Vorschau Raiffeisen Superleague Schweiz, 14. Spieltag

FC Sion – Lausanne Sports (Entfernung: 94 km)
Es fehlen:
Sion: Mrdja (28, MS), Yoda (24, LA), (beide verletzt), Gattuso (34, ZM), Serey Die (27, DM) (beide gesperrt)
Lausanne: Tall (31, IV, fraglich)

Hier auch eine fast ideale Ausgangslage: Sion ist noch immer halbwegs erfolgreich, aber der Schwung der Anfangsphase der Saison ist vollständig dahin, man schleppt sich nur so dahin, ohne übergroßen Einsatz, ohne Inspiration, ohne Teamgeist. Da sehen ziemlich viele Mannschaften besser aus als dieses momentane Sion. Ob man mit derartigen kleiner Erfolgserlebnissen wie einem glücklichen 1:1 beim normalerweise Underdog aus Thun aber wieder eine Serie starten kann, ist weit mehr als zweifelhaft. Das war nix und es stimmt einfach nicht im Team.

Lausanne hingegen hatte zwar erst eine kleine Erfolgsserie mit 7 Punkten aus 3 Spielen, danach aber wieder zwei Mal recht unerfreulich ins Gras gebissen, wobei der Löwenanteil des „unerfreulich“ am Aspekt des gehäuftes Pechs festzumachen ist. Zwei gute Leistungen, 0 Punkte. Insofern, und sogar noch mehr, da die letzten Auswärtsspiele mit dem unberechenbaren Angriffsduo Malonga/Moussilou jede Abwehr in Nöte stürzen kann, ist man als Autor durchaus bereit, dieser Mannschaft erneut das Vertrauen zu schenken und ihnen in Sion eine Überraschung — denn eine solche bliebe es — zuzutrauen. Die Ausfallliste spricht auch eher für Lausanne, wobei man den Wert von Gattuso für die Mannschaft durchaus in Frage stellen darf.

Der Tipp lautet also: X oder 2, Lausanne holt etwas, und die Qualität dieses Tipps ist hoch, zumal eine leichte Derbytendenz immer zusätzlich für den Außenseiter spricht.

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Servette Genf – Grasshopper Club Zürich (Entfernung: 278 km)
Es fehlen:
Servette: Eudis (29, MS), Gissi (20, MS), Moubandje (22, LV), Paratte (20, OM), Pizzinat (35, ZM) (alle verletzt)
GC : Coulibaly (24, RM)

Die beiden Schweizer Clubs Nummer 2 und 3 (gegründet 1886 und 1890, kurz nach St.Gallen) macht diese Partie natürlich zu einem absoluten Klassiker. Zugleich ist es aber in dieser Saison die Paarung Erster gegen Letzter, was auch immer etwas sehr Besonderes darstellt. Irgendwie ist es nämlich extrem schwer, diesen Umstand aus den Köpfen zu bekommen. Auf den Leader wirkt dieses „Wissen“ meist eher lähmend, während es den durch die Konstellation zum klaren Underdog Abgestempelten durchaus beflügeln kann. Motto: heute ist alles so sonnenklar, da können wir eigentlich spielen, wie wir wollen. Warum also nicht einfach gut?

Nein, gegensätzlicher könnte die Lage im Moment wirklich kaum sein. Die einen warten noch immer auf den ersten Sieg, während den anderen selbige serienweise zufliegen. Noch krasser wird dieses derzeitige Missverhältnis, sofern man sich die Tabelle der letzten Saison vor Augen hält: GC steigt nur nicht ab — ist sportlich gesehen aber Letzter — weil ein Team (Xamax) ausgeschlossen wird und einem anderen (Sion) haufenweise Punkte aberkannt werden, während Servette auf einem sehr sonnigen 4. Platz einlief. Kaderumwälzungen haben nicht stattgefunden. GC hat sich sinnvoll (mit Routine) verstärkt, die (immer noch sehr Jungen) haben gut dazu gelernt, das stimmt schon. Aber Servette hat eigentlich fast den Kader der Vorsaison zusammen, also Welten dürften eigentlich nicht zwischen den Teams liegen. Man hat sich aber dennoch bisher stets mit einigem Erfolg hinter GC gestellt, insofern wollte man ihnen nicht den Rücken kehren.

