Rückblick Heute für Morgen 1. Liga Österreich, 12. Spieltag

FC Lustenau – Blau Weiß Linz 4:0 (1:0)

Zuschauer: 1.400 (Schnitt bisher: 922)

Wenn also ein Tipp, dann geht er Richtung Heimmannschaft. Eine 1 (oder Pass, was natürlich immer geht).
Insgesamt bedeuten die Ausfälle auf jeden Fall etwas. Also noch mehr Richtung 1.
 
Der Tipp ging auf, und zwar klar und deutlich, so dass man natürlich wenig Anlass hat, etwas in Zweifel zu ziehen. Bei einem 4:0 erübrigen sich irgendwann die Diskussionen um das „verdient“ oder „unverdient“.
Dennoch gab es einen Spielverlauf: Hälfte 1 nicht besonders gut, eine Riesenchance zu Beginn verpasst von der Heimmannschaft, als der Torwart schon ausgespielt war und der Ball eigentlich nur noch in das verwaiste Tor geschoben werden musste, ein etwas zu langes Zögern — und ein Verteidigerbein kam dazwischen. Danach etwas Ebbe, aber, wie üblich, ein Standard (40 Meter Torentfernung, halblinke Position, in den Strafraum Richtung Tor angedrehter Ball, der per Kopf ins Netz verlängert wird — der Standard eines Standards) sorgte für das 1:0. In Hälfte 2 zunächst die Heimmannschaft weiter im Vorwärtsgang, aber zunächst ohne Ertrag, so dass die Chance noch kam für die Gäste, als sie aus einer kurzen guten Phase einmal frei aus 16 Metern zum Schuss kamen, der Ball aber Zentimeter am Tor vorbei strich. Da hätte es zwar 1:1 heißen können, jedoch wäre es weit von „verdient“ gewesen und immerhin hätte Lustenau ja danach noch reagieren können.
In der Schlussphase noch drei Treffer, nachdem Ali Osman (der Trainer wohl wirklich böse auf seinen Star?) eingewechselt war und er legte auch gleich den zweiten Treffer über rechts auf, mit exzellenter Vorarbeit.
Insgesamt eine klare Angelegenheit, auch von Ballbesitz und Chancen her, dennoch sieht man (an der Gegenchance beim 1:0), dass sogar eine derartige Partie anders verlaufen könnte. BW Linz nun auf jeden Fall mit einer Menge Sorgen. Selbst wenn es zuvor hier oder da mal eine gute Leistung gab, so ist ein 0:4 unter diesen Umständen (ein inzwischen klarer letzter Tabellenplatz mit 7 Punkten aus 12 Partien) schwer zu verkraften. Wie und wo soll man da tanken?

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First Vienna – TSV Hartberg 2:0 (1:0)

Zuschauer: 1.750 (Schnitt bisher: 1.637 )
kann hier nur eine einzige Richtung gelten: die 2. Hartberg, kommt mit einem Sieg zurück.
Auch dies spricht klar für Hartberg.
(auf die Verletztenliste und späte Teamnews bezogen)
 
In einer schwachen Partie von beiden Seiten war die Heimmannschaft die glücklichere, aber „unverdient“ wäre auf jeden Fall auch ein zu hartes Urteil. Unglücklich der kurzfristige Ausfall von Torjäger Parapatits auf Hartberger Seite, so dass vorne noch viel mehr an Durchschlagskraft fehlte. Vienna gelang schon nach 12 Minuten die Führung, aber danach auch von ihrer Seite aus nicht viel zu sehen. Eher gab es viele Unterbrechungen, also keinen Spielfluss, und so auch kaum Torchancen. Die größte Für Hartberg ein Kopfball an den Innenpfosten und von dort in die Arme des Torhüters. Kontrovers noch eine Szene, die der Partie eine andere Richtung hätte geben können: ein ziemlich übler Bodycheck des Vienna Mannes Hinterseer an der Mittellinie, für den man wohl auch ein direktes Rot hätte aussprechen können.
Später gab es noch etwa zweieinhalb Torchancen für Hartberg, aber auch First Vienna hatte hier oder da eine Halbchance, Juvhel Tsoumou auf Hartberger Seite, als Hoffnungsträger ausgemacht, blieb allerdings blass, hatte nur eine Chancen, als er aus dem Gewühl heraus den Ball am Tor vorbei stocherte.
Die Partie insgesamt wohl ziemlich ausgeglichen, aber doch möchte man das Urteil über Hartberg ein wenig revidieren. Die, die in der letzten Saison nur knapp dem Abstieg entronnen sind haben doch nicht so viel an Qualität hinzugewonnen, auch Tsoumou muss das Vertrauen noch rechtfertigen. First Vienna, im Übrigen der älteste Club Österreichs und auch von daher die halbwegs guten Stadionbesuche verständlich, bleibt doch das schwächste Team und man muss kaum etwas korrigieren.
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SV Horn – SV Grödig 0:3 (0:2)

