Rückblick Raiffeisen Superleague Schweiz, 13. Spieltag

Servette Genf – FC St.Gallen 1:1 (1:1)
Zuschauer: 13.148 (Schnitt bisher: 7.354 )
Also, hier sagt das Gefühl, dass Servette die Partie nicht verlieren wird. Tipp 1 oder X.
Wie man sieht haben die Fans ihr Team längst nicht aufgegeben. Mit über 13.000 eine mehr als ordentliche Zahl. Die Stimmung auch rundherum gut, positiv, die zwei Wochen Pause tun immer ganz gut, wenn man in einer Negativserie steckt, und so zeigte Servette über die gesamte Partie, dass man mit der Einschätzung richtig lag: heute muss mal wieder etwas geholt werden. Dass man sogar bereit war, die Favoritenrolle zu übernehmen — sicher spürt das der Trainer auch –, zeigte die offensive Einwechslung eines weiteren Stürmers in der 2. Hälfte, was zum Ausdruck bringt, dass man sich den Sieg zutraute. Insgesamt also Servette aktiver und St.Gallen vielleicht doch wieder auf Normalmaß?
Der Tipp war gut und ging sogar auf, wobei ein Heimsieg sogar eher möglich gewesen als der Auswärtssieg. Schlussfolgerung? Zunächst etwas Vorsicht mit St.Gallen, die doch erst einmal etwas beweisen müssten. Der Mutige nimmt demnächst Servette. Die Qualität ist da, um den Anschluss herzustellen, selbst wenn es ein weiter Weg sein könnte.
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FC Thun – FC Sion 1:1 (1:0)
Zuschauer: 5.148 (Schnitt bisher: 5.433)
Also, Tendenz ist klar: wenn man etwas nimmt in der Partie, dann nur die Heimseite. 1 oder auch 1/X. Thun verliert nicht.
Der Tipp ging auf, da ist man eh zufrieden. Hier kam aber hinzu, dass es mehr als verdient war, so dass also sogar der Tipp auf den Sieg kurz vor der Realisierung stand.
Sion eindeutig auf dem absteigenden Ast. Diese Leistung war so gut wie gar nichts. Es stimmt nicht in der Mannschaft und auch über den Trainer darf man ein wenig zweifeln. Denn: der beste Spieler, Leo Itapurena (woher wohl? Ach ja, Brasilien…) musste auf der Bank Platz nehmen. Was kann da die Idee sein? Immerhin hat er später bemerkt, dass so gar nichts nach vorne gelingt, brachte ihn noch und Sion kam noch zum (glücklichen) Ausgleich, hatte sogar, durch jenen Leo, in der Nachspielzeit den Siegtreffer auf dem Fuß, der Ball landete aber am Pfosten.
Kompliment aber erneut an Thun, die den guten Eindruck der letzten Wochen bestätigt haben, welches ungeachtet der gegnerischen Schwäche zumindest einmal hervorgehoben werden muss. Fazit demnach: in den nächsten Wochen eher gegen Sion und eher auf Thun spielen.
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Lausanne Sports – FC Zürich 0:2 (0:0)
Zuschauer: 5.250 (Schnitt bisher: 6.271 )
Hier ist die Lage sonnenklar, auch wenn es gegen die bedauerten und keineswegs schlechten, hier aber arg geschwächten Zürcher gehen muss: Lausanne macht etwas, ist Favorit in der Partie. Tipp: Heimsieg, eine 1.
 
