkte pro Spiel liegt, ab welcher, vom Autor so definiert, die Ansprüche für Europa geltend gemacht werden können (auch dies gilt für praktisch alle einigermaßen ausgeglichenen Ligen), so dass man also dort auch hinterher hinkt.

Bei GC hingegen ist alles eitel Sonnenschein. Selbst eine so kritische Partie wie jene in Thun — wo der Gegner wie entfesselt stürmte — konnte gewonnen werden, wobei regelmäßig im Angriff die Klasse aufblitzte — nicht nur bei den drei erzielten Toren. Die Verletzten mögen ein wenig zugunsten der Gäste ausschauen (Grichting weiterhin abwesend und ohne ihn zuletzt doch etwas wackelig), aber das wäre auch der einzige Punkt (falls man nicht das sich anbahnende Ende von Serien als Orakel anführt: danach soll jede ja irgendwann reißen, und tatsächlich ist es wohl für jede geschehen außer eben für jene, die bisher noch anhalten). Nein, GC ist in der Verfassung und in der Lage, YB aus den Angeln zu heben. Von „Sättigung“ kann jedenfalls keine Rede sein. Das Stadion wird (diesmal ganz sicher) gut besucht sein, der GC macht es also, Tipp: Heimsieg, eine 1.

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Vorschau 3. Bundesliga, 14. Spieltag

SV Babelsberg – Karlsruher SC (Entfernung: 661 km)

Babelsberg völlig zurecht auf dem Platz, auf welchem sie stehen. Hier fehlt es einfach an Klasse, um diese Klasse zu halten. Das Team ist jung und hat natürlich nicht immer nur enttäuscht, teilweise erfreuliche Siege eingefahren, nur eben, wie hier erwähnt, zumeist aus der Außenseiterrolle, auch im Heimspiel, und insofern sogar aus der Verteidigung heraus und nicht etwa Gegner unter Druck gesetzt.

Karlsruhe hingegen hat auf jeden Fall einen konkurrenzfähigen Kader, selbst wenn es um die Vergabe der Aufstiegsplätze geht, von Tradition, Anspruch und Fanpotenzial her ganz zu schweigen. Nur war die Saison eben von Anfang an eine ziemlich verkorkste, als man aus den ersten sechs Spielen nur vier Remisen einholte, die andern beiden verlor. Danach ein paar Anzeichen der Besserung, mit zwei 3:0 Siegen, auch das 1:1 in Offenbach ging ganz klar noch durch, nur dann schon wieder ein Rückschlag beim 1:2 daheim gegen Burghausen, wo man die Saison sicher noch hätte drehen können (klar, das geht auch jetzt noch, nur muss dafür ein richtiger Lauf her). Gelten tut aber, außer, dass man Pech heranführt (was jedenfalls auch vertreten war), dass es Absteiger immer etwas schwerer haben. Man muss sich an die Liga gewöhnen, wie es so schön heißt, aber auch dafür gibt es eine einfache Erklärung: man stellt nämlich in Wahrheit fest, dass hier genau so gut Fußball gespielt wird und dass man den Erfolg nur über unbedingten Willen und Leistungsbereitschaft erzielen kann, nur dann würden die Unterschiede, die es vielleicht in Nuancen gibt, zutage treten. Geht man an einer einzigen Stelle nur den einen Schritt weniger, ist es schon passiert — man liegt zurück und verschiebt Verantwortung.

Insofern in der Summe ein schwer zu tippende Partie. Die zwei Wochen Pause mögen den Ausschlag geben, dass man sich doch auf das Potenzial von Karlsruhe verlässt. Tipp 2, wenn es denn sein muss.

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SV Darmstadt 98 – Borussia Dortmund II (Entfernung: 245 km)

Auch diese beiden Mannschaften stehen zurecht dort, wo sie stehen (Platz 17 gegen Platz 20). Darmstadt hat sich zwar beim Schreiber hier ein bisschen Respekt verschafft, so dass man ihnen eventuell den Klassenerhalt zutraut (viel mehr jedenfalls als Babelsberg), aber dennoch sind sie grundsätzlich schwach im Ligavergleich. Dennoch gehen die Zuschauer hin, was wiederum ein wenig für ordentliche Auftritte im eigenen Stadion spricht.

Dortmund II hingegen eindeutig überfordert in der Liga. Es gibt Jahr für Jahr zu viele Wechsel, Jugendlich sollen (lobenswerterweise!) eingebunden werden, Leistungsträger marschieren ab, entweder in die eigene Erste oder eben zu einer Mannschaft mit Perspektive (die sie in der Zweiten nicht haben und für die Erste mag es nicht reichen, außer vielleicht zu einem, nicht angestrebten Reservistendasein) und selbst wenn viel Talent und Perspektive und Elan vorhanden ist: für diese wirklich durchgehend professionelle Liga reicht es eben nicht, nicht in dieser Saison (selbst wenn man Dortmund immer wieder den Aufwärtstrend, aus Lerneffekten resultierend zugetraut hat). In dieser Woche noch die Schreckensnachricht: Leistungsträger Rico Benatelli (20, Offensives Mittelfeld) fällt aus mit einem Bänderriss.

So wenig man diese Mannschaft haben möchte und so wenig man eigentlich überhaupt in Spiele von Zweiten Mannschaften (Hauptgrund: sie spielen, wie sie wollen) involviert sein möchte: hier könnte man nur auf die 1 tippen, den Heimsieg.

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Hallescher FC – VfB Stuttgart II (Entfernung: 475 km)

Hier gilt das gleich wie in der Partie davor: jedes Spiel mit der Verwicklung einer zweiten Mannschaft ist ein wenig willkommenes. Sie können was, sie haben Talent, sie haben Anlagen, Spielwitz, alles mögliche, man weiß aber selten WER spielt (da nämlich jederzeit, je nach politischer Vereinslage und Saisonverlauf und Ansprüchen, auch Leute aus dem Kader der 1. heruntergezogen werden können) und man weiß nicht einmal, worum die Mannschaft spielt, vor allem, da eben ein Aufstieg gar nicht möglich ist. Stuttgart jedenfalls derzeit in einem Tal, bei nur zwei Punkten aus sechs Spielen zuletzt und einem einzigen erzielten Treffer dabei.

Halle hat die Aufstiegseuphorie anfangs gut genutzt, in welcher ihnen wirklich einige sehr ansprechende Leistungen gelangen, nach welchen man bald schon persönlich meinte, dass sie gar in die obere Hälfte gehören können. In letzter Zeit fehlt eindeutig die Kreativität. Man kommt nicht ausreichend zu Torchancen und nur Herz und Leidenschaft genügen in der Liga eben doch nicht. So stehen der Unentschieden vier Niederlagen gegenüber aus den letzten sieben Spielen.

Auch diese Partie schmeckt ganz und gar nicht. Torarmes Spiel, das wagt man, und wenn, dann traut man Halle eher etwas zu.

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1.FC Heidenheim – VfL Osnabrück (Entfernung: 553 km)

Man möchte unter allen Umständen demnächst auf Heidenheim setzen. Nur passt es eben mal wieder in dieser Partie nicht. Zu stark hat sich Osnabrück gezeigt, in fast allen Auftritten bisher. Auch das letzte 2:2 gegen Wehen war insofern kein Rückschlag, als man in letzter Sekunde in einer eigentlich haushoch überlegen geführten Partie zumindest noch den einen Punkt erhielt. Davor standen eh drei Siege, Platz 2 alles andere als Zufall, selbst wenn man persönlich gerne eingesteht, dass man die Qualität von Heidenheim in der Summe noch ein ganz klein wenig höher einschätzt.

Heidenheim kommt noch, aber in dieser Partie muss der Tipp entfallen, nein, nicht gegen Osnabrück.

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Preußen Münster – Kickers Offenbach (Entfernung: 282 km)

Irgendwie findet sich derzeit wohl kein einziges Spiel, was das Spielen lohnend erscheinen lässt. Wen sollte man denn hier nehmen? Offenbach hat — nach den vier Auftaktpleiten, deren Zustandekommen man längst, sowohl als Autor als auch als Spieler vergessen hat — sich ganz allmählich oben angeschlichen, und auch dies alles andere als zufällig. Wenn man bedenkt, dass sie bereits bei 21 Punkten stehen (man entsinne sich der Formel: ab 1.5 Punkte pro Spiel ist man ein Kandidat für vordere Plätze, und diese haben sie bereits übertroffen bei 21/13, was schon über 1.6 liegt), aber auch sonst tönt der Abstand zur Spitze bei sieben Punkten auf Platz 1 (Münster mit 28 Zählern) als durchaus überbrückbar.

Münster absolut die Nummer 1. Sie stehen dort und sie stehen dort zurecht. Das Gründungsmitglied der Bundesliga scheint an uralte Zeiten anknüpfen zu wollen, hier ist alles professionell, der Kader durchgehend sehr gut besetzt, fast auf allen Positionen gleichwertig und doppelt, hier stimmt die Mischung und die Fans ziehen in einer alten Hochburg natürlich immer gerne und sofort mit. Nichts, was man an ihnen aussetzen könnte, nur gilt Gleiches für den Gegner.

Nein, es kommt einfach kein Tipp über die Lippen, ausgeschlossen.
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Hansa Rostock – Alemannia Aachen (Entfernung: 662 km)

Rostock hat sich wirklich allen möglichen Respekt verschafft, seit Trainer Fascher übernommen hat. Smetana, Sturmspitze, wurde gerade zum Spieler des Monats in der Liga gewühlt (fünf Tore in fünf Spielen) und es sieht wirklich alles gut aus für einen Run auf die vorderen Plätze. So ganz möchte man ihnen noch immer nicht vertrauen, aber derzeit geben sie sehr wenig Anlass, etwas für die Einschätzung, nicht SOOO gut zu sein, zu tun.

Aachen hat natürlich auch, ebenso wie beispielsweise Karlsruhe, Bielefeld, Osnabrück, Münster, sogar Saarbrücken, den Anspruch, das Umfeld, den Kader, um in höheren Ligen zu kicken. Nur, wie man sieht, gibt es davon eine ganze Menge (Rostock als Ostvertreter natürlich in einer Sonderrolle, aber auch langjähriger Erstligist, demnach mit Ansprüchen und Möglichkeiten). Die Mannschaft spielt oftmals gut, Trainer van Eck hat die volle Unterstützung, auch von den Fans, weil er zum Team passt, mit seiner Leidenschaft aber auch mit dem von ihm verkörperten Stil (einem Holländer gemäß: offensiv). Die Ergebnisse stimmen nicht ganz, na ja, eigentlich gar nicht, denn dem kurz vor Schluss erzielten 2:1 Sieg in Chemnitz folgte ein mega enttäuschendes 1:1 gegen Darmstadt, weil man doch so gerne endlich die Trendwende einleiten wollte, das Remis extrem unglücklich, da Darmstadt in der Summe wohl eine halbe Torchance hatte, aber dennoch eben dieser Rückschlag.

