Rückblick 3. Bundesliga, 14. Spieltag

SV Babelsberg – Karlsruher SC 0:0

Zuschauer: 4.357 (Schnitt bisher: 3.073)
Insofern in der Summe eine schwer zu tippende Partie. Die zwei Wochen Pause mögen den Ausschlag geben, dass man sich doch auf das Potenzial von Karlsruhe verlässt. Tipp 2, wenn es denn sein muss.

Von den 4.357 Zuschauern übrigens angeblich (eigentlich unvorstellbar) 2.500 aus Karlsruhe angereist. Ansonsten ist bei Babelsberg nur Tristesse und da ist bereits von einer richtigen Krise die Rede. Trainer Demut wurde nach dem Erfolg Klassenerhalt entlassen, meldet sich nun per Youtube Video zurück, die Fans sind sauer, weil Ansprüche erzeugt wurden, die absolut nicht haltbar sind. Neutrainer Benbennek (seit Sommer) macht zwar nur seine Arbeit, weiß aber sehr wohl, dass er von den Fans nicht gestützt wird, vor allem, wenn die Ergebnisse ausbleiben — und das tun sie. Ein Rang 17 wäre eigentlich ganz ok (da NICHT Abstieg), aber, wie erwähnt, wurden Erwartungen geweckt, so dass der Vorstand gehörig in Erklärungsnöte gerät. Babelsberg ist klein und bleibt klein. Daran können ein paar kernige Ankündigungen nicht von heute auf morgen etwas ändern. Die Fans leben in dieser Bescheidenheit und würden sich damit sehr wohl einrichten. Der Vorstand hat andere Ziele ausgegeben, angeblich bis Liga 2 zu schnuppern. Also: da muss man mit noch mehr schlechten Ergebnissen rechnen.
Näher am Sieg war wohl der KSC, selbst wenn sie beileibe (ein weiteres Mal) nicht berauschen konnten. In Hälfte 1 war die Partie noch lebhaft, mit Chancen für beide, in Hälfte 2 flachte die Partie ab. Nach einem rüden Foul gab es Gelb-Rot gegen Hartmann von Babelsberg (74.), danach wurde nur noch verteidigt, aber es hielt.
Tja, also Karlsruhe scheint den Weg nach oben nicht mehr zu finden. Mit einer derartig guten Unterstützung müsste doch in Babelsberg etwas mehr drin sein? Ein Team, gegen das man in Zukunft spielen sollte ist jedenfalls gefunden: der SV Babelsberg.
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SV Darmstadt 98 – Borussia Dortmund II 1:2 (1:0)

Zuschauer: 4.500 (Schnitt bisher: 5.571)
So wenig man diese Mannschaft haben möchte und so wenig man eigentlich überhaupt in Spiele von Zweiten Mannschaften (Hauptgrund: sie spielen, wie sie wollen) involviert sein möchte: hier könnte man nur auf die 1 tippen, den Heimsieg.