Der Tipp ging daneben, aber klar war ja auch, dass es eine ziemlich enge Partie sein müsste, in welcher man doch — und dies vermutlich im Widerspruch zum Wettmarkt — die 1 als Favorit ausgewiesen hat. Sie hat sich aber im Spiel auch so verhalten, so dass man persönlich die Qualität der Prognose nicht wirklich in Zweifel zieht. Lausanne war die etwas aktivere Mannschaft, Lausanne kam zu der etwas größeren Anzahl an guten Torchancen, Lausanne hat es einfach insgesamt gut gemacht und eben die Einschätzung bestätigt, dass man doch mit ihnen rechnen kann, ihnen etwas zutrauen. Andererseits muss man dringend anmerken, dass der absolute Spitzenangreifer des FCZ, der bereits vielfach auch an dieser Stelle hervorgehobene Gavranovic frühzeitig nach einem Foulspiel verletzt wurde und bereits nach 31 Minuten vom Platz musste. Allerdings hatte die Heimmannschaft bis zu diesem Zeitpunkt auch schon leichte Vorteile.
Die Wette ging nicht auf, war aber völlig ok. Dem FCZ wird von vielen Seiten eine wesentlich höhere Qualität bescheinigt — klar, es gibt ja noch (den erstmals jetzt erwähnten) Drmic, dazu Chiemiento und Chermiti, die allesamt für sehr gehobenes Offensivpotenzial stehen. Klar ist ebenso, dass einzelne derartige Erfolgserlebnisse bei einer unter Wert spielenden Mannschaft als Brustlöser wirken können und für die Zukunft den gehobenen Ansprüchen entsprechende Ergebnisse produzieren lassen. Dies könnte jederzeit für die Zürcher gelten, die beileibe nicht schlecht waren, auch nicht in diesem Spiel. Wenn der Tipp gut war, dann nur wegen Lausanne. Mit dem FCZ wird vermutlich kein Geld zu verdienen sein in Zukunft, denn der Markt „weiß“ von den höheren Qualitäten. Bei Lausanne sieht es da schon anders aus. Denen wird man, gerade nach einer derartigen (jedenfalls etwas unglücklichen) Niederlage erneut das Vertrauen schenken.
 
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FC Luzern – FC Basel 1:0 (0:0)
Zuschauer: 16.259 (Schnitt bisher: 12.913 )
insofern lautet der Tipp hier ganz klar: Basel macht es, eine 2.
So lange man insgesamt ganz gut liegt mit den Tipps, muss man natürlich ab und an auch einen Verlust einstecken ohne groß zu zetern oder zu lamentieren. Andererseits fragt man sich doch, warum man der eigenen Einstellung zuwider handelt. Denn jene lautet: nimm nicht die Clubs, die gerade ihren Trainer gewechselt haben. Schon aus Anstand nicht, da man nämlich grundsätzlich nicht an diese Maßnahme glaubt. Sobald man es getan hat, müsste man ja für das Team hoffen — und zugleich, im übertragenen Sinne, den geschassten Trainer zum Teufel wünschen. Und dies kann man einfach nicht so empfinden. Sicher ist einem bewusst, dass es Heiko Vogel nicht schlecht gehen wird, jedenfalls nicht in dem Sinne, dass er das Hungertuch herausnehmen muss, um etwas zum Nagen zu haben. Der fürstliche Lohn, den die Trainer erhalten, wird nicht zu Unrecht von den Meisten als „Schmerzensgeld“ bezeichnet, und das ist gut nachvollziehbar. Es ist einem jeden bewusst, dass er irgendwann Opfer wird, es ist ihm zugleich bewusst, dass es wohl kaum im direkten Zusammenhang mit seiner Arbeit steht, aber dass er es eben hinnehmen muss. Zugleich ist ihm auch klar, dass es sehr bald passieren kann, dass das Karussell an einer anderen Stelle anhält, an welcher derselbe Trainer dann als Feuerwehrmann einspringen soll — und bald danach möglicherweise auf Händen durchs Stadion getragen wird.
