Rückblick Heute für Morgen 1. Liga Österreich, 10. Spieltag

Der Zuschauerschnitt liegt in dieser Liga derzeit bei 1.954, in der Vorsaison waren es noch 2.213.
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FC Lustenau – SV Grödig 1:1 (1:0)

Zuschauer: 1.300 (Schnitt FC Lustenau bisher: 852)

Von daher kein ernst zu nehmender Tipp.
Der übrigens geplatzte Wechsel (nach Siena, Serie A) des 18-jährigen Reuf Durakovic , dem Ersatztormann des FC Lustenau, machte sich an diesem Abend bezahlt. Da Stammhüter Lukse eine Zeit lang verletztungsbedingt ausfällt, musste der Nachwuchsstar das Tor hüten. Und er tat es glänzend.
Zunächst aber hatte die Heimelf ein paar Chancen, wovon eine ein durchgebrochener Angreifer war, der (zwar nur kurz, aber dennoch…) am Trio gehalten wurde und somit das Tempo und den Schritt verlor. Der Verteidiger konnte also locker klären. Ziemlich klar, dass es nicht nur Freistoß sondern sogar Rot hätte geben können/sollen/müssen. Aus der resultierenden Ecke (ja, die gab es…) folgte dennoch das 1:0, so dass man sich schnell wieder beruhigte (obwohl die Ungerechtigkeit bleibt).
Dann jedoch übernahm mehr und mehr Grödig das Kommando. Da wirkte alles durchdacht und wohl organisiert, abgesehen von individueller Klasse, die hier und da aufblitzte. In Minute 57 die letzte Offensivaktion der Heimmannschaft (bereits nach dem 1:1), danach eine Einbahnstraße Richtung Lustenauer Tor, wobei man das Gefühl hatte, dass Grödig ganz sicher, bis zur letzten Minute, war, dass sie das Tor noch erzielen werden. Reuf Durakvoic aber hatte immer noch eine Hand oder einen Fuß dazwischen, zuletzt in der 90., als ein Gegenspieler, glänzend frei gespielt, direkt vor ihm im Fünfmeterraum auftauchte, abzog … und der Ball von den Zehenspitzen auf das Tordach abprallte. Unfassbar, die ganze Aktion, aber auch die RE-Aktion des Torhüters. Nein, Grödig wirklich ganz stark (und hatte gar noch auf der Bank so viel Platz, um die Importschlager Stefan Lexa und Leo, den Brasilianer, spät einzuwechseln). Das ist echte Klasse, durch und durch, und erstaunlich, dass sich der SV Scholz Grödig (direkt bei Salzburg gelegen) in der Zuschauergunst ganz hinten anstellen muss. Das MUSS doch auffallen, dass es hier ein weiteres Team gibt, welches exzellenten Fußball spielt?
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First Vienna – SKN St. Pölten 1:5 (1:2)