Zuschauer: 1.350 (Schnitt bisher: 1.800)
Also man möchte dennoch in dieser Partie keine Mannschaft wirklich haben. Falls dennoch zu einer Tendenz gezwungen, so ginge diese Richtung Auswärtsmannschaft.
Auch hier lag man von der empfundenen Tendenz her richtig. Allerdings: Horn startete besser in die Partie, hatte gleich zwei gefährliche Situationen, dann die Partie vielleicht ausgeglichen, und nach 24 Minuten ein Standard (! Freistoß von der linken Außenlinie) kommt in den Strafraum, der Ball liegt plötzlich herrenlos herum, ein Grödig Angreifer kommt zuerst heran und hämmert ihn rein. Das Tor lag also nicht in der Luft, aber die Standards eben… Hier war es aber nicht die gekonnte und einstudierte Ausführung sondern eher der Zufall, der die echte Torchance einbrachte. Fakt aber: nach Standards sind viele Spieler im Strafraum, selbst wenn gleich verteilt von den (unterschiedlichen) Trikotfarben her. Andernfalls wird es schwer, so viele Spieler in den 16er zu bekommen, also aus dem Spiel heraus. Dies wird heute mehr und mehr genutzt, diesmal zugunsten von Grödig.
Danach jedoch eine ziemlich klare Sache für Grödig. Horn nach dem Schock nie mehr richtig im Spiel und der Gast spielte seine Klasse aus. Schöne Kombinationen, selbstbewusstes Auftreten, gute Ballstaffetten, das sieht schon gut aus, obwohl man den Beginn natürlich nicht vergessen sollte. Da hätte vielleicht alles anders kommen können… Die Tore 2 und 3 eine logische Folge, vielleicht sogar ein zu geringer Lohn, denn es gab etliche Chancen und für Horn nur noch ein, zwei Chancen, um noch einmal ins Spiel zu kommen. Später noch ein Platzverweis für einen Horner (sehr hart, da die Attacke nicht gegen den Körper ging, nur der Sturz sah so übel aus), so dass kein Zweifel mehr aufkam.
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Kapfenberger SV – SKN St.Pölten 0:0

Zuschauer: 1.000 (Schnitt bisher: 1.021 )
Wie es aussieht, kann Babangida nicht spielen (oder nur kurz), und auch Patrick Wolf, auf den große Hoffnungen gesetzt wurden, fällt aus, während bei St.Pölten alle Mann an Bord sind. Dies eine Einschränkung für den Tipp, der dennoch so ausfällt:
Man möchte zwar keineswegs behaupten, dass Kapfenberg hier Favorit ist, aber die Partie könnte total ausgeglichen sein und das Gefühl sagt, dass es diesmal die Heimmannschaft (trotz der Ausfälle) packt. Heimsieg also, Tipp 1.

Sicher waren hier einige Zweifel an dem Tipp angebracht, da die Kapfenberger einen nicht prinzipiell und erst recht nicht gänzlich überzeugen können. Vor dem Spiel übrigens schon Plakate im Umlauf, die den Rauswurf des (aus eigener Sicht höchst souveränen) Thomas von Heeren forderten.
Eine bemerkenswerte Szene ziemlich zu Beginn: St.Pöltens Toptorjäger Segovia fällt am eigenen Strafraum einen in den Strafraum eindringenden Kapfenberger Angreifer, klar regelwidrig. Der Schiri steht etwa anderthalb Meter daneben und bläst natürlich sofort energisch in die Pfeife. Nur, man ahnt es schon: der energische Pfiff erfolgte nur deshalb, weil es auch hier die Chance zu einer „Ausrede“ gab: kein Elfmeter, der Tatort war außerhalb. Natürlich belegen die Bilder, dass die Foulaktion außerhalb BEGINNT, nur endet sie eindeutig im Strafraum, zudem ist in der Szene klar, dass eine riesige Tormöglichkeit vereitelt wird. Warum also hat man Anlass, die Aktion nach außerhalb zu verlagern? Ja, alle Entscheidungen sind GEGEN die Toraktionen gerichtet. Weil (auch) ein Tor immer eine riesige Verschiebung der Chancenverteilung mit sich bringt, und davor hat man irgendwie Angst, auch als Referee (vor allem, dass diese Verschiebung zu Unrecht geschieht, man also dafür verantwortlich ist). Wenn man GEGEN die Toraktion auslegt, gibt es auch KEINE Verschiebung, also alles bleibt, wie es war. Natürlich ein Irrglaube, denn ein zu Unrecht aberkanntes Tor wiegt ebenso schwer wie in zu Unrecht anerkanntes, nur empfindet man es nicht so.
Kurze Zeit danach eine zu vielen vergleichbare Situationen mit einem ähnlichen Ausgang und der gleichen Ursache. Ein Freistoß (!) kommt in den Strafraum, alle laufen hinein, irgendeiner kommt mit irgendeinem Körperteil an den Ball, verlängert, ein weiterer, diesmal eindeutig Angreifer, kommt ebenfalls an den Ball, allerdings mit der Schulter, der Ball fast unhaltbar Richtung Tor, der Hüter fischt ihn, die Entscheidung (sicher schon lange vorher gefällt): Abseits. Na, was immer der Mann gesehen hat, man kann es IMMER ungestraft so auslegen. Denn: alle laufen hinein, rote und gelbe in dem Falle, sicher WOLLEN die Roten schnell sein, der Ball wird getreten, alle laufen los, der linesman sagt sich: Fahne hoch, dann kann nichts passieren, am wenigsten interessiert IHN, wer an den Ball kommt. Die Zeitlupen wollen nachweisen (im Bild absolut nicht zu erkennen, auf Ehre und Gewissen), dass tatsächlich EIN rotes Trikot der Torauslinie näher war bei der Ausführung des Freistoßes und dass genau DIESER Angreifer auch an den Ball gekommen ist, insofern KORREKTE ENTSCHEIDUNG. Natürlich absolut lächerlich und wieder ein typischer Fall von: Hauptsache kein Tor.
Auch danach nur Kapfenberg, wie ihrer guten Heimleistung im letzten Spiel eine weitere sehr engagierte und auch spielerisch sehr ansprechende Leistung folgen ließen. Es fehlte lediglich der Lohn, für welchen locker auch der Schiri hätte sorgen können/müssen. Denn: auch im weiteren Verlauf gab es noch ein paar kritische Abseitsentscheidungen, welche ALLESAMT gegen die Angreifer ausgelegt wurden. Und: angegriffen hat in der Partie praktisch nur Kapfenberg, St.Pölten vielleicht insgesamt mit drei Chancen (Kapfenberg vielleicht 11 oder 12, wenn man die Abseitsfehl- NICHT mitzählt).
Also: Augen auf und Geld auf Kapfenberg. Das wird, aber nur MIT von Heesen.
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SC Rheindorf Altach – Austria Lustenau 1:2 (0:1)