Hier war die Konstellation wirklich besonders, mit Yakin im Amt gegen seinen Ex-Club (den er also trainierte). Jedenfalls lieferten die Bebbi wohl ihre schwächste Saisonleistung ab, vielleicht gar, weil in diesem Falle die Spieler FÜR ihren alten Trainer spielten? So weit möchte man nicht gehen, aber dennoch denkbar, dass Murat Yakin und ganz Basel bald erfahren muss, dass es durchaus einiger Erfahrung bedarf, um einen derart großen Club in der Fahrspur zu halten.
Luzern andererseits wurde vielmals hier Qualität attestiert, sehr wohl in dem Wissen, dass Otto Rehhagel (wie fast immer) Recht hatte, indem er sagte, dass die Wahrheit auf dem Platz liegt. Also nützt reine Qualität nichts, wenn sie nicht umgemünzt wird. Dennoch, wie man nicht nur am heutigen Besuch sieht sondern insgesamt am Schnitt, lassen die Zuschauer ihr Team nicht hängen. Sicher gibt es den einen Aspekt, dass sie dankbar für die Vorsaison mit dem (nicht existenten) Vizemeistertitel und dass man überhaupt in der Innerschweiz gemütlich und genügsam ist, aber viel wahrscheinlicher ist es, dass der zahlende Zuschauer sehr wohl einen Blick für Leistung hat, und sogar die in den Medien so weit in den Hintergrund gestellten Anteile an Glück und Pech gibt. Insofern darf man annehmen, dass Luzern doch einiges an Pech hatte, im bisherigen Saisonverlauf.
Nun gut, gegen den Meister ist die Hütte eh (fast überall) immer voll, also würde einen hier der Zuspruch eh nicht wundern. Luzern lieferte eine der besten Saisonleistungen ab (wobei man sich persönlich sehr gut an das Hinspiel erinnert, in welchem sie mit dem einen erzielten Punkt recht knapp an einem Sieg vorbei schrammten und auch damals schon die Rede von der besten Saisonleistung war beim 2:2; natürlich widersprechen sich die beiden Aussagen nicht).
Das Spiel selbst war vor allem von Basels Seite also schwach. Klar ist, dass Luzern eine derartige Partie sehr gut hernehmen kann, um das spürbar angeschlagene Selbstwertgefühl aufzupolieren. Denn gerade gegen Basel hat man am wenigsten zu verlieren, kann also mutig nach vorne spielen. Dies tat Luzern so gut sie konnten, während Basel an beiden Enden des Spielfelds einfach nicht gut aussahen. Nach dem 1:0, welchem man definitiv ein „verdient“ anheften kann, geht Basel zwar ungestüm nach vorne, kommt aber kaum zu richtigen Torchancen, während die Abwehr Auflösungserscheinungen zeigt. Das war wirklich katastrophal von ihrer Seite aus.
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Grasshoppers Club Zürich – Young Boys Bern 3:2 (3:0)
Zuschauer: 11.900 (Schnitt bisher: 8.236 )
GC macht es also, Tipp: Heimsieg, eine 1.
 
