Rückblick Österreich tipp 3 Bundesliga, 11. Spieltag

Wolfsberger AC – SV Ried 2:5 (0:1)

Zuschauer: 5.400 (Schnitt bisher: 5.686)
Selbst wenn die Favoritenstellung nicht so deutlich ist: Wolfsberg hat sehr gute Chancen, das Spiel für sich zu entscheiden, für eine Wette sollte es allemal langen. Tipp 1.

Glatt in den Sand gesetzt, diesen Tipp, aber, selbst wenn es sich kurios und naiv anhört, vor allem, wenn man das zwischenzeitliche 0:5 liest, dass es nicht so klar war, wie es sich anhört. Dies hört man auch aus den Interviews mit den Rieder Spielern heraus, dass sie heute endlich mal ihre Chancen genutzt haben (und das muss man ihnen wirklich zusprechen: zuvor oftmals viele Chancen und kaum Tore, meist jedenfalls weniger als der Gegner).
In der 8. bereits die Führung für die Gäste (aus spitzem Winkel ein überraschender Schuss, überraschend vor allem, dass er einschlägt), dann noch eine Chancen für Ried, danach aber Spielkontrolle der Heimmannschaft, mit ein paar herausragenden Chancen, die aber nicht genutzt wurden (einmal kratzt der Torwart einen Ball unglaublicherweise von der Linie). Direkt nach der Pause ein Ballstoppfehler im Mittelfeld, in der Vorwärtsbewegung beim WAC, der Ball direkt nach vorne auf Gartler, der ihn wiederum aus spitzem Winkel erneut in die kurze Ecke am Tormann vorbei ins Netz drischt. Minuten später das 3:0, diesmal der Schuss aus der fast gleichen Position, nur noch etwas spitzer (alle drei Schüsse übrigens von der linken Seite) der Winkel, und wieder ist der Torwart geschlagen. Merkwürdige Parallelen, bei allen drei Schüssen eigentlich keine übergroße Torgefahr, selbst wenn Torschüsse, und doch ist der Ball drei Mal drin. Kurios aber, dass sie alle drei beim bisher mehrfach so hoch gelobten (und in allen Statistiken vorne liegenden) Torhüter Dobnik einschlagen. Logisch, dass er bei ein bis zwei davon (mindestens) „nicht gerade gut aussieht“ (um mal wieder einen der albernen Reportersprüche anzubringen. Wie, bitte, soll man als Tormann gut aussehen, wenn es ein Tor gibt? Beim Ball aus dem Netz holen in die Kamera lächeln, oder wie macht man das?), also man hätte doch mindestens ein bis zwei Mal eine Abwehr erwarten sollen.
Die Partie entschieden, keine Frage, aber man sieht doch, dass der an die Wolfsburger schon zu Saisonbeginn ausgesprochene „Vorwurf“, dass sie körperlos verteidigen seine Berechtigung hat. Noch zwei weitere Treffer kassieren sie, fast ohne Gegenwehr (und das ist nicht einfach so dahin gesagt). Schön, dass den Wolfsburgern danach noch zwei Treffer gelangen.
Sicher möchte man hier nicht das Urteil aussprechen „das war ein guter Tipp, aber Pech gehabt“. Dennoch sei erwähnt, dass diese drei Schüsse nicht alle hinein gehen müssen und das auch die anderen hier oder da mal hätten treffen können. Ried ist auf jeden Fall aber nicht schwach, aber wie könnte man dies nach fünf erzielten Treffern je behaupten? Fehleinschätzungen liegen dennoch wohl kaum vor, selbst wenn sich Ried doch einigen Respekt zurückerobert hat.
——————————————————————————————————————————————————–

Admira/Wacker Mödling – Wacker Innsbruck 4:1 (2:0)

Zuschauer: 3.068 (Schnitt bisher: 2.490)
Selbst wenn es wirklich kleinere Zweifel gibt (weil die Serie nicht endlos gehen kann, die der Innsbrucker), so muss der Tipp hier doch lauten: Heimsieg.
Auch hier ein aufgegangener Tipp, der, wohl ohne jeden Zweifel, zurecht aufgegangen ist. Bereits nach 5 Minuten die Rote Karte gegen einen Innsbrucker (Notbremse, Abraham an Schachner), so dass man nicht zu viele Schlüsse ziehen sollte. Dennoch darf man ruhig auf die Zuschauerzahl blicken: im nach Mödling (vor den Toren Wiens liegend) ausgelagerten Stadion der Admira diesmal sogar mehr als im Schnitt, gegen den Tabellenletzten, was ihnen jedenfalls ein gutes Zeugnis ausstellt. Sehenswert auch das 1:0, als ein Pass über 60 Meter direkt auf dem Fuß von Schick landet, der ihn volley in perfekter Schusshaltung im langen Eck versenkt.
Keine weiteren Schlussfolgerungen, keine Zweifel an den Einschätzungen. Admira nun auf Rang 4, sogar noch vor Sturm, was irgendwie bestätigt, dass man mit ihr ganz gut lag.
——————————————————————————————————————————————————–

SV Mattersburg – Red Bull Salzburg 1:3 (0:1)

Zuschauer: (Schnitt bisher: 5.295 )

Die Konzentration auf nur einen Wettbewerb tut ihr Übriges: hier gibt es nichts außer einen Auswärtssieg. Tipp 2, der beste von allen.