Tja, man möchte eigentlich Aachen haben in der Partie, aber so richtig schmecken tut es nicht, kann es nicht. X oder 2, aber noch viel lieber auch hier ein Pass.

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Stuttgarter Kickers – Wacker Burghausen (Entfernung: 333 km)

Die erste Partie, die ein wenig schmecken kann. Wichtige Nachricht vorweg: trotz Schmerzen möchte der wichtigste Burghausener, Youssef Mokhtari, unbedingt spielen und er wird auflaufen. StuKi ist wirklich ein Traditionsverein, das gibt man gerne zu, nur liegt diese Tradition doch schon ziemlich lange zurück, aus Zeiten, als man sich mit dem VfB einen Kampf um die Nummer 1 im Ländle lieferte — und wirklich, sozusagen VOR Menschen Gedenken (der Mensch hier: der Autor) die Nase vorne hatte, sogar für lange Zeit. Auf diese Saison bezogen bleibt dieser Mannschaft gegenüber, der man anfangs durchaus die Ligatauglichkeit (als Aufsteiger) zugestand, ein wenig Skepsis. Sicher haben sie zuletzt die hiesige Einschätzung in Zweifel gezogen mit dem überzeugenden 3:0 in Erfurt, nur darf man dabei durchaus erwähnen, dass es keine Mannschaft gibt, die noch weiter hinter den Erwartungen zurückhängt als Erfurt und diese wirklich immer mit 0:3 verlieren. Davor jedoch standen bei StuKi zwei Niederlagen und ein Remis.

Burghausen jedoch, für die hat man nun wirklich von Anfang an Werbung gemacht, als man Sahr-Senesie und Mokhtari im Kader sah. Und wirklich sorgen diese beiden für eine Vielzahl von Chancen, Toren und guten Ergebnissen (im Verein mit den Anderen logischerweise). Sicher fehlt hier unbedingt Tradition und Zuschauerunterstützung im abgelegenen Burghausen, aber gerade das kann ab und an ganz gut tun, weil man eben keine gehobenen Ansprüche enttäuschen kann, was schon jede Menge Schwergewichte in Kategorie Anspruch und Zuschauerpotenzial zum Straucheln brachte, gerade dann, wenn man finanzielle Kraftakte damit verbindet mit der Maßgabe: „Der Aufstieg muss her, sonst….“, wobei genau dann oft genug das „… sonst“ eintritt, was oft genug den Abstieg bis in den Amateurfußball mit sich bringt. Zuletzt gab es vier Siege in Folge, bei 11:2 Toren.

Also, hier passt es gut, Burghausen holt etwas, X oder 2.

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SpVgg Unterhaching – Rot-Weiß Erfurt (Entfernung: 405 km)

Erfurt, der Club mit der größten Krise, welche sich bereits bei dem Missmanagement zum Saisonauftakt (Freundschaftsspiele, fast parallel zum Ligastart?) ankündigten und noch dazu in der Trainerbeurlaubung (der nichts dafür konnte) gipfelte. Selbst wenn es kurzzeitig ein Aufflackern und das sich andeutende Abfliegen in höhere Tabellenregionen gab, so bleibt am Ende doch nur Tristesse und von den hoch trabenden Plänen ist dieser eine, beinahe schon verzweifelte, geblieben: „Wie können wir den Abstieg verhindern?“ Nun schaut man sich bereits außerhalb der Transferperiode nach freien Spielern um, vor allem Angreifern, die kurzfristig helfen sollen. Gerade so etwas gegenüber ist man noch skeptischer, denn, ganz eindeutig wird die längst schon spürbare Verunsicherung noch erhöht und es sind mehr als kleine Zweifel angebracht, dass es KURZFRISTIGE Hilfe gibt, denn zumeist sind vertragslose Spieler nur BEMÜHT, sich fit zu halten, schaffen was aber nicht wirklich. Das hieße: man setzt dem etatmäßigen Stürmer einen vor die Nase, der vielleicht 60 Minuten spielen kann? Nein, SO geht es nicht, garantiert nicht (wobei Glück haben immer geht, das kann man so auch nicht ändern und das kann man auch so bekommen, selbst wenn es unwahrscheinlicher wird). Hier läuft alles in die falsche Richtung, und das von Anfang an.

Völlig anders die Lage dagegen bei Unterhaching: von Saisonbeginn Fußball, der einfach Spaß macht, beim wohl billigsten und mit jüngsten Kader der Liga (Dortmund und Stuttgart dürften wohl jünger sein). Und nicht nur, dass man erfrischenden, schönen Fußball mutig nach vorne spielt, nein, zugleich holt man Ergebnisse herein. Ja, es gab den mehrfach schon vorbereiteten Rückschlag (den man weder als Spieler noch als Zuschauer noch als hiesiger Schreiberling so ernsthaft empfinden kann) beim 0:3 gegen Offenbach, aber direkt danach wurde schon wieder ein Pünktchen geholt aus Karlsruhe. Sicher passt es nicht ganz so gut, dass sie in beiden Spielen kein eigenes Tor erzielt, aber dennoch kann man diese Mannschaft nur nehmen oder es sein lassen, aber (derzeit) sich sicher nicht gegen sie stellen.

Wer mag also, der tippt auf den Heimsieg, wer passen will, der passt — und tut sich sicher nicht weh.

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SV Wehen/Wiesbaden – Arminia Bielefeld (Entfernung: 342 km)

Diese beiden Mannschaften hat man irgendwie gestützt in letzter Zeit, aber beide konnten dieses Vertrauen nicht gänzlich rechtfertigen, selbst wenn es doch ab und an Erfolgserlebnisse gab — sowohl für den Tipper als auch die Mannschaften. Sicher wird man anlässliche dessen schon etwas nachdenklich, was ihre Einschätzung angeht. Wehen/Wiesbaden ist eh die Mannschaft, welche, im Verhältnis zu ihrer Einschätzung am weitesten hinterher hinkt den Erwartungen (bei Erfurt war es 1. wenn überhaupt positiv, da man sie nicht so gut eingeschätzt hatte und 2. sich eher gegen sie gestellt hatte), was jedoch zu einem Großteil der Dreipunkteregel zuzuschreiben ist, die ihnen, bei bereits 10 Remisen, eine ganze Menge kostete (rein rechnerisch jedes Unentschieden einen halben Punkt). Nun gut, aber hier wird gerne eingeräumt, dass man vermutlich ein bisschen übertrieben hat mit der Qualitätszuschreibung an diese Mannschaft. Sicher, zuletzt gab es ein 2:2 in Osnabrück, welches man erst in der Nachspielzeit kassierte, aber dennoch wurde man über weite Strecke an die Wand gespielt und hat somit keinen wirklich Beitrag geleistet, die Einschätzung zu rechtfertigen. Natürlich möchte man an dieser Stelle lange nicht aufhören mit der Anhängerschaft, eher mutmaßen, dass sie jedenfalls hinten rauskommen.

Bielefeld war von Anfang an schwer richtig einzuschätzen. Es gab über längere Zeit einen 1. Platz in der Tabelle, wo es dann immer schwer fällt, Kritik anzubringen, aber so gut war die Mannschaft von den Leistungen her eben doch nicht. Nun steht ein 5. Rang da im Klassement, welcher vermutlich dem wahren Leistungsvermögen viel näher kommt — falls es angesichts der wirklich harten Konkurrenz, nicht doch weiter nach unten geht. Beim 0:1 gegen Rostock zuletzt gab es aber doch jede Menge Chancen, so dass die Leistung gerade da nicht dem Ergebnis entsprach. Tja, also schwierig.

Hier gibt es demnach nur eine Chance, so gerne man auch die 1 nehmen würde (dies also sozusagen in Klammern die Tendenz), aber man muss doch zum Pass raten.

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FC Chemnitz – 1.FC Saarbrücken (Entfernung: 573 km)

Chemnitz mit einem mühevollen, eigentlich glücklichen 2:1 im Länderpokal gegen Lok Leipzig, was jedenfalls nicht für sie spricht. Andererseits haben sie die Woche zuvor eine wirklich sehr gute Leistung in Dortmund geboten und das Spiel völlig verdient mit 2:1 gewonnen. Diese Leistung hat jedenfalls bestätigen können, dass man mit der Mannschaft nicht daneben liegen kann, sie sind solider Durchschnitt, vielleicht sogar mit hauchdünner Tendenz in die obere Tabellenhälfte (wo man im Übrigen auf Platz 9 auch steht, bei ausgeglichener Sieges zu Niederlagen Bilanz und ausgeglichenem Torverhältnis).

Saarbrücken eine weitere der Traditionsmannschaften — auch sie Gründungsmitglied der Bundesliga –, die derzeit zwischen Baum und Borke steht. Nach oben? Nein, dafür kann es in dieser Saison unmöglich reichen. Nach unten? Dafür ist man eindeutig zu gut. Nur: in der Tabelle stehen sie einen Platz hinter Chemnitz, auch in der Tordifferenz auch, bei -3 Toren, also gäbe es nicht den geringsten Anlass, sie in der Rangliste VOR Chemnitz zu setzen. Einen richtigen Bezug hat man also zu der Mannschaft nicht, gute Leistungen waren gefolgt von schwächeren, und das 0:0 daheim gegen Münster zwar ein Erfolgserlebnis, aber doch insgesamt kein so tolles Spiel von ihrer Seite, zumal man nach und nach im Heimspiel unter Druck gesetzt wurde, was jedenfalls nicht für Spitzenklasse spricht.

Hier kann man nur die 1 nehmen. Tipp: ein Heimsieg.=

Vorschau Österreich tipp 3 Bundesliga, 12. Spieltag

Red Bull Salzburg – Wolfsberger AC (Entfernung : 290 km)

Den Roten Bullen tut es gut, nicht Europa spielen zu müssen (natürlich nur im Sinne von guten Meisterschafts Ergebnissen, weder finanziell noch aus Fansicht noch für den Ehrgeiz der Spieler gilt dies, versteht sich). Da werden sie mit dem vor allem mit Kampl und Nielsen sehr gut verstärkten Kader in der Meisterschaft noch einigen Boden gut machen und vermutlich nicht aufzuhalten sein auf die lange Distanz, selbst wenn die Wiener Austria ihren sehr guten Lauf auszunutzen versuchen wird und auch Rapid natürlich, wie gewohnt, als größter und Zuschauer kräftigster, traditionsreichster Club immer gerne ein paar Wörtchen mitreden will. Man muss auf jeden Fall ab jetzt mit einem Lauf der Salzburger rechnen, das kündigt sich ganz klar an, und gerade in den (teils verdorbenen) Partien gegen die Konkurrenten werden sie alles herausholen, egal, ob daheim oder auswärts, da wird auf Sieg gespielt in dem Selbstbewusstsein, die besseren Fußballer in den Reihen zu haben.

