Rückblick Österreich tipp 3 Bundesliga, 12. Spieltag

Red Bull Salzburg – Wolfsberger AC 4:1 (2:0)

Zuschauer: 9.400 (Schnitt bisher: 9.258)

Also: Tipp 1, aber eine zu klare Angelegenheit um den korrekten Lohn am Wettmarkt zu erhalten. Wenn man unbedingt spielen möchte, dann könnte es nur auf den Handicap Sieg, mit zwei Toren aufwärts sein, da nur ganz eventuell dieser überbezahlt wäre.

Immerhin auch hier sichtbar: der Schnitt wurde übertroffen, und das gegen Wolfsberg, was den Salzburgern auch von Publikums Seite aus ein glänzendes Zeugnis ausstellt. Nein, das macht einfach Spaß, dieser Mannschaft zuzuschauen. Der Ball läuft blitzschnell durch die Reihen — hauptverantwortlich dafür nach eigener Ansicht hier der phantastische Neuzugang Kevin Kampl, der tatsächlich mehr und mehr Ähnlichkeiten mit Marco Reus aufweist — und es kommt immer wieder, zwangsläufig, zu absoluten Hochkarätern gegen Gegner, die hier einfach überfordert sind (natürlich müsste man auf internationaler Ebene einmal sehen, wie weit das reicht, aber es sieht so gut aus, dass man Salzburg in der Verfassung zutrauen würde, sogar in Europa eine ordentliche Rolle zu spielen). Über Wolfsberg sollte man nach einer derartigen Partie nicht all zu viel nachdenken. Es ist nicht repräsentativ, wenn man einem derartigen Wirbelsturm ausgesetzt ist. Wie gesagt, die 4 Tore viel zu wenig und man freut ich persönlich auf die nächsten Auftritt der Salzburger — auch zwecks Aufbesserung des eigenen Kontos. Das wird eine Serie, eine lang anhaltende.
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Wacker Innsbruck – SV Ried 1:0 (1:0)

Zuschauer: 4.750 (Schnitt bisher: 4.835 )
Insofern sagt einem das Gefühl, dass viel eher Innsbruck hier etwas holt. 1 oder X, so wagt man zu orakeln.

