Vorschau Österreich tipp 3 Bundesliga, 13. Spieltag

SV Ried – SC Wiener Neustadt (Entfernung: 273 km)

Ja, Ried hat das Spiel verloren in Innsbruck, aber es stand ihnen eigentlich nicht zu. Der Ausgleich wäre mindestens verdient gewesen und sobald erzielt wäre der Weg möglicherweise frei gewesen zum Dreier, da ja Innsbruck, mit altem oder neuem Trainer auf der Bank, nicht einfach so die Misserfolgsserie vergessen kann und nach einem möglichen (und längst verdienten) Ausgleich auch leicht hätte einbrechen können. Ried war also nicht schlecht, hat aber dennoch verloren. So was soll vorkommen (wobei der Gegner in der aktuellen Verfassung natürlich kein übermächtiger war). Zuvor hatte Ried das klare 5:2 in Wolfsberg, als man allerdings eher das Glück auf seiner Seite hatte, als drei Schüsse aus identischer, aber nicht guter Position, jeweils einschlugen bis zum 3:0.

Wiener Neustadt hat seinerseits in etwa die gleiche Menge an Glück gehabt wie Ried an Pech, da sie ja gegen Admira mit 2:1 gewannen, in einer Partie, in welcher sie klar unterlegen waren und nur das kurze Momentum des überraschenden Ausgleiches nutzten und mithilfe der euphorischen Fans gar die Führung erzwangen. Dass Admira danach sogar noch ausreichend viele Chancen produzierte, spricht nicht nur für sie, sondern macht zugleich das Glück der Wiener Neustädter erst richtig groß. Dennoch die sind die Gäste in dieser Partie auf einer kleinen Erfolgswelle, mit inzwischen bereits vier ungeschlagenen Spielen in Serie.

Insofern könnte man hier lediglich eine 1 prognostizieren, auf dass sich das Glück recht bald wieder ausgleiche. Oder halt mal wieder gar nichts machen, weil es nicht wirklich prickelt.

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Wolfsberger AC – Sturm Graz (Entfernung: 81 km)

Sturm mit der doch recht blutleeren Vorstellung beim 0:0 gegen Mattersburg, wo man ihnen an dieser Stelle unbedingt den Sieg einreden wollte. Die Stimmung im Stadion auch so merkwürdig, dass es einem irgendwie komisch vorkäme, hier und heute an diese Mannschaft zu glauben. Davor lag ja auch das 1:1 gegen die Austria — sicher ein anderes Kaliber — , und auch in dieser Partie war man nicht wirklich gut. Sturm muss also doch zunächst etwas beweisen, bevor man sie wieder haben möchte. Sicher spricht hier ein klein wenig die Derbytendenz für sie, da sie doch über eine ordentliche Fangemeinschaft verfügen, die ihnen auch in schweren Zeiten stets die Treue halten, also ihnen sicher bis Wolfsberg folgen werden.

Wolfsberg hingegen spielt wirklich einen gepflegten Fußball. Das einzige Problem, was ihnen schon frühzeitig nachgesagt wurde, ist die schwächende Defensive, in welcher man mit rein körperloser Verteidigung auf dem Level einfach in Nöte gerät. So haben sie ja auch tatsächlich in den letzten beiden Partien zuerst 5 von Ried bekommen, danach 4 in Salzburg, was ja in der Summe eine sehr stattliche Zahl ist. Zugleich hatte der Torwart bisher eine der besten Bilanzen was die Abwehr von Schüssen anging, was zwar einerseits für ihn spricht, andererseits aber das oben genannte Problem noch etwas gravierender erscheinen lässt (denn: wehe, er hielte einmal nicht so gut, dann klingelt es vielleicht noch viel öfter? Nun, gegen Ried war es ja so, als die ersten drei Gegentreffer, alle aus der gleichen Position, unwahrscheinlicherweise alle einschlugen). Das 1:4 in Salzburg wird hier schlichtweg nicht als repräsentativ erachtet. Der Meister einfach zu stark, nicht nur für diesen Gegner und diese Abwehr. Wobei es auch, nach Ansicht der Bilder und der Vielzahl der Hochkaräter auch locker ein echtes Schützenfest hätte geben können.