Auch hier darf man sich ankreiden, gegen eine eigene Überzeugung angetreten zu sein. Denn diese lautete, vor etlichen Wochen: Darmstadt ist schwach. Was immer man über Dortmund gesagt hat und noch sagen kann: eine Mannschaft, die man nicht gut findet, sollte man wetttechnisch nicht stützen. Die Strafe folgte auf dem Fuße.
Dortmund begann sehr munter und überhaupt sieht es immer wieder ganz ordentlich aus, was sie spielen (man erkennt wohl das Talent der jungen Spieler). Die ersten Chancen gehen an sie, dann, auf der anderen Seite, plötzlich Elfmeter für Darmstadt. Klar ist es eine Situation, in welcher man, auch als Zuschauer sofort denkt: das war keiner. Der Verteidiger tritt nach dem Ball und trifft ihn auch irgendwie. Nur, wie man auch in der Wiederholung sieht, trifft er eindeutig das Bein mit. Wenn das Gleiche der Stürmer beim Verteidiger täte, würde man nicht etwa diskutieren, ob es Freistoß wäre (denn das wäre es unvermeidlich), sondern nur, ob die sofort verhängte Gelbe Karte berechtigt ist. Umgekehrt sagt man: das war kein Elfer. Vor allem befördern derartige Diskussionen eines (Gäste Trainer David Wagner, einst selbst bei den Lilien aktiv, tut es bis zum Pausenpfiff): die Schiedsrichter finden jede Ausrede recht, in Zukunft KEINEN zu verhängen. Denn: wer möchte schon derartige Diskussionen? Hätte geben müssen ist jedenfalls eine viel harmlosere, weil im gleichen Moment schon vergessen. Dieser wurde verhängt und verwandelt (14.). Danach Darmstadt wirklich besser im Spiel, mit ein paar guten Chancen, zu erhöhen.
Nach der Pause machte Dortmund nach einer einstudierten Eckballvariante — zwei Spieler gehen auf den kurzen Pfosten, der Ball kommt dorthin und wird per Kopf auf den langen verlängert, wo einer reinspringet — das 1:1. Die Lilien wütend, mit einigen glänzenden Gelegenheiten, aber nicht dem 2:1. In der 89. ein Geistesblitz von Spielmacher (und erkennbarem Talent) Baykal, der durchs Mittelfeld kurvt wie Mario Götze und aus 25 Metern einen perfekten, aber wohl überlegten Schuss ins Dreieck zaubert, welchem der Keeper nur hinterherschauen kann. Das umjubelte, aber nicht verdiente 2:1 für die Gäste.
In den letzten 4 Minuten etwa kommt Darmstadt noch zu genau so vielen Torchancen. Ein Feuerwerk wird abgefackelt, mit Hämmern aus allen Lagen, die nur mit maximalem Einsatz von Keeper und Hintermannschaft und nicht ohne Glück abgewehrt werden können. Durch diese Aktionen noch viel mehr gilt, dass der Dortmunder Sieg glücklich war. Die Anlagen bei der Truppe bleiben erkennbar, das Niveau dürfte dennoch nicht reichen, was sich vor allem auf die körperlichen Attribute bezieht, die ihm heutigen Spitzenfußball eine (viel zu) große Rolle spielen. Darmstadt keineswegs schwach oder enttäuschend, das sollte man nicht sagen. Nur ist der Gegner halt nicht unbedingt der Gradmesser, selbst wenn man nach der Niederlage tabellarisch direkten Kontakt hat.
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Hallescher FC – VfB Stuttgart II 1:4 (1:1)

Zuschauer: 7.002 (Schnitt bisher: 8.201)
Auch diese Partie schmeckt ganz und gar nicht. Torarmes Spiel, das wagt man, und wenn, dann traut man Halle eher etwas zu.