Immerhin hat einen das Gefühl hier nicht getrogen. Innsbruck hat etwas geholt, in diesem Fall sogar einen Sieg. Und so etwas kann für die Zukunft schon eine enorme Bedeutung haben. Der neue Trainer (Roland Kirchler für Walter Kogler) hatte einen gelungenen Einstand, selbst wenn man persönlich gegenüber den Trainerwechseln mehr als skeptisch ist. Sicher ist wahr, dass die Spieler zunächst neue Motivation schöpfen können — vor allem jene, die unter dem alten keinen guten Stand hatten. Sicher ist auch möglich, dass man mit leicht veränderter Taktik oder Aufstellung, sowie der dazu gehörigen veränderten Einstellung, einen anderen Auftritt hat, vielleicht sogar einen, auf den der Gegner nicht gefasst ist. Andererseits ist oftmals für Serien von schlechten Ergebnissen nicht viel mehr als eine ordentliche Portion Pech verantwortlich. Und dieses könnte auch unter dem alten Trainer irgendwann enden oder sich sogar in Glück verwandeln. Die Skepsis bezieht sich ja noch viel mehr darauf: aufgrund der (so lächerlichen) Bekanntheit der Gesetze dieses Geschäftes — an welcher sich einfach alle orientieren und die dadurch ihre Gültigkeit erhält — beginnen die Spieler tatsächlich, die Erfolglosigkeit auf den Trainer abzuwälzen (indem sie beispielsweise wirklich den einen Schritt weniger machen), und somit die Entlassung forcieren — dies geschieht mitnichten bewusst (oder wird dies hier keineswegs behauptet). Sprich also: die vorhersehbare Trainerentlassung, welche von den Medien irgendwann forciert wird (und wovon entsprechend jeder weiß), verschafft den Spielern tatsächlich das Alibi: wenn wir noch ein Spiel verlieren dann spielt es keine Rolle, ob ICH schlecht spiele oder einer meiner Mitspieler (falls es nicht alle sind). Die Schuld landet unter allen Umständen beim Trainer. Falls man also diese „Gesetze“ wieder abschaffen würde, diesen Unsinn nicht mehr verbreiten würde, „dass doch schließlich jeder die Gesetze kennt“ (welche genau dadurch in Stein gemeißelt werden), dann würden die Ergebnisse vielleicht auch eines Tages — möglicherweise auch am exakt gleichen Tag — zurückkehren, auch mit dem alten Trainer, da dieser weder diskutiert wird noch sonstwie zur Disposition steht.
Roland Kirchler hatte jedenfalls in der ersten Partie jenes Glück, welches seinem Vorgänger bis zu diesem Tage nicht hold war. Nicht etwa, dass Innsbruck schlecht war oder dass man den Spielern nicht einmal wieder ein Erfolgserlebnis gegönnt hätte, nein, nur waren sie nicht unbedingt besser als in den Spielen zuvor. Die Anfangsphase war sehr gut, extrem druckvoll (wie aber zuvor auch schon ab und an in einigen Spielen, als man ihnen durchaus Spielwitz unterstellte), obwohl trotzdem noch Verunsicherung spürbar war, die sich dann in Übereifer zeigt, bei welchem nicht einfach so alles gelingt sondern auch einiges misslingt, selbst wenn man gerne bereit ist, dies nachzusehen. Dennoch wurden Chancen produziert und sogar eine verwertet. Dass man danach doch lieber auf Defensive umschaltete in der Hoffnung, vielleicht ein einziges Mal dieses eine Törtchen Vorsprung über die Zeit zu bringen, ist ebenfalls gut nachvollziehbar. Natürlich beruft man sich in dem Falle auf eine Defensive und behauptet, mit der Kontertaktik vielleicht zum zweiten zu kommen. Hier aber geriet man doch recht enorm unter Druck. Ried zeigte mehr und mehr, warum man doch klar vor Innsbruck steht und kam zu einigen exzellenten Gelegenheiten, in der Schlussphase mehr und mehr, in welcher die Tiroler mit einem Mann weniger auskommen mussten (der eingewechselte Daniel Schütz flog nach 9 Minuten runter; anders aber als die Medien es haben wollen schien einem persönlich dieses glatte Rot durchaus als angemessen), und in welcher nur ein glänzend aufgelegter Schlussmann Szabolcs Safari mit Glück und reichlich Geschick den Ausgleich verhindern konnte. Und wer weiß, was nach einem solchen noch alles hätte passieren können.
Nein, für Glück gibt es keine Berechtigung. Man hat es, mal länger ausbleibend, mal gehäuft, und manchmal ist es genau umgekehrt (was auf so ziemlich dasselbe hinausläuft). Allerdings ist nicht unbedingt gesagt, dass der Sieger des Spiels im nächsten Spiel auf dieses in Mengen angewiesen ist. Denkbar nämlich, dass ein derartiges Erfolgserlebnis die befreiende Wirkung hat, dass man fortan nämlich wirklich den Kontrahenten auf Augenhöhe begegnen kann. Zu sehen ist, rein vom Kader her, jedenfalls eigentlich nicht, was an Innsbruck schwächer sein soll als dem Rest in der unteren Tabellenhälfte.
Ein kurzer Kommentar noch zu den Zuschauern: selbst wenn ein vergleichsweise geringer Schnitt (gegenüber anderen Spielzeiten), so halten sie dem Team doch die Stange. Eine Zahl in der Größenordnung des Schnitts ist jedenfalls gut bei dem Lauf und bei dem nicht all zu attraktiven Gegner und eingedenk der fortschreitenden Jahreszeit.
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SC Wiener Neustadt – Admira/Wacker Wien 2:1 (0:1)

Zuschauer: 5.800 (Schnitt bisher: 3.080)
Insofern kann es hier nur lauten: wenn gezwungen, müsste man die Admira nehmen. Aber eigentlich möchte man nicht.

Tja, den Tipp kann man ja schlecht zurücknehmen oder sich nun auf das „eigentlich möchte man nicht“ berufen. Nein, irgendwo sagte das Gefühl schon, dass hier die Admira etwas reißen würde, vielleicht sogar alle drei Punkte. Gelungen ist es nicht, nur muss man ja auch einen Blick auf Chancenverhältnis und Spielanteile werfen. In der Partie war es so, dass die Admira ganz klar das bessere Team war. Wiener Neustadt spielte ohne Friesenbichler (und der ist garantiert wichtig, nur war es auch dummerweise hier nicht angegeben in der Vorschau), so dass die Tendenz noch klarer Richtung Admira gegangen wäre, aber, wie gesagt, im Spiel war es eigentlich auch so.
Admira machte Druck, hatte mehr vom Spiel, bekam ein paar Chancen und nutzte eine davon zum 1:0. Danach noch lange kein Rückzug, nein, im sicheren Gefühl einfach besser zu sein, spielte man weiter nach vorne. Und kam zu weigern Chancen, sogar noch vor der Pause, aber auch danach. Die Heimmannschaft hatte so gut wie keine. Als in der 63. Minute urplötzlich der Ausgleich gelang, waren die Zuschauer plötzlich da, und die Mannschaft hat diesen Moment glänzend ausgenutzt — nämlich vor allem den Schockzustand des Gegners. Plötzlich ging es blitzschnell nach vorne und der Gegner wurde kurzzeitig überrannt, das 2:1 fiel also in gewisser Weise zwangsläufig.
Nur hat die Admira danach wieder die Füße auf den Boden bekommen und normal weiter gespielt, hätte in einer druckvollen Schlussphase den Ausgleich noch verdient gehabt und hatte, in der Summe also, eh den Löwenanteil.
Also, Fazit: nichts zu korrigieren, Admira ist gut und gefestigt (so dass sie die Niederlage nicht umwerfen wird), Wiener Neustadt gehört ganz nach hinten, selbst wenn es ermutigende Ansätze (und dies doch immer wieder) gibt.
Auch hier ein Kommentar zur Zuschauerzahl: sicher waren diese ein wenig von ein paar Erfolgserlebnissen euphorisiert (ein 1:1 bei Rapid, zum Beispiel, im Spiel davor), aber diese Anzahl kann nur bedeuten: das Spiel ist deutlich mehr Derby als in der Vorschau angenommen. Es bedeutet auch: Admira hat eine (vielleicht neu gewonnene) Anhängerschar, die ihr sogar zu folgen bereit ist.
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Sturm Graz – SV Mattersburg 0:0