Für diese Partie bedeutet es: Da man Sturm auf gar keinen Fall nehmen würde, könnte man nur die Heimmannschaft nehmen. Also 1 oder X, oder halt auch hier ein Pass, da das Spiel, aufgrund der Derbytendenz einfach nicht perfekt zum Wetten geeignet ist (Derbies und ihre Gesetze, die ja „eigen“ seinen sollen).

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Admira/Wacker Wien – Austria Wien (Entfernung: 25 km)

Ein weiteres Derby — und wie das letzte Spiel von der Admira bei Wiener Neustadt bewies, muss auch dieses als solches, und zwar als „echtes“ gelten. Die Admira mit dem ziemlich unglücklichen 1:2 in dieser Partie, in der sie nicht nur klar besser waren sondern auch insgesamt, wie in so gut wie allen Partie zuvor auch schon, sehr gut aussahen. Die Mannschaft spielt guten Fußball und könnte sogar beinahe Sturm den (vierten) Rang ablaufen.

Andererseits hat einen die Austria nun allmählich endgültig überzeugt. Zu viele Partien, die bewiesen, dass man nicht nur durch geschicktes Würfeln gewinnt, sondern dass man die Siege mit exzellentem Fußball herausspielt. Nach vorne immer wieder mit Chancen und hinten stabil und sicher, wenig zulassend. Genau das Holz, aus dem Spitzenmannschaften geschnitzt sind. Hier passt alles, zumal man mittlerweile auch genügend individuelle Klasse erkennt — welche beispielsweise der von Anfang an auffällige, aber zuletzt überragende Tscheche Thomas Jun verkörpert. Torgefährlich, aber immer mit dem Auge für den Mitspieler. Das 2:0 gegen Rapid hat sie endgültig auf den zweiten Rang gehievt, auch in der Kategorie „Spielstärke“.

Wenn also, und so sehr einem das Herz bluten müsste, gegen die sonst stets gestützte Admira zu setzen, hier kann man nur die 2 vorschlagen, oder, aus Anstand, passen.

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SV Mattersburg – Wacker Innsbruck (Entfernung: 511 km)

Mattersburg hat sich den einen Punkt bei Sturm doch halbwegs ehrlich verdient, selbst wenn er zu einem Gutteil der Schwäche des Sturms von Sturm zu verdanken war, aber immerhin hat man selbst ausreichend viele Nadelstiche versetzt, um den Punktgewinn als „klar verdient“ zu bezeichnen. Davor war allerdings die Serie, die sie auf ganz, ganz kleines Normalmaß stufte. Wenn also, stehen sie nur minimal über den Kandidaten Wolfsberg und Wiener Neustadt, nun wäre nur noch das Plätzchen für den heutigen Gegner auszumachen.

Innsbruck hat also den Sieg eingefahren, auf welchen sie so lange warten mussten (nämlich sieben Partien, wobei in diesen kein einziger Punkt hängen blieb). Nur: die Leistung war zwar anfangs völlig ok, auf einem Level, auf welchem sie zuvor schon ein paar Mal spielten, und sie erzwangen auch das 1:0, was man ihnen gerne zugesteht (man entsinne sich: gegen Wolfsberg hatten sie den Torschussrekord von 32 Mal, wie sie das Tor bombardierten), also gab es auch zuvor schon ansprechende Leistungen, die aber unbewohnt blieben. Anfangs also ok, nur war die Verunsicherung, von Übereifer mit etlichem Misslingen begleitet, durchweg spürbar. Zum Vergleich: gegen Wolfsberg lag man ja irgendwann zurück, musste also den Vorwärtsgang einlegen — und tat dies ziemlich gekonnt, hatte aber Pech. Hier nun legte man den Rückwärtsgang ein. Zwar verständlich, da man Nägel knabbernd endlich mal wieder ein Erfolgserlebnis brauchte, aber eben nicht wirklich gut, nein, das sah teils schlimm aus. Also: unter Trainer Kirchler hatte man das Glück, was einem unter Kogler versagt blieb, dies die einzige Erkenntnis. Der Fußball war kein bisschen besser als zuvor. Dennoch erwähnte man ja, dass die reine Qualität im Kader nicht geringer sein muss als jene in anderen Kadern der „üblichen Verdächtigen“. Ob sie, nach so einem erschwindelten Erfolg abrufbar wird?

