Rückblick Raiffeisen Superleague Schweiz, 9. Spieltag

FC Sion – FC Thun 2:1 (1:1)
Zuschauer: 5.800 (Anmerkung: der Fansektor war ja aufgrund des Petardenwurfes gegen St.Gallen gesperrt, daher die Zuschauerzahl leicht trügerisch; es wären sonst trotz zweier Niederlagen in Serie sicher mehr gewesen)
Der Tipp lautet: Thun hat gute Chancen, etwas zu holen. X oder 2, natürlich als Außenseitertipp..

Auf jeden Fall war eines klar zu erkennen: der FC Sion hat kein überzeugendes Spiel gemacht. Der Tipp ging zwar nicht auf, trotzdem war die Leistung der Thuner gut genug, um eine Wette zu rechtfertigen.
Sion kam nicht wirklich zu Torchancen. Neutrainer Decastel hatte aber Gattuso das Kapitänsamt gelassen (was schon intern diskutiert war; jedenfalls spielte er UND war Kapitän). Das 1:0 gelang nach einem Torschuss, der abgefälscht wurde, und so Torjäger Leo auf den Kopf fiel, der ihn nur noch einzunicken brauchte. Thun danach mit deutlich mehr Spielanteilen und sogar ein paar Halbchancen, jedenfalls der Spielkontrolle, bis nach 42 Minuten wirklich der Ausgleich gelang (eingeleitet die Aktion nach einem Fehlpass von Gattuso). In Hälfte 2 zwar Sion wieder mit leichten Vorteilen, aber weiterhin ohne rechte Torchancen. Bis erneut Leo sich einmal den Ball schnappte und einfach durch die Reihen lief, der Ball prallte ihm von ein paar Verteidigerbeinen immer wieder vor die Füße und das Glück machte auch beim Keeper nicht Halt: er kam heran, hätte eigentlich klären können/müssen, aber der Ball fiel dem Stürmer wieder vor die Füße. Alles andere also als eine spielerische Glanzleistung oder ein „verdienter Sieg“. Mühevoll erarbeitet, glücklich.
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FC Zürich – Grassshoppers Club 0:1 (0:0)
Zuschauer: 17.358
so dass der Tipp hier ganz klar lautet: X oder 2.

Hier ging der Tipp voll auf. GC war in einer nicht gerade tollen Partie (umkämpft, als Derby klar, aber ohne Torchancen) die bessere Mannschaft. Das Tor fiel aber wirklich nach einer Fehlerkette („wirklich“ nur, weil man es in Deutschland meist vernehmen muss von Menschen, die nichts davon verstehen und es einfach so vor sich hin labern, ohne Sinn und Verstand). In der Schlussphase hatte der FCZ dann noch etwa drei Chancen, von denen eine ein nicht gegebener Elfmeter war. Fakt ist zwar, dass der Stürmer und der Torhüter zusammen prallten, Fakt ist auch, dass der Angreifer eine üble Fleischwunde davontrug, Fakt aber auch, dass es in dieser Szene nicht unbedingt nach klarem Elfer aussah. Da gibt es jedenfalls etliche Situationen, praktisch in jeder Partie, die viel klarere Foulspiele sind (und ebenfalls, wie praktisch jede Verteidigeraktion im Strafraum, nicht geahndet werden).
Ein 1:1 hätte den Tipp aber noch nicht verdorben, GC aber im Höhenflug, was auch mit dieser Leistung nicht in Frage gestellt wurde. Insgesamt waren sie das etwas bessere Team.
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Lausanne Sports – FC Luzern 1:0 (1:0)

Zuschauer: 4.850
Ein richtiges Gefühl gibt es nicht bei diesem Spiel. Wem gelingt der Befreiungsschlag? Vielleicht doch der Heimmannschaft? 1/X?

