Rückblick 3. Bundesliga, 9. Spieltag

Anmerkung: in rot jeweils eingeblendet die Prognose aus der Vorschau.

VfB Stuttgart II – Chemnitzer FC 0:1 (0:0)

Zuschauer: 1.055

X oder 2, so lautet die Prognose.

Die Prognose ging auf. Verdient war es dazu. In Hälfte 1 ein eher chancenarmes Spiel, in dem gegen Ende doch die Chemnitzer zu den ersten kamen. Nach der Pause noch mehr Spielkontrolle der Gäste, die sich jedoch nur allmählich auch ein paar Chancen herausspielten. Die etwa dritte wurde genutzt. Danach bemühten sie sich um Verwaltung des Vorsprungs, jedoch machte Stuttgart noch ein bisschen Druck, ohne entscheidend durchdringen zu können. Schädlich, der Gästetrainer, bezeichnete den Gegner dennoch als spielstark. Nicht der erste, aus dessen Mund das zu hören ist.

Alemannia Aachen – SpVgg Unterhaching 1:3 (0:0)

Zuschauer: 11.902

Der Markt dürfte die Alemannia überschätzen, so dass man hier, auch aus Prinzip (dem der hektischen und dummen Reaktion der Trainerentlassung), einzig dem Auswärtsteam etwas zutraut. X oder 2, so auch hier.

Auch hier ging der Tipp auf. Wie angekündigt gab es auch einen guten Besuch im  Stadion. In Hälfte 1 bemühte sich natürlich Aachen darum, das Heft in die Hand zu nehmen. Es gelang insoweit, als sie zu einigen guten Chancen kamen, der Gast zu keiner rechten, so dass die Heimelf gut und gerne zur Pause hätte führen können.

Nach der Pause beide Seiten etwas spielfreudiger, auch Haching nun mit Offensivgeist. Zwei sehenswerte Treffer — 0:1 (57.) mit der ersten echten Torchance, 1:1 (64.) — waren die Folge. Danach weiter Druck von Aachen, das Tor fiel aber drüben. Jonas Hummels, kleiner Bruder des Nationalspielers Mats, diesmal in der Startelf, nutzte die Verwirrung
im Strafraum nach einem Standard zum 1:2 (71.). Das 3:1 ebenfalls nach einem Konter in der 86.
Sicher war der Sieg glücklich. Trotzdem, wie gesagt in der Vorschau, glaubt man nicht an die hektischen Trainerwechsel, die aus verfehlten Ansprüchen erfolgen. So änderte der Trainer gleich mal auf vier Positionen sowie das Spielsystem. Fraglich, ob so etwas gleich fruchten kann, und noch fraglicher, ob man damit die Erfolgsaussichten ernsthaft (kurzfristig) erhöht. Auf lange Sicht kann die Alemannia natürlich weiter nach oben rücken, dies wäre jedoch genau so gut mit dem alten Trainer möglich gewesen.
Ob die Youngsters aus Unterhaching wirklich das Potenzial haben, um um den Aufstieg mitzuspielen, muss man doch abwarten (und mit einiger Skepsis betrachten). Es spielt sich eine Weile lang ganz gut im Schatten der Großen. Nur: wenn man wirklich dauerhaft oben steht (und dort bleiben will), muss man dies auch mit eigener Initiative tun.

Arminia Bielefeld – SV Babelsberg 3:0 (1:0)

Zuschauer: 7.402
Raushalten ist aber auch einer, sofern man es wetttechnisch betrachtet.

So souverän, wie sich das Ergebnis anhört, war die Partie nicht. Babelsberg mit gutem Beginn, spielte überraschend nach vorne. Allmählich übernahm zwar Bielefeld, aber es gab dennoch kaum Torchancen, hier nicht und dort nicht. Kurz vor der Pause ein Schuss, der abgefälscht unhaltbar wurde, damit das 1:0 (44.). Mit der Führung im Rücken spielt es sich in jeder Hinsicht leichter. Man bekommt Räume und das Selbstvertrauen wird gestärkt. So gelangen zwei weitere Treffer, aber ohne, dass das Heimteam komplett überzeugen konnte. Das zweite Tor übrigens durch einen Elfmeter der folgenden Bauart: ein Stürmer schießt, aus etwa 8 Metern, ein Verteidiger steht direkt vor ihm, der Ball würde ihn eh treffen, jedoch hält er die Arme vor den Körper. So sehr man an anderer Stelle für das oftmals den Körper verbreiternde Arm rausstrecken, und den Ball damit aufhaltend, PRO Elfmeter argumentiert (denn: der auf diese Art aufgehaltene Ball würde ja Richtung Tor oder zumindest Gefahrenzone fliegen; zusätzlich wissen die Abwehrspieler genau, was sie tun, das ist also pure Absicht), so sehr muss man hier sagen: das war keiner. Dieser Ball wäre nie und nimmer zum Tor gelangt und diese Arme gelangten dort aus Reflex und zum Schutze hin, änderten aber nichts am Ausgang der Aktion: so oder so kein Tor.

