Rückblick 3. Bundesliga, 10. Spieltag

SV Wehen Wiesbaden – 1.FC Heidenheim 1:1 (0:0)

Zuschauer: 3.956

bei diesem Spiel ist es nicht nur eine total offene Begegnung, sondern zusätzlich ein klares Pass.

Die Zuschauerzahl übrigens eher eine sehr erfreuliche aus Sicht der Wiesbadener, deren Saisonauftakt gründlich misslungen war bisher. Insgesamt ein gutes Spiel, in welchem beide Mannschaften irgendwie belegen konnten, doch in die obere Hälfte zu gehören (also auch die Heimmannschaft; bei Heidenheim gibt es ja aufgrund der Tabelle eh kaum Zweifel). Heidenheim mit gutem Beginn und einigen Chancen, danach übernahm Wehen das Spiel. Chancen gab es für beide. Als Wehen gerade am Drücker war, gab es nach hartem Einsteigen Rot gegen ihren Topstriker Janjic. Aber selbst danach waren sie noch gut im Spiel und kamen fast zur Führung. Die Führung schließlich durch einen Elfmeter für die Gäste (56.). Danach wieder einmal das typische Spiel: wenn der Gast führt, zieht er sich zurück und lässt den Gegner kommen. Dies tat Wehen, sogar in Unterzahl, und das aufopferungsvoll. So gelang tatsächlich in der Nachspielzeit das doch irgendwie verdiente 1:1. Selbst wenn das siebte Remis: diesmal dürfte man in Wehen damit zufrieden sein.
—————————————————————————————————————————————————
SV Babelsberg – Alemannia Aachen 1:0 (1:0)
Wenn also, traut man der Heimmannschaft etwas zu.
Zuschauer: 2.833
Aachen war die bessere Mannschaft in dieser Partie, dies zunächst vorweg. Der Tipp ging dennoch auf, was also in dem Sinne glücklich war. In Hälfte 1 muss das Chancenverhältnis etwa 7:3 für Aachen gewesen sein, wobei Babelsberg eine ihrer Chancen nutzte. Nach der Pause eine ziemliche Einbahnstraße Richtung Babelsbergs Tor, mit weiteren Chancen und Dauerdruck. Trainer van Eck hatte im zweiten Spiel erneut kein Glück, auch nicht mit den vielen offensiven Wechseln.
Natürlich muss man stets berücksichtigen im heutigen Fußball, dass jede Mannschaft, die in Führung liegt, die Erlaubnis erhält, nur noch auf eine Kontertaktik zu setzen oder, im Notfall, nicht einmal dies (sondern den Ball nur noch hinten rauszuschlagen und nicht mehr nachzugehen, stattdessen auf die nächste Angriffswelle zu warten) — und letztendlich auf den Schlusspfiff zu warten. Das eine einzige Tor ist bereits so wertvoll, da bereits etwa eines von sieben Spielen dadurch entschieden wird (also Endstand 1:0) und eine weitere Vielzahl durch ein spät erzieltes 2:0, welches dadurch entsteht, dass sich der Gegner völlig entblößt. Also: selbst Topteams spielen teilweise diese „Taktik“. In Führung gehen, Gegner kommen lassen, eigenes Tor sauber halten, bei Gelegenheit das zweite nachlegen. Nur: so viel wie Aachen hier bekommen hat (und so wenig Babelsberg an Entlastung hatte) rechtfertigt nicht die Wette auf Babelsberg (so getätigt). Zumal sie eben auch vor dem 0:1 schon die bessere Mannschaft waren.
Berücksichtigen unbedingt, dass in der hektischen Schlussphase sahen ZWEI Spieler der Alemannia Rot (Streit „nur“ Gelb-Rot). Streit wird zumindest dringend fehlen im nächsten Spiel. Er sorgt spielerisch für die Glanzlichter.
—————————————————————————————————————————————————

FC Chemnitz – VfL Osnabrück 0:2 (0:0)

Zuschauer: 4.100
1 oder Pass.

