Vorschau 3. Bundesliga, 13. Spieltag

VfL Osnabrück – SV Wehen/Wiesbaden (Entfernung: 352 km)

Es ist nicht ganz leicht, seine Anhängerschaft für den SV Wehen/Wiesbaden aufrecht zu erhalten. Es gab einen einzigen Sieg, und jenen im Auftaktspiel. Gegenüber stehen diesem einen Sieg allerdings auch „nur“ zwei Niederlagen, bei bereits 9 Unentschieden. Man darf allerdings sehr wohl anmerken, dass sie ohne die Unsinnigkeit der Dreipunkteregel direkt aufsteigen würden von Rang 16 auf Rang 9 (!) in der Tabelle, ehrlicherweise dann allerdings Punkt- und torgleich (!) mit Stuttgart II und dem FC Chemnitz. Dennoch wäre es ja sogar die Schwelle zur oberen Tabellenhälfte.
Nein, natürlich geht es insbesondere um die Leistungen und diese entsprechen (noch?!) nicht der Grundeinschätzung, dass sie gut sind. Selbst wenn es sich immer mal wieder andeutet, so gab es genügende Gründe, zu zweifeln (vor allem die hergegebenen Zwei-Tore-Führungen waren schmerzhaft, können aber sehr wohl etwas mit Qualitätsmängeln zu tun haben).
Osnabrück hingegen im Höhenflug. Die kurze Durststrecke mit den zwei Niederlagen (in Babelsberg und gegen Münster) wurde abgeschüttelt mit drei Siegen ohne Gegentor (in Chemnitz, gegen Darmstadt und in Rostock, bei 6:0 Toren). Dennoch möglich, dass sie geringfügig über Wert stehen.

So hat man hier nur eine Chance, mit allen zuvor angegeben Zweifeln (an sich selbst), aber doch lautet der Tipp: Wehen holt etwas, X oder 2.

Zusatzinfo: bei Wehen Christ und Gyasi wieder an Bord.
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Alemannia Aachen – SV Darmstadt 98 (Entfernung: 274 km)

Auch in dieser Partie muss man eine alte Einschätzung stützen, und jene Einschätzung ist doch einigermaßen ins Wanken geraten. Es geht um die attestierte, aber nicht immer zu sehende Schwäche der Darmstädter. Sie stehen auf Rang 18, das könnte ja Beweis genug sein, aber dennoch waren die Leistungen teilweise sehr ordentlich. Nun, zuletzt standen dennoch zwei Niederlagen, über Aachen ist wohl genug gesagt (sie können etwas, haben endlich den ersten Sieg erzwungen unter Neutrainer van Eck), so dass es hier nur lauten kann: Aachen knüpft an an die Schlussminuten in Chemnitz, gewinnt auch diese Partie. Tipp 1, Heimsieg.

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Arminia Bielefeld – Hansa Rostock (Entfernung: 427 km)

Auch in dieser Partie ist es nicht so leicht, sich zu positionieren. Bielefeld hat zwar den Sieg in Darmstadt eingeholt, dieser ist aber unbedingt als glücklich zu bezeichnen (siehe oben, die Partie von Darmstadt). Rostock hat unter Neutrainer Fascher meist gut gespielt und auch so weit ordentlich gepunktet, zuletzt aber ein 0:3 gegen Osnabrück kassiert, im Heimspiel. Die Frage ist wirklich: wie gut ist der Kader der Rostocker? Hier kann man sich nicht endgültig festlegen, bleibt dennoch zunächst bei jener früher gefassten: nur durchschnittlich.
Bei Bielefeld ist aber die Einschätzung „sie gehören in die Spitzengruppe“ auch etwas fraglich. Nicht immer sind die Auftritte so, dass dieser Eindruck bestätigt wird.

Nun, als letztes Argument nimmt man dann eben ausnahmsweise mal die Tabelle, in welcher doch immerhin 6 Punkte mehr, zugleich die um 9 Tore bessere Differenz stehen, die zumindest andeuten, dass man richtig gelegen haben könnte (und die Teams zumindest nicht auf Augenhöhe liegen).

