Rückblick 3. Bundesliga, 13. Spieltag

VfL Osnabrück – SV Wehen/Wiesbaden 2:2 (1:1)

Zuschauer: 9.700 (Schnitt bisher: 11.050)
So hat man hier nur eine Chance, mit allen zuvor angegeben Zweifeln (an sich selbst), aber doch lautet der Tipp: Wehen holt etwas, X oder 2.
 
So gut es auch klingen mag, der Tipp, und er auch aufging, zumal das 2:2 erst in der 5. Minute der Nachspielzeit fiel, so wenig kann man ihn im Nachhinein rechtfertigen. Zu groß die Überlegenheit der Heimmannschaft, die von Anfang bis Ende das Spiel machte und auch die Vielzahl der Chancen produzierte. In Hälfte 1 Einbahnstraße Richtung Wehen Tor, das 1:0 ein zu karger Lohn, welches sogar durch das 1:1 völlig konterkariert wurde. Dass der Schiedsrichter nicht mehr Spielleiter ist sondern Spielentscheider (wie es Christoph Daum, damals aber mehr als belächelt, eher verhöhnt dafür, ausdrückte), belegt der folgende Abschnitt: Foul oder nicht Foul an einem Weheren — Elfmeter, ja oder nein, hier ja, 2:1. Foul oder nicht Foul an einem Osnabrücker, Elfmeter oder nicht, hier nein, es bleibt 2:1. Beides so genannte „Kann-Entscheidungen“. Ja, man kann eben entscheiden, wie man will und damit zum Sieger machen, wen man möchte.
Hier reichte es nicht, um den Sieger festzulegen, Osnabrück natürlich nun mit panischer werdenden Angriffen (das 2:1 in der 75.), so dass die Spielkultur etwas verloren ging, aber doch mit dem weitaus verdienten, extrem späten Ausgleich. Kurios aber wahr. Wehen mit dem 10. Unentschieden im 13. Spiel, zugleich dem 7. in Folge. Gab es das schon? Sicher, doch, aber wohl sehr selten.
Fehler sind hier wohl kaum zu finden. Mit einem insgesamt doch ordentlichen Auftritt der (beim späten Gegentor natürlich verzweifelten) Wehener, der für ihre zukünftigen Perspektiven doch alles offen lässt. Sie haben doch bei einem der absoluten Spitzenteams einen Punkt geholt, zugleich sind sie seit 7 Spielen ungeschlagen (selbst wenn zugleich sieglos). Osnabrück ist und bleibt stark, zu Hause ist alles möglich, gegen jeden, da wird niemand als Favorit antreten können.

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Alemannia Aachen – SV Darmstadt 98 1:1 (0:0)

Zuschauer: 13.003 (Schnitt bisher: 14.673)

Aachen knüpft an an die Schlussminuten in Chemnitz, gewinnt auch diese Partie. Tipp 1, Heimsieg.

Ein verpatzter Tipp, nur das Zustandekommen:
Aachen in Hälfte 1 zwar aktiver aber noch ohne die ganz großen Chancen, Darmstadt aber gänzlich ohne. Nach der Pause viel mehr Druck und Aktion der Heimmannschaft, die sich endlich im 1:0 niederschlug, nach einigen verpassten Chancen (Darmstadt mit einer einzigen bis dahin). Dann ein weiteres Feuerwerk der Aachener, die einfach mit dem 2:0 den Sack hätten zumachen müssen. Als dies nicht gelang nutzte Darmstadt die einzige weitere Chance zum 1:1 in der 76. (nicht herausgespielt, eine Zufallschance). Aachen danach mit wütenden Angriffen, aber die Abwehr hielt dicht.
Ein sehr glücklicher Punkt für Darmstadt, welcher in diesem Sinne (glücklich zu sein) die Einschätzungen mehr als bestätigt. Aachen wird seinen Weg gehen, welcher vermutlich aber nicht nach ganz oben führt, Darmstadt bis zum Schluss strampeln müssen.
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Arminia Bielefeld – Hansa Rostock 0:1 (0:1)

Zuschauer: 9.365 (Schnitt bisher: 8.332)
Demnach auch hier: Tipp 1, Heimsieg.

