Rückblick Heute für Morgen 1. Liga Österreich, 11. Spieltag

Austria Lustenau – TSV Hartberg 3:1 (3:0)

Zuschauer: 3.800 (Schnitt bisher: 4.792 )

Demnach wird zu Hause Wiedergutmachung betrieben, nur wird der Markt einem dafür keinen Preis schenken, der es lohnend macht, den Tipp einzusetzen.
Austria Lustenau HAT also Wiedergutmachung betrieben, nur hat sich dies nicht finanziell niedergeschlagen (oder?). Die Partie relativ klar, denn in Hälfte 1 hat die Heimmannschaft (schon nach 22 Minuten) die ersten klaren Chancen verwertet. Das sah schon sehr souverän, abgeklärt, selbstbewusst aus, wie die Bälle da versenkt wurden. Allerdings immer wieder auffällig: es wird kaum je auf einer Linie verteidigt, das eröffnet oftmals die Gelegenheit für einen tödlichen Pass, da sich zwischen den „Linien“ riesige Räume befinden.
Allerdings kam Hartberg tatsächlich in Hälfte 2 zu einigen Möglichkeiten, von denen die zweite (60.) genutzt wurde. Danach gab es noch zwei Chancen zum Anschluss, wo es durchaus noch einmal hätte spannend werden können (die beste Chance vergab Juvhel Tsoumou, ohne direkt etwas falsch zu machen; der Ball ging halt nicht rein). Gegen Ende aber doch A. Lustenau wieder mit ein paar Chancen, so dass man davon ausgehen kann, dass sie nur temporär den Schongang eingelegt hatten.
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SV Grödig – SCR Altach 1:0 (1:0)
Zuschauer: 1.100 (Schnitt bisher: 960)
Also klarer Tipp hier: Grödig wird unterschätzt, hat sehr gute Chancen in der Partie und ist Favorit. Ein Heimsieg.
Auch dieser Tipp ging auf. In der Partie zeigte sich doch, dass die Einschätzung stimmte. Grödig in guter Verfassung, ganz generell, und Altach weiterhin auf der Suche nach Form und Konstanz. Was nützten da die höher bezahlten Spieler oder, falls überhaupt, der in der Papierform höherwertige Kader? Nein, davon war (und ist) nichts zu sehen. Vorne fehlte sogar Toptorjäger Hannes Eigner (was an dieser Stelle in der Vorschau weder bekannt war noch berücksichtigt werden konnte), was den Tipp also noch besser machte, aber auch so sah man, was das Erfolgsgeheimnis generell im modernen Spitzenfußball ist (so weit diese Mannschaften auch davon entfernt sein mögen): eine stabile Defensive ist es und (bedauerlicherweise, denn es ist zum Leidwesen eines jeden Freund des Spiels Fußball, da Toraktionen und Tore einfach das sind, was Spaß macht, aber das Rad der Zeit lässt sich wohl niemals zurückdrehen, selbst wenn es sehr einfache Methoden gäbe, wieder für mehr Torspektakel zu sorgen und vielleicht gar der Johann Cruyff Theorie wieder nachzugehen, in welcher es NICHT auf die Defensive ankommt sondern darauf, ein Tor mehr zu schießen als der Gegner; übrigens immer mal witzig, daran zu erinnern, was Vicente del Bosque einst als Coach von Real Madrid sagte, angesprochen darauf, wie er die Schwächen in der Defensive in den Griff zu bekommen gedenkt, worauf er antwortete: „We do not defend.“ Natürlich sollte es heißen, dass sie nicht verteidigen SONDERN angreifen; im Geiste des Fußballs, im Geiste des Spiels, nur blieb er auch nicht lange…) kommt man nur mit ihr nach oben. Diese haben die Grödiger, das war gut zu sehen, denn Altach kam kaum je zum Tor, wenn überhaupt entstand „Gefahr“ durch ein paar Fernschüsse. Nebenbei: BEIDE Brasilianer (und man muss erst mal überhaupt EINEN haben…) bei Grödig wurden verletzt, Leo nach seinem Torerfolg zum 1:0. Leo scheint eine Weile auszufallen und auch der andere (Tai; halb Brasilianer, halb Spanier, was aber auch nicht gerade ein schlechtes Zeugnis wäre…) könnte länger fehlen (beide mit Bänderverletzungen).
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SV Horn – Kapfenberger SV 2:0 (0:0)
Zuschauer: 1.160 (Schnitt bisher: 1.961)
Wenn man doch zu etwas gezwungen wird, so könnte es nur lauten: Heimsieg.
Der unter Zwang abgegebene Tipp ging auch hier auf. Es klingt zwar deutlich, ein 2:0, so war die Partie aber nicht. Kapfenberg war zwar unter der Woche peinlicherweise ausgeschieden aus dem Cup gegen ein unterklassiges Team, hat aber in dieser Partie hier nicht enttäuscht. Sie haben nun Babangida vorne drin, der nicht nur optisch den Unterschied ausmachen kann — selbst wenn er in dieser Partie nicht traf. Chancen waren da, in der Anfangsphase Kapfenberg die bessere Mannschaft, bis kurz vor der Pause auch Horn zu zwei Chancen kam, fortan die Partie etwa im Gleichgewicht. Wie wir ja wissen (und es tatsächlich kurioserweise wahr ist), hat man manchmal kein Glück und dann kommt auch noch