Demnach auch hier: Tipp 1, Heimsieg.

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Wacker Burghausen – Hallescher FC (Entfernung: 495 km)

Glücklicherweise muss man sich ja nicht in jede Partie verwickeln. Zuletzt hat man sich lobend über Halle geäußert, über Burghausen eh schon seit Saisonbeginn, mit dem starken Duo Mokhtari/Sahr-Senesie, so dass man genüsslich die Beine hochlegt und ein schönes Spiel abwartet, gespannt auf das Ergebnis, und finanziell dabei garantiert pari bleibt, da man nämlich den Ball weiter gibt, also in diesem Sinne „Passt“. Kein Tipp, keine Wette.

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Rot Weiß Erfurt – Stuttgarter Kickers (Entfernung: 342 km)

Erfurt hat zuletzt mit 0:3 gegen Burghausen verloren, jedoch hatte man die Gelegenheit, größere Ausschnitte dieses Spieles live zu verfolgen, und tatsächlich jenen Eindruck zu bestätigen, den ein Spieler im Interview nach der Partie (höchst vorsichtig und verlegen) ins Mikrofon diktierte: „Es mag sich bei 0:3 blöd anhören, aber heute war unsere Leistung in Ordnung. Wir müssen nur so weiter machen, dann kommen die Punkte schon.“ Der letzte Teil eher gedacht vom Autor, da bereits die nächste dämliche Frage anstand in dem Interview… Nein, dies soll keineswegs Burghausens Auftritt und Leistung schmälern, nur unter Beweis stellen, dass es in Erfurt eigentlich aufwärts geht seit der total verkorksten Saison Auftaktphase.

Die Stuttgarter Kickers wurden zwar auch teilweise gelobt, als Aufsteiger nicht verwunderlich, da sie eben unerschrocken und ohne viel verlieren zu können spielen, aber dennoch scheint sicher, dass sie nicht in die obere Tabellenhälfte gehören, zumal zuletzt zwei Niederlagen zu Buche stehen, mit dem 1:2 gegen Saarbrücken und dem 0:3 in Offenbach. Zudem hat Trainer Schuster bereits irgendwie Erwartungen geschürt, was diesseits der Tastatur überhaupt nicht gut ankam (und oftmals als völlig falsches Zeichen gewertet wird).

Insofern ist der Tipp hier recht einfach: Erfurt macht es, sie knüpfen an die gute Leistung an, die sie zuletzt erbrachten und werden diesmal auch mit Toren und einem Sieg belohnt. Tipp 1.

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Karlsruher SC – SpVgg Unterhaching (Entfernung: 326 km)

Unterhaching hat sich die Niederlage eingefangen, von der hier oftmals gesprochen wurde (es kann jederzeit zu einem Rückschlag kommen…), beim 0:3 gegen Offenbach, wohingegen der KSC zu Hause mit einem 3:0 gegen Erfurt aufwarten konnte (vor zwei Wochen; das Spiel gegen die Stuttgarter Kickers von Spieltag 12 wurde verlegt auf den 24.10.).
Das Potenzial ist sicher weiterhin vorhanden beim KSC, Unterhaching möchte man nicht unbedingt das Vertrauen schenken nach der letzten Niederlage — welcher bei der jungen Mannschaft auch gerne mal eine zweite folgen könnte –, genau so wenig möchte man gegen sie antreten, so dass es auch in dieser Partie zu einem Pass kommt. Kein Tipp, pure Enthaltsamkeit (und damit hat man ohnehin immer Recht, vor allem jene, die hinterher sagen: „Wusst ich doch…“).

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Kickers Offenbach – SV Babelsberg 03 (Entfernung: 532 km)

Hingegen ist hier wieder eine viel klarere Positionierung möglich. Offenbach hat sich nach den vier Auftaktniederlagen höchst eindrucksvoll zurückgemeldet, in jeder Hinsicht. Seitdem 5 Siege und 3 Remisen sind einfach nur klasse und wohl (viel mehr) repräsentativ für ihre Stärke als die vier Pleiten zum Auftakt.