Falls man also etwas nehmen wollte, müsste es die Heimmannschaft sein. Man mag nicht recht glauben an die gut kehrenden neuen Besen, noch weniger an sich fortpflanzendes Glück, welches diesem versagt bleibt und jenem nun hold ist. Es kommt und geht, so lehrt die Erfahrung, und der Zeitpunkt ist unbestimmt. Also: 1 oder Pass, wieder einmal nur, fast als beste Option.

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Rapid Wien – Red Bull Salzburg (Entfernung: 295 km)

Die Lage hier einfach zu eindeutig. Rapid auch noch mit dem donnerstäglichen Engagement in der Euroleague, während Salzburg die Füße hochlegen kann (oder besser muss, denn es geschah doch ungewollt, nein, nicht gegen Diddeleng raus, und das auch noch ganz und gar aus allem). Egal, wie ernst Rapid den Euroleauge Auftritt noch nimmt (denn nach der zweiten Niederlage bei der Konkurrenz käme ein Weiterkommen einem Wunder gleich, Donnerstag kommt Bayer Leverkusen) und wie sehr man Salzburg im Hinterkopf hätte: die Kräfte sind gebunden und ein Match gegen ein deutsches Team geht man wohl so oder so mit voller Motivation an. Allgemein gilt, vor allem nach dem frustrierenden 0:2 bei der Wiener Austria, dass Rapid im Moment keinen guten Fußball spielt. Da klemmt es an allen Ecken und Enden, auch wenn man gerne eingesteht (siehe Analyse von Salzburg), dass Steffen Hofmann auch einer jener Spieler sein kann, OHNE den nichts, und MIT dem alles geht. Und jener hatte im Derby gefehlt.

Salzburg hingegen im heimischen Schlaraffenland: die Liga führt man bereits, nach schwierigem Start mit einigen völlig unerwarteten Punktverlusten, an, hat nur diese, die volle Konzentration darauf, zugleich einen erheblich belebten Kader mit einigen so herausragenden Kräften, dass man der Konkurrenz nur im besten Fall halbwegs gute Sicht auf die Rücklichter prognostizieren kann: dieses Team zieht durch, und zwar unaufhaltsam. Das war Traumfußball zuletzt und manchmal ist es ein Einzelkönner, an welchem sich alle aufrichten oder orientieren, der einfach das Spiel und die Art der Vorwärtsbewegung bestimmt, Hier wird diese Rolle schlicht und einfach dem Slowenen Kevin Kampl zugeschrieben, den die Salzburger kurz vor Ende der Transferperiode nicht etwa nur Aalen wegschnappten, nein, zugleich der gesamten, höherrangigen Konkurrenz, die nun, so die hier gemachte Prognose, in der nächsten Spielzeit wesentlich tiefer in die Tasche greifen müssen (und dies auch tun werden), um dieses echte Juwel zu verpflichten. (da er ja wiederholt mit Marco Reus verglichen wurde, eigentlich von Spiel 1 an, als Aalen das Wedaustadion in Duisburg mit einem groß aufspielenden Kampl mit 4:1 stürmte, schaue man auf die weitere Parallele, jene, was ein Spieler für eine Mannschaft bedeuten kann: letztes Jahr Gladbach im Höhenflug, dieses Jahr, egal, wie teuer oder namhaft die Verpflichtungen waren, im freien Fall, ohne den für alles verantwortlichen Reus).

Fazit also: eine klare 2. Salzburg nicht zu stoppen.

(Anmerkung: auch hier war der Text schon verfasst, bevor Rapid das 0:4 von Leverkusen kassierte; natürlich spricht dieses Ergebnis ganz klar noch mehr für Salzburg, denn Selbstvertrauen tankt man dabei garantiert nicht; bemerkenswert aber, dass die 45.000 Zuschauer — ins Hanappi passen nur etwa 18.000 — ihre Mannschaft bis zum Schlusspfiff feierten; klares Zeichen: einerseits erkannte man sehr wohl das Bemühen und war wohlwollend, andererseits erkannte man die Überlegenheit des Gegners an; die Deutschen gewinnen so oder so: wenn sie nicht gut spielen mit Glück, wenn sie gut spielen, dann gelingt es eh immer; auch dies ein Beitrag: die schwarze Bestie ist einfach nicht klein zu kriegen; auch dies anerkennend feiern die Fans lieber)

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