Wolfsberg hat natürlich noch immer eine sehr ordentliche Saison gespielt, der Rückschlag gegen Ried beim 2:5 tut zwar weh, haut aber sicher nicht um, steht man doch mit einer Bilanz von 4–2–5 bei ausgeglichener Tordifferenz weiterhin sehr anständig da für einen Aufsteiger. Die 3 Gegentore bis zum 0:3 gegen Ried waren ja allesamt kurios, so dass man durchaus gerne diese Mannschaft nehmen würde, GERADE nach so einer merkwürdigen Partie, weil sie doch für die Wettwelt bedeuten können: die können nichts, weil sie fünfe kassiert haben. Dies hilft in der Regel beim Quotenangebot.

Demnach geht in dieser Partie nichts. Natürlich bleibt die Tendenz, dass Salzburg, vielleicht sogar klar, gewinnt (denn die Abwehr von Wolfsberg kann, unabhängig von den drei komischen Gegentreffern, alle drei aus der gleichen Position aus spitzestem Winkel erzielt), mit dem körperlosen Stil ausgerechnet vom Meister auch locker überrollt werden.

Also: Tipp 1, aber eine zu klare Angelegenheit um den korrekten Lohn am Wettmarkt zu erhalten. Wenn man unbedingt spielen möchte, dann könnte es nur auf den Handicap Sieg, mit zwei Toren aufwärts sein, da nur ganz eventuell dieser überbezahlt wäre.

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Wacker Innsbruck – SV Ried (Entfernung : 248 km)

Auch diese Partie schmeckt nicht wirklich. Ried kommt zum zweiten Auswärtsspiel in Serie mit dem getankten Selbstvertrauen von 5 erzielten Toren, wobei IHNEN das wirklich völlig schnuppe ist, wie sie zustande kamen, Hauptsache das Netz hat sich aufgewölbt und der Schiri auf den Mittelpunkt gedeutet. Man kann Tore machen, hat die Durststrecke hinter sich gelassen und geht hier definitiv als ausgemachter Favorit ins Spiel.

Die Innsbrucker hingegen benötigen so sehr ein Erfolgserlebnis und irgendwie gönnt man es ihnen und irgendwie haben sie es auch einmal wider verdient. Vor allem die Partie gegen Wiener Neustadt war es, wo einem das Herz blutete, als von etwa 32 Torschüssen kein einziger reinging. Klar ist die Verunsicherung da, sicher haben alle mit sich zu kämpfen, logisch werden die Zuschauer irgendwann unruhig und übertragen diese Enttäuschung auf die Spieler, alles dies gewohnte (wenn auch nicht immer in der Form genannte) Kriterien einer gewaltigen Krise, wobei man nur in einem einzigen von 11 Spielen überhaupt Zählbares erhielt.

Dennoch tun da zwei Wochen Pause einfach gut, sieht man im Training, dass man noch immer weiß, wie man einen Ball stoppt und wo ein freier Mitspieler steht und sogar, wo das Tor steht — und trifft es gar hier und da. Das menschliche Gehirn ist auch so veranlagt, die Enttäuschungen nach hinten zu drängen und wieder optimistisch nach vorne zu blickt, nur benötigt man dazu einfach etwas Zeit, welche ihnen jedoch, Länderspiel bedingt, nun gewährt wurde. Man besinnt sich wieder auf die Stärken und weiß vielleicht, dass man eigentlich kaum schlechter ist von der Besetzung als der Gegner, sogar auf die Zuschauer geht dieser Effekt über, die den Frust der Niederlagen vergessen und sich sagen: „auf geht’s, Jungs, heute gilts, heute könnt ihr was holen“, gegenüber dem „mal sehn, wie wir heute wieder die Hütte voll bekommen.“, was man, bei wöchentlicher Wiederholung, vielleicht denken würde.

Insofern sagt einem das Gefühl, dass viel eher Innsbruck hier etwas holt. 1 oder X, so wagt man zu orakeln.

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SC Wiener Neustadt – Admira/Wacker Wien (Entfernung : 61 km)

Sicher sieht es nach einer Art Derby aus, bei der geringen Entfernung, andererseits sind die Admira Fans weder zahlreich noch übertrieben fanatisch oder reisewillig. Dennoch haben sie natürlich mit Leistung absolut überzeugt und zuletzt sogar gegen das Schlusslicht eine Anzahl über dem Schnitt liegend ins eigene Stadion gelockt mit tollem Offensivfußball, und diese mit drei schönen Toren und einem 3:0 belohnt. Die Admira hat sich glänzend präsentiert und man darf an dieser Stelle sagen: vom Autor ganz gut eingeschätzt und vorhergesehen, mit ein paar erfolgreichen Tipps.

Nur ist es gerade in dieser Partie nicht so sympathisch, sie zu spielen, da nämlich der Gegner, der dennoch (im Konkurrenzkampf mit den Tirolern) am untersten Ende der Spielstärke Rangliste steht, von diesem furiosen 1:1 bei Rapid kommt, in einer Partie, da man nur haarscharf und mit zwei halb aberkannten Treffern am Sieg vorbei schrammte bei einem der absoluten Schwergewichte. Nicht nur ist es so, dass man vor dieser Leistung einfach den Hut ziehen muss, aber zugleich sollte man ruhig die emotionale Seite mit einbeziehen, nach welcher man einfach mit der derart betrogenen Mannschaft mitfühlt und ihr etwas zu gönnen bereit ist.

Insofern kann es hier nur lauten: wenn gezwungen, müsste man die Admira nehmen. Aber eigentlich möchte man nicht.

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Sturm Graz – SV Mattersburg (Entfernung : 162 km)

Diese Parte hingegen ideal für den Wettfreund: Sturm hat einen wirklich sehr guten Kader (selbst wenn damit Rang 4 von der Einschätzung nicht übertroffen werden kann; dafür Salzburg, Austria und Rapid einfach zu stark), vor allem aber mit dem Ultra gefährlichen Angriffsduo Okotie/Sukuta-Paso, die einfach jede Abwehr schwindelig spielen können. Die Zuschauer nehmen die Mannschaft an und sind überhaupt jederzeit zur Vergebung bereit, also sehr treue Fans, wobei sie in dieser Saison zumindest nicht übel bestraft wurden. Sicher läuft die Saison (für den Meister von 2011, man entsinne sich) nicht ideal, aber auch nicht deprimierend. Luft nach oben, ja, sicher, aber kaum ernste Enttäuschungen mit zuletzt einem ordentlichen 1:1 gegen die Austria, selbst wenn man mit einem Bein am Abgrund stand. Die Austria aber auch mit sehr starker Partie.

Mattersburg hingegen hat natürlich keinerlei Sorgen, aber doch sich als Maus viel grauer präsentiert als es über lange Zeit aussah. Jetzt bleiben neben den Punkten nämlich auch die guten Leistungen aus. Den letzten Punkt, den sie eroberten, war ein 0:0 bei Wiener Neustadt, in einer Partie, die man viel eher hätte verlieren sollen, und gerade dort ist es auch sonst schon kein Ruhmesblatt, ein 0:0 zu holen. Rundherum hagelte es Gegentreffer, 3 vom Meister, 5 von der Admira, 4 von der Austria und wiederum 3 von Rapid. Selbst wenn gegen gute Gegner: das ist schon ein bisschen üppig, um einfach zu sagen: doch, doch, die sind gut.

Hier also eine klare Angelegenheit und eine glänzende Gelegenheit, sei eigenes Konto ein wenig aufzubessern: Sturm macht das, ein Heimsieg, Tipp 1, ohne Wenn und Aber.

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Austria Wien – Rapid Wien (Entfernung : 0 km)

Am liebsten möchte man über dieses Derby gar nichts schreiben. Aber nur aus einem Grunde: man MUSS sich einfach raushalten.
Es ist der Klassiker im Österreichischen Fußball, das meiste gespielte Derby vielleicht, gleich nach Rangers gegen Celtic (oder so, keine Ahnung). Nur: hier gilt weder Form noch Tabellenplatz noch Vorgeschichte der Saison, noch irgendetwas, außer: hier wird gefightet und hier begegnet man sich auf Augenhöhe, das steht einfach fest. Früher gab es mal ein Wettbüro in Linz und der dortige Chef und Quotenmacher, Horst Kleiss, hatte immer nur einen Kurs, wenn diese Partie stattfand (und genau daran hat man sich orientiert, denn das war logisch, nachvollziehbar und einfach). Es gibt 2.60 — 2.60 — 2.60 und nichts anderes. Genau alle drei Ergebnisse sind gleich wahrscheinlich. Diesem hat man als Autor nichts hinzuzufügen.

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Vorschau Heute für Morgen 1. Liga Österreich, 13. Spieltag

Austria Lustenau – SV Horn (Entfernung : 636 km)

Austria Lustenau hat also auch die sehr schwere Auswärtshürde in Altach übersprungen beim 2:1 Sieg, selbst wenn man den Erfolg insgesamt als „glücklich“ bezeichnen muss. Trotzdem haben sie natürlich vollwertig dagegen gehalten und ihre absolute Ausnahmestellung in der Liga (sei es auch nur für den Moment, der aber heutzutage mehr und mehr zählt, auch wirklich da das Selbstvertrauen aufgebaut wird und dies wirklich spürbar wird) untermauert. Bei 6 Punkten Vorsprung wird es allemal extrem schwer, sie noch vom Aufstieg abzubringen, auch wenn die Saison sicher noch lang ist bei zwei ausstehenden Dritteln. Nichts also, was man gegen die Lustenauer (Austria) vorbringen könnte.

Auch Horn hat sich natürlich jede Menge Respekt verdient als Aufsteiger, mit einem wirklich absolut soliden, gut verstärkten, ligatauglichen Kader, was Rang 4 sehr gut belegt, wobei die Bilanz von 5 — 2 — 5 eher für Durchschnitt spricht, zudem das Torverhältnis bei -3 sogar negativ ist. Zuletzt gab es eine 0:3 Schlappe im Heimspiel gegen Grödig, in welchem man nur in der Anfangsphase mithielt.

Nein, die Heimmannschaft ist einfach zu stark für diesen Gegner. Man bedenke, dass nicht nur 13 Punkte zwischen Rang 1 und 4 stehen, sondern, noch viel wichtiger und mehr Wert sind es 27 Tore (! +24 gegen -3). Die Zuschauer werden da sein, das ist keine Frage, und sie werden ihre Mannschaft, die vom Siegen noch lange nicht müde ist, geschweige denn die Zügel jetzt schleifen lassen könnte, zum Sieg jubeln, insofern eine klare Angelegenheit: Tipp 1, Heimsieg, und nichts sonst.

