Vorschau Österreich tipp 3 Bundesliga, 9. Spieltag

Admira/Wacker Wien – SV Mattersburg (Entfernung : 71 km)

Die Admira nun schon seit 5 Spielen ohne Sieg. Dennoch deutete sie ihr Potenzial auch in diesen Spielen mehrfach an. So war vor allem das 4:4 gegen Salzburg (3:0, 3:4, 4:4) an Dramatik aber auch an Tempo und Klasse schwer zu überbieten. Auch das letzte 0:0 bei Rapid ist natürlich aller Ehren wert, zumal man bei 14:5 Torschüssen sogar näher dran war am Sieg. Hosiner fehlt natürlich, der nun sogar an der Spitze der Torjägerliste steht (aber seit zwei Spielen für die Wiener Austria seine Tore erzielt). Der letzte Platz in der Zuschauerrangliste für die Admira (mit einem Rückgang von 45% gegenüber dem Vorjahr) stellt ihnen allerdings kein so gutes Zeugnis aus, zumal ja sogar das (von den erschienen umjubelte) 4:4 gegen Seriensieger Salzburg schon darunter war. Der Schluss: etwas stimmt nicht ganz mit den Leistungen, mit oder ohne Hosiner, wobei das letzte 0:0 gegen Rapid, mit gutem Spiel erstritten, könnte Mut machen.

Mattersburg mit zwei Niederlagen zuletzt, wobei diese gegen die Austria und Rapid zustande kamen, und somit, auch bei insgesamt 2:7 Toren, verzeihlich sind. Immerhin darf man aber anmerken, dass Admira, trotz dreier Punkte Rückstand auf diesen Gegner dennoch das bessere Torverhältnis hat (Admira +1, Mattersburg -1). Mattersburg fühlt sich pudelwohl in der Außenseiterrolle und steht auf einem tollen 5. Platz. Ob man diesen allerdings behaupten kann, ist natürlich fraglich.

Verdikt: da auch im letzten Heimspiel der Admira gegen Wolfsberg am Ende ein solcher Sturmlauf eingeleitet wurde, in welchem der Sieg (unter anderem durch einen klaren, aber verweigerten Elfer) drin gewesen wäre, sogar sehr verdient, und durch den durchaus erwähnenswerten Faktor, dass man Mattersburg mit einem beliebigen Sieg in der Tabelle überflügeln kann, ist die Admira dran mit einem Heimsieg, selbst wenn die fehlenden Zuschauer im Verein mit dem fehlenden Hosiner einem leichte Zweifel aufdrängen. Dennoch der Tipp: Heimsieg.

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Austria Wien – Red Bull Salzburg (Entfernung : 296 km)

Erwähnenswert hier, dass die Austria, trotz teils glänzender Leistungen und einem tollen 1. Platz in der realen Tabelle in der Zuschauertabelle sogar Verluste zu verzeichnen hat. Ist denen das Erfolgsgeheimnis zu trocken? Na, eigentlich gibt es wenig zu kritisieren, da auch im Spiel gegen Wiener Neustadt vor zwei Spieltagen mit 26 Torschüssen ein all-time-record aufgestellt wurde (so weit ich weiß; aber es waren viele und es war irgendein Rekord).

Die Bullen hingegen haben den Saisonauftakt für ihre Verhältnisse gründlich in den Sand gesetzt. Vor allem das Ausscheiden aus ganz Europa gegen Diddeleng (Düdelingen) war übest und wirkt doch immer noch nach. Andererseits haben sich nicht nur die Neuverpflichtung Harvard Nielsens sondern vor allem jene des Kevin Kampl, vom Autoren am ersten Spieltag von Liga 2 als den „Marco Reus der 2. Liga“ bezeichnet, bezahlt gemacht. Die Jungens sind einfach klasse, unbekümmert, dynamisch, kreativ, torgefährlich und kaum zu stoppen. Kevin Kampl hat allein 5 Großchancen erzeugt gegen Ried, und das bei 10 gegen 11. Als der Kommentator bei einem Antritt von Kampl sagte, dass „den ja niemand angreift“ hat er die Lage verkannt: er war schon weg, bevor er angegriffen werden konnte. Es IST ein Marco Reus, nicht nur optisch, und keiner der 2. Liga. Das 1:1 gegen Ried war unglücklich, und das in einem Spiel, in dem man ab Minute 1 mit 10 gegen 11 spielte. Die Bullen werden noch kommen, das ist ziemlich sicher.

In dieser Partie ist es zu wichtig für Salzburg, dass man nicht verliert. Es sind 6 Punkte, aber eben auch „nur“ 6 Punkte, dürfen nicht mehr werden und könnten sogar auf 3 schrumpfen. also die berühmte Schlagdistanz. Die Austria mag gut gespielt haben bisher aber in dieser Partie wird sich zeigen, dass doch der Meister das größere Potenzial hat. Das Verdikt ist klar: X oder 2, mit ganz leicht höherer Tendenz sogar zur 2.

Zusatzinfo: die wenigen Ausfälle bei den roten Bullen sind locker zu kompensieren, bei dem Kader.