Zuschauer: 1.492 (Schnitt First Vienna bisher: 1.637)
das hier ist eine klare 2, bei durchaus wieder vielen Toren.
Einsichtig wird sicher sein, dass man bei diesem Tipp in Kombination mit dem Ergebnis schwerlich kritische Worte finden kann. Dennoch muss man ehrlich zugeben, dass die Partie bis zum 1:2 weitest gehend offen war und sogar danach First Vienna noch immer ganz gut im Spiel war. Dann gab es Gelb-Rot (für einen Spieler, der schon für das erste Foul Rot hätte sehen können) für einen First Vienna Mann, danach fielen locker noch ein paar Tore.
Summa summarum gibt es aber wenig Zweifel an der Richtigkeit der bereits zuvor getätigten Aussagen: First Vienna spielt teilweise sehr ordentlich Fußball (hier war die Aufstellung übrigens komplett durchgemischt und insgesamt acht Spieler aus der Amateurmannschaft im Team; natürlich nicht alle am Platz), hat aber in der Abwehr unübersehbare Schwächen. Selbst wenn die Partie über lange Strecken ausgeglichen war, so gab es doch schon zuvor zwei Szenen, in denen St.Pölten auf die Siegerstraße hätte einbiegen können: einmal ließ der Torhüter einen Ball fallen, war dabei an sich völlig unbedrängt (Angreifer Segovia stand gerade einmal daneben), der Ball wurde über die Linie bugsiert — Entscheidung: Stürmerfoul (Beleg für die These, dass GEGEN Stürmer ALLES abgepfiffen wird, selbst Aktionen, in denen es nicht ansatzweise ein Foul gibt, hingegen AN Stürmern GAR NICHTS). Noch krasser (und ein weiterer Beleg, der Selbiges bestätigt) die andere Szene: Segovia ist mit dem Ball am Fuß Richtung Tor unterwegs, wird am Trikot gehalten, geht daraufhin zu Boden, ohne Abschluss. Entscheidung: weiterspielen. Es war ein klarer Elfer, selbst wenn man für den Angreifer keine Verhaltenstipps hätte, wie es denn geahndet werden könnte. Läuft man weiter, bemüht, das Tor trotz Behinderung zu erzielen, sagt der Pfeifenmann a) Vorteil und b) wenn er sogar weiter spielen kann, dann wird es ja wohl kein Foul gewesen sein. Fällt er allerdings hin, gerät er leicht ins Zwielicht „übertriebener Theatralik“. Quintessenz: so oder so gibt es keinen. Segovia war auch entsprechend verzweifelt was lediglich, wenn man diese Verzweiflung zu weit treibt, noch eine Bestrafung in Form einer Gelben Karte nach sich ziehen könnte.
Nun ja, es ging ja auch nur darum, dass es zwei Szenen gab, wo der Gast längst hätte in Führung gehen können. Nach „klarem Konzept“ sieht es insgesamt auch nicht aus, was Trainer Alfred Tatar leistet. Wobei unbestritten bleibt, dass, egal wie gut ALLE Trainer in der Liga agieren, dennoch am Ende EIN Team ins Gras beißen wird.
Auf die Frage nach der zweiten Kraft in der Liga gibt es nach diesem Spieltag übrigens insgesamt KEINE klare Antwort mehr: Altach, St.Pölten oder Grödig? Es könnte beinahe Grödig sein…
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TSV Hartberg – Blau Weiß Linz 1:3 (0:2)
Zuschauer: 1.000 (Schnitt Hartberg bisher: 1.296)
Tipp: 1.
Der Tipp ging in jeder Hinsicht in die Hose. Denn: die Auswärtsmannschaft hat nicht nur gewonnen (was man ja verkraften könnte), sondern sie war auch die bessere Mannschaft (was definitiv Zweifel an der Einschätzung der Mannschaften aufkommen lässt). BW Linz ließ sich absolut rein gar nichts davon anmerken, dass man die komplette erste Serie (bei 10 Mannschaften hat man nach 9 Runden gegen jede bereits einmal gespielt) ohne einen Sieg durchstehen musste. Sicher waren die Leistungen auch da schon erkennbar NICHT immer eines Letztplatzierten würdig, aber dennoch nagen anhaltend ausbleibende Erfolgserlebnisse doch für gewöhnlich größere Teile des Selbstvertrauens hinfort? Nicht so bei Linz. Ab Minute 1 im Vorwärtsgang mit reichlich Torchancen. Zur 2:0-Führung und zum Ausbau wurden jeweils Standards (!) verwendet, jeweils Eckball, Kopfball, Tor. Hartberg hatte in der Zeit nur zwei Chancen seinerseits.