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Blau-Weiß Linz – Kapfenberger SV (Entfernung : 208 km)

Eine fast ideale Partie für den (risikofreudigen, aber auf Vorteil bedachten; ohne dies geht es eh nicht im Geschäft) Wettfreund. Es spielt Rang 10 gegen Rang 9, aber diese beiden Mannschaften trennt deutlich mehr als nur der eine Rang. Sicher kann man in Kapfenberg alles andere als zufrieden sein, als Absteiger, zugleich mit lauter werdenden Stimmen gegen Thomas von Heeren als Coach. Er bleibt aber ruhig und absolut souverän, analysiert die Lage sachlich und stellt doch immer wieder eine gute Mannschaft auf, die einfach nur keinen Lohn bekommt — welcher heutzutage Regel bedingt nur in Siegen besteht. Die 7 Remisen sind zwar viel, zu viel für eine bessere Position, nur haben sie in etlichen dieser Partien, gerade den letzten Beiden, jeweils nur sehr unglücklich, zudem gegen Spitzenmannschaften, den Sieg verpasst, bei jeweils einem 0:0 gegen St.Pölten und Austria Lustenau, zuvor dem 1:1 gegen Altach.

BW Linz hingegen hat die Kurve nicht bekommen. Sie haben das Heimspiel gegen First Vienna im Kampf um die Rote Laterne mit 0:1 verloren, selbst wenn gerade diese Niederlage extrem unglücklich zustande kam. Nur haben sie eben diesem guten, aber verlorenen Spiel, nicht etwa eine weitere, diesmal belohnte, gute Leistung gezeigt, sondern sind total eingebrochen beim 0:4 beim FC Lustenau, in einem Spiel, welches man sicher auf Augenhöhe hätte bestreiten wollen. Überhaupt stehen daheim auch fast nur Niederlagen da (nur ein einsames 2:2 gegen Hartberg aus dem Saisonauftaktspiel), so dass man dies schon allmählich eine sehr ernste „Heimschwäche“ nennen kann.

Kapfenberg hatte übrigens auch bei der letzten Niederlage, dem 0:2 in Horn vor zwei Spieltagen, absolut gleichwertig mitgehalten, und auch das Testspiel bei der Admira (ebenfalls eine Niederlage, ein 0:3 diesmal, aber mit vielen eigenen Chancen) dennoch gut bestritten, so dass man, völlig anders, als es die so genannten „Experten“ tun, ihnen keine Abschlussschwäche andichtet, sondern viel mehr es dem Pech zuschreibt, welches irgendwann — nämlich genau dann, wenn man so ruhig bleibt wie Thomas von Heesen — wieder in Glück umschlägt.

Hier ist der Tipp ganz klar: Kapfenberg macht es, eine 2, falls man mit etwas geringerem Verlustrisiko herangehen möchte — im Gewinnfalle aber auch weniger kassierend — so könnte man auch auf ein X/2 abweichen. 2 oder X/2, mit der Präferenz auf der glatten 2, so lautet der Tipp.

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SV Grödig – First Vienna (Entfernung : 311 km)

Auch diese Partie könnte kaum einfacher sein zum Tippen. First Vienna hat weiterhin praktisch alle seine Punkte mit einigem Glück erzielt — selbst wenn der letzte gegen Hartberg zumindest in einer ausgeglichen Partie erspielt wurde, während man sonst eigentlich immer schwächer war — und bleibt doch die schlechteste Mannschaft der Liga. Der SV Grödig hingegen zeigt immer mehr Merkmale, dass man tatsächlich auf den längst erzielten 2. Platz gehört. Vor St.Pölten dürften sie allemal gehören, bliebe nur noch Altach, um ihnen diesen streitig zu machen, und zumindest hat Altach nun schon einigen Rückstand und bekommt keine Konstanz in die Leistungen, was bei Grödig jedoch der Fall ist. Absolut solide, hinten stabil und nach vorne mit dem nötigen Spielwitz und Durchsetzungsvermögen — das Strickmuster für Spitzenteams.

Hier also eine ganz klare Angelegenheit: Grödig gewinnt die Partie und hier orakelt man gar, dass es mit mehr als einem Tor geschieht.
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TSV Hartberg – FC Lustenau (Entfernung : 666 km)

Nein, der TSV Hartberg hat zu sehr enttäuscht, dass man ihn noch einmal nehmen möchte. Der FC Lustenau kommt von dem glasklaren (das glas- steht dafür, dass es in dieser Partie Spielanteile, Torchancen und Ergebnis betrifft) 4:0 gegen BW Linz, während sich bei Hartberg nur noch Frust anhäuft, bei 3 Pleiten in Folge.

Andererseits: immerhin ist man im Sturm mit Parapatits („Paragoal“) und Juvhel Tsoumou (je, dem Juwel mit unter anderem Deutschen Pass), so dass man sich doch vorstellen könnte, dass diese beiden Raketen im nächsten Spiel mal wieder zünden, denn auch beim FC aus Lustenau waren die Leistungen über die Saison gesehen ziemlich schwankend.

Zuschauer dürften nicht zu viele da sein, was wiederum auch nicht für die Heimmannschaft spricht. Die Entfernung ist allerdings groß, so dass, bei Anreise mit dem Bus, die Beine ein wenig schwer werden könnten.

Tja, wenn also wirklich genötigt zu einer Aussage, dann könnte es nur die sein: Heimsieg (oder das normale: Pass).

Zusatzinfo (neue Nachricht): Auch bei Hartberg musste Trainer Andy Moriggl gehen. Natürlich, so muss man annehmen, war auch hier „Erfolglosigkeit“ der Grund, warum man Diskussionen begann (dabei war Hartberg letzte Saison Vorletzter und steht nun zumindest besser da; jedoch gab es zuletzt einige Pleiten, nach gutem Saisonstart). Dennoch wird als wichtigster Grund angegeben, dass Herr Moriggl einer anderen täglichen und geregelten Arbeit nachgeht und sich dies nicht vereinbaren lässt. Neuer Coach ein alter Haudegen: Paul Gludovatz. Er kommt von Tätigkeiten im Verband, wo er Nachwuchsmannschaften verschiedener Altersklassen betreute. n Viel Routine, Erfolge, Anerkennung, nur ist er eben auch schon 66 Jahre alt.

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SKN St.Pölten – SCR Altach (Entfernung : 584 km)

Altach wird die Saison garantiert längst noch nicht abhaken. Sicher hat mal nun schon lange genug auf die Konstanz gewartet, aber das Hauptproblem besteht wohl doch darin, dass man in einigen Partien das zu einem Frusterlebnis (genau wie umgekehrt für den Erfolg das Gegenteil benötigt wird) erforderliche Pech anhäufte. Vor allem die Heimpartie gegen A. Lustenau, ganz zuletzt, dafür Paradebeispiel und insofern mal wieder als solches angeführt, zwar mit Augenzwinkern, aber doch berechtigterweise: wenn du kein Glück hast, dann kommt auch noch Pech dazu. Hier bestand das „kein Glück“ daraus, dass man das Führungstor NICHT erzielt hat zum 2:1, das Pech, das hinzu kam, lag in dem kassierten 1:2 in der 89., wo man dann wirklich im wahren Wortsinne in die Knie geht.

St.Pölten hatte man zwar mal, vor allem mit dem bärenstarken Segovia, auserkoren als Nummer 2. Nur haben sie dafür eindeutig zu wenige Belege abgeliefert. Selbst wenn es die kleine Erfolgsserie gab — 5:1 bei First Vienna (wo in der Regel das Tore schießen leicht gemacht wird), dann das 2:1 gegen FC Lustenau, mit viel Mühe erzielt, danach das 0:0 in Kapfenberg, auch hier mit Glück, nein, Serie, ja, überzeugend: Nein!

Man könnte demnach nur Altach nehmen in der Partie, ist fast überzeugt davon, nur wird dies vermutlich der gegenüber früher so viel intelligenter gewordene Wettmarkt genau so sehen, demnach keinen angemessenen Lohn dafür ausloben. Ergebnis: so schön es wäre, die 2 (oder auch X/2) zu nehmen: man kann es nicht wetten. Tipp also, dass Altach nicht verliert, nur eben keine Wettempfehlung.

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Rückblick Österreich tipp 3 Bundesliga, 11. Spieltag

Wolfsberger AC – SV Ried 2:5 (0:1)

Zuschauer: 5.400 (Schnitt bisher: 5.686)
Selbst wenn die Favoritenstellung nicht so deutlich ist: Wolfsberg hat sehr gute Chancen, das Spiel für sich zu entscheiden, für eine Wette sollte es allemal langen. Tipp 1.

Glatt in den Sand gesetzt, diesen Tipp, aber, selbst wenn es sich kurios und naiv anhört, vor allem, wenn man das zwischenzeitliche 0:5 liest, dass es nicht so klar war, wie es sich anhört. Dies hört man auch aus den Interviews mit den Rieder Spielern heraus, dass sie heute endlich mal ihre Chancen genutzt haben (und das muss man ihnen wirklich zusprechen: zuvor oftmals viele Chancen und kaum Tore, meist jedenfalls weniger als der Gegner).
In der 8. bereits die Führung für die Gäste (aus spitzem Winkel ein überraschender Schuss, überraschend vor allem, dass er einschlägt), dann noch eine Chancen für Ried, danach aber Spielkontrolle der Heimmannschaft, mit ein paar herausragenden Chancen, die aber nicht genutzt wurden (einmal kratzt der Torwart einen Ball unglaublicherweise von der Linie). Direkt nach der Pause ein Ballstoppfehler im Mittelfeld, in der Vorwärtsbewegung beim WAC, der Ball direkt nach vorne auf Gartler, der ihn wiederum aus spitzem Winkel erneut in die kurze Ecke am Tormann vorbei ins Netz drischt. Minuten später das 3:0, diesmal der Schuss aus der fast gleichen Position, nur noch etwas spitzer (alle drei Schüsse übrigens von der linken Seite) der Winkel, und wieder ist der Torwart geschlagen. Merkwürdige Parallelen, bei allen drei Schüssen eigentlich keine übergroße Torgefahr, selbst wenn Torschüsse, und doch ist der Ball drei Mal drin. Kurios aber, dass sie alle drei beim bisher mehrfach so hoch gelobten (und in allen Statistiken vorne liegenden) Torhüter Dobnik einschlagen. Logisch, dass er bei ein bis zwei davon (mindestens) „nicht gerade gut aussieht“ (um mal wieder einen der albernen Reportersprüche anzubringen. Wie, bitte, soll man als Tormann gut aussehen, wenn es ein Tor gibt? Beim Ball aus dem Netz holen in die Kamera lächeln, oder wie macht man das?), also man hätte doch mindestens ein bis zwei Mal eine Abwehr erwarten sollen.
Die Partie entschieden, keine Frage, aber man sieht doch, dass der an die Wolfsburger schon zu Saisonbeginn ausgesprochene „Vorwurf“, dass sie körperlos verteidigen seine Berechtigung hat. Noch zwei weitere Treffer kassieren sie, fast ohne Gegenwehr (und das ist nicht einfach so dahin gesagt). Schön, dass den Wolfsburgern danach noch zwei Treffer gelangen.
Sicher möchte man hier nicht das Urteil aussprechen „das war ein guter Tipp, aber Pech gehabt“. Dennoch sei erwähnt, dass diese drei Schüsse nicht alle hinein gehen müssen und das auch die anderen hier oder da mal hätten treffen können. Ried ist auf jeden Fall aber nicht schwach, aber wie könnte man dies nach fünf erzielten Treffern je behaupten? Fehleinschätzungen liegen dennoch wohl kaum vor, selbst wenn sich Ried doch einigen Respekt zurückerobert hat.
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Admira/Wacker Mödling – Wacker Innsbruck 4:1 (2:0)