Der Tipp ging in die Hose. Obwohl ja im Vorfeld darauf aufmerksam gemacht, dass man sich insbesondere mit der Einschätzung von Rostock schwer tut, welche unter Marc Fascher tatsächlich Fußball mit System spielen und zugleich Punkte einfahren. Aber wie war der Spielverlauf hier?
Ziemlich einseitig, denn Bielefeld hatte die klaren Vorteile mit einem recht ordentlichen Chancenplus. Allerdings muss man Rostock zugestehen, sehr mutig rausgekommen zu sein und dieser Mut bereits in Minute 3 belohnt wurde, als man nach einem gegnerischen Ballverlust im Aufbauspiel (der sonst so zuverlässige Appiah; solche Ballverluste ziemlich übel, weil man hinten unsortiert ist, alle Mann in der Vorwärtsbewegung sind) den Konter mustergültig zum 1:0 verwertete, durch den neu entdeckten Torjäger Ondrej Smetana.
Fortan also doch das Spiel unter anderen Vorzeichen zu sehen, da speziell der führende Gast in der klaren Außenseiterrolle das Recht hat, sich komplett zurückzuziehen. Allerdings kam Bielefeld zu so vielen und klaren Chancen, dass das Unentschieden erst einmal mindestens verdient gewesen wäre. Zu welchem Zeitpunkt auch immer es gefallen wäre, man hätte danach einen anderen Spieltyp, den man dann erst einmal erneut beurteilen müsste. Insofern wäre es ungerecht, Rostock einfach weiter schlecht zu machen, da Bielefeld ab dem 0:1 gigantische Spielanteile und Feld- sowie Chancenvorteile hatte. Kurios eine Szene, als die Angriffe zunehmend verzweifelter wurden: der erste Torwart von Rostock hatte sich verletzt und musste raus (72.). Der Ersatzmann kam rein — und parierte zwei Mal in Folge unfassbar spektakulär. Zunächst ein vorbildlicher Bielefelder Angriff durch die Mitte, der Abschluss im Strafraum, auch vorbildlich ins lange Eck geschlenzt, nicht ohne Wucht, der Torhüter kratzt diesen Ball mit den Fingerspitzen weg, aber ein nachrückender Bielefelder müsste den nur leicht abgefälschten Ball nun nur noch über die Linie drücken — aber da waren schon wieder die gleichen Fingerspitzen des sich blitzschnell nach der ersten Parade zurückhechtenden Keepers zur Stelle, von welchen der Ball unfassbarerweise an die Latte prallte, dort zurück ins Feld, wo ein weiterer Bielefelder den Ball —– per Kopf an den Pfosten befördert. So gab es NICHT das längst überfällige 1:1 und was danach noch möglich gewesen wäre?
Jedenfalls gibt es keinerlei Zweifel, dass man dieser Bielefelder Mannschaft das Vertrauen geschenkt hat. Rostock mit dem Sieg nun mit Anschluss an die vorderen Plätze und ein endgültiges Urteil steht weiterhin aus. Allerdings sahen sie doch in gewissen Phasen nicht so schlecht aus.
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Wacker Burghausen – Hallescher FC 2:0 (0:0)

Zuschauer: 2.750 (Schnitt bisher: 2.625)
Kein Tipp, keine Wette.