Da passt ja mal wieder gar nix. Weder Halle noch torarm. Aber man muss natürlich auf die Geschichte des Spiels schauen.
Michael Preuß (28) bekam in der Sturmmitte eine Chance von Beginn an, erst sein zweiter Einsatz. Das bedeutete, dass er viel wollte. Nach 4 Minuten lag man allerdings schon zurück, durch einen Schuss aus dem Hinterhalt, der genau passte. Logischerweise ist ein torarmes Spiel immer nur als torarm anzusehen, so lange es 0:0 steht. Sobald das erste Tor gefallen ist, ist die Tendenz jedenfalls nicht mehr auf under, was wesentlich mehr daran liegt, dass der Spielstand unbalanciert ist und nicht daran, dass das eine Tor dem under (so sehr) schadet, obwohl es das logischerweise auch tut. Wer zurückliegt muss sofort etwas tun, wenn es das Heimteam ist, umso mehr. So ging Halle also nach vorne, Preuß kam sogar zu einem Treffer — jedoch wurde ihm die Anerkennung versagt. Wie üblich die Lage: Abseits oder nicht? Die Fahne geht hoch, so viel steht fest. Danach darf man als Spieler, Zuschauer, Verantwortlicher rätseln, ob es zurecht geschah. Die Entscheidung im Spiel bleibt aber immer die Gleiche: ja, es war, der Pfiff ertönt. Wozu also das Rätselraten?
Hier lautet das eigenhändig angefertigte Urteil: genau eine jener Szenen, wo man leicht und locker auf „gleiche Höhe“ entscheiden könnte — wenn man denn wollte. Und zur Sicherheit hat man ja den Paragraphen auf seiner Seite: im Zweifel FÜR den Angreifer. Tja, so ist es halt. Halle bekam das Tor aber dennoch etwas später, aber es war auch ein sehr kurioses: Flanke von sehr weit außen, aber innerhalb des Strafraumes, ein Verteidiger grätsch hinein, aber auch noch sehr weit draußen, der Ball springt dennoch perfekt und unhaltbar ins Tor, da der Keeper bereits nach draußen unterwegs war. Der Einsatzwille von Preuß hatte ihm noch eine Gelbe eingebracht. Wobei auch diese unter dem Motto steht: wenn dasselbe Foul ein Verteidiger am Stürmer begeht, dann gibt es garantiert kein Gelb und im Strafraum wäre es nicht mal ein Foul. Wenn es ein Stürmer am Verteidiger verübt, dann bekommt er Gelb. Alles kleine Ungerechtigkeiten, die die Stürmer permanent hinnehmen müssen und die zugleich ein Schlag gegen die Gerechtigkeit sind, zugleich einer, der gegen die Tore gerichtet ist, wie so vieles andere.
Als derselbe Stürmer in Hälfte 2 erneut auf die gleiche Art zum Ball ging, diesmal aber wirklich etwas zu spät kam, hatte er Gelb-Rot. Damit war die Partie praktisch gelaufen, obwohl Halle direkt danach mit 10 Mann sogar noch einen Riesen hatte.
Spiele, die durch Rote Karten entschieden werden sollten keinen großen Einfluss auf die Einschätzungen haben. Hier kann man nur erwähnen, dass die Fans im Stadion nach der Partie geschlossen stehen blieben und das Vereinslied sangen, was auf jeden Fall bedeutet, dass sie mit der Leistung zufrieden waren. Dieser Anteil ist auf jeden Fall einzubeziehen. Über Stuttgart II möchte man in diesem Zusammenhang aber nichts sagen, vor allem nichts anpassen.
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1.FC Heidenheim – VfL Osnabrück 1:3 (0:1)
Zuschauer: 8.500 (Schnitt bisher: 8.143)
Heidenheim kommt noch, aber in dieser Partie muss der Tipp entfallen, nein, nicht gegen Osnabrück.
Eine sehr gute Partie, das Endergebnis glücklich für Osnabrück. In einer von Beginn an flotten Partie kam Osnabrück bereits nach 17 Minuten zur Führung (Standard: Eckball, scharf auf den Elferpunkt getreten, einer kommt von hinten in den Ball gerauscht und hämmert ihn mit dem Kopf ein. Ein Torpedo durch das scharfe Treten der Ecke; allerdings darf man auch hier von Pech sprechen, denn ausgerechnet der wertvolle Innenverteidiger Wittek, der kurz zuvor verletzt raus musste, war dem köpfenden Gegenspieler zugeteilt). Danach drückte Heidenheim und es ist müßig, zu spekulieren, ob sich Osnabrück, mit der Führung im Rücken, zurückzog oder Heidenheim einfach so gut ist, jeden Gegner in der Liga unter Druck zu setzen. Jedenfalls kamen sie zu Chancen und, wie hieß es doch einst bei Sepp Herberge so schön? „Man spielt so gut, wie es der Gegner zulässt.“ Weise Worte, die bis heute Gültigkeit hätten, wenn nicht der Verstand durch das reine Ergebnisdenken eliminiert worden wäre, vor allem bei den Berichterstattern. Sprich: wer das Ergebnis kennt, ist auf jeden Fall der Schlaueste.