Babelsberg hingegen spürt man das Außenseiterimage ganz klar an. Sie haben mit einen der schwächsten Kader, vielleicht doch den schwächsten, stehen schon hinten und selbst die entführten Punkte kommen aus der Außenseiterrolle, in welcher man dem Gegner — selbst in Heimspielen — die Spielkontrolle überlässt, vermutlich überlassen muss. Nein, so oft man sich auch für sie stark gemacht hat — und dies auch in gewisser Weise aufrecht erhält, da sie sich toll gegen den drohenden Abstieg stemmen: in dieser Partie haben sie keine Chance. Offenbach hält den positiven Trend aufrecht, lässt sich daheim nicht die Butter vom Brot nehmen vor sicher wieder reichlich (über 10.000?) Zuschauern, das wird ein Heimsieg, Tipp 1.

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1.FC Saarbrücken – Preußen Münster (Entfernung: 407 km)

Saarbrücken sicher mit einem ordentlichen Potenzial, welches dem Ligamittel entsprechen dürfte. Auswärts wurde zuletzt zwei Mal gewonnen, daheim drei Mal nicht, dabei die letzten beiden verloren. Münster hat auch die in diesem Spiel wirklich harte Nuss Dortmund II in der Schlussphase — verdient — geknackt. Münster absolut stabil und stark, inzwischen auf Rang 1, wo man einfach hingehört, mit allem ausgestattet, was ein echtes Spitzenteam (einer Liga) auszeichnet. Sie werden sich keinesfalls verstecken und lauern sondern selbstbewusst nach vorne spielen und auf den Dreier gehen, wohl wissend, dass man in dieser Spielkasse absolut rein gar nichts geschenkt bekommt — demnach also auch den erforderlichen kämpferischen Einsatz bringen, und diesen letztendlich auch in einen Erfolg ummünzen. Tipp 2, Münster macht es.

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VfB Stuttgart II – 1.FC Heidenheim (Entfernung: 88 km)

Erneut eine ideale Partie für den Wettfreund: die Entfernung ist minimal für den Fußball Anhänger, und da Heidenheim tatsächlich über ausreichend viele verfügt (wie man vielleicht nicht gleich geahnt hätte; aber zu Hause ein Schnitt von über 8.000? Das ist schon was…), dürften sich mindestens genau so viele wie Stuttgarter im Stadion befinden. Dies bedeutet, dass auch der Heimvorteil kaum existieren dürfte. Zusätzlich HAT sich Heidenheim ja zuletzt in Gewinnerform präsentiert (3:1 gegen Halle), was bei Spitzenteams oftmals den Aufbruch in die angestrebten Regionen bedeutet. Stuttgart zwar nicht immer schwach, aber doch mit der Minimalausbeute von nur 2 Punkten aus 5 Spielen. Also das ist hier wirklich eine klare Angelegenheit: Heidenheim befindet sich im Vorwärtsgang, hier nicht aufzuhalten, das wird eine 2.

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Borussia Dortmund II – FC Chemnitz (Entfernung: 489 km)

Aufgrund der letzten starken Auftritte der Dortmunder möchte man sich nicht unbedingt gegen sie stellen. Sie scheinen gelernt zu haben, sie haben Bittencourt im Mittelfeld, sie haben auch sonst viel Talent im Team, der Aufwärtstrend wird irgendwann einsetzen. In Münster verloren sie zwar noch in der Schlussphase, haben sich aber phantastisch gewehrt. Chemnitz hingegen mit einem 1:2 gegen Aachen, in welchem man (eher glücklich) noch nach der 80. Minute in Führung ging — und dennoch verlor. Auswärts sah es zuletzt besser aus bei ihnen (0:0 in Bielefeld, 2:0 bei Stuttgart II), so dass man wohl gezwungen werden soll, sich doch pro Chemnitz auszusprechen, was man aber nur höchst widerwillig täte.

Beste Lösung: ein Pass, zweitbeste: Chemnitz nehmen, die 2.

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