Kein wirklich berauschendes Spiel, in welchem der Gast auf Defensive setzen (nicht zum ersten Mal). Burghausen durchgehend mit mehr Ballbesitz und klaren Feldvorteilen, die hier oder da in einer Chance gipfelten. Halle nur ab und an mal vorne, mit wenigen nennenswerten Chancen durchweg. Die größte Gefahr erzeugten mal wieder die Standards der Heimmannschaft (Mokhtari der Experte). In der 68. die verdiente Führung (Halle davor nur mit einem gefährlichen Fernschuss). Halle machte dann doch auf und kam zu ein paar halben Torchancen, die Konterchancen kamen nicht wirklich zustande, aber in der 86. doch, als das 2:0 fiel.
Sicher muss man den Sieg „verdient“ nennen. Halles Taktik ging nicht auf, obwohl natürlich sowohl das 0:0 halten könnte als auch das 1:1 gelingen in der Phase nach dem Gegentor. Dennoch ist das kein positiver Fußball, den man spielen muss, wenn man weiter nach oben möchte. Burghausen wohl auch nicht viel über Schnitt, möglicherweise aber doch geringfügig, Halle darunter.
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Rot Weiß Erfurt – Stuttgarter Kickers 0:3 (0:0)

Zuschauer: 3.887 (Schnitt bisher: 4.327)
Erfurt macht es, sie knüpfen an die gute Leistung an, die sie zuletzt erbrachten und werden diesmal auch mit Toren und einem Sieg belohnt. Tipp 1.

Keine wirkliche Chance auf einen erfolgreichen Tipp, selbst wenn Erfurt auch ein paar Szenen hatte und hier oder da sogar hätte in Führung gehen können. Insgesamt waren sie einfach nicht gut, StuKi die bessere Mannschaft, kam zu mehr und besseren Chancen. Als der Gast in Hälfte 2 merkte, dass nicht wirklich viel kommt von Erfurt, spielten sie immer mutiger nach vorne — und kamen zu den Treffern. Selbst wenn Erfurt nach dem 0:1 noch einiges versuchte, spielte StuKi die sich ergebenden Konterchancen hervorragend heraus. Selbst wenn Hälfte 1 noch als „ausgeglichen“ durchgehen mag und die Heimmannschaft sich bemühte, von diesem (Heim-)Vorteil Gebrauch zu machen, so war doch die zweite Hälfte zu eindeutig, um auf andere Gedanken als diese: „verdient“ zu kommen. Auch die Zuschauerzahl deutet an, dass sich die Krise nun wieder ausweitet.
StuKi hat doch den vielfach erzeugten guten Eindruck bestätigt, Erfurt hat zu viele Rückschläge erlitten, um das erforderliche Selbstvertrauen aufzubauen, in der Liga eine vernünftige Rolle zu spielen. Es wird ein weiter Weg zurück. Aber von „Abstieg“ sollte man doch in Erfurt noch lange nicht ernsthaft reden. Dazu ist die „Konkurrenz“ (Babelsberg, Dortmund, Darmstadt) wohl zu groß. Dennoch heißt es natürlich: aufpassen.
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Karlsruher SC – SpVgg Unterhaching 0:0

Zuschauer: (Schnitt bisher: 10.015)
Kein Tipp, pure Enthaltsamkeit (und damit hat man ohnehin immer Recht, vor allem jene, die hinterher sagen: „Wusst ich doch…“).

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Kickers Offenbach – SV Babelsberg 03 5:2 (1:2)

Zuschauer: 6.252 (Schnitt bisher: 7.162)
Offenbach hält den positiven Trend aufrecht, lässt sich daheim nicht die Butter vom Brot nehmen vor sicher wieder reichlich (über 10.000?) Zuschauern, das wird ein Heimsieg, Tipp 1.
(Auch mit der Zuschauerzahl lag man ziemlich krass daneben. Sicher, der Herbst ist hereingebrochen und der Gegner nicht so attraktiv; andererseits war der Aufwärtstrend so beachtlich, dass man einfach mehr erwartet hätte)
In Hälfte 1 war es ein umkämpftes Spiel. Babelsberg ging zwei Mal in Führung, was für ordentlich Leben in der Partie sorgte. Mit ordentlichem Kampf und Leidenschaft musste sich Offenbach erst einmal die Übermacht zurückholen. Die Tore fielen zwar in Hälfte 2 fast alle nach Standards, aber auch diese muss man sich erst einmal erarbeiten, was nur über eine gute Offensivleistung möglich ist. Allerdings hatte auch Babelsberg zwei Mal kurz nach der Pause zwei gute Chancen zum 3:1. Die Spielanteile gingen mehr und mehr an das Heimteam, für die Tore mussten dann eben die Standards sorgen: zuerst eine Ecke, Kopfball, Tor, dann ein langer Freistoß, Kopfball, Tor, dann ein direkt verwandelter vom „man of the match“ Julian Reinhardt.
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1.FC Saarbrücken – Preußen Münster 0:0