Heidenheim also hätte lange den Ausgleich verdient gehabt, auch wenn Osnabrück ab und an zu super gefährlichen Kontern kam. So gab es zwei Mal die Situation Schuss Heidenheim, Aluminium, der Abpraller fällt einem anderen Angreifer vor die Füße, einmal pariert der Keeper unfassbar, einmal geht der Schuss daneben gegen ein offenes Tor. Endlich gelingt er doch, in der 80, und zwar wie? Ja, ein Standard. Freistoß von halbrechts in den Strafraum, am langen Pfosten startet ein Spieler hinter der Abwehr in den Ball hinein, bekommt ihn genau auf den Fuß und praktisch auf der Torlinie schiebt er ihn ein. Sieht ganz einfach aus, erfordert aber sicher einiges an Training. Auffällig also auch hier wieder: die Standards sorgen für die größte Gefahr.
Auch das 1:2 danach aus einem „Standard“. Kurios hier: ein Abwehrspieler spielt unbedrängt aus dem eigenen Strafraum heraus einem Gegenspieler in den Fuß. Dieser nutzt die Gunst der Stunde und passt den Ball sofort zurück in die logischerweise nun unsortierte Hintermannschaft. Der hinein laufende Angreifer wird im Strafraum zwar klar behindert (von dem Fehlpassgeber), aber man würde, nach allem, was sonst so an Elfern alles nicht gegeben wird und hier auch nicht dem Spielverlauf oder der Situation entsprechend nun auf keinen Fall den Pfiff erwarten. Er erfolgt aber, und macht so Osnabrück zum Sieger. Das 3:1 tief in der Nachspielzeit bedeutungslos, da Heidenheim komplett aufgerückt war.
Fazit: beide sehr stark. Heidenheim wird man nehmen können, Osnabrück wohl eher nicht (da sie ja gewonnen haben und damit die Quoten gedrückt werden).
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Preußen Münster – Kickers Offenbach 2:2 (2:1)

Zuschauer: 8.166 (Schnitt bisher: 8.582)
Nein, es kommt einfach kein Tipp über die Lippen, ausgeschlossen.
 
Beide Serien hielten, die einen 10 Mal in Folge ungeschlagen (Münster, jetzt 11 Mal), und Offenbach NUN 10 Mal. Verdient sollte man das Ergebnis auch nennen. Kurios andererseits die (geringe) Zuschauerzahl bei schönstem Fußball Wetter. Wie soll man das erklären? Die Stimmung kann doch nicht schlecht sein, da man gerade auf Platz 1 angekommen ist? Nein, dass ist für mich unfassbar, zumal sogar die Gäste eine stattliche Anzahl Fans mitbrachte. Da müssen doch mindestens 10.000 kommen, bei so einem Kracher? Soll man daraus schließen, dass Münster die Fans doch nicht so begeistert?
Die Partie selbst sehr lebhaft und umkämpft und Offenbach traute sich durchaus nach vorne, und hat dazu auch die spielerischen Möglichkeiten. So gelang Offenbach das 1:0 nach einem tollen Solo über Linksaußen, Ball vorschriftsmäßig zurückgelegt und ein Nachrücker (Ratgeber) schiebt die Kugel ein. Das 1:1 nach einem (einstudierten) Standard, als der Ball so typisch aus dem Mittelfeld in den Strafraum geschlagen wird, hier der Torjäger Matthew Taylor als erster an den so geplanten Ball kommt und ihn mit dem Kopf im Eck versenkt. Münster nimmt den Schwung mit und kommt gleich danach zum 2:1 durch den gleichen Spieler, als sein Gegenspieler nach einem weiten Schlag aus der Abwehr heraus praktisch über den Ball tritt und Taylor dadurch freie Bahn hat.
Danach ein umkämpftes Spiel, in welchem Offenbach weiterhin gut dagegen hielt. Insgesamt gab es für Offenbach zwei Penalty Claims (wie gewohnt: abschlägig) und für Münster einen (da man dort nicht hat, gibt man hier eh nicht, aber die Mannschaft führt ja auch, hat also ihr Schicksal weiterhin in der Hand, so die intuitiven Gedanken des Referees; das Urteil über die Claims ist wie gewohnt irrelevant. Gewiss nur eines: anywhere else, it is a foul, but not in the area. Überall ist das ein Foul, nur im Strafraum nicht. Warum? Wo steht das?
Da aber in der 86. Minute die dritte Chance zu einem Elfmeter gegeben ist, Offenbach es sich auch irgendwie verdient hat, entscheidet er diesmal auf Strafstoß. Ein Verteidiger nimmt einen hohen Ball ganz klar mit der Hand an, nur ist es a) keine wirkliche Torgefahr (obwohl neben ihm ein Gegenspieler steht) und b) sieht man, dass die Bewegung nur etwas unglücklich ist und nicht etwa, wie sonst so oft, eine Absicht dahinter steckt, vor allem jene: ihr schießt hier kein Tor. Nun, ein Elfmeter bleibt es selbstverständlich, so auch die hier vertretene Ansicht. Denn: das Handspiel ist völlig unstrittig, da sollte man also über Absicht oder Torgefahr nicht nachdenken (wenn über etwas, dann über eine Alternativstrafe bei erkannten Regelwidrigkeiten im Strafraum, die ohne Torgefahr stattfinden. Das Beispiel: kurze Ecke, auch „Strafecke“ genannt, wie beim Hockey). So gelang Offenbach das 2:2, keineswegs aber unverdient und der Tipp ging insofern auf, als man sich lieber heraushalten wollte (und dies vor allem, da beide einfach gut sind).

