Vorschau 3. Bundesliga, 11. Spieltag

Alemannia Aachen – Preußen Münster (Entfernung: 216 km)
Aachen hat zwar verloren in Babelsberg, aber spielerisch nicht direkt enttäuscht. Münster mit einem überragenden Auftritt beim 4:0 gegen Bielefeld. Die Entfernung etwas zu groß, um es ein „Derby“ zu nennen, dennoch dürfte die Hütte voll sein, und dies nicht ausschließlich mit Aachener Fans. Zu groß sicher die Euphorie, die derzeit Münster erfasst hat, um die Fans, auch unter der Woche, von der Anreise abhalten zu können. Den Aachenern dürfte Albert Streit in der Kreativzone ziemlich fehlen (Gelb-Rote Karte). Aachen dürfte auch nicht gerade vor Selbstvertrauen strotzen, obwohl sie sicher Neutrainer van Eck gerne das erste Erfolgserlebnis verschaffen wollen. Aber ausgerechnet gegen Münster „on fire“?

Tipp: Münster mit der Euphorie und dem starken, ausgeglichenen Kader, Aachen mit dem Frust und ohne Streit — die Tendenz geht klar zur 2.

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Arminia Bielefeld – FC Chemnitz (Entfernung: 458 km)
Chemnitz nur gegen Ende der Partie in Ordnung beim 0:2 gegen Osnabrück, davor 60 Minuten lang Leerlauf. Bielefeld zwar mit dem frustrierenden 0:4 in Münster, aber dennoch in der Tabelle klar vorne, bei 6 Punkten Vorsprung auf den Gegner. Die Zuschauer kommen weiterhin, und zwar reichlich, Bielefeld wird sich um Wiedergutmachung bemühen vor den eigenen Fans, noch steht man ja gar auf einem für den Aufstieg relevanten Platz, nein, hier wird man sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Der Tipp: Bielefeld findet in die Erfolgsspur zurück, zu Hause hat man eh erst ein Remis abgegeben, Chemnitz muss sich erst einmal hinten anstellen.

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Borussia Dortmund II – SV Babelsberg (Entfernung: 473 km)
Babelsberg fraglos weiterhin am unteren Ende des Rankings, an welchem sich Dortmund aber natürlich auch befindet — und dies sogar tabellarisch tut. Die junge Truppe hatte zwar ihre Phasen in der Partie in Unterhaching, als man ein 0:2 in ein 3:2 drehte, am Ende aber dennoch verlor, und auch das Drehen war nicht unbedingt dem Spielverlauf entsprechend. Natürlich kann man Dortmund mit den vielen jungen Spielern weiterhin zutrauen, dass der Lerneffekt irgendwann eintritt, aber auch Babelsberg hat sich zuletzt recht clever verhalten und zwei Mal ein 1:0 gegen höherrangige Konkurrenz nach Hause gebracht. Es ist jedenfalls derzeit nicht zu erkennen, was Dortmund wirklich zur besseren Mannschaft machen sollte. Irgendeine Fanbegeisterung gibt es eh höchst selten in den Stadien der zweiten Mannschaften (eher meist gähnende Leere und ein paar Fachleute, Beobachter der Talente), insofern zählt der Heimvorteil nur bedingt.
Der Tipp ist klar: Babelsberg holt mit dem neu gefassten Selbstvertrauen durch den Sieg gegen Aachen etwas in Dortmund. X oder 2.

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Hallescher FC – SV Wehen/Wiesbaden (Entfernung: 416 km)
Sehr gut möglich, dass man Halle als Aufsteiger nach der typischen Aufstiegseuphorie etwas überschätzt hat. Zuletzt hat die Truppe jedenfalls enttäuscht und ist mit zwei Punkten aus vier Spielen ins untere Mittelfeld abgerutscht. Wehen bleibt logischerweise dahinter, hat sich aber stark präsentiert im Spiel gegen das Spitzenteam Heidenheim und mit dem 1:1 bei 10 gegen 11 in der Nachspielzeit mit einem weiteren Remis (dem siebten) noch belohnt. Das Fehlen von Janjic dürfte natürlich eine arge Schwächung sein, jedoch im Auswärtsspiel vielleicht nicht einmal die entscheidende Bedeutung haben. a) war er auch in den 60 Minuten entbehrlich gegen Heidenheim und b) wird sogar ein anderer für ihn auf dem Platz stehen und c) spielt man auswärts oftmals zunächst aus einer geordneten Defensive (und würde sich vielleicht mit einem 0:0 begnügen).
Der Tipp demnach ganz klar: Wehen holt etwas in Halle. X oder 2.