Zuschauer: 5.833 (Schnitt bisher: 2.729 )
Dennoch: wenn überhaupt etwas, dann nur die 2.
Das Derby hielt was es versprach, in jeder Hinsicht: Zuschauerzahl, Spannung, Torchancen auf beiden Seiten und — ein aufgehender Tipp.
Zunächst Lustenau etwas besser, dann kam Altach langsam auf, bekam ein paar halbwegs gute Chancen und genau in dem Moment das 1:0 für die Gäste. Wie? Eckball — Kopfball — Tor. Aber: in der Liga wird allgemein Deckungsarbeit nicht übertrieben groß geschrieben (denn schon zu Beginn gab es eine ähnliche Situation aus dem Spiel heraus). So kam der Torschütze wirklich unbehelligt am hinteren Pfosten zum Kopfball. Allerdings wurde kurz davor mal wieder ein Tor für Altach aberkannt, von dem man zumindest sagen darf „kontrovers“. Zumindest deutet die Reaktion des Beschuldigten — Routinier und Goalgetter Hannes Aigner — an, dass er doch nicht ernsthaft gefoult hat, jedenfalls nicht schlimmer, als er immer, dafür aber permanent ungeahndet, angegangen wird, denn: auch er mit dem Rumpelstilzchen Anfall (wie in Liga 1 Friesenbichler; die beiden übrigens als Spielertypen und vom Auftreten her sehr ähnlich).
So führte nun der Gast, aber Altach weit davon entfernt, sich aufzugeben. Stattdessen, vor allem nach der Pause, viel Druck und richtig gutes, planvolles Spiel, welches sich in Chancen niederschlug. So hatte Mahop nach einer verwirrenden Szene mit haufenweise nachrückenden Spielern plötzlich den Ausgleich im Fünfer auf dem Fuß, traf aber den Volley nicht ganz perfekt, so dass der Ball am Pfosten landete. Sicher weiß man, dass in so einem Spitzenspiel der Führende sich zurückziehen darf und auf Konter lauern, aber hier war der Druck schon recht gewaltig und höher, als man ihn haben wollte, und die eigenen Befreiungsaktionen blieben aus. Ein klarer Qualitätsnachweis für Altach.
Kurz vor Schluss wurde Sascha Boller für A. Lustenau zunächst eingewechselt, dann wurde er von einem Altacher nach einer Art Befreiungsschlag (allerdings in die falsche Richtung, nämlich Richtung eigenes Tor ab der Mittellinie) auf Außen angespielt, stand dort ohne Gegenspieler, den einen, sich ihm entgegenstellenden, Verteidiger ließ er mit einer geschickten Körpertäuschung stehen, und schlenzte den Ball gekonnt ins lange Eck. Ein tolles Tor natürlich, aber ein glücklicher Sieger, selbst wenn natürlich über die 90 Minuten auch der Gast genug an Qualität nachweisen konnte. Dennoch eines verständlich: die Einschätzung, dass es sich hier um zwei Aufstiegskandidaten handelt, und zwar Nummer 1 und 2.

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