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Hansa Rostock – Alemannia Aachen 1:0 (1:0)

Zuschauer: 10.000 (Schnitt bisher: 10.357)
Tja, man möchte eigentlich Aachen haben in der Partie, aber so richtig schmecken tut es nicht, kann es nicht. X oder 2, aber noch viel lieber auch hier ein Pass.

Ja, man wollte Aachen haben, man hätte Aachen nehmen sollen, nach Spielanteilen und Gerechtigkeit, man hätte Aachen aber verloren.
Rostock beginnt aber gut, Torchance in der 5. Minute, klarer (aber nicht gegebener Elfer) kurz darauf. Bundesliga Schiri Manuel Gräfe tut das, was die Schiris am liebsten tun in solchen Situationen: Souveränität ausstrahlen und nicht pfeifen. Der Angreifer entwischt seinem Gegenspieler und wird klar am Trikot gehalten. Nun hat er die Wahl: weiter zu laufen versuchen und doch kein Tor zu erzielen, wonach erkennbar wird: wenn er schon weiter läuft, wurde er ja auch nicht gefoult. Oder er entscheidet, zu Boden zu gehen. Dann heißt es: zu viel Theatralik. Einen Elfmeter bekommt er so oder so nicht, ein Tor kann er, aufgrund der Behinderung, nicht erzielen. Wer hat sich diese „Regeln“ (und deren absurde Auslegung) nur ausgedacht? Wie schön wäre das Spiel, wenn man hier eine Torchance und dort eine Torchance zu sehen bekäme? Stattdessen soll man immer nur vor Wut stampfende Trainer und Angreifer bewundern, die Gelb sehen oder auf die Tribüne verbannt werden für ihre bösen Ausraster.
In der 11. Minute versucht mal wieder, ein Stürmer in Manier eines Abwehrspielers an den Ball zu kommen. Die Aktion, wofür es umgekehrt also ein GAR NICHTS gegeben hätte (vor allem nicht im Strafraum; siehe oben) gibt hier — die Rote Karte. Nein, das war eindeutig überhart. Foulspiel ja, das auf jeden Fall, Gelb vielleicht, aber niemals Rot, nicht, wenn man es mit den umgekehrten Aktionen vergleicht.
Danach Aachen dennoch die bessere Mannschaft, was extrem für sich spricht, mit den besseren Chancen. Dennoch in der 45. der lange Ball in den Strafraum, Spieler des Monats Ondrej Smetana kommt vor dem Keeper an den Ball (der nach der alten Regel rauslaufen oder nicht dies nur tun sollte, wenn er auch herankommt, also hier in dem Sinne falsch agiert) und köpft ihn aus 15 Metern ein (bei der Distanz wäre es ja wohl kaum Torgefahr, wenn er drin geblieben wäre). Aachen auch in Hälfte 2 besser, mit mehr Torchancen und gutem Spiel. Als Fredy Borg, vor der Saison von Rostock nach Aachen gewechselt, ins Spiel kommt und den Ausgleich köpft, steht mal wieder ein übereifriger Linienrichter mit gehobener Fahne an der Seitenlinie: Abseits. Was zeigt die Wiederholung? Alles egal, aber hier sollte man erneut sagen: gleiche Höhe. Das Winken ist bösartig, vor allem, weil das Nichtwinken von den Regeln gedeckt wäre. Hier unterdrückt es Aachens längst verdienten Ausgleich, und durch das „verdient“ wird es noch ein klein wenig bösartiger.
Das Fazit? Aachen ist wirklich stark und wird auch diesen Rückschlag wegstecken können. Die Zuschauer sind eh da und bleiben da (mit Abstand die Nummer 1 in der Zuschauergunst). Rostock hingegen schleicht sich zwar oben an, aber man würde nun doch wieder zurückkehren zur alten Aussage: so gut sind sie wirklich nicht. Bedeuten kann es für die Zukunft nur: Aachen unbedingt nehmen und gegen Rostock wagen.
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Stuttgarter Kickers – Wacker Burghausen 1:2 (0:1)
Zuschauer: 3.575 (Schnitt bisher: 3.923)
Also, hier passt es gut, Burghausen holt etwas, X oder 2.