Immerhin gab es noch den Nachsatz, dass vielleicht doch der Heimmannschaft der Befreiungsschlag gelingt. Die Probleme bei Luzern einfach zu gewaltig. Die Krise bei Luzern verschlimmert sich, auch das Ziehen der Reißleine hat nichts gebracht (jedenfalls nicht den sicher erhofften kurzfristigen Erfolg; ein lächerliches Anliegen, aber irgendwie zeitgemäß, nicht nur im Fußball). Nun ja, man darf in dieser Partie wohl anmerken, dass es schon einiges an Pech gab, sofern derartige Situationen noch anerkannt werden als Pech: ZWEI Mal hätte der Referee den Gästen einen Elfmeter zusprechen können/sollen/müssen (4. und 70.), und in der Anfangsphase hatte Luzern auch schon zwei (andere) klare Möglichkeiten. Allerdings verloren sie danach völlig die Spielkontrolle, welche Lausanne übernahm. Erst ab der 70. wieder (eingeleitet mit der fragwürdigen Aktion) kam auch Luzern wieder ab und an gefährlich nach vorne. Zwischendurch war Lausanne durch einen Weitschusstreffer in Führung gegangen, hatte danach etliche Chancen, die Führung auszubauen. Selbst wenn man sagen dürfte, dass Luzern ein Remis verdient gehabt hätte, so war es doch alles andere als eine tolle Leistung der Gäste. Von Lausanne konnte man in etwa das erwarten, was sie auch geleistet haben (und was ihren Ansprüchen derzeit entspricht): sich so gut wie möglich wehren, um vielleicht aus dem Keller herauszukommen. Immerhin hat man nun Luzern bereits hinter sich gelassen bei zwei Punkten Vorsprung.
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FC St.Gallen – Servette Genf 2:0 (1:0)

Zuschauer: 15.153
Insofern eine ganz klare Angelegenheit: ein klarer Heimsieg.

Auch hier ging der Tipp auf, sofern man einen 2:0 bereits als „klar“ vom Ergebnis her anerkennt. Vom Spielverlauf her war es insofern klar, als praktisch nur St.Gallen spielte und zu Chancen kam. Auch wenn das 1:0 durch ein äußerst unglückliches (Hacken-)Eigentor gelang, so war die Führung doch verdient und hätte schon vor dem letztendlichen 2:0 in der 73. Minute durch den eingewechselten Etoundi ausgebaut werden können. Etwas später war ebenjener Etoundi frei und alleine durch, wurde im Strafraum von den Beinen geholt und erhielt weder einen Elfmeter (der absolut unstrittig war) noch der Verteidiger die völlige Rote Karte. Siehe oben: es gibt viel klarere Szenen, die ebenfalls nicht geahndet werden. Das 2:0 genügte aber locker für St.Gallen, um wieder an die Spitze zu gelangen (die man am Samstag an GC verloren hatte).
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Young Boys Bern – FC Basel 1:1 (0:0)

Zuschauer: 22.757
Wenn man etwas sagen müsste, mit der Pistole auf der Brust, dann dies: Young Boys.
 
Da auch in dieser Partie ein glasklarer Elfer (in der 90. Minute) für die Young Boys nicht gegeben wurde ist der Teilerfolg des Meisters glücklich zu nennen. „Second Star“ der Partie war übrigens (nach dem Berner Gonzalo Zarate) Basels Schlussmann Yann Sommer, was bereits immer den Schluss nahe legt, dass der Gegner am Drücker war, sonst kommt ein Torhüter ja nicht zu solchen Auszeichnungen. Insofern ist der verhalten ausgesprochene Tipp auch aufgegangen, zumal es ja gar keinen rechten Favoriten gab (dieser zeigte sich jedoch in der Partie). Also: Young Boys klar überlegen, die Bebbi haben eine schwere Saison. Natürlich, Blick auf die Zuschauerzahl, immer gegen die maximale Gegenwehr antretend. Auf die Young Boys kann man in nächster Zeit bauen. Da läuft es, selbst wenn hier nicht belohnt.
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Insgesamt gingen die Tipps glänzend auf. Weiterhin sprechen fünf klare, aber nicht gegebene Elfmeter ebenfalls eine deutliche Sprache: es gibt keine Elfmeter, nirgends auf der Welt. Nicht für Fouls, wie es in den Regeln steht, da unstrittig ist, dass diese Aktionen irgendwo anders auf dem Feld ohne Nachdenken einen Freistoß nach sich zögen. Eindeutig ein Problem der Fußball Regeln. Es müsste entweder eine alternative Strafe für Foulspiel im Strafraum eingeführt werden (Beispiel: kurze Ecke), oder aber die Elfmeter dennoch verhängt werden, wenn man ein Foul erkennt und dann mal schauen, was passiert. Gut möglich, dass die Verteidiger ihr Einsteigen sehr wohl überdenken würden und man urplötzlich reichlich Torchancen zu sehen bekäme, zugleich gelungene Angreiferaktionen, wonach es, nach eigener Beobachtung, eine große Sehnsucht gibt (Fußball schauen ist eigentlich langweilig, weil nix passiert; nur dann geht es, wenn a) der eigene Verein aufläuft oder b) man eine Wette platziert hat).

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