Tendenz also: minimal geht sie dahin, dass Servette etwas holt, es reicht aber doch nicht zu einem sehr ernsthaften Tipp als Wette.

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FC St.Gallen – FC Thun (Entfernung: 232 km)
Es fehlen
St.Gallen: Lehmann (20, MS, verletzt)
FC Thun: Bigler(20, RV), Schindelholz (24, IV), Zuffi (22, ZW) (alle verletzt)

Also nach den letzten sehr starken Leistungen des FC Thun — Trainer Bernard Challandes wagte den (unangemessenen, aber doch irgendwie passenden) Vergleich, sein Team habe ein bisschen wie der FC Barcelona gespielt — , würde man diese Mannschaft am liebsten unterstützen, was sich eigentlich immer dann anbietet, wenn die Leistungen und Erträge nicht im angemessenen Verhältnis stehen (denn: Thun nahm nur einen Punkt aus den Partien gegen Sion beim 1:1 daheim, 2:3 gegen GC, ebenfalls daheim und 1:2 in Luzern mit), da nämlich der Wettmarkt dieses oftmals nicht einkalkuliert.

Andererseits spielt man ja nun ausgerechnet beim FC St.Gallen, welcher sich eigentlich in der gesamten Saison absolut rein gar nichts zu Schulden kommen ließ und welcher denjenigen zugleich bereichert haben mag, der aufmerksam diese Vorschlägen hier gelesen hat und ihnen monetär gefolgt ist. Sprich: gegen St. Gallen möchte man sich nicht unbedingt stellen. Andererseits aber doch erwähnt: gerade zuletzt hat St.Gallen etwas nachgelassen, denn beim 1:1 bei Servette war man deutlich näher an einer Niederlage als an einem Sieg. Das sah nicht so toll aus und könnte eben, unter allen möglichen Einschränkungen, ebenso das Ende der bis hierher anhaltenden Aufstiegseuphorie sein. Angekommen in der Liga? Klar, ohne Probleme. Sehr gut angekommen, noch viel besser eigentlich? Ja, das auch. Aber: das Zeug für eine Rang auf dem Treppchen? Vielleicht eben doch nicht. Da scharren ein paar andere Kandidaten gehörig mit den Füßen und lauern auf eine Schwächephase in der sicher noch langen Saison.

Also: eigentlich nichts, aber ansonsten doch am liebsten Thun, die so sehr zu beeindrucken wussten. X oder 2, hinter vorgehaltener Hand.

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Young Boys Bern – FC Luzern (Entfernung: 114 km)
Es fehlen
Young Boys: Simpson (29, LA, fehlt schon lange), Doubai (20, ZM), Spycher (34, LV)
Luzern: Bento, Gygax (31, RA), Renggli (32, ZM), Sorgic (23, MS), Rangelov (29, MS, suspendiert nach Trainingsschlägerei!)

Von wegen: Luzern auf dem Wege der Besserung? Die Trainingsschläger mit Rangelov und Thiesson zeigt, dass es doch vermutlich bei dem Stürmer brodelt, trifft er doch so gut wie gar nicht. Jedenfalls eitel Sonnenschein ist nicht, wie könnte auch, macht doch weder eine Schwalbe einen Sommer noch ein einziger Sieg aus einer verkorksten Saison eine gute? Noch immer steht man auf Rang 8 mit weniger Punkte als Spielen (12 in 13), was eigentlich eher eine Absteigerbilanz ist.

