Vorschau 3. Bundesliga, 10. Spieltag

SV Wehen Wiesbaden – 1.FC Heidenheim (Entfernung: 299 km)

In gewisser Weise treffen die Sorgenkinder aufeinander. Man glaubt schon an die Stärke des Kaders von beiden, wobei Wehen regelmäßig enttäuscht, oftmals nur vom Ergebnis her, aber oft genug auch vom reinen Auftritt her, wobei so oder so meist zu wenige Punkte herausspringen, bei nun bereits 6 Remisen in 9 Spielen. Aber auch Heidenheim hat zuletzt arg enttäuscht und so wenig von dem gezeigt, was man ihnen zutraut beim 1:2 daheim gegen Rostock. Nein, man könnte sich auf keinen Fall für die eine oder die andere Seite entscheiden, bei diesem Spiel ist es nicht nur eine total offene Begegnung, sondern zusätzlich ein klares Pass.

SV Babelsberg – Alemannia Aachen (Entfernung: 613 km)

Nein, mit Aachens Vereinspolitik kann an sich nicht einverstanden erklären. Hier sind es (wieder einmal) die falschen Ansprüche, die den Trainer den Job gekostet haben. Der neue hat erst einmal auch nicht für den gewünschten Erfolg sorgen können und ist erst einmal mit einer Niederlage gestartet. Es geht hier auch nicht darum, dass man diesen oder jenen höher oder geringer schätzt. Es geht darum, dass permanent dieses Mittel zum Einsatz gebracht wird, auch oftmals als „Ziehen der Reißleine“ bezeichnet, in der Hoffnung (und dem mittlerweile bereits zum Hauptargument gewordenen Schwachsinn von „man möchte sich den Vorwurf nicht machen lassen, nicht wenigstens alles versucht zu haben), das Glück durch das Würfeln mit einem anderen Würfel zu zwingen. Jedenfalls haben die Trainer längst keine Chance mehr, ein eigenes „Konzept“ zu entwickeln. Vielmehr bezeichnet man längst schon das meist ordentliche Gehalt als „Schmerzensgeld“ für die bevorstehenden und zu erwartenden Ungerechtigkeiten, die einem im Falle einer (meist sehr kurzen) Kette ungünstiger Ergebnisse ins Haus stehen.

Nach so Phil Osophie nun zur Einschätzung der Partie: Aachen ist nur drei Punkte entfernt von Babelsberg, das bedeutet, dass man sie mit einem (zwei Tore) Sieg sogar überflügeln könnte. Das letzte Heimspiel brachte mit einer engagierten Leistung einen verdienten 1:0 Sieg gegen das viel stärker einzuschätzende Osnabrück. Die Heimbilanz ist eh positiv, so dass man einfach nicht Aachen als Favoriten empfinden kann in diesem Spiel, selbst wenn der Kader höher einzuschätzen ist. Wenn also, traut man der Heimmannschaft etwas zu.

FC Chemnitz – VfL Osnabrück (Entfernung: 493 km)

Chemnitz konnte bisher durchaus gefallen, vor allem zu Hause, da man in vier Spielen nur ein Remis abgab. Osnabrück zuletzt mit zwei Niederlagen. In der Tabelle trennen die Teams nur 2 Punkte, so dass auch hier ein Sieg Chemnitz am Gegner vorbeibringen würde. So kann man sich hier gut vorstellen, dass es einen Heimsieg gibt, wobei ganz ehrlich im Wege steht, dass Chemnitz (einen) seinen besten Spieler, Selim Aydemir, an Aalen abgegeben hat (welcher dort den nach Salzburg gewechselten Kampl ersetzen soll; natürlich war dies zum Ende der Transferperiode, dem 31.8.). 1 oder Pass.

SV Darmstadt 98 – VfB Stuttgart II (Entfernung: 176 km)

Darmstadt kann einem weiterhin so gut wie nichts sagen. Die Mannschaft ist einem farblos, richtig schwach. Sie liegen auch 6 Punkte hinter dem Gegner zurück und so ungern man auch eine zweite Mannschaft nehmen möchte — dieser hier wird zumindest allerorten eine spielerische Klasse zugesichert — , da man oftmals nicht wissen kann, in welcher Besetzung sie aufläuft, wobei die „Hilfe“ von oben auch hier und da zu einem Nachteil werden kann, weil man sich nicht mit einer Formation einspielen kann, ist es dennoch in dieser Partie klar: man muss Stuttgart nehmen. X oder 2, so lautet der Tipp.