Logisch, dass man immer dann zufrieden ist, wenn man getroffen hat. Die Partie selbst auch lange Zeit ziemlich eindeutig. Jedenfalls haben die Grasshoppers nichts getan, was einen zweifeln lassen könnte, dass man ihnen zurecht vertraut. Natürlich ist einem klar, dass YB eine sehr starke Mannschaft hat, und sie haben es auch in diesem Spiel gezeigt. Nur sprach das Momentum ganz klar für GC — und sie haben es genutzt.
In der Partie selbst hatte zunächst YB eine Chance, als der Venzuelaner Martinez seitlich aufs Tor zog, allein, der Winkel aber für einen Abschluss zu spitz ist, er es dennoch versucht. Der Ball geht (vorhersehbar) am langen Eck vorbei. Nur sieht und hört man einen ziemlich wütenden Mitspieler, der sich, noch vor dem langen Pfosten, als anspielbereit zeigte. Ein Riese sozusagen, wenn richtig „vollzogen“.
Dann aber nur noch GC für eine gute Weile. Tolle, schnelle Spielzüge, die man gerne mal als „blindes Verständnis“ bezeichnet, führen zu glasklaren Torchancen, ähnlich wie bei Salzburg in Österreich derzeit. Alle schwärmen blitzschnell aus, wechseln die Positionen, und dennoch scheinen die Mitspieler immer zu wissen, wo wer steht (der Gegner hingegen nicht). So kam es recht zwangsläufig zu den 3 Toren, obwohl für das 1:0 mal wieder ein (schlitzohrig ausgeführter) Freistoß herhalten musste: alles rechnet mit einer weiten Flanke, auch der Goallie. Dadurch die kurze Ecke verwaist, wo der Ball von Nachwuchsstar Hajrovic (21) mit viel Fahrt und Präzision geschossen wird. Auch das 2:0 macht er selbst, nachdem er am Strafraumeck einen Gegner vernascht hat, was so viel bedeutet wie: trotz dieser tollen Kombinationen sorgten für die Tore Standards oder Einzelaktionen. Das dritte allerdings aus dem Spiel heraus, nach einer dieser feinen Kombinationen.
Nach der Pause auch GC näher dran am vierten als YB am 1:3. Dieses fiel dann doch, und zwar durch ein weiteres Traumtor durch ebenjenen Martinez (sein erstes in der Superleague), der den Flankenball volley von der Strafraumgrenze nimmt und exakt ins Eck trifft. Danach vielleicht doch ein bisschen Verunsicherung bei der weiterhin jungen Mannschaft des GC (Grichting viel früher als erwartet wieder dabei), so dass YB noch zu ein paar Chancen kam. Eine davon in der 89. verwertet, als ihr Star Bobadilla seine zweite Möglichkeit verwertet — ein Kopfball aus Nahdistanz.
Die Szene danach mal wieder Antiwerbung für den heutigen Fußball und schon vielfach in ihrer Art beschrieben, ohne dass Offizielle dafür eine Lösung fänden (was einem, viel mehr als alles Andere, zu denken geben sollte). Der Ball schlägt ein. Der Torwart hechtet hinterher. Aber nicht etwa in der Hoffnung, ihn noch vom Überschreiten der Torlinie abhalten könnte, was nämlich längst geschehen ist, sondern um zu verhindern, dass der Ball wieder ins Spiel kommt. Die Nachspielzeit läuft, angezeigte 4 Minuten (die vermutlich nicht verlängert werden, wie einem absurde hiesige Praxis lehrt). Was passiert natürlich? Er hechtet sich also in der sprichwörtlichen Torwartmanier auf den Ball. Die YB Spieler setzen nach, denn was haben sie für ein Ziel? Sie haben eines, welches eigentlich jeder Freund des Sports haben müsste: die Kugel soll rollen und nicht im Tornetz unter dem Schlussmann begraben liegen. Also wird er leichtestes angerempelt, um den Ball herauszurücken. Das nimmt er zum Anlass, sich noch tiefer im Tornetz zu vergraben, spielt gar eine Ohnmacht vor oder was immer das darstellen soll. (Schein-)Empörte GC Spieler rücken ebenfalls nach, nunmehr mit allen Rechten ausgestattet, denn soeben wurde doch ihr Keeper so überaus unfair angegangen. Tumultartige Szenen, bei denen Minuten vergehen müssen, alle zum Lohn der Führenden, welche mit einer ungeheuerlichen Unsportlichkeit diese Szenen selbst auf den Weg gebracht haben. Nein, das ist so hässlich, dass man sich viel lieber noch einen Ausgleich wünschen würde, einfach nur, um dieses absurde Gebaren zu bestrafen. Nur: man kann beobachten, dass das „gängige Praxis“ ist. Falls also kurz vor Schluss ein Anschluss kassiert wird, verhalten sich alle Torhüter gleichermaßen so.
(Übrigens an dieser Stelle kurz erwähnt: damals bekam der Spieler Alpay den Fairplay Preis, Euro 2000, dafür, dass er seinen Gegenspieler Vlaovic NICHT per Notbremse stoppte und dieser in letzter Minute das 1:0 für Kroatien erzielte. Absurd einfach, auch dieses und das völlig falsche Zeichen. Bei der Partie in Österreich, Hartberg gegen FC Lustenau von diesem Wochenende, läuft beim entscheidenden Konter für den FCL in der letzten Minute (zum 1:2) ein Angreifer seinem Gegenspieler davon. Der Sprecher macht darauf aufmerksam, dass er diesen NICHT ZU FALL BRINGT. Natürlich verdient dies Erwähnung, keine Frage, und zwar gerne auch eine lobende. Nur: zugleich merkt er an, dass dies ein Fehler sei. Also wird schon explizit zur Unsportlichkeit aufgefordert, denn, wenn man sie nicht begeht hat man zugleich einen Fehler gemacht. So wird in Zukunft ein Fair-Play Preis ausgegeben, wenn ein Torhüter nach einem kassierten Anschlusstreffer in der letzten Minute den Ball tatsächlich zum Weiterspielen aus dem Netz holt? Nein, man ist auf dem falschen Weg, dem völlig falschen Weg. Man nennt diesen auch „den Holzweg“.)
GC also topp, so sehr einen diese Einlage störte, verdient war der Sieg auch insgesamt gesehen, ohne Frage, YB hat aber durchaus jede Menge Qualität gezeigt, die einfach in dem Kader steckt.
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Vorschau

