Rückblick 3. Bundeliga, 12. Spieltag

Hansa Rostock – VfL Osnabrück 0:3 (0:0)

Zuschauer: 8.500 (Schnitt bisher: 10.800)

So sehr man sich vom Empfinden her doch den Gästen zugeneigt fühlte (nein, das wird KEIN Tipp).
Nun ja, immerhin kann man ja das Empfinden ins Feld führen, welches nicht getrogen hat. Die erste Halbzeit ging jedoch ziemlich klar an Rostock, die wirklich mit deutlich mehr und besserem Konzept spielen seit Fascher übernommen hat. Osnabrück unter Druck, mit kaum Entlastung nach vorne, und sogar Trainer Wollitz erkannte an, dass das Quäntchen Glück half, dass sie zur Pause nicht zurücklagen. In Hälfte 2 brachte er aber den spielstarken Nagy (warum nicht zu Beginn? Frage des Autoren…), der sich gleich positiv einfügte. Osnabrück dann viel besser im Spiel, und nutzte seine erste echte Chance (im Gegensatz zum Gastgeber). Danach lief es ziemlich rund und das 2:0 und 3:0 wurden im passenden Rhythmus nachgelegt. Natürlich kann man bei einem 3:0 schwerlich von „glücklich“ sprechen, aber doch die Frage aufwerfen, was passiert wäre, wenn Rostock die Führung gelungen wäre.
Fragezeichen über die Einstufung der Teams sind nicht zu erkennen. Bei Rostock bestätigt sich aber, dass sie doch ganz ordentlich sind (und nicht in die untere Hälfte gehören). Osnabrück bleibt ein heißer Kandidat.
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SV Babelsberg 03 – 1.FC Saarbrücken 0:1 (0:0)

Zuschauer: 2.300 (Schnitt bisher: 2.978 )
Also: 1 oder Pass, aber Saarbrücken kommt hier nicht als Favorit.
 
Der Tipp ging nicht auf, da Saarbrücken ja gewann (nur gab es ja auch den „Pass“-Anteil der Empfehlung…). Insgesamt war Saarbrücken wohl die spielstärkere Mannschaft — was auch schon zuvor unbestritten war –, jedoch hielt Babelsberg mit Kampfkraft dagegen (und einer ganz gut organisierten Defensive, wie in den Spielen zuvor schon). Da Saarbrücken aus der leichten Überlegenheit in Hälfte 1 (ohne zwingende Chancen) nichts herausholte, zeigte sich auch Babelsberg mehr in Hälfte 2. Hier gab es schon etwas Druck der Heimelf, jedoch erzielte Saarbrücken das Tor. Ein Remis wäre wohl das gerechtere Ergebnis gewesen.

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FC Chemnitz – Alemannia Aachen 1:2 (0:0)

Zuschauer: 4.800 (Schnitt bisher: 5.220)
X oder 2.
 
Guter Tipp, dramatischer Spielverlauf, alles gut also. Die Partie war bis in die Schlussphase nicht so toll. Natürlich hatte Aachen nach dieser langen sieglosen Zeit vor allem im Sinn, erst einmal hinten alles zusammen zu halten, was recht gut gelang. Selbst wenn Chemnitz in Hälfte 2 zu etwa drei Torchancen kam, sah Aachen völlig ok und stabil aus. Einen Aufreget gab es zuvor noch in Hälfte 1, einen der typischen Bauart: klares Handspiel im Strafraum (ein Aachener Abwehrspieler), der fällige Elfmeter wurde — verweigert, was auch sonst? Eine Flanke wird mit dem Arm abgefangen, dabei sogar ganz klar der Flug des Balles vor das Tor verhindert (nicht etwa, dass der Ball ohnehin am Körper abgeprallt wäre und die Hand nur so, zufällig, davor war), also wurde sogar eine Tormöglichkeit verhindert. Wie, um alles in der Welt kann man auf den Gedanken kommen, dass DAS EIN SCHIEDSRICHTER NICHT SIEHT? Er sieht es, ganz sicher, nur gibt er einfach keinen Elfer. Weil: es kann ihm doch nichts passieren? Hätte geben MÜSSEN, heißt es danach, damit ist es mit der „Kritik“ auch schon wieder vorbei. Deshalb war doch der Schiri nicht schlecht?
Genau so kurios aber (von daher 1:1 mit derartigen Situationen), dass das korrekte 1:0 der Alemannia auch nicht gegeben wurde. Ein langer Freistoß von Streit segelt in der Strafraum, wird am langen Pfosten eingeschoben von einem Aachener, alles jubelt, aber dann der Pfiff. Der Grund? Abseits? Nun, das war es unter keinen Umständen, nicht ein einziger Spieler, der beim Freistoß dem Tor näher stand als die Gegenspieler, bei weitem nicht, am wenigsten der Torschütze, selbst wenn als Rechtfertigung angegeben wird, dass der Schiri (oder soll DAFÜR der Linesman zuständig sein?) gesehen haben will, dass ein anderer Spieler am Ball war, der es zwar nicht war (hier also der behauptete Irrtum), der aber abseits war — was er jedoch auch nicht war. Was soll das mit „ich habe etwas gesehen“ zu tun haben? Tore aberkennen lautet der Sport, in dem sich alle Offiziellen üben — und dies mit gigantischem Erfolg. Der Effekt? Gar keiner. Sie können sich hinterher gegenseitig auf die Schulter klopfen und sich hinter ihren gebündelt fadenscheinigen Argumenten verstecken („war schwer zu sehen“). Selbst wenn schwer (was nicht bestritten wird): warum immer immer immer GEGEN die Toraktion?
Unfassbar also, und Trainer Eck verfiel bereits in Agonie, als direkt nach der Aberkennung des (bereits bejubelten) Treffers stattdessen Chemnitz im Gegenzug in Führung ging (80. Minute). Jedoch gelang tatsächlich der Ausgleich (86.; bei einem Fernschuss ließ der Torhüter den Ball nach vorne prallen; hier heißt es immer lapidar „Torwartfehler“, jedoch wird niemals die Qualität des Schusses zugrunde gelegt (und diese war sehr hoch in dem Fall), was aber dringend zu geschehen hätte), ein Nachrücker versenkte. Tatsächlich das 1:2 in der 89., nach einer ähnlichen Situation wie zuvor beim aberkannten Führungstreffer: langer Freistoß (ja, ein Standard) in den Strafraum, ein Aachener verlängert, diesmal keine Fahne an der Seitenlinie, das noch viel mehr umjubelte 1:2 (während nun hingegen ganz Chemnitz in Agonie verfiel).
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SV Darmstadt 98 – Arminia Bielefeld 1:3 (0:1)