Zuschauer: 3.068 (Schnitt bisher: 2.490)
Selbst wenn es wirklich kleinere Zweifel gibt (weil die Serie nicht endlos gehen kann, die der Innsbrucker), so muss der Tipp hier doch lauten: Heimsieg.
Auch hier ein aufgegangener Tipp, der, wohl ohne jeden Zweifel, zurecht aufgegangen ist. Bereits nach 5 Minuten die Rote Karte gegen einen Innsbrucker (Notbremse, Abraham an Schachner), so dass man nicht zu viele Schlüsse ziehen sollte. Dennoch darf man ruhig auf die Zuschauerzahl blicken: im nach Mödling (vor den Toren Wiens liegend) ausgelagerten Stadion der Admira diesmal sogar mehr als im Schnitt, gegen den Tabellenletzten, was ihnen jedenfalls ein gutes Zeugnis ausstellt. Sehenswert auch das 1:0, als ein Pass über 60 Meter direkt auf dem Fuß von Schick landet, der ihn volley in perfekter Schusshaltung im langen Eck versenkt.
Keine weiteren Schlussfolgerungen, keine Zweifel an den Einschätzungen. Admira nun auf Rang 4, sogar noch vor Sturm, was irgendwie bestätigt, dass man mit ihr ganz gut lag.
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SV Mattersburg – Red Bull Salzburg 1:3 (0:1)

Zuschauer: (Schnitt bisher: 5.295 )

Die Konzentration auf nur einen Wettbewerb tut ihr Übriges: hier gibt es nichts außer einen Auswärtssieg. Tipp 2, der beste von allen.

So gut wie der Tipp war auch die Partie der Salzburger, sprich: sie haben sich dem Tipp gemäß verhalten. Sie sind rausgekommen und haben gleich klargemacht, dass heute keine Gefangenen gemacht werden. Hier gibt es nur einen Sieger, und das sind wir. Da wurde zwar vorwiegend souverän gespielt, alles abgeklärt und ruhig, aber das Kämpfen (was vor allem im Laufen besteht) nicht vergessen. So macht man das, wenn man mit der höheren Klasse ausgestattet ist, hier gab es nichts zu mäkeln, selbst wenn man Mattersburg gerne zugesteht, in Phasen untermauert zu haben, dass man zurecht in der höchsten Spielklasse spielt.
Gesamturteil: wenn doch alle Spiele so schön nach Plan verliefen…
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Sturm Graz – Austria Wien 1:1 (1:1)

Zuschauer: 13.364 (Schnitt bisher: 11.608)
Falls man also gezwungen wird, etwas zu prognostizieren, dann wäre es der Heimsieg.
Nun ja, direkt gezwungen wurde man ja nicht und klar war auch, dass dies eine ziemlich offene, ausgeglichene Partie sein müsste, die es aber nicht ganz wurde, denn die Vorteile hatten die Gäste. Sturm Trainer Hyballa hatte aber auch, etwas überraschend, auf vier Positionen umgestellt.
Zum Spielverlauf: nach 7 Minuten langer Ball auf Hosiner, man schaue sich diese Ballannahme an, bevor der den Ball versenkt. Da war nichts zu machen für den überraschend im Tor aufgebotenen Focher (von Dortmund gekommen), der Stammkeeper Gratzei ersetzte.
Auf der Gegenseite gab es nach 15 Minuten Elfmeter. Auf den ersten Blick wirklich klarer Strafstoß (für den wirklich mehr als kritischen Betrachter diesseits der Tastatur), aber auf den zweiten Blick gesteht man gerne ein: der Abwehrspieler ist glasklar vor dem Angreifer mit den Fuß am Ball, spitzelt ihn weg, der Angreifer fädelt ein, in der Erkenntnis, den Ball nicht erreichen zu können. Genau in dieser Art waren die wirklich vielen geschundenen Elfmeter vor 30 – 40 Jahren, die dazu geführt haben, dass die Schiris einfach gar keine mehr geben (mit ein Grund dies; denn: immerhin konnte man abends gut in der Sportschau verfolgen, dass es kein Foul war; warum die Stürmer davon abgekommen sind, es überhaupt zu versuchen? Das sind die strikten Strafmaßnahmen, die einem sogar Gelb versprechen, wenn man klar gefoult wurde, und daraufhin zu Boden geht, obwohl man es vielleicht nicht müsste; dies hat die Erkenntnis gebracht: wenn du (theatralisch) zu Boden gehst, nach einem Foul, bekommst du ihn nicht; wenn du aber versuchst, trotz Foul weiter zu spielen, bekommst du ihn erst recht nicht; dann heißt es eben: war doch Vorteil). Hier wirklich das Urteil: kein Elfer.
Danach ein wirklich gutes, ausgeglichenes Spiel, mit etlichen Chancen auf beiden Seiten. Kurz vor Schluss eigentlich das 2:1 für die Austria, als ein Angreifer nach einem weiten Flankenball diesen mit dem Kopf einnickt, der Schiri aber etwas dagegen hat und das Tor einfach aberkennt. Man sieht an der entsetzten Reaktion des vermeintlichen Torschützen, dass es einfach schon wieder Torraub war. Wenn man dieses Tor aberkennt, so die Erkenntnis, dann kann man, wie einst Hoyzer, jedes aberkennen. Danach noch eine Chance zugunsten der Wiener, so dass in der Summe ein glückliches Remis für Sturm dasteht, die aber keineswegs schlecht waren. Nur über die Austria wäre man bereit, nachzudenken. Die Summe der Leistungen deutet darauf hin: das ist ein echtes Spitzenteam, vielleicht sogar hinter Salzburg die Nummer 2.

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Rapid Wien – Wiener Neustadt 1:1 (0:1)

Zuschauer: 13.600 (Schnitt bisher: 15.253 )
Also, wenn überhaupt, dann, als ganz krasser Außenseitertipp: holt hier Wiener Neustadt etwas? X oder 2?
 
Der krasse Außenseitertipp ging auf. Die Begegnung sehr ähnlich wie jene bei der Konstellation in der Schweizer Superleague zwischen dem FC Basel und Servette Genf. Auch hier gab es Donnerstag ein Euroleague Spiel, auch hier vielleicht die ganz leichte Erschöpfung, die Umstellung auf den anderen Wettbewerb, die ganz leichte Überheblichkeit, nachdem man dem scheinbar übermächtigen Metalist Charkiw leider nicht ganz erfolgreich beim 0:2 in einem beinahe mit Vorteilen geführten Spiel die Stirn geboten hat und unglücklich verlor, und heute, in dieser Partie den einen Schritt weniger macht, den man sich eben nicht erlauben kann. So sieht man tatsächlich beim frühen 0:1 (9.), dass zwei drei Verteidiger diesen Schritt eben NICHT zum Gegenspieler hin machen, so dass Torschütze Rakowitz gleich zwei Mal zum Abschluss kommt, beim zweiten Mal erfolgreich.
Danach fast logisch, dass Wiener Neustadt den Rapidlern das Spielfeld überließ. Sie hatten eh im 4-1-4-1 aufgestellt, welches natürlich die Betonung auf Defensive legt, aber mit dem 1:0 im Rücken gab es noch weniger Anlass, den Vorwärtsgang einzulegen. Man bedenke bitte stets, wie viel leichter es ist, bei einem 1:0 Spielstand diese Taktik zu spielen, gegenüber dem Spielstand von 0:0 (selbst wenn auch dies häufig genug geschieht). Denn: beim 0:0 wüsste man jeden Moment, sowie es einschlägt, dass man fast sicher mit leeren Händen nach Hause führe, und das möchte man ja unter keinen Umständen (selbst wenn die Erfahrung lehrt, dass es ab und an geschieht, so oder so), und, noch viel schlimmer: je SPÄTER es geschieht, um so sicherer wird die Niederlage. Wenn man führt, ist jede Minute ohnehin eine gewonnene. Denn: noch steht es ja günstiger als bei Spielbeginn und wenn das 1:1 irgendwann fiele, dann wäre man dem Schlusspfiff jedenfalls näher als bei Spielbeginn, also hätte man noch immer einen Zugewinn an Chancen erzielt (sicher gilt dies nur für Außenseiter).
In diesem sicheren Wissen (selbst wenn es bei den Mannen auf dem Platz eher ein gefühltes Wissen ist und nicht einmal klar ist, dass die Trainer so etwas lehren oder überhaupt wissen) verteidigt es sich natürlich auch mit viel weniger Panik. So hielt die Defensive fast durchgehend perfekt zusammen, gab es kaum nennenswerte Torchancen für Rapid, selbst wenn es, zugegeben, in manchen Phasen eher nach Handball aussieht: alle Mann an den Kreis. Dennoch kam der Gast zu zwei eigentlich entscheidenden Konterchancen. Einmal gab es den perfekten Angriff, bis zum Zuspiel in die Angriffsmitte (den zuvor schon an dieser Stelle gelobten Friesenbichler), der im Eins gegen Eins mit dem Torwart steht. Wie üblich geht die Fahne hoch, und da spielt es auch wirklich keine Rolle mehr, dass der Ball NICHT versenkt wurde, denn in dem Frust, dass es gleich abgepfiffen wird bringt man nicht mehr die nötige Körperspannung auf. In der zweiten Szene noch übler, denn: Friesenbichler erobert einen Ball vom Verteidiger. Dieser geht, wie üblich, zu Boden, in der Erkenntnis, nichts mehr retten zu können. Spät ertönt der Pfiff, nämlich genau in dem Moment, als der Referee erkennt, dass ein anderer, nachrückender Angreifer, den Ball unweigerlich versenken würde (und Tore wollen wir doch alle nicht?!). Zurückgepfiffen. Für seinen (absolut nachvollziehbaren, denn das ist Torraub von einem einzigen Macht ausübenden, einem wirklichen Diktator, ohne jedes Einspruchsrecht) Rumpelsitlzchenanfall erhält natürlich, wie üblich, der Angreifer Gelb — und soll nachher noch froh sein, dass er nicht vom Platz fliegt, vermutlich dem Schiri die Füße küssen.
Aufgrund dieser beiden Aktionen verständlich, dass die Wiener Neustädter, nach dem kassierten 1:1 in der 86. und den beiden mindestens zur Hälfte geklauten Toren nicht ganz zufrieden waren mit dem Ergebnis. Ein Sieg hätte ihnen wirklich viel besser zu Gesicht gestanden und wäre — auch nach hiesiger Ansicht — fast verdient gewesen, auch in dem Sinne, dass man die Gerechtigkeit sucht.
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Rückblick Raiffeisen Superleague Schweiz, 12. Spieltag

FC St.Gallen – Lausanne Sports 2:1 (1:0)