So gut wie der Tipp war auch die Partie der Salzburger, sprich: sie haben sich dem Tipp gemäß verhalten. Sie sind rausgekommen und haben gleich klargemacht, dass heute keine Gefangenen gemacht werden. Hier gibt es nur einen Sieger, und das sind wir. Da wurde zwar vorwiegend souverän gespielt, alles abgeklärt und ruhig, aber das Kämpfen (was vor allem im Laufen besteht) nicht vergessen. So macht man das, wenn man mit der höheren Klasse ausgestattet ist, hier gab es nichts zu mäkeln, selbst wenn man Mattersburg gerne zugesteht, in Phasen untermauert zu haben, dass man zurecht in der höchsten Spielklasse spielt.
Gesamturteil: wenn doch alle Spiele so schön nach Plan verliefen…
——————————————————————————————————————————————————–

Sturm Graz – Austria Wien 1:1 (1:1)

Zuschauer: 13.364 (Schnitt bisher: 11.608)
Falls man also gezwungen wird, etwas zu prognostizieren, dann wäre es der Heimsieg.
Nun ja, direkt gezwungen wurde man ja nicht und klar war auch, dass dies eine ziemlich offene, ausgeglichene Partie sein müsste, die es aber nicht ganz wurde, denn die Vorteile hatten die Gäste. Sturm Trainer Hyballa hatte aber auch, etwas überraschend, auf vier Positionen umgestellt.
Zum Spielverlauf: nach 7 Minuten langer Ball auf Hosiner, man schaue sich diese Ballannahme an, bevor der den Ball versenkt. Da war nichts zu machen für den überraschend im Tor aufgebotenen Focher (von Dortmund gekommen), der Stammkeeper Gratzei ersetzte.
Auf der Gegenseite gab es nach 15 Minuten Elfmeter. Auf den ersten Blick wirklich klarer Strafstoß (für den wirklich mehr als kritischen Betrachter diesseits der Tastatur), aber auf den zweiten Blick gesteht man gerne ein: der Abwehrspieler ist glasklar vor dem Angreifer mit den Fuß am Ball, spitzelt ihn weg, der Angreifer fädelt ein, in der Erkenntnis, den Ball nicht erreichen zu können. Genau in dieser Art waren die wirklich vielen geschundenen Elfmeter vor 30 – 40 Jahren, die dazu geführt haben, dass die Schiris einfach gar keine mehr geben (mit ein Grund dies; denn: immerhin konnte man abends gut in der Sportschau verfolgen, dass es kein Foul war; warum die Stürmer davon abgekommen sind, es überhaupt zu versuchen? Das sind die strikten Strafmaßnahmen, die einem sogar Gelb versprechen, wenn man klar gefoult wurde, und daraufhin zu Boden geht, obwohl man es vielleicht nicht müsste; dies hat die Erkenntnis gebracht: wenn du (theatralisch) zu Boden gehst, nach einem Foul, bekommst du ihn nicht; wenn du aber versuchst, trotz Foul weiter zu spielen, bekommst du ihn erst recht nicht; dann heißt es eben: war doch Vorteil). Hier wirklich das Urteil: kein Elfer.
Danach ein wirklich gutes, ausgeglichenes Spiel, mit etlichen Chancen auf beiden Seiten. Kurz vor Schluss eigentlich das 2:1 für die Austria, als ein Angreifer nach einem weiten Flankenball diesen mit dem Kopf einnickt, der Schiri aber etwas dagegen hat und das Tor einfach aberkennt. Man sieht an der entsetzten Reaktion des vermeintlichen Torschützen, dass es einfach schon wieder Torraub war. Wenn man dieses Tor aberkennt, so die Erkenntnis, dann kann man, wie einst Hoyzer, jedes aberkennen. Danach noch eine Chance zugunsten der Wiener, so dass in der Summe ein glückliches Remis für Sturm dasteht, die aber keineswegs schlecht waren. Nur über die Austria wäre man bereit, nachzudenken. Die Summe der Leistungen deutet darauf hin: das ist ein echtes Spitzenteam, vielleicht sogar hinter Salzburg die Nummer 2.

——————————————————————————————————————————————————–

Rapid Wien – Wiener Neustadt 1:1 (0:1)

Zuschauer: 13.600 (Schnitt bisher: 15.253 )
Also, wenn überhaupt, dann, als ganz krasser Außenseitertipp: holt hier Wiener Neustadt etwas? X oder 2?
 