Pech dazu. In dieser Partie kassierte Kapfenberg das 0:1, spielte in der Folge noch wilder nach vorne, kassierte aber in der 87. das 0:2, was auch alles andere als ungewöhnlich ist, selbst wenn man erneut über die Defensive sagen dürfte, dass sie etwas zu früh weit aufgerückt ist und die Räume doch gewaltig groß werden (was man hierzulande deutlich weniger sieht, natürlich noch weniger in den taktisch wirklich gut ausgebildeten Ländern, vorrangig Italien genannt). Man erhöht dort auch das Risiko, aber nur sehr allmählich und bis zur Auflösung der Viererkette müssen schon die letzten 10 Minuten heranbrechen, während es in Österreich II oftmals nach maximal zwei Verteidigern aussieht. Ob das allerdings „Taktik“ ist oder ob sie einfach, wie im Jugendfußball E und darunter, alle nach vorne laufen, ist nicht bekannt.
Also: Kapfenberg hat doch sicher das Potenzial, etwas weiter aufzusteigen in der Tabelle. Horn steht vielleicht sogar etwas zu gut, obwohl man doch wenig entdecken kann, was sie falsch machen. Aber die Zuschauer strömen auch nicht gerade, was kein so tolles Indiz ist (zumal ja hier weniger als bisher im Schnitt kamen, und das bei einem gut gestarteten Aufsteiger).
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SKN St. Pölten – FC Lustenau 2:1 (1:1)
Zuschauer: 3.040 (Schnitt bisher: 3.750)
Hier ist die Tendenz klar: die Heimmannschaft macht das, Tipp 1.
Der Tipp ging auch in dieser Partie auf, jedoch muss man auch hier ehrlicherweise sagen, dass die erste Hälfte an die Gäste ging. Das Chancenverhältnis jedenfalls klar zu ihren Gunsten, dennoch ging St.Pölten mit der ersten guten Aktion nach vorne (durch den spanischen Goalgetter Segovia) mit 1:0 in Führung. Der Ausgleich war mehr als verdient, der nach einem Eckball fiel. In Hälfte 2 nutzte erneut St.Pölten die erste gefährliche Aktion (Ecke-Kopfball-Tor) und fortan taten sie einiges, damit man den Erfolg vielleicht doch später mal „verdient“ nennen könnte. Da aber FC Lustenau ganz am Ende doch noch zu drei halbwegs guten Chancen kam, wird der Partie dieses Prädikat knapp entzogen: ein Remis wäre gerechter gewesen. Einem FC Lustenau in dieser Verfassung sollte man vielleicht doch etwas mehr zutrauen, selbst wenn ihr Torjäger Ali Osman noch vor der Pause ausgewechselt wurde, vermutlich, da er bei einer Torchance ziemlich absurd den Ball eher knapp vor der (gegnerischen) Torlinie stoppte anstatt ihn zu versenken (war der Trainer da so sauer drüber?).
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Blau Weiß Linz – First Vienna 0:1 (0:1)
Zuschauer: 1.350 (Schnitt bisher: 1.467)
Eine ganz klare 1, bei reichlich Toren.
Glatter Fehlschuss, dieser Tipp, keine Tore, kein Heimsieg. Allerdings hätte die Partie wohl etwa 6:1 ausgehen sollen…
Zunächst mal vier gute Chancen für die Heimelf, dann, aus dem Nichts (nach einem Ballverlust im Aufbauspiel) das 0:1. Danach weitere Chancen für die Linzer, aber kein Tor.
In Hälfte 2 wurde es aberwitzig: zunächst erzielt das Heimteam ein ganz sonnenklares korrektes Tor, welches nicht gegeben wurde (angeblich abseits, nur braucht man kein Replay, um zu sehen, dass das KEINES war). Dann, etwa mit der zehnten Großchance, ist der Ball unvermeidlich drin … wenn da nicht ein „Torhüter“ stünde, der den Ball von der Linie kratzt. Aber halt, der hat doch kein Torwarttrikot an? Wieso darf der denn jetzt auch noch mit der Hand spielen? Nein, einen klareren Elfmeter gibt es nicht, da der Ball auch ohne diese unfassbare Abwehraktion vielleicht sogar schon hinter der Linie war. Nicht gesehen ist ein sehr fadenscheiniges Argument. Manchmal spürt man einfach, ohne Hinschauen (beispielsweise auch an der Reaktion der Spieler), dass es Hand war. Das zusätzliche erforderlich Rot hätte natürlich eh alles möglich gemacht, aber auch so war der Ausgleich so was von verdient, dass man ihn einfach mal geben musste.
Danach hatte der Referee eine weitere Gelegenheit, sein schlechtes Gewissen — so es denn überhaupt um dieses ginge — zu beruhigen, indem er bei einem klaren Schubser im Fünfmeterraum — erneut NICHT auf Strafstoß entschied.
Selten also ein ungerechteres Ergebnis gesehen. Man sieht auch nach dem Schlusspfiff, als dem Gästetrainer Gratulationen zukommen sollen, dass er sie gar nicht haben will. Weil auch er das spürte. Da gab es nichts, worüber man sich freuen konnte. Es spielte nur eine Mannschaft — mit einem zwölften Mann zusammen. Was tut dieser nächste Woche? Sicher pfeifen, ganz klar.
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