Zuschauer: 12.818 (Schnitt bisher : 15.212)
Der Tipp fällt also ausgesprochen leicht: kein Leistungseinbruch bei St.Gallen sondern Rückkehr auf die Erfolgsspur, das 0:1 nicht einmal ein Ausrutscher sondern unglücklich bei guter Leistung, also lautet der Tipp: Heimsieg, eine 1.
Man tippte auf einen (einfachen) Heimsieg, es gab einen Heimsieg. Nur hatte es rein gar nichts mit „verdient“ zu tun. Wobei man vermutlich nicht einmal der Heimmannschaft einen rechten Vorwurf machen dürfte. Zu stark war Lausanne in dieser Partie. Sie kamen gleich raus mit zwei hochwertigen Chancen, welche beide vom über sich hinauswachsenden Daniel Lopar im Tor von St.Gallen entschärft wurden. Nur änderte die Partie zu keinem Zeitpunkt mehr die Richtung. Einbahnstraße Richtung St.Galler Tor. Das Chancenverhältnis wohl etwa in der Größenordnung von 12:3 pro Lausanne. Die bärenstarken Malonga und Moussilou (wobei letzterem am Ende natürlich ein „Chancentod“ angeheftet wurde, wie üblich, total zu Unrecht) wirbelten die Abwehr durcheinander und nur der Mann mit den Krakenarmen hielt den Laden zusammen. Vorne halfen zwei Standards zu zwei Toren. Scarione, der Argentinier im offensiven Mittelfeld, drehte einen Freistoß aus 19 Metern direkt ein, das 2:1 erfolgte nach Freistoßflanke — Kopfball — Tor.
Unverdienter geht wohl kaum und man sollte Lausanne unbedingt auf der Rechnung haben in den nächsten Runden. Negatives gibt es wohl kaum zu sagen über St.Gallen, nur gutes über Lausanne.
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FC Thun – Grasshoppers Zürich 2:3 (1:0)
Zuschauer: 5.127 (Schnitt bisher : 5.551)
Wenn man also etwas sagen müsste, dann dies: GC lässt sich nicht aufhalten. Eine 2.
 
Der Tipp ging auf, in einem phantastischen Fußballspiel mit zahlreichen Torszenen und auch einigen Toren. Das war echte Werbung für den Fußball und hatte weit mehr als die (wenigen) Zuschauer verdient. Thun spielt so, wie sie oftmals schon beschrieben wurden: unerschrocken, blitzschnell nach vorne (ein wenig an den SV Ried in Österreich erinnernd) — und suchen sofort, wann immer es geht, den Abschluss. So gingen sie verdient mit 1:0 in Führung und es hätte sogar noch eines mehr sein können. GC kam super aus der Kabine und es gelang ein Dreifachschlag zwischen der 51. und 59. Minute, wobei ein Tor schöner als das andere war, selbst wenn man einmal, mit der fiesen Lupe darauf geschaut, feststellen kann, dass die Thuner Abwehr nicht auf einer Linie steht, diese Lücke sofort genutzt wird und ein Mann frei im 16er vor dem Tor steht. Solche „Fehler“ werden halt von einer Klassemannschaft sofort bestraft, denn dieses strahlten die Grasshoppers in der Phase ganz klar aus, mit Ben Khalifa im Angriffszentrum, der wieder in die Nati berufen ist.
Thun gab sich aber keineswegs geschlagen und erzeugte ein neuerliches Feuerwerk von Chancen, mit einem groß aufspielenden Marco Schneuwly im Sturmzentrum, sowie einem Benjamin Lüthi auf der Außenbahn in Höchstform. So gelang das 2:3 (als einem Abwehrspieler schon wieder ein „Fehler“ angedichtet wird, der den Ball aus dem Strafraum, unter Bedrängnis klärt, dieser Ball aber „zufällig“ Marco Schneuwly direkt vor dem Strafraum in den Fuß gespielt wird, und der mit einem präzisen, harten Flachschuss den Goallie überwindet. Viel mehr Klasse des Angreifers als Schwäche des Verteidigers, wobei ja im Vorfeld auf das Fehlen von Stéphane Gichting in der Innenverteidigung aufmerksam gemacht wurde, was als „schmerzlich“ bezeichnet wurde und tatsächlich wurde ja Roman Bürki gleich zwei Mal überwunden, was zwar seinen Gegentorlosrekord nicht in Frage stellte, aber er bei 675 Minuten zum Halten gebracht wurde.
So gestanden die Zürcher im Nachhinein die gehörige Portion Glück ein, die sie in der Schlussphase hatten, als Thun noch zu einigen guten Gelegenheiten kam, allerdings der erst eingewechselte Gashi auf der Gegenseite einmal den Pfosten traf. Klasse von beiden, wenn, müsste man bei Thun ein bisschen positiv korrigieren, aber auch hier war ja auf die Heimstärke hingewiesen worden, die deutlich zutage trat.
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FC Sion – FC Luzern 3:2 (2:1)
Zuschauer: 8.850 (Schnitt bisher : 11.942)
Tja, das Tippen fällt in dieser Partie ausgesprochen schwer. Luzern hat eine starke Partie gespielt gegen Thun, Sion arg geschwächelt, Luzern hat einen guten Kader, Trainer Korminicki bleibt hartnäckig und setzt sich im Machtgerangel durch, Nationalspieler Adrian Winter in Topform: Luzern holt etwas, X oder 2.
Luzern war etwas zugetraut worden, Luzern hat eine sehr gute Partie gespielt. Luzern hat verloren. So viel erst einmal vorweg.
Zur Partie: guter Auftakt von Luzern mit guten Aktionen, und die Führung durch einen unzweifelhaften Penalty. Danach aber Sion sehr viel besser im Spiel, mit eigenen sehr guten Aktionen, bis zum Ausgleich, der zu diesem Zeitpunkt natürlich verdient war, allerdings: zuvor war Luzern eine fast sichere Toraktion wegen Abseits abgepfiffen worden, welches um etwa 2 Meter keines war. Auf der anderen Seite fällt der Ausgleich, als der erste angespielte Angreifer (Kyle Lafferty) Abseits stand (er spielte dann quer auf Margairaz, welcher aus kürzester Distanz auf das leere Tor vollendete). Die Begründung, warum DIESE Szene nicht als abseits gewertet wurde übrigens weder Pech noch Heimvorteil, sondern so: Lafferty lief aus dem Abseits zurück, war also bei BallANNAHME nicht abseits, bei ABGABE aber schon. Diese Situationen werden oftmals (intuitiv und viel eher als umgekehrt, wenn Angreifer und Abwehr sich gegenläufig bewegen) falsch beurteilt. So war der Ausgleich zwar schon verdient, aber doch glücklich (zumal wenn man Luzerns fast sicheres Tor dagegen hält).
Nach dem 1:1 ein rüdes Einsteigen des bereits zuvor verwarnten Serey Die (er hatte den Penalty, übrigens am zuvor so hoch gelobten Adrian Winter verursacht), welches allerdings mit direkt Rot geahndet wurde (und nicht nur Gelb und damit Gelb-Rot). Mit 10 gegen 11 gelang allerdings zunächst Sion die Führung. Wie? Klar, ein Standard. Hier war es ein direkt verwandelter Freistoß, von jenem Lafferty, der unglaublich hart und platziert, aber ins Torwarteck einschlug (wo es dann meist heißt: Torwartfehler). In Hälfte 2 spielte nur noch Luzern und nicht nur das, sie hatten so unglaublich viele glasklare, perfekt herausgespielte Torchancen, dass einfach mindestens einer rein musste. Stattdessen in der 74. ein Konter, der, ebenso perfekt durchgeführt, direkt das 3:1 brachte. Luzern weiterhin mit sehr viel Engagement, einem tollen Spiel und tollen Chancen, von denen nur eine genutzt werden konnte; diesmal GAB es Penalty, man höre und staune. Nur gab es selbst diesen unter höchst kuriosen Umständen: ein Anspiel in den Strafraum, der Stürmer wird klar zu Boden gerissen, nur steht neben ihm ein weiterer, welcher den Ball wunderschön versenkt. Wie kann man als Referee nun nur noch ein Tor verhindern? Genau, abpfeifen. Gut, in diesem Falle blieb nur die „Ausrede“ Elfmeter. Dieser wurde auch erst, nach Lattenabpraller, per Kopf verwertet.
Obwohl das Ergebnis ganz offensichtlich ungerecht und unverdient war (der Tipp also locker hätte aufgehen sollen), möchte man mit der Beurteilung von Spielen mit 11 gegen 10 nicht zu viel anfangen. Sion hatte in einigen Phasen gezeigt, dass sie durchaus an die Spitze gehören (nicht auf 1, nein). Luzern aber hat jede Mange Herz und Charakter gezeigt, sowie das längst bekannte Phänomen „spielerische Klasse“. Wie sich Niederlagen allerdings in der doch längst nicht mehr so beschaulichen Schweiz auswirken, muss man natürlich ebenso abwarten wie hier. Die Selbstverständlichkeit, mit der sich Klasse in Ergebnisse umsetzen lässt, ist jedenfalls heutzutage längst nicht mehr gegeben. Da werden unvermittelt Trainer entlassen, die keinen weiteren Makel haben außer jenen: Pech. Und das über mehr als zwei Spiele.
Übrigens bedeutet sogar die Zuschauerzahl etwas: mit mehr als 3.000 unter Schnitt gegen einen keineswegs unattraktiven Gegner kann man sehr wohl schließen, dass die kleine Krise bei Sion bis zu den Zuschauern durchgedrungen ist. So ganz golden ist es also auch nicht bei Sion, aber die Folgen eines Sieges? Man wird sehen…
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FC Zürich – Young Boys Bern 1:1 (1:0)
Zuschauer: 10.073 (Schnitt bisher : 11.387)
Leider ein Pass, was sonst so schön ein Heimtipp sein könnte…
 