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Wacker Innsbruck . Wolfsberger AC (Entfernung : 450 km)

Derzeit nicht mehr erkennbar, was die Innsbrucker Stärken sein sollen. Zu Beginn der Saison hatten sie teils doch ansehnlich, gute Kombinationen in der Offensive gezeigt, die zwar die Defensivschwächen nicht kompensieren konnten, aber die dennoch ein Potenzial andeuteten, welches dann zur Entfaltung kommen würde — also Punkte einbringen würde –, wenn man jene erkennbaren Schwächen in der Defensive (teilweise viel zu weit aufgerückt, nicht auf einer Linie stehend, undiszipliniert, auf den Außenpositionen gar nicht besetzt) in den Griff bekommen würde. In den letzten drei (aus eigener Sicht torlosen) Spielen war auch davon nichts mehr zu sehen.

Wolfsberg hingegen hat von Saisonbeginn an eine hohe Spielkultur an den Tag gelegt. Da sind technisch jede Menge begabte (und auch teils erfahrene) Akteure unterwegs, die spielerische Glanzlichter setzen können. So war auch die Schwäche der Wolfsburger eindeutig nur jene in der Defensive, in der man körperlos agierte und sich so einige Gegentore einfing, da es auf diesem Level eben nicht hinreicht. Zuletzt gab es aber drei Erfolgserlebnisse (1:0 gegen Rapid, 1:1 bei Admira, 6:0 gegen Wiener Neustadt), die sehr wohl bedeuten können, dass man diese Liga nun wirklich verinnerlicht hat. So erzielt man Punkte und ein 6:0, selbst wenn gegen das schwächste Team, sind sehr wohl geeignet, das nötige Selbstvertrauen zu geben.

Hier ist die Lage ganz klar: es ist überhaupt nicht zu erkennen, was Innsbruck zum Favoriten machen sollte. Auch die Zuschauerzahlen sind rückläufig in einer der traditionellen Hochburgen (-31.5% gegenüber der Vorsaison), Wolfsberg ist kein Zuschauermagnet, so dass auch hier nicht viel Begeisterung zu erwarten sein wird, die den Gegner einschüchtern könnte — zumal gerade die Tiroler bei den generell skeptischen Österreichern sogar noch die Nase vorne haben dürften in dieser Disziplin. X oder 2, mit voller Überzeugung. So wichtig das Spiel auch für Innsbruck sein mag…

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Wiener Neustadt – Sturm Graz (Entfernung : 143 km)

Es gibt so gut wie nichts, was hier für die Wiener Neustädter spricht. Sie sind der desginierte Absteiger und sind bereits richtig weit unten angekommen, mit nur 4 Punkten aus 8 Spielen (welche, wie einst in Deutschland analysiert eine klare Absteigerbilanz sind; in Deutschland benötigt man einen Punkt pro Spiel und ist selbst dann noch in höchster Gefahr) und wenn es Wacker Innsbruck nicht gäbe, dann wäre es ein einsamer „Abstiegskampf“ (Innsbruck gar nur 3 Punkte aus 8 Spielen). Zuletzt ein 0:6, welches schonungslos die größten Schwächen, welche sich ebenfalls in der Defensive befinden, aufdeckten. Nein, es gibt nichts, was einen veranlassen könnte, diese Mannschaft haben zu wollen.

Anders dagegen bei Sturm. Nach der Meistersaison 2011 hatten sie eine etwas schwächere in der Vorsaison. Dennoch ist sowohl die Kaderstärke als auch das Umfeld immer bereit und fähig zu Höherem. So hat Sturm seit Jahren einen glänzenden Zuschauerzuspruch (mit über 10.000 im Schnitt) und ist damit nur hinter Traditionsklub, Aushängeschild und Rekordmeister Rapid angeordnet. Zuletzt gab es auch drei Siege in Folge, so dass man sich in den Spitzenrängen wieder findet. Der Sturm (von Sturm) eh überragend mit Okotie und Skuta-Paso, aber auch der Rest der Mannschaft in gutem Zustand.

Da der Wettmarkt die gleiche Ansicht haben dürfte, kann man weder auf das Heimteam vertrauen noch das Auswärtsteam, Quoten bedingt, nehmen. Kein Tipp in dem Sinne, der natürlich sonst nur heißen könnte: Sturm macht es.

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SV Ried – Rapid Wien (Entfernung : 243 km)

Trotz des attestierten (voller Anerkennung, aber doch „nur“) durchschnittlichen Niveaus der Rieder haben sie zuletzt nur einen Punkt aus 4 Spielen geholt. Sicher war dieser das 1:1 in Salzburg, was sich toll anhört, aber es war nicht so toll, da man numerisch überlegen (ab der 1. Minute) war und dennoch eigentlich klar hätte verlieren sollen. Davor Niederlagen daheim gegen Sturm, in Mattersburg und wieder daheim gegen die Austria aus Wien. Also: so rund läuft es derzeit nicht, selbst wenn das 1:1 Auftrieb geben könnte.

Rapid natürlich auch mit keiner überragenden Saison und zuletzt einer recht schwachen Darbietung gegen Admira als man sich beinahe dem Gegner spielerisch unterordnen musste. Auch die anderen Heimsiege davor sahen meist so aus: Tore erzielt, ja, aber geglänzt? Nein. Der Abstand zu Leader Austria bereits bei 5 Punkten. Natürlich möchte man nicht abreißen lassen.

Verdikt: torarmes Spiel, welches Rapid nicht verlieren wird. X oder 2, eher X.=

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