Perfekt natürlich das Ergebnis. Aber war es auch das Spiel?
Nach müder Anfangsphase die erste Chancen für StuKi. Wie? Ein Standard. Der typische Freistoß aus dem Halbfeld auf den langen Pfosten gezogen. Ein Spieler rauscht hinein und hämmert den Ball, allerdings aus sehr spitzem Winkel, ans Aluminium (also: viel Platz war nicht, dass er hätte einschlagen können). Danach mal wieder eine sehr knifflige Szene: zu kurzes Abspiel vom Burghausener Keeper auf Omodiagbe, dieser verliert den Ball an seinen Gegenspieler, dieser droht, ihm zu enteilen, also reißt er ihn zu Boden. Ganz klares Foul, klares verhindern einer Riesentorchance (auch wenn noch 30 Meter bis zum Tor). Was entscheidet der Schiri? Gelb. Das mildere Urteil auf jeden Fall glücklich, aber auch hier gilt, dass die Schiedsrichter bei voraussichtlich Spiel entscheidenden Situationen eher allgemein den vorsichtigeren Weg wählen, um eben die Entscheidung NICHT herbeizuführen (oder: herbeiführen zu müssen).
Danach Burghausen mit dieser Szene: mal wieder ein Standard für Experten Mokhtari (der Hauptgrund, sie zu nehmen). Er schlenzt ihn aufs kurze Eck, der Torhüter kommt soeben noch heran, kratzt ihn von der Linie, ein Burghausener rückt nach, schiebt ihn wieder in die Mitte, noch einmal quer, Abschluss, drin, 0:1. Gut gemacht. Typisch: Standard. Typisch: Mokhtari. „Verdient“ wäre aber das falsche Wort dafür. Leichte Vorteile hatte die Heimmannschaft, auch eingedenk der „kritischen“ Entscheidung.
Nach dem Wechsel StuKi noch etwas besser, aber Burghausen nach vorne ebenfalls gefährlich. Teils schöne Kombinationen, nur bei einer von ihnen, als erstaunlich viele Spieler aufgerückt sind — Selbstbewusstsein oder Dummheit, Arroganz? — geht der Ball durch einem Abspielfehler verloren. Nun müsste man schnell zurück. Aber alle traben nur. Wieso? Jedenfalls ist ein Außenspieler von StuKi dadurch plötzlich völlig frei, legt den Ball in den Strafraum, Torjäger Grüttler kommt ran und schiebt aus Nahdistanz ein. Das 1:1 aus einem Konter zu Hause bei Rückstand? Das ist schon ungewöhnlich und spricht nicht sehr für Burghausen, vor allem die (ausbleibende) Rückwärtsbewegung nicht.
Das 2:1 allerdings schon typischer. Denn: StuKi möchte natürlich zu Hause den Sieg, ist auch den Fans verpflichtet, geht also auf den Siegtreffer. Da kommt Burghausen auf dieselbe Art zu einem schönen Konter. Das 2:1 in der 73. Danach noch ein unfassbarer Riese für StuKi, der aber wirklich in dem Falle versemmelt wird. So bleibt es beim Sieg, aber StuKi hätte mindestens den einen Punkt verdient gehabt.
Man darf über beide Mannschaften sagen, dass sie nicht gerade weit nach vorne gehören. Burghausen steht nun etwas zu gut da, weil im Vergleich zu vielen anderen gesehenen Mannschaften doch einiges fehlt.
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SpVgg Unterhaching – Rot-Weiß Erfurt 2:2 (2:1)