Man beachte bitte, dass der FC Zürich in der Zuschauergunst weiter recht deutlich vor GC liegt, was schon erstaunlich ist, da sie ja in der Tabelle schon Welten trennen, natürlich gibt es auch den Traditionsaspekt, aber immerhin hatte GC ja schon einige fette Jahre.
Die Partie war absolut nicht so öder wie sich das Ergebnis von 1:1 anhören mag. Young Boys tatsächlich mit der ihnen angedichteten (vom hiesigen Autoren) Müdigkeit nach dem Donnerstagsspiel in Russland. So kam der FCZ deutlich engagierter, wacher aus der Kabine und legte gleich mächtig los. Der Lohn: das 1:0, was aber auch durchaus mehr hätte sein können (natürlich auch weniger, insofern ist man schon zufrieden heutzutage), aber von YB kam nach vorne in Hälfte 1 gar nichts.
In Hälfte 2 allerdings ein verändertes Bild, so dass man schließen muss, dass es nicht die Müdigkeit war, die YB zu der zurückhaltenden ersten Halbzeit geführt hat. Manchmal ist es vielleicht auch schwer, sich wieder auf die heimische Liga umzustellen? Jedenfalls machten die in Hälfte 2 einigen Druck und kamen auch zu Chancen, teilweise auch tollen Schüssen aus der zweiten Reihe, die entweder der Tormann (glänzend) parierte oder die Latte ein paar Zentimeter zu tief hing. So war das 1:1 inzwischen verdient, aber wie kam es zustande? Ein durchgebrochener Stürmer wird regelwidrig im Strafraum behindert. Also musste ein Standard, in diesem Falle ein Elfmeter her, der überaus präzise und hart in die untere linke Ecke platziert wurde, obwohl sie der Tormann erahnt hatte. Da aber der behindernde Abwehrmann als letzter eingestuft wurde (was zwar stimmt, aber die Behinderung war nicht groß genug, um von einer „Notbremse“ sprechen zu können, zumal man auch das Urteil über die Szene mit einbeziehen müsste, in welcher der Angreifer nicht direkt vor dem Abschluss stand, also es noch keine klare Torchance war, also, das hiesige Urteil: kein Rot, sicher Elfer, keine Frage), spielte die HeimeELF als HeimZEHN weiter. Nur gerieten sie nicht etwa selbst unter Druck danach sondern kamen einige Male höchst gefährlich nach vorne, mit einigen spektakulären Chancen (einmal ein Angreifer alleine vorm Tormann, der pariert, der Ball kullert dennoch Richtung Torlinie, dort klärt ein Abwehrspieler, dem Ball nachlaufend, spektakulär mit der Hacke, nur kommt dieser Ball direkt zu einem nachrückenden Angreifer, der ihn direkt nimmt, aus 10 Metern, perfekt trifft, nur der nächste Abwehrspieler das Tor verhindern kann, indem der die Beine zusammen hält), wobei auch YB noch zu mindestens einer guten Chance kam.
Also unterm Strich geht ein Remis natürlich in Ordnung, wobei man doch das leichte Plus, welches man auch vorab empfand, der Heimmannschaft, vor allem aufgrund des Aufbäumens in der Schlussphase zusprechen muss.
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FC Basel – Servette Genf 3:2 (2:1)
Zuschauer: 27.199 (Schnitt bisher : 28.261)
Nein, ein klarer Heimsieg ist alles, was man hier sagen kann.
 
Wer hier nur der Empfehlung „Heimsieg“ gefolgt ist, kann natürlich den (Quoten bedingt sehr schmalen) Gewinn einstreichen. Wer allerdings auf das „klar“ baute, insofern einen Handicap Sieg tippte, geht leer aus. Und man darf dazu sagen „verdient“.
Klar darf man vorhersagen bei so einer klaren Paarung, dass es für Servette kein leichteres Spiel gibt als dieses. Man hat schon verloren, sozusagen, also tut man einfach das, was man tagtäglich tut: man spielt Fußball, ohne Erwartungen, einfach so, drauf los. Zugleich konnte man beobachten, dass doch bei dem so klar designierten Sieger der eine oder andere den einen Schritt weniger tut, weil er meint, den wird schon irgendein andere tun. So kam Servette zum 1:0, als tatsächlich ein Loch in der Innenverteidigung auftauchte, ein Angreifer (Tréand) diese Lücke erkannte, hineinspritzte, mustergültig bedient wurde, und Tormann Yann Sommer überwand.
Auch danach der FCB nicht richtig im Spiel. Bis nach einer Ecke (ja, wieder ein Standard) der Innenverteidiger (zumeist kopfballstark) Schär an den Ball kommt, der Torwart ins Leere greift (ja, sicher, an der Regel ist schon was dran: WENN er rauskommt, muss er ihn haben, sonst drin bleiben; aber manchmal sind es nur Millimeter in der Abschätzung) und ihn einnetzt. Das 1:1. Nach dem Anstoß eine kleine Unaufmerksamkeit im Aufbauspiel, Fabian Frei (nicht Alex, nein, der musste passen) erobert den etwas unpräzise gespielten Ball, vier Baseler blitzschnell im Vorwärtsgang, in die Sturmmitte gespielt, raus auf Degen, der hämmert ihn unhaltbar ein. Innerhalb von 52 Sekunden und ohne Torchancen zuvor auf 2:1 gestellt. Wer könnte das verkraften?
Tja, Servette, vielleicht die? Jedenfalls kommen sie nach einem Standard zum 2:2 — wenn da nicht der Schiri das Alleinrecht beanspruchen könnte, ein Veto einzulegen (selbst wenn hier „assistiert“ von einem hektischen Mann an der Fahne, der unmöglich Einblick haben konnte..). Der Freistoß kommt in den Strafraum, ein Angreifer verlängert den Ball unhaltbar ins lange Eck — weit und breit nichts Irreguläres. Laut Wiederholung hätte ein Abseits stehender Angreifer den Torwart behindert (als es in Deutschland mal eine ähnliche Szene gab und da nicht einmal ein derartiges Argument herhalten konnte, gab es nicht mal ein Interview, weil dem Mann nichts einfiel als Rechtfertigung für das automatisch erfolgende Heben der Fahne), so die fadenscheinige (und von den Medien) ausgemachte Begründung. Der Mann steht NEBEN dem Torwart und der Ball geht eh am Torwart vorbei, also wie soll er ihn da „behindert“ haben? Die Sicht war es auf keinen Fall, eine Berührung gab es nicht, ja, also, was soll das? Es war ja auch gar nicht der Grund. Der Grund ist der: sicherheitshalber mache ich mal die Fahne hoch, wie immer. Mal sehen, welche Begründung sie finden, und wenn nicht gibt es diese Konsequenz: ich kriege eine 2 statt einer 1 ins Notenbuch und winke nächste Woche wieder (wie ich Lust habe).
Nun gut, aberkannt, wie immer, eigentlich „unerfindlich“ und großes Entsetzen auch bei den Servette Stürmern, wie soll man da nur ruhig bleiben?
Als Basel nach der Pause aus einem Konter (!) das 3:1 macht, schein alles klar. Noch immer aber hatten sie kaum Chancen und einfach kein bisschen gut gespielt, und als nach 65 Minuten wirklich wieder ein Servette Spieler etwa 30 Meter vor dem Tor die Zeit und den Platz bekommt (man sieht wirklich in der Szene, dass der so dauerhaft und lächerlich eingesetzte, aber niemals angebrachte Reporterspruch hier seine Berechtigung hatte: keiner greift ihn an), so dass es wirklich beim heutigen Stand der Technik nicht verwundert, dass ein solcher Knaller herauskommt, der exakt im Dreiangel einschlägt. Natürlich eine Augenweide und alle Anerkennung für den Schützen. Nur gibt es so viel Zeit und Platz halt nirgends mehr im (Spitzen-)Fußball heute. Dann, so dürfte man leicht despektierlich sagen, könnten so etwas auch andere, vielleicht sogar viele. Übrigens bliebe diese tatsächlich erfolgte Nachlässigkeit (auch dies ein dauerhaft und weitaus überstrapaziertes Wort im Reporterjargon) natürlich vom Sprecher unbemerkt.
So wurde es ein „Zittersieg“ oder „Arbeitssieg“, wie es so schön heißt, was nichts weiter bedeutet als: „Glück gehabt“. Ob das wirklich Rückschlüsse auf das Leistungspotenzial von Servette zulässt, ist natürlich fraglich, aber immerhin haben sie (erneut) etwas angedeutet: sie können auch Fußball spielen.

Rückblick Heute für Morgen 1. Liga Österreich, 12. Spieltag

FC Lustenau – Blau Weiß Linz 4:0 (1:0)

Zuschauer: 1.400 (Schnitt bisher: 922)

Wenn also ein Tipp, dann geht er Richtung Heimmannschaft. Eine 1 (oder Pass, was natürlich immer geht).
Insgesamt bedeuten die Ausfälle auf jeden Fall etwas. Also noch mehr Richtung 1.
 
Der Tipp ging auf, und zwar klar und deutlich, so dass man natürlich wenig Anlass hat, etwas in Zweifel zu ziehen. Bei einem 4:0 erübrigen sich irgendwann die Diskussionen um das „verdient“ oder „unverdient“.
Dennoch gab es einen Spielverlauf: Hälfte 1 nicht besonders gut, eine Riesenchance zu Beginn verpasst von der Heimmannschaft, als der Torwart schon ausgespielt war und der Ball eigentlich nur noch in das verwaiste Tor geschoben werden musste, ein etwas zu langes Zögern — und ein Verteidigerbein kam dazwischen. Danach etwas Ebbe, aber, wie üblich, ein Standard (40 Meter Torentfernung, halblinke Position, in den Strafraum Richtung Tor angedrehter Ball, der per Kopf ins Netz verlängert wird — der Standard eines Standards) sorgte für das 1:0. In Hälfte 2 zunächst die Heimmannschaft weiter im Vorwärtsgang, aber zunächst ohne Ertrag, so dass die Chance noch kam für die Gäste, als sie aus einer kurzen guten Phase einmal frei aus 16 Metern zum Schuss kamen, der Ball aber Zentimeter am Tor vorbei strich. Da hätte es zwar 1:1 heißen können, jedoch wäre es weit von „verdient“ gewesen und immerhin hätte Lustenau ja danach noch reagieren können.
In der Schlussphase noch drei Treffer, nachdem Ali Osman (der Trainer wohl wirklich böse auf seinen Star?) eingewechselt war und er legte auch gleich den zweiten Treffer über rechts auf, mit exzellenter Vorarbeit.
Insgesamt eine klare Angelegenheit, auch von Ballbesitz und Chancen her, dennoch sieht man (an der Gegenchance beim 1:0), dass sogar eine derartige Partie anders verlaufen könnte. BW Linz nun auf jeden Fall mit einer Menge Sorgen. Selbst wenn es zuvor hier oder da mal eine gute Leistung gab, so ist ein 0:4 unter diesen Umständen (ein inzwischen klarer letzter Tabellenplatz mit 7 Punkten aus 12 Partien) schwer zu verkraften. Wie und wo soll man da tanken?