Die Zuschauerzahl nicht überragend für einen Spitzenreiter auf der Fußball verrückten und traditionsreichen Alm. Dies deutet an, dass die Arminia nicht ganz so gut spielt, wie es die Tabelle aussagt. Babelsberg wird natürlich einen langen Kampf gegen den Abstieg zu erwarten haben, dennoch die Tendenz eher: sie packen es.

Wacker Burghausen – SV Wehen 0:0

Zuschauer: 2.300

Wenn aber etwas, so dennoch nur X/2 in der Partie.

Der Tipp ging auf, die Kulisse, wie üblich dort, kärglich. In Hälfte 1 kaum Torchancen, in Hälfte 2 Vorteile für Burghausen, insbesondere wirkte der (diesmal wieder spielende) Spielmacher Mokthari bei Standards brandgefährlich, aber es gab nur eine klare Chance, die der Gästekeeper entschärfte. Wehen hat mit sich selbst zu tun, nachdem sie mehrfach in Folge Führungen aus der Hand gegeben haben. Heute war der Trainer zufrieden, da sie so weit gut verteidigt haben. Torchancen hatten sie nur etwa drei halbe.

Burghausen ligatauglich, keine Frage, aber nicht über der Mitte. Ob Wehen die Saison (die übrigens auch von etlichen Verletzungen geprägt ist) noch zum Guten wenden kann, also in die obere Hälfte oder gar ganz nach vorne dringen kann, ist natürlich sehr fraglich (da auch bereits etliche Punkte fehlen). Diese Partie diente lediglich der
Stabilisierung, insofern müssen dies kommende Aufgaben zeigen. Gut gespielt haben sie nicht, aber das konnte man wohl nach den vielen Rückschlägen (mit abgegebenen Führungen zuhauf) auch nicht erwarten.

Hallescher FC – SV Darmstadt 98 2:2 (2:0)

Zuschauer: 7.022

so dass es nur heißen kann: 1 (oder gar nichts).

Der Tipp ging nicht auf, dies aber auf durchaus kuriose Art. Obwohl Halle zwar die Initiative hatte in Hälfte 1 übernahm und auch zu ein paar guten Gelegenheiten kam, befreite sich Darmstadt allmählich von dem Druck. Als die Partie eigentlich ausgeglichen war — auch Darmstadt kam zu Chancen — erzielte Halle plötzlich doch die Treffer. Den zweiten kurz vor der Pause aus einem Konter. In Hälfte 2 bekam Darmstadt — logischerweise — mehr Spielanteile, kam aber kaum zu echten Chancen. Halle hätte hier oder da den Sack auch endgültig zumachen können, als aber nach 81 Minuten plötzlich doch das 1:2 fiel, glaubten die Lilien wieder an sich und kamen tatsächlich zum
Ausgleichstreffer.

Nun, sicher ist dieser Sieg aus der Hand gegeben, und dies ziemlich unglücklich. Andererseits hat Neutrainer Seeberger (für den zu Duisburg gewechselten Runjaic) nun ein Erfolgserlebnis und möglicherweise sogar einen Plan. Also: so schwach, wie Darmstadt bisher gesehen wurde waren sie in dieser Partie nicht. Sie hatten ihre
Möglichkeiten, auch schon vor den beiden Gegentoren. Halles Weg ist ebenfalls nicht ganz leicht abzusehen. Das waren schon wichtige Punkte, die man nun NICHT auf dem Konto hat und die dritte Partie in Serie, die man zu Hause nicht gewinnen konnte. Also über Schnitt sind sie wohl nicht, dürften aber locker den Abstiegsrängen fern bleiben.

Kickers Offenbach – Karlsruher SC 1:1 (0:0)

Zuschauer: 10.137

Der Tipp also: X oder 2.

Auch hier ging der Tipp auf. Das Stadion, welches mit der Aktion gefüllt werden sollte, war zwar gut besucht, aber bei weitem nicht ausverkauft. Offenbachs Trainer van Lent sprach von einem „sensationellen Spiel“ für diese dritte Liga. Wenn man den Spielbericht
liest, dann wird es auch recht plastisch. Es gab Chancen in Hülle und Fülle auf beiden Seiten, insbesondere in der Schlussphase. Die Kickers gingen zunächst durch einen Elfmeter in Führung, der KSC glich durch einen Freistoß von Superstar Calhanoglu aus (77.). Die erste Halbzeit ging an die Karlsruher, die zweite an die Offenbacher, so dass man von einer gerechten Punkteteilung (das gibt es ja gar nicht mehr, weil 3 geteilt durch 2 nämlich 1.5 wäre; die Ungerechtigkeit der Dreipunkteregel, ohne Sinn und Verstand eingeführt, ohne Vorgaben und ohne je die Auswirkungen zu prüfen, die nichts weiter sind, als das Tabellenbild durcheinander zu bringen, sowie eben für Ungerechtigkeiten zu sorgen) sprechen darf. Beide dürften aber unbedingt in die obere
Tabellenhälfte gehören (und sind ja im Prinzip nach schlechtem Start auf einem guten Weg dahin; Offenbach nun 5 Spiele ungeschlagen, der KSC 4).

