Vorschau Österreich tipp 3 Bundesliga, 12. Spieltag

Red Bull Salzburg – Wolfsberger AC (Entfernung : 290 km)

Den Roten Bullen tut es gut, nicht Europa spielen zu müssen (natürlich nur im Sinne von guten Meisterschafts Ergebnissen, weder finanziell noch aus Fansicht noch für den Ehrgeiz der Spieler gilt dies, versteht sich). Da werden sie mit dem vor allem mit Kampl und Nielsen sehr gut verstärkten Kader in der Meisterschaft noch einigen Boden gut machen und vermutlich nicht aufzuhalten sein auf die lange Distanz, selbst wenn die Wiener Austria ihren sehr guten Lauf auszunutzen versuchen wird und auch Rapid natürlich, wie gewohnt, als größter und Zuschauer kräftigster, traditionsreichster Club immer gerne ein paar Wörtchen mitreden will. Man muss auf jeden Fall ab jetzt mit einem Lauf der Salzburger rechnen, das kündigt sich ganz klar an, und gerade in den (teils verdorbenen) Partien gegen die Konkurrenten werden sie alles herausholen, egal, ob daheim oder auswärts, da wird auf Sieg gespielt in dem Selbstbewusstsein, die besseren Fußballer in den Reihen zu haben.

Wolfsberg hat natürlich noch immer eine sehr ordentliche Saison gespielt, der Rückschlag gegen Ried beim 2:5 tut zwar weh, haut aber sicher nicht um, steht man doch mit einer Bilanz von 4–2–5 bei ausgeglichener Tordifferenz weiterhin sehr anständig da für einen Aufsteiger. Die 3 Gegentore bis zum 0:3 gegen Ried waren ja allesamt kurios, so dass man durchaus gerne diese Mannschaft nehmen würde, GERADE nach so einer merkwürdigen Partie, weil sie doch für die Wettwelt bedeuten können: die können nichts, weil sie fünfe kassiert haben. Dies hilft in der Regel beim Quotenangebot.

Demnach geht in dieser Partie nichts. Natürlich bleibt die Tendenz, dass Salzburg, vielleicht sogar klar, gewinnt (denn die Abwehr von Wolfsberg kann, unabhängig von den drei komischen Gegentreffern, alle drei aus der gleichen Position aus spitzestem Winkel erzielt), mit dem körperlosen Stil ausgerechnet vom Meister auch locker überrollt werden.

Also: Tipp 1, aber eine zu klare Angelegenheit um den korrekten Lohn am Wettmarkt zu erhalten. Wenn man unbedingt spielen möchte, dann könnte es nur auf den Handicap Sieg, mit zwei Toren aufwärts sein, da nur ganz eventuell dieser überbezahlt wäre.

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Wacker Innsbruck – SV Ried (Entfernung : 248 km)

Auch diese Partie schmeckt nicht wirklich. Ried kommt zum zweiten Auswärtsspiel in Serie mit dem getankten Selbstvertrauen von 5 erzielten Toren, wobei IHNEN das wirklich völlig schnuppe ist, wie sie zustande kamen, Hauptsache das Netz hat sich aufgewölbt und der Schiri auf den Mittelpunkt gedeutet. Man kann Tore machen, hat die Durststrecke hinter sich gelassen und geht hier definitiv als ausgemachter Favorit ins Spiel.

Die Innsbrucker hingegen benötigen so sehr ein Erfolgserlebnis und irgendwie gönnt man es ihnen und irgendwie haben sie es auch einmal wider verdient. Vor allem die Partie gegen Wiener Neustadt war es, wo einem das Herz blutete, als von etwa 32 Torschüssen kein einziger reinging. Klar ist die Verunsicherung da, sicher haben alle mit sich zu kämpfen, logisch werden die Zuschauer irgendwann unruhig und übertragen diese Enttäuschung auf die Spieler, alles dies gewohnte (wenn auch nicht immer in der Form genannte) Kriterien einer gewaltigen Krise, wobei man nur in einem einzigen von 11 Spielen überhaupt Zählbares erhielt.

Dennoch tun da zwei Wochen Pause einfach gut, sieht man im Training, dass man noch immer weiß, wie man einen Ball stoppt und wo ein freier Mitspieler steht und sogar, wo das Tor steht — und trifft es gar hier und da. Das menschliche Gehirn ist auch so veranlagt, die Enttäuschungen nach hinten zu drängen und wieder optimistisch nach vorne zu blickt, nur benötigt man dazu einfach etwas Zeit, welche ihnen jedoch, Länderspiel bedingt, nun gewährt wurde. Man besinnt sich wieder auf die Stärken und weiß vielleicht, dass man eigentlich kaum schlechter ist von der Besetzung als der Gegner, sogar auf die Zuschauer geht dieser Effekt über, die den Frust der Niederlagen vergessen und sich sagen: „auf geht’s, Jungs, heute gilts, heute könnt ihr was holen“, gegenüber dem „mal sehn, wie wir heute wieder die Hütte voll bekommen.“, was man, bei wöchentlicher Wiederholung, vielleicht denken würde.