 

Soorry, liebe Leute, der Text war längst fertig, ist nur nicht rausgegangen. Wer schauen will, was er so verschenkt hat…

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Servette Genf – FC St.Gallen (Entfernung: 359 km)

Was könnte man nun an Servette finden, was sie stützenswert macht? 2 Punkte aus 12 Spielen, die wenigsten erzielten Tore, die meisten kassierten, nichts, was auf ein Licht am Ende des Tunnels hindeutet.

Genau umgekehrt die Lage bei St.Gallen, die zwar durch die knappe Niederlage gegen GC (ihre erste) vor zwei Runden den allerschönsten Platz an der Sonne hergeben mussten, bleiben sie doch im Windschatten der Konkurrenz ein absolut ernst zu nehmender Kandidat auf alle möglichen Europäischen Plätze, wozu sogar der Titelgewinn zählte. Der Argentinier Oscar Scarione (Offensives Mittelfeld) ist in Topform, hat schon 6 eigene Treffer erzielt und erzeugt vor allem mit seinen Standards beständig für erhebliche Torgefahr.

Ja, was wäre es also, was man finden könnte? Hier aufgezählt, die Tendenz andeutend, die man als Leser sicher schon ahnt: 1) durch die zwei Wochen Pause sind bei Servette fast alle Mann wieder an Bord (es fehlen „nur“ noch drei: Schlauri, Moubandje und Baumann, allesamt Abwehrspieler, aber zumeist davor schon abwesend; zudem stehen im Kader 11 Abwehrspieler, so dass der Coach aus 8 auswählen kann). 2) Zuletzt gab es eine klare Leistungssteigerung beim 2:3 gegen Basel. 3) mit einem ganz ähnlichen Kader erreichte man in der letzten Saison einen internationalen Startplatz. 4) jede Serie endet einmal. 5) St.Gallen hat gerade im letzten Spiel äußerst glücklich gewonnen (2:1 gegen Lausanne) in einer Partie, in der man kaum eigene Chancen hatte und haufenweise gegnerische zuließ. 6) Zwei Wochen Pause tun oftmals dann gut, wenn man in einem Loch steckt. Und das tut Servette eindeutig. Man berücksichtige dabei, dass eigentlich zu jedem Saisonstart, aber auch nach einer Winterpause (die oftmals nur vier oder fünf Wochen dauert) bereits die Karten ziemlich neu gemischt sind. Dieser Effekt im kleinen auch bei der Partie.

Also, hier sagt das Gefühl, dass Servette die Partie nicht verlieren wird. Tipp 1 oder X.

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FC Thun – FC Sion (Entfernung: 97 km)

Es fehlen bei Thun: Schindelholz (IV), Zuffi (ZM = Zentrales Mittelfeld), Bigler (RV = Rechter Verteidiger)
Bei Sion: Mrdja (Mittelstürmer = MS), Sauthier (Defensives Mittelfeld = DM), Marques (Linker Verteidiger = LV), Aislan (Innenverteidiger = IV)

Bei den Verletzten sieht es ziemlich ausgeglichen aus, so wie auch die gesamte Partie. Wie kann man sich da positionieren? Nun ja, hier geht es ja eher darum, ein eigenes Gefühl und wenn, dann eine leichte Tendenz aufzuzeigen. Sozusagen: nimm die hier oder lass die Finger davon (was ja eh in jeder Partie möglich ist, ohne sich selbst zu verletzen). Vor allem gilt es, den Wettmarkt etwas einzuschätzen und dort die minimal möglichen Fehler aufzuspüren.