Tja, hier wäre also doch das „Pass“ die bessere Option gewesen. Nun ja, auch die Zuschauerzahl spricht schon vorab Bände, denn Osnabrück ist doch ein höchst attraktiver Gegner und Chemnitz langjähriger Zweitligist, also da müsste doch mehr drin sein? Vielleicht doch ein klares Indiz, dass die Leistungen der Chemnitzer eher überschätzt sind bisher. In der Partie selbst zeigte sich auch recht deutlich, wer wirklich die bessere Mannschaft ist. Osnabrück ist das einzige Team der beiden, welches Ansprüche nach ganz oben anmelden kann. Da passt es, zumal in Osnabrück auch die Zuschauer strömen. Die Angelegenheit hier also klar. Osnabrück von Beginn an besser, mit ein paar Torchancen, gegenüber praktisch keinen bei Chemnitz. Als endlich die Führung gelang (54.) kam doch wieder ein bei Babelsberg beschriebener Spielverlauf zustande: Osnabrück zog sich zurück (die Taktik passt übrigens wesentlich besser zu einer Auswärtsmannschaft, da die Heimelf meist weiter nach vorne agieren MUSS bei Führung) und Chemnitz kam etwas auf. Nach 69 Minuten die Konterchance zum 2:0, die nicht genutzt wurde, wonach die letzten 20 Minuten noch einmal heikel wurden. Übrigens auch Chemnitz hat die Zeichen der Zeit erkannt: die Standards sind es, die für die meiste Gefahr sorgen. So hat man sie offensichtlich trainiert, denn es kam zu einigen guten Chancen. Zwei weitere Chancen aus dem Spiel machten das Zwischenergebnis allmählich glücklich. In der Nachspielzeit schließlich der finale Konter zum 0:2.
Insgesamt dennoch Osnabrück als die bessere Mannschaft und verdienter Sieger, selbst wenn Chemnitz diese tolle Druckphase hatte. Es hätte eben schon früher entschieden sein können, deshalb das „verdient“.
—————————————————————————————————————————————————

SV Darmstadt 98 – VfB Stuttgart II 3:1 (1:0)

Zuschauer: 4.500
X oder 2, so lautet der Tipp.

Es wurde ja gut argumentiert, warum man grundsätzlich mit den 2. Mannschaften nicht so viel zu tun haben möchte. So war beispielsweise zu lesen, dass Dortmunds Nachwuchs diesmal KEINE (doppelte) Hilfe von oben erhielt, was man jedoch in der Regel nicht einmal lange vor Anpfiff in Erfahrung bringen kann. Auch hier kehrte der neue Besen Seeberger gut mit einem Remis zuvor (2:2 nach Aufholjagd in Halle) und nun ein 3:1 daheim, vor immerhin 4.500 Zuschauern, was schon ein wenig für Darmstadt spricht (selbst wenn auch dort einst Bundesliga gespielt wurde).
Die Partei selbst war in etwa so: Stuttgart spielte ordentlich, ohne zunächst zu großen Chancen zu kommen. Darmstadt gelang nach einem Ballverlust das frühe 1:0 (16.). Dann übernahm endgültig der VfB die Kontrolle und kam auch zu Chancen. Die etwa vierte wurde zum Ausgleich genutzt (wen wundert´s: ein Standard, diesmal ein direkter Freistoß). Danach eine ruppige Partie, ohne Chancen, die durch einen Elfmeter für die Heimelf in der 71. in ihre Richtung gelenkt wurde. 5 Minuten später das 3:1.
Darmstadt gewann, ohne besonders gut gespielt zu haben, und vor allem ohne richtige Torchancen zu kreieren. Die Partie insgesamt wohl etwa ausgeglichen. Spielerisch wieder einmal Stuttgart gut, aber die Anzahl der erzeugten Chancen ist etwas zu gering dafür.
—————————————————————————————————————————————————

Rot Weiß Erfurt – Kickers Offenbach 1:1 (1:0)

Zuschauer: 5.640 (ausverkauft)
Offenbach holt etwas, X oder 2.

Hier ging der Tipp auf. Erfurt war wohl insgesamt die etwas bessere Mannschaft mit mehr Ballbesitz, aber ohne die ganz große Torgefahr zu entfalten. In der 26. Minute dennoch das 1:0, gut herausgespielt und sauber abgeschlossen. Auch danach aber wenige Chancen auf beiden Seiten, bis es in der 55. einen Elfer für die Gäste gab, welcher im Nachschuss verwandelt wurde. Danach immerhin Offenbach auch ein wenig in der Offensive, so dass das 1:1 insgesamt in Ordnung geht.
—————————————————————————————————————————————————

Karlsruher SC – Wacker Burghausen 1:2 (1:1)
Zuschauer: 10.635

Wieder einmal ein guter Besuch im Wildpark bei einer Partie, in der jegliche Vorhersage komplett entfallen war. Chancen gab es zahlreiche, auf beiden Seiten. Burghausen war insgesamt stark, selbst wenn trotzdem der KSC die größere Anzahl an Torchancen über die 90 Minuten hatte. Das 1:0 gelang den Gästen in der 25., der Ausgleich fiel in der 32. Nach der Pause Burghausen mit ein paar guten Chancen, danach der KSC wieder im Vorwärtsgang, und erzeugte seine zu erwartende Überlegenheit, die sich auch in Chancen niederschlug. Das Tor fiel aber nach 78 Minuten für die Gäste, wonach es eine weitere spannende Schlussphase gab mit kompletter Dominanz der Heimelf, die aber nicht mehr zum natürlich ohnehin verdienten Ausgleich kam. Insgesamt also ein sehr gutes Spiel, das beiden Mannschaften ein gutes Zeugnis ausstellt.
—————————————————————————————————————————————————

Preußen Münster – Arminia Bielefeld 4:0 (1:0)