Rot Weiß Erfurt – Kickers Offenbach (Entfernung: 264 km)

Sicher, ja, Erfurt hat seine Saison nun in Gang gebracht. Sie gehören dort hinten nicht hin, sie können noch weiter hoch kommen. Zuletzt zwei Siege ohne Gegentor sind extrem wertvoll, keine Frage. Aber: auch Offenbach hat seine Saison nach einem guten Start auf den Weg gebracht. Fünf Spiele ohne Niederlage und zuletzt ein eher unglückliches 1:1 gegen den KSC, während Erfurt „nur“ Dortmund II und Saarbrücken besiegt hat. Nein, in dieser Partie ist die Favoritenstellung nicht so sonnenklar. Zumal sogar die halbwegs kurze Entfernung ein paar der verrückten Offenbacher Fans dazu einladen könnte, die Reise auf sich zu nehmen und für Stimmung zu sorgen. Offenbach holt etwas, X oder 2.

Karlsruher SC – Wacker Burghausen (Entfernung: 400 km)

Auch KSC hat sich gemausert, hat aus den zuvor schon guten Leistungen mittlerweile auch ordentlich Punkte eingefahren, aber der Weg ganz an die Spitze ist noch relativ weit. Burghausen ist nicht überragend, nein, aber sie haben mit Mokhtari und Sahr-Senesie doch zwei Hochkaräter im Team, wobei vor allem Mokhtari mit seinen Standards für Gefahr sorgt. So ist zwar gewiss, dass hier die 1 klarer Favorit ist, nur wird es der Markt unmöglich anders sehen. Demnach: kein rechter Tipp, der ansonsten nur „Heimsieg“ lauten könnte (nur wird man wohl keinen ausreichenden Lohn dafür bekommen). Übrigens: der KSC steht vermutlich sogar noch weit vor Burghausen, hat man doch das Wunderkind Haken Calhanoglu in den Reihen, der bereits etliche Treffer aus solchen Situationen erzielt hat.

Preußen Münster – Arminia Bielefeld (Entfernung: 80 km)

Auch dieses Spiel eine Art Derby, selbst wenn nicht ganz so nah und brisant wie das der Vorwoche zwischen Münster und Osnabrück. Selbst wenn Bielefeld an der Tabellenspitze steht, man hat eindeutig das Gefühl, dass Münster den besseren Kader hat. Jedoch wird dieser Unterschied nicht unbedingt in dieser Partie zum Tragen kommen, zumindest rät man nicht dazu, es in diesem Spiel mit einer Wette zu versuchen, das verhindert die Derbytendenz. Also: lieber ein Pass, obwohl man sich der 1 ein wenig zugeneigt fühlt.

Hansa Rostock – Hallescher FC (Entfernung: 363 km)

Ein richtiges klassisches Derby ist dies nicht, obwohl man bei allen Aufeinandertreffen der Mannschaften aus den (längst nicht mehr) neuen Bundesländern immer ein wenig davon spricht (die „Ostderbies“). Halle hat als Aufsteiger durchaus gefallen, Rostock als Absteiger überhaupt nicht, selbst wenn tatsächlich hier mit dem neuen Trainer ein Einstiegserfolg gelang, der sogar andeuten könnte, dass mehr in dem Team steckt. Hier dennoch die kühne Behauptung: Halle verliert das Spiel nicht. Da gehört mehr dazu, um einen zu überzeugen, vor allem in einem Heimspiel, wo die Leistungen fast immer dürftig waren. X oder 2.

Stuttgarter Kickers – 1.FC Saarbrücken (Entfernung: 223 km)

Das Empfinden würde einem eindeutig raten, die 1 zu empfehlen. Dennoch: es sind nur zwei Punkte zwischen den Teams (zugunsten von StuKi) und so toll waren die Leistungen auch nicht, vor allem zuletzt bei Schlusslicht Dortmund nicht, wo man näher an der Niederlage als am Sieg war beim 1:1 und der Trainer bereits richtig böse auf seine Truppe. So entfällt ein Tipp (ein gegen den Markt gerichteter jedenfalls).

SpVgg Unterhaching – Borussia Dortmund II (Entfernung: 611 km)

Dortmund präsentierte sich leicht verbessert im letzten Spiel und der Trainer sagte auch (zuvor schon), dass sich seine jungen Spieler an die Liga erst einmal gewöhnen müssen (Dortmund ja auch Aufsteiger, aber auch sonst rücken ja oftmals A-Jugendliche nach). Haching aber auch mit einer sehr jungen, begabten, billigen, eifrigen und engagierten Truppe hat in den letzten beiden Spielen wieder angeknüpft an die hervorragenden Leistungen zu Saisonbeginn (wo man kurzzeitig einen Einbruch befürchtet hat: befürchtet nur, weil man ein derartiges Konzept natürlich mag und überhaupt schöner, unbekümmerter Fußball geboten wurde, ohne Erwartungsdruck), so dass man hier ausschließlich die 1 nehmen könnte.=

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