Hier besteht die Möglichkeit nur darin: Sion hat einfach nach dem berauschenden Saisonstart eindeutig geschwächelt. Die Souveränität, die sie ausstrahlten, ist dahin und mal ringt darum, sich wieder zu festigen. Die Diskussionen um Gattuso waren ja schon angesprochen. Zuletzt war zwar gewonnen worden (ein 3:2: hier bei Sion gegen Luzern), aber die Leistung war so, dass man viel eher hätte verlieren sollen, auch wenn man zur Entschuldigung anführen muss, dass lange Zeit mit 10 gegen 11 gespielt wurde. Dennoch eben: souverän ist garantiert anders. Davor gab es das 2:2 daheim gegen FCZ, mit dem Ausgleich in letzter Sekunde für die Gäste, was das gleiche offenbart.

Thun hingegen, wie schon mehrfach betont, hat sich eine Nische gesucht, in der man sich ausgesprochen wohl fühlt: keine Erwartungen von außen, kein Druck auf die Spieler, eine Außenseiterrolle, die man gerne annimmt, und der man mehr als gewachsen ist. Denn: kaum je eine Partie, in der die Mannschaft nicht Paroli geboten hat und in der man nicht, auch alle möglichen vermeintlichen Schwergewichte, gehörig ins Schwitzen gebracht hätte, selbst wenn wahrlich nicht immer von Erfolg gekrönt. Die zuletzt gezeigte Leistung gegen GC war so beeindruckend (auch ein 2:3, verloren, ja, schon klar, aber es war nicht verdient in einem begeisternden Fußballspiel, in dem man wirklich Thun Fan werden konnte).

Also, Tendenz ist klar: wenn man etwas nimmt in der Partie, dann nur die Heimseite. 1 oder auch 1/X. Thun verliert nicht.
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Lausanne Sports – FC Zürich (Entfernung: 223 km)
Es fehlen Lausanne: Tall (31, IV), Guie Guie (26, MS)
FC Zürich: Beda (31, IV, wichtig!), Chermiti, Chikhaoui, Chiumiento (die letzten drei die Kreativzone, alle drei mit höchster Torgefahr ausgestattet, die absoluten Leistungsträger, neben Gavranovic)

Fangen wir dem den Gästen an: ohne diese drei Spieler (von denen zuletzt „nur“ zwei fehlten) geht den eh ohne Ende kriselnden Zürchern gänzlich die Torgefahr ab. Und: wer steht in der Tabelle eigentlich vor wem? Immerhin und erstaunlicherweise ist das so extrem gering geschätzte Lausanne noch einen Platz höher angesiedelt (Platz 7 Lausanne, 8 Zürich, 12 Punkte gegenüber 11). Die kurzen Anzeichen der Besserung sind schon wieder verfolgen beim FCZ, das 1:1 daheim gegen YB alles andere als ein Befreiungsschlag, davor zwar das Remis in letzter Sekunde beim FC Sion, aber davor zwei Niederlagen ohne eigenes Tor, davor noch das 0:0 beim FCB, aber eben auch ohne Torerfolg.

Lausanne mit der phantastischen, unbelohnten Leistung in St.Gallen, wo man nach reinen Torchancen gerechnet in etwas eher mit 5:2 hätte gewinnen sollen als mit 1:2 verlieren. Vorne machten die beiden stärker pigmentierten so einen irren Wirbel (Malonga und Moussilou), dass man unbedingt auf sie bauen muss, wenn man sich denn Sportwetten als Beruf auserkoren hat. Wenn man noch weiter zurückblicken möchte bei Lausanne (und irgendwoher muss ja der 7. Rang kommen), dann sieht man vor der unglücklichen Niederlage zwei Siege und ein Remis stehen, bei nur einem Gegentor. Also ist der Trend bei Lausanne klar erkennbar: nach oben.