YB hat wirklich einen starken Kader, mit einen der stärksten in der Liga, vielleicht ganz objektiv ursprünglich den 2. Rang, aber was zählen schon solche Vorabeinstufungen oder Vorschusslorbeeren, noch weniger Marktwerte oder Einkommensstrukturen, die, auch wenn gehoben, lange nicht gute Leistungen garantieren. Dennoch sieht man bei YB eigentlich immer wieder aufflackern, was in ihnen steckt. Da könnte zu jedem Zeitpunkt eine Serie starten und sie locker weit nach oben katapultieren. Leider gibt es, im Sinne einer Wette, das Donnerstags Spiel in der Euroleague, welches man unter allen Umständen sehr ernst nimmt und endlich, wie es so schön heißt, erstmals „anschreiben“ möchte, zu Hause gegen Udinese. Selbst wenn eine schwere Aufgabe, so doch, bei dem Potenzial, doch machbar. Der beste Mann übrigens: eindeutig der Argentinier Raul Bobadilla, der locker auch in den Topligen mithalten könnte, aber es ist ja, mit seinen 25 Jahren, lange noch nicht zu spät dafür. Ein Mann, der permanent an den Fesseln zieht — und sie oft genug abschütteln kann.

Wenn es die Donnerstag Partie nicht gäbe, spräche eine ganze Menge für YB. Mache man als Leser daraus, was man wolle. Der Knoten wird irgendwann platzen, aber sicher zuerst jener der Young Boys..

(Anmerkung: bezüglich des Zeitpunktes des Verfassens des Textes lag dieser VOR der Partie am Donnerstagabend, in welcher ausgerechnet der hier so hoch gelobte Raul Bobadilla die Young Boys mit drei Treffern zum 3:1 Erfolg gegen Napoli schoss)
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FC Zürich – FC Basel (Entfernung: 85 km)
Es fehlen
FC Zürich: Chikhaoui (26, OM), Béda (31, IV), Goncalves (22, RV) (diese drei verletzt), Buff (20, OM, gesperrt), und Chiumento (27, LA) und Gavranovic (22, MS) sind fraglich.
FC Basel: Jevtic (19, ZM, verletzt), Cabral (24, DM, gesperrt), Voser (25, RV) ist fraglich

Eigentlich, so müsste man meinen, bietet sich diese Partie sehr gut an zum Wetten. Nur: schaut man auf die Verletztenliste, kann man nur noch abraten davon, den FCZ zu nehmen. Die gesamte Kreativzone droht, auszufallen. Und mit Mathieu Béda noch dazu ein wichtiger Abwehrspieler, dazu ist auch Buff ein wichtiger Mann. Nein, da müsste man beinahe schon die Gäste nehmen, nur möchte man gerade diesen Krisenclub einfach nicht haben. Yakin hat sich im ersten Spiel nicht gerade die erhofften Lorbeeren verdient, das Interview nach der Partie hörte sich zwar sehr vernünftig an, aber dennoch gab es unter der Woche schon wieder Diskussionen. So wird das nichts, FCB. Die Ansprüche sind zu hoch im Moment, etwa so hoch, wie die Trauben auch hängen. Man muss einfach ab und an mal ein paar Rückschläge verkraften können. Titel und Erfolge werden nicht am Fließband produziert, das geht gar nicht. Es ist in jedem Spiel ein neuer Fight mit Gegnern, die sich fast auf Augenhöhe befinden und wo nur dieser oder jener winzige Umstand zugleich den Misserfolg bringen kann. Wenn man das nicht versteht — und gleich hektisch den Trainer wechselt, dann genügt es nicht einmal, die Erfolge nicht zu gönnen: sie werden sich so einfach nicht einstellen. Im Übrigen der FCB am Donnerstag noch in der Euroleague aktiv, bei einem sicher sehr wichtigen Spiel in Ungarn bei Videoton, insofern wird eine Positionierung hier ausgeschlossen.

Kein Tipp, offene Partie ohne Tendenzen, bei den einen die Verletztenliste dafür verantwortlich, bei den Anderen die Tatsache, das es gewaltig kriselt und Kräfte durch den Donnerstags Auftritt gebunden sind. Klares Pass.

(Der FCB mit einem deprimierenden 1:2 aus Ungarn zurück; ein weiterer Punkt, der klar für den FCZ spräche, wenn da nicht…)
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