Rückblick Österreich tipp 3 Bundesliga, 10. Spieltag

Austria Wien – Wolfsberger AC 1:1 (0:0)

Zuschauer : 9.578 (Schnitt bisher: 8.993)
Also, als ziemlich krasser Außenseitertipp, aber doch soll er lauten: Wolfsberg verliert die Partie nicht. X oder 2.
Der Außenseitertipp ging auch auf. Wolfsberg holte etwas und man kann absolut nicht sagen, dass es unverdient gewesen wäre. Zunächst aber: der Zuschauerzuspruch gut für diese Partie, da Wolfsberg ja nicht zu den Topattraktionen zu zählen ist, was bedeuten könnte, dass die Austria doch mehr und mehr „angenommen“ wird von den Fans. Wolfsberg in Hälfte 1 sogar am Drücker, mit mehr Spielanteilen und Torchancen (etwa 4:2 aus ihrer Sicht). Nach dem Wechsel die Austria deutlich verbessert, mit ein paar Chancen, jedoch machte das Tor (nach einem Standard! Wie gewöhnlich wird der Ball aus dem Halbfeld mit Effet aufs Tor gezielt, der Torwart weiß nicht, ob jemand und wenn, wer an den Ball kommt, alle, Angreifer und Verteidiger gehen hinein, und hier kam ein Angreifer an den Ball — drin) der Gast in der 70. Nun setzte die Austria alles auf eine Karte mit der Einwechslung zweier weiterer Angreifer und wurde, natürlich völlig verdient, belohnt (84.).
Dennoch ein weiterer Aufreger: Schuss eines Wolfsburgers, der Verteidiger geht hinein, bekommt den Ball an den Arm und verhindert so einen gefährlichen Torschuss. Wie üblich kein Elfer und, wie ebenfalls üblich, soll es auch keiner gewesen sein. Wie absurd dieses Urteil ist, kann man gar nicht oft genug betonen. Der Schuss geht Richtung Tor, die Hand ist im Weg. Was sollte denn sonst noch ein Elfer sein? Und alle sind sich auch noch einig: aus einem Meter bekommt er die Hand NICHT WEG. Ja, aber merkwürdigerweise bekommt er sie DAHIN. Er bekommt sie auch aus einem guten Grund dahin: er macht den Körper breiter, so etwa, wie ein Handballtorwart, und wenn der Schütze gegen schießt ist er doch selbst Schuld, oder was soll die fadenscheinige Begründung sein? Die Abwehrspieler wissen sehr genau, was sie tun. Hier werfen sie alles dazwischen, was sie haben. Wenn der Ball gegen geht: alles richtig gemacht, selbst wenn es der Arm oder die Hand ist. Komischerweise aber hat man derartige Abwehraktionen vor 40 Jahren nicht gesehen. Warum? Natürlich: die Abwehrspieler wussten, dass sie, wenn der Ball gegen ihre Hand geht, es einen Elfmeter gibt. Da war die verbotenen Körperteile flugs aus der Schusslinie. Na klar, DAS will man nun auch nicht riskieren. Worauf hat man sich nur mit der heutigen Regelauslegung eingelassen? Absurd einfach, herrlich dämlich. Der Gedanke wohl: Hauptsache, es fällt kein Tor. Das wahre (aber sehr leicht mögliche) Spektakel wird auf diese Art dem Freund des Spiels vorenthalten.
 
FC Wacker Innsbruck – Rapid Wien 0:2 (0:0)
Zuschauer : 6.050 (Schnitt bisher: 4.659)
Man kann als Fazit nur sagen: Innsbruck oder gar nichts. Also doch Innsbruck, 1 oder X.
Nun gut, hier ging sie nicht auf, die Vorhersage. Zur Beurteilung der Qualität dieser virtuellen Wette muss man natürlich den Grad der Überlegenheit der Wiener ins Verhältnis zur Quote setzen, sozusagen. Also: in Hälfte 1 hatte Rapid klar mehr Torschüsse (10:4) und war damit offensichtlich gefährlicher. Da sie aber klarer Favorit waren, kann man das auch durchaus tolerieren, zumal der Außenseiter ja, so lange das Tor noch nicht gefallen ist, zunächst mit dem Remis einverstanden ist. Rapid übrigens vor allem nach Standards (! Es sind immer mehr die Standards, auf die es im heutigen Fußball ankommt; das ist extrem auffällig, vor allem dies daran: sie werden mehr und mehr einstudiert) gefährlich (Steffen Hofmann der Spezialist dafür).
So gelang direkt nach der Pause das (verdiente) 1:0 (ein Eckball, verlängert am kurzen Pfosten in die Gefahrenzone; natürlich eine Variante). Danach jedoch Innsbruck mit drei recht guten Chancen, woraus zu schließen ist, dass sie doch noch etwas zuzusetzen hatten, und damit eine gewisse Rechtfertigung für die Empfehlung geliefert haben. Allerdings blieb Rapid natürlich, mit fortschreitender Spieldauer und mehr vorgefundenem Raum in Gegners Hälfte, gefährlich und es gelang das 2:0 (85.). Na, lassen wir mal ein besonderes Fazit.
 
