Vorschau Österreich tipp 3 Bundesliga, 10. Spieltag

Austria Wien – Wolfsberger AC (Entfernung: 254 km)

Austria Wien hält weiterhin die Tabellenführung, aber Salzburg hat bei dem 1:0 Sieg in Wien seine Vormachtstellung untermauert, die sie bereits einzubüßen drohten (ganz ähnlich wie Basel in der Schweiz). Natürlich zeichnet die Topteams nicht nur aus, dass sie Woche für Woche den größtmöglichen Widerstand erfahren und einfach „damit leben müssen“, sondern auch, dass sie meist den längeren Atem haben. Hier dies nur erwähnt, dass die Austria einen kleinen, aber doch sehr empfindlichen Dämpfer erhalten hat. Auch die Zuschauerzahlen sind nicht so erbaulich (für einen Tabellenführer und Traditionsverein, mit nur etwa 9.000?!), was oftmals ein Indiz für das Empfinden der Zuschauer in Bezug auf die Leistungen ist, und demnach beinahe direkt die Leistungen reflektieren. Gut sind sie, ja, aber eben nicht überragend, mitreißend, begeisternd, fesselnd. Natürlich ist es weit entfernt davon, nun Austria eine Art beginnende Krise einreden zu wollen, nur gibt es ein paar Fingerzeige…
Wolfsberg hingegen hätte allen Grund, mit breiter Brust anzureisen. Vier Spiele ohne Niederlage, bei nur einem Remis darunter (das 1:1 bei Admira; in diesem Spiel auch das einzige Gegentor in diesen 4 Spielen, bei insgesamt 9:1 Toren), welches die Tabellenplatzverbesserung auf Rang 5 bedeutete, also: sie sind in der oberen Hälfte! Und das sogar nach einem etwas schwierigen Start, was eigentlich sonst bei Aufsteigern ein klares Indiz ist, dass es wieder runter geht. Meistens punktet man zu Beginn und muss in der zweiten Saisonphase dann sehen, dass das Punktepolster ausreicht, um die Klasse zu halten. Hier war es so: die Leistungen waren zu Beginn schon gut, sogar spielerisch teilweise hochklassig, nur stand damals das, na, nennen wir es „naive“ Abwehrverhalten im Wege, um die Leistungen in Punkte umzumünzen. Offensichtlich aber hat man sich an das Klima ganz gut gewöhnen können und hält hinten dicht. Nun ja, es sollte dringend erwähnt werden, dass es kaum um eigene Verdienste ging, als Innsbruck aus 31 Torschüssen kein einziges Tor zustande brachte, andererseits war davor schon einmal eine Statistik angeführt worden, nach welcher Schlussmann Dobnik der beste der Liga ist. Nun, garantiert wird er DIESE Statistik bei dem 1:0 Sieg in Innsbruck NICHT verschlechtert haben. Also gut halten tut er, fraglos. Bitte dringend zu berücksichtigen, dass die Leistung von Wolfsberg in Innsbruck nicht schlecht war, sondern vor allem dass jene von der Heimmannschaft klasse war.
Also, als ziemlich krasser Außenseitertipp, aber doch soll erlaufen: Wolfsberg verliert die Partie nicht. X oder 2.
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Wacker Innsbruck – Rapid Wien (Entfernung: 476 km)
Unter allen Umständen wird man in den nächsten Spielen nicht (erneut) gegen Wacker Innsbruck antreten. Nein, dazu war diese Leistung gegen Wolfsberg zu gut und es ist auch manchmal so, dass man, rein emotional, nicht gegen jemanden sein möchte. Diese Partie war mit so viel Herz, Leidenschaft, Kampfgeist gepaart mit spielerischer Klasse absolviert, dass man wirklich nur mit den Tirolern trauern konnte. Kaum vorstellbar also, dass die Fans sie nun hängen lassen, im Gegenteil, der Zuschauer hat ein feines Gespür dafür, was ehrlicher und guter Fußball ist und ist bereit — anders, als die Medien es tun — den Fußball NICHT als reinen Ergebnissport aufzufassen sondern brav für die Mannschaft zu singen, an die sein Herz gewachsen ist, sofern die LEISTUNG stimmt (auch, wenn es das Ergebnis nicht tut). Also: hier wird die Hütte brennen, die Zuschauer mit noch mehr Inbrunst einen Sieg ihrer Mannschaft herbeischreien wollen.
Bei Rapid, so kann man sagen, ist sozusagen „business as usual“. Sie spielen ganz vorne mit und haben mal einen sehr guten Tag, mal einen etwas schlechteren. Sie stehen da, wo sie hingehören. Auf Platz 2 (obwohl sie eher NICHT hinter die Austria gehören). Die Heimniederlage gegen Rosenborg war schmerzlich, weil man sich natürlich gegen einen solchen Gegner etwas ausrechnet. Dennoch steht Donnerstag eine Partie an, (bei Metalist Charkov), auf die man jedenfalls ein paar Hoffnungen setzt und dementsprechend diese Aufgabe Teile der Konzentration in Anspruch nimmt.
Man kann als Fazit nur sagen: Innsbruck oder gar nichts. Also doch Innsbruck, 1 oder X.
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Wiener Neustadt – SV Mattersburg (Entfernung: 17 km)
Dies nun wirklich ein Derby, die Städte direkt nebeneinander. Demnach entfallen große Teile des Heimvorteils, zumal ja gerade die Wiener Neustädter ohnehin (nicht erst in dieser ziemlich verkorksten Saison) keinen dollen Zuspruch genießen. Mattersburg mit drei Niederlagen in Serie (und zuletzt einer 1:5 Klatsche bei der Admira), so dass man schon verhalten fragen darf: wie gut sind sie wirklich?
Wiener Neustadt mit dem 1:1 gegen Sturm auf dem Weg, zu beweisen, dass man vielleicht doch zu früh zum Absteiger erklärt wurde, insofern ist dies eine ziemlich offene Partie, aus der man sich am liebsten heraushalten möchte (wie eigentlich am besten immer bei Derbies; da kann man irgendwie eh kaum richtig liegen). Kein Tipp.
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SV Ried – Admira/Wacker Wien (Entfernung: 243 km)
Hier nun kann man sich ziemlich deutlich positionieren. Nicht, dass einem entgangen wäre, dass die Rieder durchaus eine scharfe Klinge zu schlagen verstehen, nein, aber, wenn man nun wirklich antworten müsste, alles Für und Wider abwägend: wer dieser beiden Mannschaften ist die bessere, über alle Spiele gerechnet, den Kader einbeziehend, dann könnte diese nur lauten: die Admira ist es (zumal der Weggang von Hosiner nun längst verkraftet zu sein scheint; da stand dieser oder jener bereit, in die Fußstapfen zu treten). Auch wenn die Admira ohne großes Fanpotenzial ausgestattet ist und die Rieder als traditionell heimstark gelten, kann man hier nur die 2 nehmen (nicht vergessen, dass Ried, trotz der anerkannten Qualitäten, nur einen Punkt aus fünf Spielen geholt hat und diesen auswärts, in Salzburg; in drei Heimpartie in Folge hingegen stand die Null. Allerdings die vorne.).
Der Tipp lautet: Admira nimmt etwas mit. X oder 2.
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Red Bull Salzburg – Sturm Graz (Entfernung: 240 km)