Zuschauer: 5.100 (Schnitt bisher: 5.880)
Also: man würde sich sehr vorsichtig hier für die 2 entscheiden.
 
Auch hier ging der Tipp auf. In Hälfte 1 aber Darmstadt die klar bessere Mannschaft. Sie kamen doch zu einer Reihe sehr guter Gelegenheiten. In der 34. der wohl berechtigte Strafstoß für den Gast, aber aus dem ersten richtigen Angriff heraus, der zum 1:0 genutzt wurde. Auch danach noch zwei gute Chancen für Darmstadt, jedoch beide nicht vom Erfolg, so dass man jedenfalls die Pausenführung als sehr glücklich bezeichnen muss. Direkt nach der Pause eine weitere Darmstädter Chance, doch dann das 2:0 für Bielefeld (53.). Statt das 3:0 nachzulegen (ein Lattenschuss) kassierte die Arminia das 1:2 und kurz danach einen Platzverweis, so dass die nächsten Minuten ziemlich kribbelig wurden für die Gäste. Als Torwart Platins auch die nächste Großchance vereitelte und kurz darauf gar das 3:1 gelang (mit einem tollen Tor bei einem Konter), war die Partie doch entschieden, denn Darmstadt hatte nichts mehr zuzusetzen.
Insgesamt ein glücklicher Sieg für Bielefeld.
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Rot Weiß Erfurt – Wacker Burghausen 0:3 (0:1)

Zuschauer: 4.000 (Schnitt bisher: 4.386)
so dass man hier, auch mit einiger Vorsicht, aber doch… auf X oder 2 tippt.
 
Auch hier ein gelungener (wenn auch vorsichtiger) Tipp. Erfurt begann gut, setzte Burghausen unter Druck, aber das Tor erzielten die Gäste (19.). Übrigens bereitete es Mokhtari mit einem tollen Pass vor. Danach zwar ein umkämpftes Spiel, aber doch mit Vorteilen für Erfurt. So richtige tolle Chancen sprangen aber kaum dabei heraus, oftmals blieb es im Ansatz stecken. In Hälfte 2 das gleiche Bild. Burghausen wirkte jedenfalls wohl organisiert und ziemlich stabil, während Erfurt sich nur um Spielkontrolle bemühte (selbst das nicht mit klarem Erfolg) und weiterhin die Chancen rar blieben. Als das 2:0 gelang, wurde es natürlich unendlich schwer. Selbst wenn es mal wieder eine echte Chance gab, so war doch nicht ernsthaft mehr an eine Wende zu denken — zumal auch Burghausen längst voll mitspielte.
Natürlich erwartet man bei einem Tipp auf einen Außenseiter nicht, dass die Mannschaft gleich überlegen ist. Sie waren gut, so gut, wie man sie eingeschätzt hat, die Partie war korrekt bewertet, etwas besser an dieser Stelle als vom Markt. Übrigens erzählte Saar-Senesie, der nicht immer aufgeboten war, für das 3:0 mit einer tollen Aktion, als er einen Gegenspieler versetzt im Strafraum, und dann den Ball in den Angel schnippelt.
Erfurt aber nicht so arg schlecht, dass man sich ernsthaft Sorgen machen müsste. Sie werden noch aufrücken.

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1.FC Heidenheim – Hallescher FC 3:1 (0:0)

Zuschauer: 6.100 (Schnitt bisher: 8.480)
Diese Partie ist fast optimal für den (weiterhin risikofreudigen) Wettfreund: eine klare 1 steht an.
 