SC Wiener Neustadt – SV Mattersburg 0:0
Zuschauer : 1.900 (Schnitt bisher: 3.375)
Kein Tipp.
Aufgrund der Derbytendenz wurde hier (vor allem) ein Tipp ausgespart, welcher ansonsten doch zugunsten der Heimmannschaft ausgefallen wäre, die man unter keinen Umständen als Außenseiter empfunden hätte. Zu gut der letzte Auftritt, zu wackelig die Leistungen der Mattersburger mit drei Niederlagen am Stück.
In der ersten Hälfte also die Heimmannschaft ganz klar am Drücker, mit einer sehr, sehr ansprechenden Leistung und etwa fünf (plus) guten Torchancen. Absurd wieder einmal ein neuerlicher Beleg für obige These (und dieses Beispiel wurde erst nach dem Verfassen des obigen Textes gesichtet): ein Schuss auf das Mattersburger Tor, ein Verteidiger reißt die Arme hoch und bekommt den Ball dagegen. In der Wiederholung sieht man übrigens, dass der Schiedsrichter genau auf Ball und Abwehrspieler blickt, also es unmöglich als „Übersehen“ durchgehen könnte. Der Grund, dass er (auch hier) NICHT pfeift? Der ist klar: der Abwehrspieler stand im Strafraum, also hätte er wohl, wie er sogleich bemerkt, einen Strafstoß verhängen müssen. Vor diesem hat man Angst, man gibt ihn einfach nicht. Man weiß aus Erfahrung, dass man mit praktisch jedem NICHT verhängten gnädig davon kommt (denn außer ein: „hier hätte er geben müssen…“ hört man im Anschluss gar nix). Allerdings ein gegebener, der keiner war würde einem auf Lebzeiten nachgetragen werden und vermutlich zum Ausschluss aus der Gilde führen. Also die Entscheidung klar und ohne Wimpernzucken durchgeführt: nix, weiter spielen, nur ja keinen Elfer verhängen.
Eine weitere Szene war so: ein Tor, die Heimelf jubelt, der Mann an der Linie hat was dagegen: Abseits. Nur: das Ganz spielt sich im Fünfer ab, also in absoluter Tornähe. Dass man dort was gesehen hat, vor allem von der Seitenlinie aus, erscheint irrwitzig. Die Fahne wird aus dem gleich en Grund hochgerissen wie kein Elfer verhängt wird: jede Entscheidung GEGEN ein Tor ist willkommen. Hier „bewies“ die Zeitlupe übrigens angeblich, dass tatsächlich ein Trikotfetzen im Abseits war, die Entscheidung also „korrekt“ (warum gibt es nur noch immer den Eintrag im Regelwerk: „Im Zweifel FÜR den Angreifer“? Denn: selbst wenn KEIN Zweifel wird es stets GEGEN den Angreifer entschieden. Und wenn falsch heißt es später nichts außer „zwar falsch, aber schwer zu sehen“. Absurd, ja.
Übrigens war das Chancenverhältnis etwa bei 12:2 insgesamt, also hätte es nur einen Sieger geben dürfen. Langfristig bedeutet das nur, dass man in Zukunft weitaus mehr Vertrauen in die Fähigkeiten der Wiener Neustädter hat, während man keinesfalls Mattersburg haben möchte.
SV Ried – Admira/Wacker Mödling 1:1 (0:0)
Zuschauer : 4.300 (Schnitt bisher: 4.951)
Der Tipp lautet: Admira nimmt etwas mit. X oder 2.
Die Rieder insgesamt gefährlicher, doch etwas besser in dieser Partie, was aber nicht automatisch bedeutet, dass der (aufgegangene) Tipp irgendwie schlecht gewesen wäre. Zu gut war die Admira dafür, hatte genügend dagegen zu setzen. Das Chancenverhältnis dennoch in Hälfte 1 etwa bei 5:1 für die Heimmannschaft, und teilweise echte Hochkaräter. In Hälfte 2 in etwa ausgeglichen. Admira ging nach einem Elfer in Führung (bemerkenswert hier, und bisher unbekannt: es war erst DER DRITTE ELFMETER IN DER GESAMTEN SAISON, welcher verhängt wurde; und davon der erste verwandelte; aber was hält man davon, dass es erst drei gab? Klar, was man schließen soll: in dieser Saison spielen doch alle ganz fair… Ja, ja, wers glaubt… ES GIBT KEINE ELFER MEHR; siehe oben). Die Admira hätte nach der Führung sogar nachlegen können, war sehr gut im Spiel und das Gegentor fiel in der 88., beinahe etwas unglücklich in dem Moment).
Schlüsse sind keine weiteren zu ziehen. Beide sind so gut wie eingeschätzt, haben Qualität.
Red Bull Salzburg – Sturm Graz 3:2 (2:1)
Zuschauer : 10.950 (Schnitt bisher: 8.835)
Alle zugestandene Klasse wird den Grazern hier nicht helfen. Salzburg wird den Lauf fortsetzen und (endlich mal wieder) daheim voll punkten.
Tipp: Heimsieg.
Ja, auch hier ging der Tipp auf. Eine tolle Partie, mit Chancen hüben wie drüben, und einer Sturm Elf, die der Einschätzung von ihr voll gerecht wurde: sie sind wirklich gut in dieser Saison. Die ganz großen Stärken haben sie in der Offensive, und diese versuchten sie, auszuspielen, mit gutem Erfolg (denn: wer schafft schon zwei Tore IN Salzburg?). Das sah teilweise wirklich klasse aus.
Nicht anders allerdings die Einschätzung der Heimmannschaft: mit den Neuzugängen sind sie absolut top, gehören ganz nach vorne und die Meisterschaft wird NUR über die Bullen entschieden, keine Frage. Erneut erzielte Berisha ein Tor (schon sein viertes) und auch Kevin Kampl macht mächtig Wirbel, selbst wenn in dieser Partie etwas weniger auffällig. Also: alles gut hier und keinerlei Zweifel (glücklich der Sieg insofern, als das 3:2 in der 89. fiel).

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s