Hier ist die Lage sonnenklar, auch wenn es gegen die bedauerten und keineswegs schlechten, hier aber arg geschwächten Zürcher gehen muss: Lausanne macht etwas, ist Favorit in der Partie. Tipp: Heimsieg, eine 1.
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FC Luzern – FC Basel (Entfernung: 98 km)

Es fehlen Luzern: Renggli (32, ZM), Stahel (27, RV), Sarr (26, RV), Gygax (31, Rechtsaußen = RA)
Basel: Dragovic (21, IV), Yapi (30, ZM), Vuleta (18, Rechtsaußen = RA), Stocker (23, Mittelfeld/Sturm/Linksaußen = LA)

Unfassbar, was man in der heutigen (Fußball-)Zeit so alles erleben muss. Der FC Basel entlässt Trainer Heiko Vogel! Nicht, dass man nicht persönlich bei seiner Nominierung ein wenig skeptisch war, da er nicht nur ein unbeschriebenes Blatt war, sondern zugleich nicht unbedingt gleich einen so überragenden Eindruck machte. Aber nachdem man sich dafür entschieden hat (und sicher ist davon auszugehen, dass die Verantwortlichen dort gründlich überlegt haben) und er doch den Club keineswegs aus der Erfolgsspur geführt hat, hat man nicht nur persönlich, als Autor, den allergrößten Respekt vor ihm bekommen, sondern zugleich war davon auszugehen, dass die ihn Nominierenden sich nun genüsslich auf die eigene Schulter klopfen ob dieser gelungenen Einschätzung. Aber nein, er wird entlassen und der einzige Grund, der ernsthaft in Betracht kommt in unserer oben erwähnten kuriosen Zeit, ist Erfolglosigkeit. Basel nur auf Rang 4 — da muss man ihn rauswerfen (bei nur einer einzigen Saisonniederlage). Man bedenke bitte, dass das ernstere Problem an dem Rückstand von 8 Punkten auf die führenden Grasshoppers mal wieder die unsägliche Dreipunkteregel ist. Sie haben 6 Unentschieden (eine Niederlage), GC 2 Unentschieden (eine Niederlage). Also wären es bei korrekter Rechnung eben 4 Punkte Rückstand, und das wäre nicht nur völlig normal sondern zugleich locker in kürzester Zeit überbrückter, zudem eigentlich insbesondere dem riesigen Lauf von GC zuzuschreiben, viel mehr jedenfalls als eigenem Versagen. Wie bereits an anderer Stelle vorgerechnet muss man im Zeitalter der Dreipunkteregel etwas anders rechnen. Im Schnitt 2 Punkte pro Spiel sind gut, fast in allen guten Ligen ein Indiz, dass man um den Titel mitspielt (oder halt den Aufstieg). Diese haben die Grasshoppers mit 29 in 12 weit überschritten (was in der Saisonanfangsphase durchaus normal ist, unwahrscheinlich und sicher an gleicher Stelle später nachgeprüft, dass sie diesen überragenden Schnitt halten, und das nicht nur, weil sie vorab kein Titelkandidat waren), zugleich der FCB mit 21 in 12, was natürlich unter dem Schnitt liegt, aber eben nicht so weit, dass man ihn nicht in kürzester Zeit wieder herstellen könnte. Also, kurzum, dümmer geht es kaum und, wie es der bei Luzern noch vor einigen Wochen aus dem gleichen Grund — anhaltende Erfolglosigkeit — beim FC Luzern entlassene Nachfolger Murat Yakin sagt zurecht im Antrittsinterview, dass sie, die Trainer, heute nur noch moderne Gladiatoren sind. Allerdings mit einem doch recht fürstlichen Schmerzensgeld für die vielen Ungerechtigkeiten, die ihnen widerfahren. Vor allem jener: was kann man gegen Pech tun, welches eine ganz besondere und durchaus zeitgemäße Ursache für ein paar schlechte Ergebnisse in Serie sein können? So sagte Yakin auch im Fortlauf des Interviews, dass es überhaupt keine Rolle spielt, ob man gut oder schlecht Fußball spielt. Man muss gewinnen, das ist alles, was zählt. Ja, genau, traurig, aber wahr. Aber ein neuer Beweis für diese These ist mit der Entlassung von Vogel erbracht.