Zuschauer: 4.227 (Schnitt bisher: 4.523)
Tipp 2, Münster macht es.

In dieser Partie ging der Tipp ebenfalls nicht auf. Allerdings war es gan klar Münster, die sich im Laufe der Partie die Vorteile erarbeiteten. Nach und nach drang immer mehr durch, was sie zur Zeit zur Nummer 1 macht. Gegen Ende wäre, aufgrund dieser kontinuierlichen Steigerung, der Sieg — auch aufgrund der Chancen — gegen ein keineswegs schwaches Saarbrücken verdient gewesen.
Keine Zweifel an den Einschätzungen, auch nicht für die Partie selbst. Wenn man die Chancen gegen Ende sieht, kann man nur folgern, dass der dem Tipp folgende einfach Pech hatte.
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VfB Stuttgart II – 1.FC Heidenheim 0:2 (0:1)

Zuschauer: 1.150 (Schnitt bisher: 5.058)
Heidenheim befindet sich im Vorwärtsgang, hier nicht aufzuhalten, das wird eine 2.

Sonnenklare Angelegenheit hier. Der Tipp ging perfekt auf, Heidenheim als echte Spitzenmannschaft, das 2:0 ein viel zu knapper Lohn für die hervorragende Leistung, die durch das Endergebnis trotzdem das Prädikat „souverän“ verdient. Vor allem, dass man als Gast nach dem 1:0 einfach weiter nach vorne spielte imponierte, zahlreiche eigene Chancen die Folge, und von der Gegenseite ließ man fast nichts zu. Aus diesem Holz sind Aufstiegsaspiranten geschnitzt.
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Borussia Dortmund II – FC Chemnitz 1:2 (1:1)

Zuschauer: (Schnitt bisher: 2.658)
Beste Lösung: ein Pass, zweitbeste: Chemnitz nehmen, die 2.

Der Tipp ging auf, so oder so. Kurioser Auftakt allerdings. Dortmund ging nach eine gelungenen Aktion über Außen — einem Beinschuss mit Eindringen in den Strafraum — früh in Führung. Nach 12 Minuten greift der Schiedsrichter ein: ein Dortmunder spielt IHN an, von dort prallt der Ball zu einem Chemnitzer, der die kurze Verwirrung in der Hintermannschaft zu einem tödlichen Pass in die Spitze aus. Das 1:1.
Danach aber untermauerte Chemnitz mehr und mehr, die bessere Mannschaft zu sein. Vor allem Mittelfeldmann Landeka sorgte mit Freistößen und Flanken immer wieder für riesige Gefahr im Dortmunder Strafraum. Zwei ziemlich klare Elfmeter wurden den Chemnitzer verweigert — möglich, dass der Schiri ein schlechtes Gewissen hatte, da er ja schließlich mit dem Fuß das 1:1 für die Gäste vorbereitet hatte.
Das 2:1 war fast eine zwangsläufige Folge der drückender werdenden Überlegenheit der Chemnitzer.
Das sah echo gut aus, was sie spielten, die Gäste. Dortmund hingegen muss wohl doch eine ganze Weile warten, bis die Lehren wirksam werden. Vielleicht hilft es gar nicht mehr? Immerhin hat man ja bereits einigen Rückstand. In der Form sind sie auf keinen Fall ligatauglich.
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