Zuschauer: 11.815 (Schnitt bisher: 11.608)
Hier also eine klare Angelegenheit und eine glänzende Gelegenheit, sei eigenes Konto ein wenig aufzubessern: Sturm macht das, ein Heimsieg, Tipp 1, ohne Wenn und Aber.

Ein katastrophaler Tipp, der total und total verdient in die Hose ging. Woran lag es? Jedenfalls war die Stimmung im sehr gut besuchten Stadion (man bedenke: Mattersburg kommt, der Herbst ist da und es kommen MEHR als im Schnitt) von Anfang an merkwürdig. Irgendwie gab es keinen einzigen Funken, der vom Rasen aus hätte überspringen können, stattdessen steckte der Missmut der Fans bald die Kicker an. Es ging gar nichts, nicht von Seiten Sturms aus. Wenn überhaupt hätte Mattersburg — die übrigens keineswegs gut waren — die Führung verdient gehabt, allerdings auch dies nur nach Standards.
Gegen Ende des Spiels kam Sturm doch noch zu zwei exzellenten Torchancen, als einmal Jungstar Tobias Kainz (19) per Beinschuss einen Gegenspieler narrte (nicht etwa ihn ausspielte, nein, denn das Wegkommen war danach unmöglich, da er einfach festgehalten wurde, aber dennoch weiter spielte) und von halblinks gefährlich aufs Tor zog. Der Tormann parierte mühevoll, Imre Szabics ( Stürmer Nummer 3) stand fast frei aus 5 Metern, traf aber den Ball nicht richtig, welcher dann vor der Torlinie geklärt werden konnte. Kurz danach Szabics aus guter Schussposition — 18 Meter, zentral — knapp am Tor vorbei. Nein, verdient wäre der Sieg niemals gewesen. Irgendwas stimmte hier nicht.
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Austria Wien – Rapid Wien 2:0 (1:0)

Zuschauer: 12.500 (Schnitt bisher: 8.518)
man MUSS sich einfach raushalten.
 
Nun, sofern man sich rausgehalten hat, hat man sich ja eh nicht weh tun können. Wer die Austria genommen hat, hat sich sogar bereichern können. Nur war wirklich autorenseitig nicht abzusehen, dass die Partie so eindeutig verlaufen könnte. Dies im Widerspruch zu dem, was man vorab angekündigt hat, nämlich, dass diese Partie immer völlig ausgeglichen sein dürfte. Hier hat dies nur zur Folge, dass man über die Einschätzung von Rapid ernsthaft nachdenken muss. Zugute halten kann man ihnen nur, dass Kapitän und Ideengeber Steffen Hofmann verletzungsbedingt passen musste (bedauerlicherweise an dieser Stelle in der Vorschau nicht bekannt; falls doch, hätte man sich eventuell doch zu einer Positionierung durchringen können, denn Hofmann ist wirklich die Nummer 1 im Kader, der MVP).
Das Spiel also total einseitig, Rapid ohne jede Torchance und Austria Trainer Peter Schöttle fand nur einen einzigen Kritikpunkt — und wenn man das Spiel gesehen hat, kann man ihm sehr gut folgen: der Sieg fiel zu knapp aus für diese Überlegenheit und dieses Chancenplus.
Also, die Konsequenz: die ganz leichten Bedenken, die man gegenüber der Austria hatte (nur kurzzeitig, und sie so auf 3 einstufte) muss man nach einer derart starken Leistung einfach über Bord werfen. Die Summe aller Leistungen auch (von denen nur wenige überhaupt unansehnlich oder mäßig waren) rechtfertigt jedenfalls einen Ranglistenplatz 2, zunächst einmal vor Rapid, die aber nun dringend nachweisen müssen, eine eichte Spitzenmannschaft zu sein. Das war jedenfalls gar nichts.
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