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VfB Suttgart II – Hansa Rostock (Entfernung: 823 km)
Hier wird eh die Abneigung überwiegen, sich ein weiteres Mal in eine Partie mit einer zweiten zu verwickeln (vor allem jener, es AUF sie zu tun; bei Dortmund ist man ja GEGEN sie, das geht noch). Aber Rostock könnte man unter keinen Umständen nehmen, da man zuletzt immer gegen sie war (zwei Mal allerdings erfolglos) und ihnen nach wie vor nicht wirklich die Stärken zutraut, die ihnen der Markt als Absteiger zuschreibt. Andererseits eben möglich, dass Neutrainer Marc Fascher etwas herauskitzelt aus der Truppe. Das bleibt aber abzuwarten.

Hier entfällt jeglicher Tipp.

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Wacker Burghausen – 1.FC Heidenheim (Entfernung: 270 km)
Da Burghausen ziemlich beeindrucken konnte in der letzten Partie (und sie sogar siegreich beenden konnte beim 2:1 in Karlsruhe), könnte man sich, trotz aller Neigung, sich hinter Heidenheim zu stellen, nicht gegen Burghausen stellen. Heidenheim hat zuletzt zwei Mal Frust gehabt (zuerst das 1:2 gegen Rostock zu Hausen, dann das 1:1 in Überzahl in Wehen in der Nachspielzeit kassiert), wird trotzdem sehr hoch geschätzt und wird sicher noch öfter die Chance bieten, sich mit ihnen zu verbünden. In dieser Partie ist es nach Lage der Dinge nicht möglich. Also: auch hier ein Pass.

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Karlsruher SC – Rot Weiß Erfurt (Entfernung: 392 km)
Auch diese Partie macht es alles andere als leicht, sich zu positionieren. Erfurt hat nach total verkorkstem Saisonstart allmählich richtig in die Spur gefunden und ist auf dem Weg nach weiter vorne, vielleicht in die oberen Regionen der Tabelle. Aber auch der KSC hatte den Start total in den Sand gesetzt, hat immer wieder Qualitäten angedeutet (vor allem Haken Calhanoglu), dann ein paar Mal gut gepunktet — um nun wieder den Rückschlag gegen Burghausen hinnehmen zu müssen, wo man mit einem Sieg tatsächlich in die obere Hälfte vorgedrungen wäre.
Da aber Erfurt zuletzt auch nicht gerade überragte — wenige Torchancen beim 1:1 gegen Offenbach — und der KSC doch eine Vielzahl produzierte (wenn auch viele zuließ), die Zuschauer zwar reichlich anwesend und sicher enttäuscht vom Ergebnis, vielleicht aber nicht so sehr vom Auftritt, der jedenfalls unterhaltsam war, und sie insofern wiederkommen werden, kann man sich doch ganz vorsichtig zu der Aussage hinreißen lassen: Das Spiel gewinnt der KSC. Sie haben das höhere Potenzial und werden mit den wiederkehrenden Fans im Rücken erfolgreich Wiedergutmachung betreiben. Der Tipp lautet: Heimsieg.
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Kickers Offenbach – Stuttgarter Kickers (Entfernung: 209 km)
Sicher hatte man den Stuttgarter Kickers wieder mehr zugetraut zuletzt. Sie hatten in den meisten Spielen zum Saisonauftakt eigentlich gut gespielt, aber oftmals nichts mitgenommen. Dann kam eine Phase, in der sie doch gepunktet haben — nach ebenfalls guten Auftritten. Dann aber wurde Trainer Dirk Schuster böse, weil sie wohl beim 1:1 in Dortmund bereits ein wenig in Richtung Überheblichkeit auftraten (und das Spiel eigentlich hätten verlieren sollen). Die erneute Enttäuschung nun beim 1:2 gegen Saarbrücken, so dass man keineswegs mehr davon ausgehen sollte, dass sie mehr als Mittelmaß darstellen.
Anders hingegen sieht es aus bei Offenbach: nach vier Niederlagen zum Start folgte nun eine Serie von sechs ungeschlagenen Spielen, in denen man 12 Punkte holte. Hier waren die letzten Auftritte verlässlich gut — selbst wenn man in Erfurt nicht gerade viele Chancen herausarbeitete, dennoch das 1:1 bei einem starken Gegner erstritt. Also: die Waage könnte sich doch schon recht deutlich in Richtung Offenbach neigen bei der Frage „Wer hat die bessere Mannschaft?“. Im Heimspiel werden sie jedenfalls wieder auf reichlich Fanunterstützung bauen können — zuletzt waren es über 10.000. Also auch hier eine Tendenz. Sie geht Richtung Heimsieg. Tipp 1.
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VfL Osnabrück – SV Darmstadt 98 (Entfernung: 354 km)