Als direkt nach der Pause der Anschluss gelang, sah es eine Weile lang so aus, als ob Hartberg das noch biegen könnte. Das Juwel (Juvhel) Tsoumou hatte zwei gute Gelegenheiten und auch sonst war er der Aktivposten und wurde meist angespielt. Nur geschah dies einmal in Bedrängnis und er passte fehl. Aus dem Konter entstand das 3:1, womit die Partie entschieden war. In der Summe dennoch ein verdienter Sieg — die Phase war zu lang, in der der Gast dominierte –, selbst wenn Hartberg noch am Remis schnupperte (und wer weiß, ob die Linzer nicht doch nach dem möglichen 2:2 eingebrochen wären?).
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Kapfenberger SV – Austria Lustenau 0:0

Zuschauer: 969 (Schnitt bisher: 1.038 )
also lautet auch hier der Tipp: Auswärtssieg.
Eine ziemlich krasse underperformance der Lustenauer Austria, dem Spitzenreiter. Der Tipp damit zunichte, obwohl man jeder Mannschaft mal einen schlechten Tag zugestehen dürfte, zumal eben bei souveräner Tabellenführung (obwohl gerade dies in der Vorschau dementiert wurde, dass man sich „ausruhen“ würde auf der klaren Tabellenführung). Nur muss man jedenfalls auch ein paar Worte über Kapfenberg verlieren: Fakt ist zwar, dass der Zuschauerzuspruch absolut dürftig ist. Der Spitzenreiter kommt, und es sind unter 1.000 Zuschauer da (und damit zugleich unter dem EIGENEN dürftigen Schnitt). Es stimmt, dass man dies als Indiz für die Leistungen nimmt. Andererseits hat sich die Mannschaft eindeutig stabilisiert. Hier sind sie wie ein echter Heimfavorit aufgetreten, fest entschlossen, die Serie im eigenen Stadion (kein Sieg bisher) reißen zu lassen. Hier hätte nur eine Mannschaft den Sieg verdient gehabt. Also wird man garantiert noch etwas aufmerksamer sein müssen, was die nächsten Auftritt der von Thomas Heeren (ein Qualitätsmerkmal?) trainierten Heimelf angeht.
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SCR Altach – SV Horn 3:0 (0:0)

Zuschauer: ? (Schnitt Altach bisher: 2.773)
das macht Altach diesmal, das wird eine 1.
 
Der Tipp ging, vom Ergebnis her, ganz klar auf. Allerdings muss man ehrlicherweise dem Außenseiter einen absolut beherzten Auftritt in Hälfte 1 zusprechen, in welcher man sogar hätte in Führung gehen können (also so: mehr Ballbesitz Altach, mehr klare Chancen Horn). Nach der Pause ziemlich bald die Führung (von einem der Leistungsträger, der schon alle Stationen durch hat, aber mit 31 doch noch voll im Saft steht: Hannes Aigner), danach ging es doch ziemlich unaufhaltsam Richtung Horner Tor. Als der bereits so routiniert wirkende, aber erst 26-jährige Andreas Lienhart mit wohl überlegtem und platziertem Schuss aus 18 Metern das 2:0 nachlegte, war die Partie gelaufen. In der Nachspielzeit das dritte.
Altach jedenfalls auf dem Vormarsch, mit viel Klasse im Kader (auch der Kameruner Mahop sicher mit einer für diese Liga herausragenden Klasse), die sind jedenfalls nicht das Problem bei der Einschätzung. Wenn ginge es um Horn, die einfach auch sehr stärkt wirkten. Wen soll man also nach diesem Spieltag ganz hinten erwarten? Natürlich wird es für First Vienna unendlich schwer, aber vom Rest hat man immer wieder hier und da (und gerade an diesem Spieltag) teils sehr gute Leistungen gesehen. BW Linz: gewinnt auswärts. Kapfenberg: viel zu gut für hinten, muss man doch sagen. FC Lustenau: auch sie haben schon zu viele ansprechende Leistungen gezeigt, aber vielleicht doch sie? Und Hartberg: ja, das war wenig zuletzt. Horn war ebenfalls gut, wie grad gehört. Tja, was bleibt einem? Abwarten halt. Und, 5 Euro ins Phrasenschwein, aber beim professionellen Spielen kein bisschen weniger wahr (eher noch mehr): von Spiel zu Spiel denken…

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