Insofern also ein sehr besonderes Match (nicht nur neuer Trainer, sondern zugleich in Spiel 1 gegen seinen Ex-Club). Zugleich ist es zwar kein Derby, aber doch von der Entfernung her überbrückbar, so dass man wohl einige FCB Fans im Stadion antreffen wird. Der FC Luzern wohl am tiefsten in der Krise von allen (Krisen-)Clubs, mit einem 9. Rang, nach einem 2. Platz in der letzten Saison, und bereits (ebenso absurden) erfolgtem Trainerwechsel, zudem mit Komornicki weiterhin nicht anerkannt und unter Druck. Der FC Basel wird sich entsprechend nicht aus der Spur bringen lassen, trotz der Kapriolen um den Trainerwechsel (wobei ein Trainerwechsel ja oftmals, vor allem in Spiel 1, als gutes Zeichen gewertet wird; eigentlich nicht vom hiesigen Autoren, aber es ist halt auch kein Gegenindiz; es ist eben, wie gesagt, einfach nur absurd). Die Verletzten sprechen auch keinesfalls gegen Basel, die kurze Distanz nicht, alles ist pro Basel, insofern lautet der Tipp hier ganz klar: Basel macht es, eine 2.

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Grasshoppers Club Zürich – Young Boys Bern (Entfernung: 126 km)

Es fehlen bei GC: Grichting (33, IV, wichtig), Coulibaly (24, Rechtes Mittelfeld = RM) (beide verletzt), Hausmann (21, RV) und Adili (18, LA) (beide Rekonvaleszent)
YB : Simpson (29, LA, schon lange out), Doubai (20, ZM)

YB jedenfalls mittlerweile mit einer durchwachsenen Saison, die den eigenen Ansprüchen nicht ganz gerecht wird, selbst wenn die Anhänger weiterhin recht treu sind, was eigentlich zumeist ein gutes Zeichen ist. Aber auch die Auftritte in Europa kosten nicht nur Kraft sondern haben parallel in der Gruppenphase bei zwei Niederlagen mit jeweils 2 Toren Unterschied nicht gerade Selbstvertrauen aufgebaut. Und in der kommenden Woche steht wieder eine Begegnung an, am Donnerstag, daheim gegen Udinese, für das mögliche Weiterkommen bereits die letzte Chance, falls man sich nicht schon aufgegeben hat, angesichts der übermächtige Konkurrenz von Liverpool, Anchi Machatschkala und eben Udinese; aber schonen dürfte man sich kaum in jenem Spiel, eher dann schon im Meisterschaftsspiel. 17 Punkte bisher für YB, was sogar noch unterhalt der anderthalb Punkte pro Spiel liegt, ab welcher, vom Autor so definiert, die Ansprüche für Europa geltend gemacht werden können (auch dies gilt für praktisch alle einigermaßen ausgeglichenen Ligen), so dass man also dort auch hinterher hinkt.

Bei GC hingegen ist alles eitel Sonnenschein. Selbst eine so kritische Partie wie jene in Thun — wo der Gegner wie entfesselt stürmte — konnte gewonnen werden, wobei regelmäßig im Angriff die Klasse aufblitzte — nicht nur bei den drei erzielten Toren. Die Verletzten mögen ein wenig zugunsten der Gäste ausschauen (Grichting weiterhin abwesend und ohne ihn zuletzt doch etwas wackelig), aber das wäre auch der einzige Punkt (falls man nicht das sich anbahnende Ende von Serien als Orakel anführt: danach soll jede ja irgendwann reißen, und tatsächlich ist es wohl für jede geschehen außer eben für jene, die bisher noch anhalten). Nein, GC ist in der Verfassung und in der Lage, YB aus den Angeln zu heben. Von „Sättigung“ kann jedenfalls keine Rede sein. Das Stadion wird (diesmal ganz sicher) gut besucht sein, der GC macht es also, Tipp: Heimsieg, eine 1.

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