Tja, also erneut eine etwas schwierige Frage. Die hauptsächliche lautet: hat man sich bei der Einschätzung von Darmstadt 98 vertan, denen man die Qualität klar absprach? Sicher, sie haben zuletzt ein 0:2 aufgeholt (in Halle), und danach die zweite von Stuttgart mit 3:1 in die Knie gezwungen. Dennoch blieben gerade in dieser Partie etliche Fragen offen, da nämlich die drei Tore gut klingen, es aber außer ihnen kaum Chancen gab. Also: war es ein wirklich verdienter Sieg? Nein, man empfindet es nicht so, selbst wenn man zugeben muss, dass man nach Rechtfertigungen für die Wettempfehlung sucht (und diese selbstverständlich bei jeder verlorenen Wette sucht: wo waren die eigenen Chancen und hätte nicht alles ganz anders kommen können, wenn da nicht…?). Nur: man hat sich über die Jahre so viel Objektivität angeeignet, so meint man sicher, welche übrigens der Schlüssel nicht nur zum erfolgreichen Spielen ist sondern auch an anderen Stellen. Also: das Gefühl lautet: die letzten beiden eigenen Frusterlebnisse und Erfolgserlebnisse von Darmstadt machen die Behauptung zwar ein wenig wackeliger, aber sie bleibt doch im Grunde bestehen: Darmstadt gehört ganz weit nach unten.

Da Osnabrück mit dem 2:0 auswärts zuletzt eh alles wieder gut gemacht hat (nach zwei torlosen Niederlagen in Babelsberg und danach daheim gegen Preußen Münster; nun aber 2:0 in Chemnitz) und die Zuschauer ihnen eh die Bude einrennen werden mit gesicherten mehr als 10.000, auch Wochentags, ist die Positionierung doch recht eindeutig: Osnabrück macht das, Tipp: Heimsieg.

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1.FC Saarbrücken – SpVgg Unterhaching (Entfernung: 442 km)

Da es auszuschließen ist, sich gegen Unterhaching zu stellen, aber auch Saarbrücken einem jede Menge Respekt abnötigt mit dem letzten 2:1 Sieg bei den Kickers aus Stuttgart, kann man sich hier eigentlich nur raushalten. Die junge Truppe aus Unterhaching wird auch in dieser Partie mutig nach vorne spielen, weil sie eh ein Außenseiter bleiben, dem aber die Welt gehören kann, da man nämlich keine Ansprüche enttäuschen kann. Natürlich kann diese Haltung jederzeit zu einem Einbruch führen — man stürmt munter und mutig drauflos, bekommt Chancen zuhauf, aber der Gegner auch ein paar, der nutzt seine, man vergibt die eigenen, schon sind die Punkte weg (wie zuletzt beim Last-Minute Sieg gegen Dortmund II fast geschehen, als man plötzlich 2:3 hinten lag).
Wenn man gezwungen wäre, etwas zu sagen, so könnte es doch nur sein: X oder 2. Aber eher ein Pass.

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Ein Kommentar zu “Vorschau 3. Bundesliga, 11. Spieltag

  1. Mario sagt:

    Erstmal danke für eure Arbeit… Sehe hier aber schon Rostock vorne, bzw vfbII darf hier nicht quotenfavo sein. Klar kann Hilfe von oben kommen, aber dann fehlt auch eine gewisse eingespieltheilt. Spielt Rostock defensiv so gut wie zuletzt, gibts hier Minimum ein remis

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