Also: lieber ein Pass, obwohl man sich der 1 ein wenig zugeneigt fühlt.
Zuschauer: 14.512 (ausverkauft)
Die gefühlte Neigung zur 1 wurde beeindruckend bestätigt. Jedenfalls war den Münsteranern der etwas bessere Kader bescheinigt worden. Das frühe 1:0 (16.) nach beidseitig munterem Beginn gab aber bereits den Ausschlag: Bielefeld danach nicht richtig ins Spiel kommen, während die Heimmannschaft, angetrieben vom ausverkauften Haus, weiter nach vorne spielte (nun gut, damit Zweifel an dem Spielstil von Babelsberg und der Erörterung dort?) und zu Chancen kam. Es ging zwar mit „nur“ 1:0 in die Kabine, aber direkt danach war die Partie entschieden: 2:0 und 3:0 46. und 48. Das war zu viel und somit eine klare Angelegenheit.
—————————————————————————————————————————————————

Hansa Rostock – Hallescher FC 2:0 (2:0)

X oder 2.
Zuschauer: 12.200
Die Bedenken zu dem Tipp X/2 waren ja klar angesprochen: der neue Trainer Marc Fascher wird durchaus hoch geschätzt, wohingegen der entlassene Wolfgang Wolf ein etwas geringeres Ansehen seitens des Autoren genießt (ohne die tatsächlichen Qualitäten wirklich beurteilen zu können). Und Fascher war für Wolf bei Rostock gekommen, woraufhin direkt ein 2:1 in Heidenheim eingefahren wurde, was einem durchaus (zumal auch da die 1 empfohlen wurde), hätte zu denken geben können. Hat Fascher wirklich ein Konzept?
Allerdings war die Partie nicht so toll wie es sich anhören könnte. Rostock machte früh das 1:0 (10.; Kopfball nach Eckball; wie erwähnt: Standards werden immer wichtiger), mühte sich danach um Spielkontrolle und kam doch in der 32. durch einen abgefälschten Schuss zum 2:0. Danach versuchte Halle (vor allem in Hälfte 2) zurück zu kommen, wurde aber weitest gehend vom Tor fern gehalten. So gab es ein chancenarmes Spiel, was schon frühzeitig durch die zwei Tore entschieden war. Der Tipp ging voll in die Hose. Die Zuschauerzahl natürlich beeindruckend und sie kann durchaus bedeuten: Rostock kann doch etwas.
—————————————————————————————————————————————————

Stuttgarter Kickers – 1.FC Saarbrücken 1:2 (1:2)

Zuschauer: 4.100
So entfällt ein Tipp (ein gegen den Markt gerichteter jedenfalls).

Wohl erwähnenswert, dass DIESE 4.100 Zuschauer — im Gegensatz zu jenen bei Chemnitz — kein schlechter Besuch sind. StuKi stets im Schatten des VfB und selbst zu Erstligazeiten kaum je ein Zuschauermagnet. Saarbrücken mit einem guten Auftritt nach einem zuletzt schwachen. Allerdings gelang auch bereits in der 2. Minute das 1:0 und in der 10. das 2:0, wonach jedoch gleich das 1:2 kassiert wurde (11.). Danach mühte sich StuKi zwar im Spielkontrolle, die besseren Chancen behielten aber die Gäste. In der Schlussphase drängte die Kickers zwar auf den Ausgleich, wurden aber nicht mehr belohnt. Von der Anzahl der Chancen her wäre ein Remis aber auch nicht unbedingt verdient gewesen.
—————————————————————————————————————————————————

SpVgg Unterhaching – Borussia Dortmund II 4:3 (2:0)

so dass man hier ausschließlich die 1 nehmen könnte.
 
Zuschauer: 1.750
Die schlechten Bodenverhältnisse konnten nicht verhindern, dass es ein Spiel mit vielen Torchancen wurde. Die Zuschauerzahl wie immer dürftig bei Unterhaching, aber die gekommenen dürften es nicht bereut haben, während die nicht erschienen etwas verpasst haben. Zunächst ein, zwei Riesen für Dortmund, dann übernahm die Heimelf. Nach 16 Minuten das 1:0, dann Haching weiter im Vorwärtsgang, 38. durch einen Standard das 2:0. Der Anschluss nach Wiederbeginn lähmte keineswegs die Gastgeber. Sie spielten munter weiter nach vorne und kamen zu weiteren Chancen, Dortmund hingegen erzielte die Tore: 2:2 und gar das 3:2 für den Gast! Ein weiterer Standard in dem mit offenem Visier geführten Duell sorgte für das 3:3, wonach weiterhin BEIDE Mannschaften auf den Siegtreffer gingen. In der 90. gelang es der Heimelf, so dass der Tipp vom Zeitpunkt her glücklich aufging. Andererseits hatte doch Unterhaching die größere Anzahl an Chancen, so dass es in Ordnung geht.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s