Die erste Halbzeit so wie das Ergebnis: ausgeglichen, selbst wenn sich Heidenheim sofort um Spielkontrolle bemühte. Nach der Pause sogar Halle das bessere Team, die sogar allmählich richtig mutig nach vorne spielten. Vier, fünf ganz gute Torchancen, wo es durchaus 0:1 hätte heißen können, Heidenheim nur mit zweien bis dahin, und tatsächlich ging Halle (verdient) in Führung (67.!). Ein unglaubliches Tor leitet die Wende ein: Ballverlust bei Halle im Aufbau, der angefangene Ball wird aus bald 40 Metern, direkt Richtung Tor gefeuert, knallt an die Latte, von dort auf einen Heidenheimer, der ihn mit dem Kopf über die Linie bringt. Danach natürlich auch das Publikum im Spiel, die Mannschaft angezündet, brannte entsprechend ein Feuerwerk ab. Gleich weiter Action und das 2:1, später noch das 3:1 (durch Thurk, eingewechselt).
Ein insgesamt glücklicher Sieg — damit die Empfehlung bestätigend — aber Halle lange Zeit ausgeglichen oder sogar mit leichten Vorteilen. Die Einschätzungen: so gut Heidenheim auch sein mag (auch daran gerne ein paar Zweifel, aber sie hatten die Durststrecke, mit einem Punkt aus drei Spielen): der eigene Fehler könnte nur Halle betreffen. Sie waren unheimlich stark und kompakt, ließen wenig zu (bis zum 1:1 eben) und waren nach vorne doch stets gefährlich (mit Chancenplus). Also: wenn man sie zuletzt ein klein wenig schlecht geredet hat, dann geschah dies zu Unrecht.
Der beste Tipp ging auf, aber es war kein wirklich guter.
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Preußen Münster – Borussia Dortmund II 1:0 (0:0)

Zuschauer: 7.200 (Schnitt bisher: 8.937)
Der Tipp: eine klare 1.
 
Dortmund trat sehr gut auf und verdiente sich erneut das Prädikat „spielstark“. Hinten war es ziemlich dicht und nach vorne ging sogar auch etwas. Und es lag sicher nicht am typischen Phänomen „Erster gegen Letzter“ zumal Preußen ja „nur“ Zweiter war), es war die Qualität der Borussen, die man hervorheben möchte. In Hälfte 2 wurde die Überlegenheit aber doch allmählich deutlich (nicht vergessen: Dortmund spielte mit Talent Bittencourt, der sicher irgendwann in die 1. aufrücken soll), Münster doch einfach ein ausgewiesenes Spitzenteam mit einem fanatischen, aber doch so weit geduldigen Publikum. Das 1:0 kam zwar spät (83.), aber es kam natürlich doch verdient.
Selbst wenn der Tipp (halbwegs) aufging, so war Dortmund vielleicht doch zu stark, um eine Wette zu rechtfertigen, zumal ja die Rede von einem klaren Sieg war.
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SV Wehen/Wiesbaden – VfB Stuttgart II 0:0

Zuschauer: 2.900 (Schnitt bisher: 3.284)
Wehen ist dran mit einem Dreier, Tipp 1.
 
Wehen hatte Vorteile, mühte sich die ganze Zeit, das Heft in die Hand zu nehmen — mit einigem Erfolg — kam aber doch nicht zu den erhofften glasklaren Chancen. Sicher muss man heute immer berücksichtigen, dass so schnell von „Krise“ die Rede ist, die einfach nicht da ist, aber durch das Gerede plötzlich aufkommt, da Unsicherheit um sich greift. Der geplante (und von der Empfehlung her so sehr erhoffte) Befreiungsschlag gelang nicht. Schlecht war die Leistung nicht, aber es muss halt ein Erfolgserlebnis her. Stuttgart war nicht besonders gut in der Partie, aber sie müssen als Gast natürlich nicht, so lange es 0:0 steht.
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SpVgg Unterhaching – Kickers Offenbach 0:3 (0:2)

Zuschauer: 2.500 (Schnitt bisher: 2.450)
Pass auf die Seiten, vielleicht eine Wette auf ein over.
 
Da hier nur der Tipp auf das over abgegeben war, kann man natürlich auch so weit zufrieden sein (und ab drei Toren ist es ja meist ein over, wenn die Line nicht übertrieben hoch ist). Offenbach bestätigte jedenfalls die ihnen bescheinigte Qualität und bei Unterhaching hat man ja regelmäßig darauf aufmerksam gemacht, dass ihr Fußball zwar richtig Spaß macht und dass sie mit Herz, Leidenschaft und Talent mutig nach vorne spielen, dass sie aber auch jederzeit mit einem Einbruch rechnen müssen — und dies sicher auch tun. So war die Partie anfangs recht ausgeglichen, bis Offenbach durch einen Doppelschlag klar in Führung ging. Selbst wenn ein Aufbäumen — speziell eines nach dem 0:2 in der 53. — zu beobachten war: der Sieg von Offenbach geht natürlich in Ordnung.

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