Der krasse Außenseitertipp ging auf. Die Begegnung sehr ähnlich wie jene bei der Konstellation in der Schweizer Superleague zwischen dem FC Basel und Servette Genf. Auch hier gab es Donnerstag ein Euroleague Spiel, auch hier vielleicht die ganz leichte Erschöpfung, die Umstellung auf den anderen Wettbewerb, die ganz leichte Überheblichkeit, nachdem man dem scheinbar übermächtigen Metalist Charkiw leider nicht ganz erfolgreich beim 0:2 in einem beinahe mit Vorteilen geführten Spiel die Stirn geboten hat und unglücklich verlor, und heute, in dieser Partie den einen Schritt weniger macht, den man sich eben nicht erlauben kann. So sieht man tatsächlich beim frühen 0:1 (9.), dass zwei drei Verteidiger diesen Schritt eben NICHT zum Gegenspieler hin machen, so dass Torschütze Rakowitz gleich zwei Mal zum Abschluss kommt, beim zweiten Mal erfolgreich.
Danach fast logisch, dass Wiener Neustadt den Rapidlern das Spielfeld überließ. Sie hatten eh im 4-1-4-1 aufgestellt, welches natürlich die Betonung auf Defensive legt, aber mit dem 1:0 im Rücken gab es noch weniger Anlass, den Vorwärtsgang einzulegen. Man bedenke bitte stets, wie viel leichter es ist, bei einem 1:0 Spielstand diese Taktik zu spielen, gegenüber dem Spielstand von 0:0 (selbst wenn auch dies häufig genug geschieht). Denn: beim 0:0 wüsste man jeden Moment, sowie es einschlägt, dass man fast sicher mit leeren Händen nach Hause führe, und das möchte man ja unter keinen Umständen (selbst wenn die Erfahrung lehrt, dass es ab und an geschieht, so oder so), und, noch viel schlimmer: je SPÄTER es geschieht, um so sicherer wird die Niederlage. Wenn man führt, ist jede Minute ohnehin eine gewonnene. Denn: noch steht es ja günstiger als bei Spielbeginn und wenn das 1:1 irgendwann fiele, dann wäre man dem Schlusspfiff jedenfalls näher als bei Spielbeginn, also hätte man noch immer einen Zugewinn an Chancen erzielt (sicher gilt dies nur für Außenseiter).
In diesem sicheren Wissen (selbst wenn es bei den Mannen auf dem Platz eher ein gefühltes Wissen ist und nicht einmal klar ist, dass die Trainer so etwas lehren oder überhaupt wissen) verteidigt es sich natürlich auch mit viel weniger Panik. So hielt die Defensive fast durchgehend perfekt zusammen, gab es kaum nennenswerte Torchancen für Rapid, selbst wenn es, zugegeben, in manchen Phasen eher nach Handball aussieht: alle Mann an den Kreis. Dennoch kam der Gast zu zwei eigentlich entscheidenden Konterchancen. Einmal gab es den perfekten Angriff, bis zum Zuspiel in die Angriffsmitte (den zuvor schon an dieser Stelle gelobten Friesenbichler), der im Eins gegen Eins mit dem Torwart steht. Wie üblich geht die Fahne hoch, und da spielt es auch wirklich keine Rolle mehr, dass der Ball NICHT versenkt wurde, denn in dem Frust, dass es gleich abgepfiffen wird bringt man nicht mehr die nötige Körperspannung auf. In der zweiten Szene noch übler, denn: Friesenbichler erobert einen Ball vom Verteidiger. Dieser geht, wie üblich, zu Boden, in der Erkenntnis, nichts mehr retten zu können. Spät ertönt der Pfiff, nämlich genau in dem Moment, als der Referee erkennt, dass ein anderer, nachrückender Angreifer, den Ball unweigerlich versenken würde (und Tore wollen wir doch alle nicht?!). Zurückgepfiffen. Für seinen (absolut nachvollziehbaren, denn das ist Torraub von einem einzigen Macht ausübenden, einem wirklichen Diktator, ohne jedes Einspruchsrecht) Rumpelsitlzchenanfall erhält natürlich, wie üblich, der Angreifer Gelb — und soll nachher noch froh sein, dass er nicht vom Platz fliegt, vermutlich dem Schiri die Füße küssen.
Aufgrund dieser beiden Aktionen verständlich, dass die Wiener Neustädter, nach dem kassierten 1:1 in der 86. und den beiden mindestens zur Hälfte geklauten Toren nicht ganz zufrieden waren mit dem Ergebnis. Ein Sieg hätte ihnen wirklich viel besser zu Gesicht gestanden und wäre — auch nach hiesiger Ansicht — fast verdient gewesen, auch in dem Sinne, dass man die Gerechtigkeit sucht.
——————————————————————————————————————————————————–

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s