Zuschauer: 2.500 (Schnitt bisher: 2.457)
Wer mag also, der tippt auf den Heimsieg, wer passen will, der passt — und tut sich sicher nicht weh.
Der Heimsieg war ja sehr vorsichtig angeraten wurde. Wer ihm allerdings nachgegangen ist, kann auf jeden Fall etwas Pech beklagen.
Haching spielt einfach immer, wie sie spielen. Mutig, unerschrocken nach vorne, hinten nicht immer übertrieben ehrgeizig, man beruft sich sozusagen auf die Stärken und weiß eh, dass man kaum etwas verlieren kann. Der Aufstieg dürfte kein Thema sein, obwohl man ihn, immerhin bei einem ehemaligen Erstligisten, auch locker „verkraften“ würde. Nur ist auf jeden Fall kein „MUSS“ dahinter, was vermutlich bedeuten wird, dass man sich ganz allmählich von den Rängen verabschieden wird, ohne darüber traurig zu sein.
Erfut mit total anderen Sorgen, da es überhaupt welche sind und zwar recht viele. Die Saison nun noch zu drehen wird extrem schwer, aber derartige Spiele können natürlich ein Startsignal sein. Denn: man lag zwei Mal zurück, erzielte zwischenzeitlich den Ausgleich, bekam beim Stande von 1:2 einen Elfmeter gegen sich (der vermutlich die Entscheidung bedeutet hätte), musste diesen erst einmal abwehren (wobei man hier mal fragen darf, wozu die Regeln gemacht werden: bei der Parade stand der Keeper etwa am Fünfmeterraum; hieß es nicht mal, er solle auf der Linie bleiben? Was heißt hier solle: er müsse! Ein Elfmeter ist eh die völlig falsche Strafe. Man sollte eine wählen, wie in Amerika sofort eingeführt, wobei man als Ursache dafür „Intelligenz“ ausgemacht hat, die Chancengleichheit beschert. Und das sind die so genannten Penaltys. Man läuft aus 35 Metern an, alleine auf den Keeper, und muss innerhalb von 6 Sekunden den Abschluss finden; genial einfach — einfach genial. Und zugleich: gerecht), der wurde abgewehrt, und in der Schlussminute war ein Erfurter zwar durch, rumkurvte den Torwart, nur war er inzwischen auf der Auslinie. Allerdings gelang es ihm, aus diesem unmöglichen Winkel, und zugleich unter Bedrängnis, das Wunder fertig zu bringen, ihn ins Tor zu bugsieren.
Riesig natürlich der Jubel bei den Erfurtern und der Punkt wird als „Sieg für die Moral“ angesehen. Ja, auf so was kann man aufbauen. Die Größe des Jubels zeigt aber zugleich die Größe des empfundenen Glücks an. Haching ist so gut, wie es ist. Und das ist mehr als ordentlich. Bei Erfurt kann man natürlich immer wieder, nach solch kleinen Erfolgserlebnissen, annehmen, dass es doch irgendwann mal bergauf geht. Noch fehlt aber autorenseitig das rechte Vertrauen.
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SV Wehen/Wiesbaden – Arminia Bielefeld 0:1 (0:1)

Zuschauer: 2.963 (Schnitt bisher: 3.326)
Hier gibt es demnach nur eine Chance, so gerne man auch die 1 nehmen würde (dies also sozusagen in Klammern die Tendenz), aber man muss doch zum Pass raten.