1. FC Saarbrücken – Rot Weiß Erfurt 0:2 (0:1)

Zuschauer: 3.705

X oder 2, aber mit
äußerster Vorsicht zu genießen.

Nun, auch dieser Tipp ging auf, selbst wenn er nur vorsichtig ausgesprochen war. Erfurt mit dem neuen Trainer (Alois Schwarz), trat wohl organisiert auf. Saarbrücken kam im gesamten Spiel nur zu drei echten Chancen. Erfurt hatte mehr davon und auch sonst mehr vom Spiel. Saarbrücken hat allerdings schwächer gespielt als gewohnt, was
natürlich auch mit am Gegner liegen kann. So war es ein rundherum verdienter Sieg, der Erfurt allmählich dahin transportieren könnte, wo sie doch hin gehören: in die obere Tabellenhälfte. Saarbrücken dürfte es dennoch schwer haben, sich in diese  einzugliedern. Auch der schwache Besuch ein Indiz: die Mannschaft spielt nicht so toll, dass die Fans Hoffnungen hätten.



VfL Osnabrück – Preußen Münster 0:2 (0:1)

Zuschauer: 15.000

Von der Tendenz vom rein persönlichen Empfinden her eher keine 1, sondern eine ziemlich offene Partie.

Nun, die Tendenz wurde bestätigt: keine 1 sondern eher X oder 2. Im Spiel — diesem Derby — versuchte Osnabrück zwar, das Spiel zu machen, kam aber zu wenigen klaren Chancen. Clever die Münsteraner, die sich stets bei den entstehenden Kontergelegenheiten eher die besseren Chancen erarbeiteten. Das Spiel natürlich hart umkämpft, auch in den Zweikämpfen, die die Osnabrücker mit einigem Willen annahmen. Der Druck war da, auch nach dem 0:1 in der 43.,in Hälfte 2 ganz besonders,
Münster stemmte sich dagegen, so dass auch da die glasklaren Chancen zum Ausgleich Mangelware blieben. So war die Partie in gewisser Weise ausgeglichen, was der empfundenen Tendenz entsprach. Zusatzinfo: Dominic Schmidt auf Seiten der Münsteraner hat sich schwer verletzt, was ein schwerer Verlust ist.

Borussia Dortmund II – Stuttgarter Kickers 1:1 (1:0)

Zuschauer: 1.610

Insofern doch wohl ein Pass.

Die erste halbe Stunde ging eindeutig an Borussia Dortmunds Nachwuchs. Danach kam StuKi allmählich besser ins Spiel, kassierte aber dennoch durch einen Elfmeter quasi mit dem Halbzeitpfiff das 0:1. In Hälfte 2 kam StuKi noch stärker auf, bis ihnen der Ausgleich gelang (68.). In der letzten Viertelstunde jedoch eher wieder die Dortmunder am Drücker, so dass es insgesamt leichte Vorteile für Dortmund gab. Beide Trainer waren nicht ganz zufrieden, wie auch, da man ja durch die Dreipunkteregel für ein Remis eine zusätzliche Strafe von einem halben Punkt erhält. Dennoch bemängelte der Gästetrainer Dirk Schuster den Einsatzwillen, den man auch gegen den Tabellenletzten bringen müsste, um ihn in die Knie zu zwingen. Dortmund hat sich jedenfalls etwas stabilisiert und man darf auch der jungen Truppe zugestehen, dass sie sich erst langsam an die dritte Liga gewöhnt, dennoch am Ende von ganz hinten weg kommt.

1.FC Heidenheim – Hansa Rostock 1:2 (0:1)

Zuschauer: 9.000
Das Verdikt insofern eindeutig: eine klare 1.
Die Partie mit der deutlichsten Positionierung ging leider in die Hose. Und: es war absolut nicht unverdient. Natürlich möchte man an dieser Stelle Trainerwechsel nicht prinzipiell schlecht reden. Es kommt schon vor, dass eine Trennung unvermeidlich ist, zumal es passieren kann, dass die Mannschaft allmählich die aufkommenden Diskussionen als Alibi nutzt und somit die Leistung nicht mehr erbringt, da man sicher
ist: bald ist eh ein neuer da. Abgesehen davon schätzt man persönlich den Neuen, Marc Fascher, tatsächlich mehr als den geschassten, Wolfgang Wolf. So hatte das Spiel von Hansa tatsächlich etwas mehr Struktur, wie es aussah. Man kam zu Torchancen, mehr als der Gastgeber — sogar in der Schlussphase, als die Konterchancen größer als die
Ausgleichschancen waren — und nahm insofern die drei Punkte verdient mit.
Heidenheim büßte die Spitzenposition ein. Die Leistung war auch nicht gut genug, um diesen Platz zu erhalten. Natürlich sollte man ein Spiel nicht als Grundlage nehmen, die Behauptung, dass Heidenheim ein sehr professionell geführter Verein ist (ohne große Tradition), und dass man bis zum Schluss um den Aufstieg mitspielen kann, in Frage zu
stellen. Erfreulich war es allerdings auch nicht. Die Zuschauerzahl hingegen bringt zum Ausdruck, dass dort etwas wachsen könnte.

 

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