So schwer es einem fiele, gegen Sturm Graz anzutreten, in dieser Partie müsste es wohl sein. Salzburg ist, wie der FC Basel in der Schweiz, nach dem schwierigen Auftakt (vor allem dem schmerzenden Europa Aus gegen Diddeleng) in Tritt gekommen. Der Trainer wagt es, die jungen Wilden aufzustellen, die für Furore sorgen können — diese danken es ihm, natürlich mit den Erfahrenen an ihrer Seite. Sicher passten ein paar Mal noch immer die Ergebnisse nicht (siehe dem 1:1 gegen Ried, als man mit 10 gegen 11 von 1 bis 90 total überlegen war und den Sieg klar verdient gehabt hätte) aber eben die Leistungen. Typisch für einen echten Champ, dass man ein so wichtiges Duell wie jenes beim (fast schon enteilenden) Spitzenreiter, der Austria Wien, ohne viel Federlesens gewinnt (selbst wenn spät, so war es doch verdient). Sturm mit einer eher sehr durchschnittlichen performance in Wiener Neustadt, wo man versuchte, die Klasse in Ruhe auszuspielen, aber vielleicht doch mal das Herz in beide Hände hätte nehmen sollen — so blieb es nämlich beim 1:1.
Alle zugestandene Klasse wird den Grazern hier nicht helfen. Salzburg wird den Lauf fortsetzen und (endlich mal wieder) daheim voll punkten. Tipp: Heimsieg.
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