Insofern sagt einem das Gefühl, dass viel eher Innsbruck hier etwas holt. 1 oder X, so wagt man zu orakeln.

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SC Wiener Neustadt – Admira/Wacker Wien (Entfernung : 61 km)

Sicher sieht es nach einer Art Derby aus, bei der geringen Entfernung, andererseits sind die Admira Fans weder zahlreich noch übertrieben fanatisch oder reisewillig. Dennoch haben sie natürlich mit Leistung absolut überzeugt und zuletzt sogar gegen das Schlusslicht eine Anzahl über dem Schnitt liegend ins eigene Stadion gelockt mit tollem Offensivfußball, und diese mit drei schönen Toren und einem 3:0 belohnt. Die Admira hat sich glänzend präsentiert und man darf an dieser Stelle sagen: vom Autor ganz gut eingeschätzt und vorhergesehen, mit ein paar erfolgreichen Tipps.

Nur ist es gerade in dieser Partie nicht so sympathisch, sie zu spielen, da nämlich der Gegner, der dennoch (im Konkurrenzkampf mit den Tirolern) am untersten Ende der Spielstärke Rangliste steht, von diesem furiosen 1:1 bei Rapid kommt, in einer Partie, da man nur haarscharf und mit zwei halb aberkannten Treffern am Sieg vorbei schrammte bei einem der absoluten Schwergewichte. Nicht nur ist es so, dass man vor dieser Leistung einfach den Hut ziehen muss, aber zugleich sollte man ruhig die emotionale Seite mit einbeziehen, nach welcher man einfach mit der derart betrogenen Mannschaft mitfühlt und ihr etwas zu gönnen bereit ist.

Insofern kann es hier nur lauten: wenn gezwungen, müsste man die Admira nehmen. Aber eigentlich möchte man nicht.

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Sturm Graz – SV Mattersburg (Entfernung : 162 km)

Diese Parte hingegen ideal für den Wettfreund: Sturm hat einen wirklich sehr guten Kader (selbst wenn damit Rang 4 von der Einschätzung nicht übertroffen werden kann; dafür Salzburg, Austria und Rapid einfach zu stark), vor allem aber mit dem Ultra gefährlichen Angriffsduo Okotie/Sukuta-Paso, die einfach jede Abwehr schwindelig spielen können. Die Zuschauer nehmen die Mannschaft an und sind überhaupt jederzeit zur Vergebung bereit, also sehr treue Fans, wobei sie in dieser Saison zumindest nicht übel bestraft wurden. Sicher läuft die Saison (für den Meister von 2011, man entsinne sich) nicht ideal, aber auch nicht deprimierend. Luft nach oben, ja, sicher, aber kaum ernste Enttäuschungen mit zuletzt einem ordentlichen 1:1 gegen die Austria, selbst wenn man mit einem Bein am Abgrund stand. Die Austria aber auch mit sehr starker Partie.

Mattersburg hingegen hat natürlich keinerlei Sorgen, aber doch sich als Maus viel grauer präsentiert als es über lange Zeit aussah. Jetzt bleiben neben den Punkten nämlich auch die guten Leistungen aus. Den letzten Punkt, den sie eroberten, war ein 0:0 bei Wiener Neustadt, in einer Partie, die man viel eher hätte verlieren sollen, und gerade dort ist es auch sonst schon kein Ruhmesblatt, ein 0:0 zu holen. Rundherum hagelte es Gegentreffer, 3 vom Meister, 5 von der Admira, 4 von der Austria und wiederum 3 von Rapid. Selbst wenn gegen gute Gegner: das ist schon ein bisschen üppig, um einfach zu sagen: doch, doch, die sind gut.

Hier also eine klare Angelegenheit und eine glänzende Gelegenheit, sei eigenes Konto ein wenig aufzubessern: Sturm macht das, ein Heimsieg, Tipp 1, ohne Wenn und Aber.

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Austria Wien – Rapid Wien (Entfernung : 0 km)

Am liebsten möchte man über dieses Derby gar nichts schreiben. Aber nur aus einem Grunde: man MUSS sich einfach raushalten.
Es ist der Klassiker im Österreichischen Fußball, das meiste gespielte Derby vielleicht, gleich nach Rangers gegen Celtic (oder so, keine Ahnung). Nur: hier gilt weder Form noch Tabellenplatz noch Vorgeschichte der Saison, noch irgendetwas, außer: hier wird gefightet und hier begegnet man sich auf Augenhöhe, das steht einfach fest. Früher gab es mal ein Wettbüro in Linz und der dortige Chef und Quotenmacher, Horst Kleiss, hatte immer nur einen Kurs, wenn diese Partie stattfand (und genau daran hat man sich orientiert, denn das war logisch, nachvollziehbar und einfach). Es gibt 2.60 — 2.60 — 2.60 und nichts anderes. Genau alle drei Ergebnisse sind gleich wahrscheinlich. Diesem hat man als Autor nichts hinzuzufügen.

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