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First Vienna – TSV Hartberg 2:0 (1:0)

Zuschauer: 1.750 (Schnitt bisher: 1.637 )
kann hier nur eine einzige Richtung gelten: die 2. Hartberg, kommt mit einem Sieg zurück.
Auch dies spricht klar für Hartberg.
(auf die Verletztenliste und späte Teamnews bezogen)
 
In einer schwachen Partie von beiden Seiten war die Heimmannschaft die glücklichere, aber „unverdient“ wäre auf jeden Fall auch ein zu hartes Urteil. Unglücklich der kurzfristige Ausfall von Torjäger Parapatits auf Hartberger Seite, so dass vorne noch viel mehr an Durchschlagskraft fehlte. Vienna gelang schon nach 12 Minuten die Führung, aber danach auch von ihrer Seite aus nicht viel zu sehen. Eher gab es viele Unterbrechungen, also keinen Spielfluss, und so auch kaum Torchancen. Die größte Für Hartberg ein Kopfball an den Innenpfosten und von dort in die Arme des Torhüters. Kontrovers noch eine Szene, die der Partie eine andere Richtung hätte geben können: ein ziemlich übler Bodycheck des Vienna Mannes Hinterseer an der Mittellinie, für den man wohl auch ein direktes Rot hätte aussprechen können.
Später gab es noch etwa zweieinhalb Torchancen für Hartberg, aber auch First Vienna hatte hier oder da eine Halbchance, Juvhel Tsoumou auf Hartberger Seite, als Hoffnungsträger ausgemacht, blieb allerdings blass, hatte nur eine Chancen, als er aus dem Gewühl heraus den Ball am Tor vorbei stocherte.
Die Partie insgesamt wohl ziemlich ausgeglichen, aber doch möchte man das Urteil über Hartberg ein wenig revidieren. Die, die in der letzten Saison nur knapp dem Abstieg entronnen sind haben doch nicht so viel an Qualität hinzugewonnen, auch Tsoumou muss das Vertrauen noch rechtfertigen. First Vienna, im Übrigen der älteste Club Österreichs und auch von daher die halbwegs guten Stadionbesuche verständlich, bleibt doch das schwächste Team und man muss kaum etwas korrigieren.
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SV Horn – SV Grödig 0:3 (0:2)

Zuschauer: 1.350 (Schnitt bisher: 1.800)
Also man möchte dennoch in dieser Partie keine Mannschaft wirklich haben. Falls dennoch zu einer Tendenz gezwungen, so ginge diese Richtung Auswärtsmannschaft.
Auch hier lag man von der empfundenen Tendenz her richtig. Allerdings: Horn startete besser in die Partie, hatte gleich zwei gefährliche Situationen, dann die Partie vielleicht ausgeglichen, und nach 24 Minuten ein Standard (! Freistoß von der linken Außenlinie) kommt in den Strafraum, der Ball liegt plötzlich herrenlos herum, ein Grödig Angreifer kommt zuerst heran und hämmert ihn rein. Das Tor lag also nicht in der Luft, aber die Standards eben… Hier war es aber nicht die gekonnte und einstudierte Ausführung sondern eher der Zufall, der die echte Torchance einbrachte. Fakt aber: nach Standards sind viele Spieler im Strafraum, selbst wenn gleich verteilt von den (unterschiedlichen) Trikotfarben her. Andernfalls wird es schwer, so viele Spieler in den 16er zu bekommen, also aus dem Spiel heraus. Dies wird heute mehr und mehr genutzt, diesmal zugunsten von Grödig.
Danach jedoch eine ziemlich klare Sache für Grödig. Horn nach dem Schock nie mehr richtig im Spiel und der Gast spielte seine Klasse aus. Schöne Kombinationen, selbstbewusstes Auftreten, gute Ballstaffetten, das sieht schon gut aus, obwohl man den Beginn natürlich nicht vergessen sollte. Da hätte vielleicht alles anders kommen können… Die Tore 2 und 3 eine logische Folge, vielleicht sogar ein zu geringer Lohn, denn es gab etliche Chancen und für Horn nur noch ein, zwei Chancen, um noch einmal ins Spiel zu kommen. Später noch ein Platzverweis für einen Horner (sehr hart, da die Attacke nicht gegen den Körper ging, nur der Sturz sah so übel aus), so dass kein Zweifel mehr aufkam.
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Kapfenberger SV – SKN St.Pölten 0:0

Zuschauer: 1.000 (Schnitt bisher: 1.021 )
Wie es aussieht, kann Babangida nicht spielen (oder nur kurz), und auch Patrick Wolf, auf den große Hoffnungen gesetzt wurden, fällt aus, während bei St.Pölten alle Mann an Bord sind. Dies eine Einschränkung für den Tipp, der dennoch so ausfällt:
Man möchte zwar keineswegs behaupten, dass Kapfenberg hier Favorit ist, aber die Partie könnte total ausgeglichen sein und das Gefühl sagt, dass es diesmal die Heimmannschaft (trotz der Ausfälle) packt. Heimsieg also, Tipp 1.

Sicher waren hier einige Zweifel an dem Tipp angebracht, da die Kapfenberger einen nicht prinzipiell und erst recht nicht gänzlich überzeugen können. Vor dem Spiel übrigens schon Plakate im Umlauf, die den Rauswurf des (aus eigener Sicht höchst souveränen) Thomas von Heeren forderten.
Eine bemerkenswerte Szene ziemlich zu Beginn: St.Pöltens Toptorjäger Segovia fällt am eigenen Strafraum einen in den Strafraum eindringenden Kapfenberger Angreifer, klar regelwidrig. Der Schiri steht etwa anderthalb Meter daneben und bläst natürlich sofort energisch in die Pfeife. Nur, man ahnt es schon: der energische Pfiff erfolgte nur deshalb, weil es auch hier die Chance zu einer „Ausrede“ gab: kein Elfmeter, der Tatort war außerhalb. Natürlich belegen die Bilder, dass die Foulaktion außerhalb BEGINNT, nur endet sie eindeutig im Strafraum, zudem ist in der Szene klar, dass eine riesige Tormöglichkeit vereitelt wird. Warum also hat man Anlass, die Aktion nach außerhalb zu verlagern? Ja, alle Entscheidungen sind GEGEN die Toraktionen gerichtet. Weil (auch) ein Tor immer eine riesige Verschiebung der Chancenverteilung mit sich bringt, und davor hat man irgendwie Angst, auch als Referee (vor allem, dass diese Verschiebung zu Unrecht geschieht, man also dafür verantwortlich ist). Wenn man GEGEN die Toraktion auslegt, gibt es auch KEINE Verschiebung, also alles bleibt, wie es war. Natürlich ein Irrglaube, denn ein zu Unrecht aberkanntes Tor wiegt ebenso schwer wie in zu Unrecht anerkanntes, nur empfindet man es nicht so.
Kurze Zeit danach eine zu vielen vergleichbare Situationen mit einem ähnlichen Ausgang und der gleichen Ursache. Ein Freistoß (!) kommt in den Strafraum, alle laufen hinein, irgendeiner kommt mit irgendeinem Körperteil an den Ball, verlängert, ein weiterer, diesmal eindeutig Angreifer, kommt ebenfalls an den Ball, allerdings mit der Schulter, der Ball fast unhaltbar Richtung Tor, der Hüter fischt ihn, die Entscheidung (sicher schon lange vorher gefällt): Abseits. Na, was immer der Mann gesehen hat, man kann es IMMER ungestraft so auslegen. Denn: alle laufen hinein, rote und gelbe in dem Falle, sicher WOLLEN die Roten schnell sein, der Ball wird getreten, alle laufen los, der linesman sagt sich: Fahne hoch, dann kann nichts passieren, am wenigsten interessiert IHN, wer an den Ball kommt. Die Zeitlupen wollen nachweisen (im Bild absolut nicht zu erkennen, auf Ehre und Gewissen), dass tatsächlich EIN rotes Trikot der Torauslinie näher war bei der Ausführung des Freistoßes und dass genau DIESER Angreifer auch an den Ball gekommen ist, insofern KORREKTE ENTSCHEIDUNG. Natürlich absolut lächerlich und wieder ein typischer Fall von: Hauptsache kein Tor.
Auch danach nur Kapfenberg, wie ihrer guten Heimleistung im letzten Spiel eine weitere sehr engagierte und auch spielerisch sehr ansprechende Leistung folgen ließen. Es fehlte lediglich der Lohn, für welchen locker auch der Schiri hätte sorgen können/müssen. Denn: auch im weiteren Verlauf gab es noch ein paar kritische Abseitsentscheidungen, welche ALLESAMT gegen die Angreifer ausgelegt wurden. Und: angegriffen hat in der Partie praktisch nur Kapfenberg, St.Pölten vielleicht insgesamt mit drei Chancen (Kapfenberg vielleicht 11 oder 12, wenn man die Abseitsfehl- NICHT mitzählt).
Also: Augen auf und Geld auf Kapfenberg. Das wird, aber nur MIT von Heesen.
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SC Rheindorf Altach – Austria Lustenau 1:2 (0:1)

Zuschauer: 5.833 (Schnitt bisher: 2.729 )
Dennoch: wenn überhaupt etwas, dann nur die 2.
Das Derby hielt was es versprach, in jeder Hinsicht: Zuschauerzahl, Spannung, Torchancen auf beiden Seiten und — ein aufgehender Tipp.
Zunächst Lustenau etwas besser, dann kam Altach langsam auf, bekam ein paar halbwegs gute Chancen und genau in dem Moment das 1:0 für die Gäste. Wie? Eckball — Kopfball — Tor. Aber: in der Liga wird allgemein Deckungsarbeit nicht übertrieben groß geschrieben (denn schon zu Beginn gab es eine ähnliche Situation aus dem Spiel heraus). So kam der Torschütze wirklich unbehelligt am hinteren Pfosten zum Kopfball. Allerdings wurde kurz davor mal wieder ein Tor für Altach aberkannt, von dem man zumindest sagen darf „kontrovers“. Zumindest deutet die Reaktion des Beschuldigten — Routinier und Goalgetter Hannes Aigner — an, dass er doch nicht ernsthaft gefoult hat, jedenfalls nicht schlimmer, als er immer, dafür aber permanent ungeahndet, angegangen wird, denn: auch er mit dem Rumpelstilzchen Anfall (wie in Liga 1 Friesenbichler; die beiden übrigens als Spielertypen und vom Auftreten her sehr ähnlich).
So führte nun der Gast, aber Altach weit davon entfernt, sich aufzugeben. Stattdessen, vor allem nach der Pause, viel Druck und richtig gutes, planvolles Spiel, welches sich in Chancen niederschlug. So hatte Mahop nach einer verwirrenden Szene mit haufenweise nachrückenden Spielern plötzlich den Ausgleich im Fünfer auf dem Fuß, traf aber den Volley nicht ganz perfekt, so dass der Ball am Pfosten landete. Sicher weiß man, dass in so einem Spitzenspiel der Führende sich zurückziehen darf und auf Konter lauern, aber hier war der Druck schon recht gewaltig und höher, als man ihn haben wollte, und die eigenen Befreiungsaktionen blieben aus. Ein klarer Qualitätsnachweis für Altach.
Kurz vor Schluss wurde Sascha Boller für A. Lustenau zunächst eingewechselt, dann wurde er von einem Altacher nach einer Art Befreiungsschlag (allerdings in die falsche Richtung, nämlich Richtung eigenes Tor ab der Mittellinie) auf Außen angespielt, stand dort ohne Gegenspieler, den einen, sich ihm entgegenstellenden, Verteidiger ließ er mit einer geschickten Körpertäuschung stehen, und schlenzte den Ball gekonnt ins lange Eck. Ein tolles Tor natürlich, aber ein glücklicher Sieger, selbst wenn natürlich über die 90 Minuten auch der Gast genug an Qualität nachweisen konnte. Dennoch eines verständlich: die Einschätzung, dass es sich hier um zwei Aufstiegskandidaten handelt, und zwar Nummer 1 und 2.