Das „Pass“ war also gerechtfertigt. Wenn man das Spiel sieht, ist man nur extrem beeindruckt von Arminia Bielefeld. Das waren so schöne, blitzschnelle Kombinationen, dass man ein ums andere Mal frei vor Torwart Gurski auftauchte — dieser aber alle Versuche entschärfte, außer dem ersten zum 0:1 in der 8. Chancenverhältnis in etwa bei 6:12, so dass der Sieg vollauf in Ordnung geht. Allerdings möchte man weiterhin Wehen nicht schlecht reden, denn sie waren es nicht — höchstens in der Abwehr etwas, aber gegen diese tollen Kombinationen hätten wohl auch andere Mannschaften schlecht ausgesehen. Torjäger und Kapitän Janjic war wieder dabei und hatte zunächst, obwohl er noch immer einer der auffälligsten blieb, etwas Mühe, sich zurecht zu finden, nach vier Spielen Pause. Jedoch sieht man, dass er was kann und das er es bald wieder vollumfänglich zeigen wird.
Kurz vor Schluss mal wieder eine Entscheidung der Bauart: ein Bielefelder Angreifer kommt alleine in den Strafraum, der Verteidiger jagt ihm hinterher. Kurz vor dem Tor zieht der Abwehrspieler die letzte Option: er grätscht von hinten hinein, viel mehr tut er so, als ob er in den Gegner hinein fällt (was natürlich auch vollkommen illegal wäre). Er trifft nichts außer den Gegenspieler, denn der Ball ist längst vorgelegt zum Schuss. Der Schiri hat allerbeste Sicht auf die Szene. Er winkt sofort weiter. Hier war auch der Sprecher ernsthaft empört und seine unsinnige Steigerung drückt dennoch aus, was man einfach empfinden muss: „Einen hundertprozentigeren Elfer kann es nicht geben.“ Nur wird er eben dennoch nicht gegeben. Im nächsten Satz heißt es ja auch schon: „War egal, da Bielefeld ja auch so gewonnen hat.“ Ja, toll, dann spielen eigentlich die Regeln ja gar keine Rolle mehr. Welche Note bekommt der Schiri? Vermutlich nun doch nur eine 2-… Und nächste Woche ist er schon wieder eingeteilt.
Bielefeld beeindruckend, das die besondere Erkenntnis. Da passte so ziemlich alles, das machte richtig Spaß, und Wehen keineswegs schlecht, wehrte sich und die Stimmung im Publikum war durchgehend positiv, was man auf jeden Fall anmerken sollte (denn es bedeutet etwas. Vor allem nämlich: „Das macht ihr gut!“).
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FC Chemnitz – 1.FC Saarbrücken 4:1 (2:0)

Zuschauer: 5.300 (Schnitt bisher: 5.171)
Hier kann man nur die 1 nehmen. Tipp: ein Heimsieg.
 
Immerhin passt hier die Zuschauerzahl. Chemnitz spielt gut, die Zuschauer kommen, sogar mehr als im Schnitt. Ein tolles Spiel, ein perfekt aufgehender Tipp, der ohne jede Einschränkung abgegeben wurde. Das sah wirklich toll aus, vor allem eben die Offensive, wo sehr schnell und gut kombiniert wurde — das beste Mittel: Doppelpässe — und Chancen am Fließband produziert wurden. Saarbrücken kam gegen diesen Wirbelsturm überhaupt nicht an, selbst wenn man später auch noch ein paar gute Chancen produzierte (sicher zum Teil deshalb, weil Chemnitz einen Gang rausnahm).
Hier passte alles, insofern kein weiteres Fazit.
 

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