Vorschau „Heute für Morgen“ 1. Liga Österreich, 9. Spieltag

Blau Weiß Linz – SV Grödig (Entfernung: 152 km)
Blau Weiß Linz ist mittlerweile auf den letzten Platz abgerutscht, obwohl nicht alle Leistungen wirklich so schlecht waren. Grödig, der Aufsteiger, kann hingegen sehr zufrieden sein mit der Saison (Platz 3), obwohl die letzte Heimniederlage gegen Kapfenberg unnötig und leicht unverdient war. Bei Blau Weiß Linz fehlen insgesamt drei Spieler, welche der Trainer zwar wichtig, aber ersetzbar nennt. Die Linzer haben hart trainiert in den zwei Wochen, um endlich ein paar Fehler abzustellen. Grödig wirkt sehr kompakt und eigentlich stark, ist natürlich Favorit in der Partie und dennoch gibt es keine klare Tendenz (keine gegen den Markt gerichtete). Grödig übrigens das stärkste Auswärtsteam, Linz das schwächste daheim!

(Zusatzinfo: laut Gästetrainer fehlt ein vierter Spieler beim Heimteam: Michael Guselbauer; ebenso erfreulich für Grödig, dass der Trainer durch die Länderspielpause wieder alle Mann an Bord hat; ob es sich dann doch zur 2 neigt?)

FC Lustenau – SV Horn (Entfernung: 600 km)
Die Tabellennachbarn (5 und 6) im Duell, und nach den bisher gezeigten Leistungen kann man nicht völlig klar erkennen, welches Team das bessere sein soll. Vom eigenen Empfinden her — trotz aller Probleme im Umfeld, aus der letzten Saison und vor dieser Saison — dürfte es dennoch minimal der FC Lustenau sein. Horn hat zwar zuletzt zwei Siege eingefahren, aber das 1:0 gegen das vielleicht schwächste Team First Vienna war natürlich kein direktes Glanzlicht. FC Lustenau ebenfalls auf der kurzen Erfolgswelle, hat man doch im Derby gegen den Leader ein 1:1 erstritten und davor das Sorgenkind Kapfenberg mit 2:0 daheim bezwungen. Die große Entfernung der Anreise kommt hinzu. Die Tendenz wäre demnach recht eindeutig: ein Heimsieg, zumal man den Gegner damit in der Tabelle überflügeln könnte.

Zusatzinfo: auch hier eine Zuschaueraktion, die mehr Fans ins Stadion locken soll (Familieneintrittskarten für 7 Euro).
Noch eine Info (bisher vorenthalten): der Nachwuchskeeper Reuf Durakovic wechselte zu Siena in die Serie A. Natürlich ein Verlust, aber zugleich ein Beweis für gute Nachwuchsarbeit im Verein. Durakvoic war aber nicht die Nummer 1, welche Andreas Lukse von Saisonbeginn inne hat.

First Vienna – Austria Lustenau (Entfernung: 708 km)

Hier gibt es eine ganz klare Tendenz: die Austria aus Lustenau eindeutig zu stark für diesen Gegner. First Vienna hatte zwar die zwei Erfolgserlebnisse mit einem sensationellen 2:1 gegen Altach und dem 3:3 zuvor in Kapfenberg, aber beide Ergebnisse waren ziemlich gegen den Spielverlauf, vor allem der Sieg gegen Altach, aber auch das 3:3 in den Schlussminuten in Unterzahl in Kapfenberg, als die Abwehr bereits völlig aufgelöst war, aber Kapfenberg nicht das 4:2 schaffte. Nein, diese beiden Ergebnisse waren sowohl sensationell aber absolut glücklich, also in dem Sinne in keiner Weise der Beweis, dass die Mannschaft tatsächlich gut genug für den Klassenerhalt ist. Austria Lustenau konnte das Derby zwar nicht gewinnen, behauptete dennoch souverän die Tabellenführung und Derbes haben traditionell ihre eigenen Gesetze, und selbst in diesem waren sie natürlich deutlich näher dran am Sieg. Alle anderen Spiele ziemlich klarer Beweis, dass man zurecht in der Pole Position ist. Hier also eine klare Tendenz: Auswärtssieg.

Zusatzinfo: in dem gesamten Jahr 2012 ist Austria Lustenau die erfolgreichste Mannschaft, sogar noch vor Aufsteiger Wolfsberg. Jedoch endete die Siegesserie ausgerechnet im Frühjahr bei der Vienna. So gut dies auch für die Vienna klingen mag: die Lustenauer dürften auf Revanche aus sein.
Zusätzlich: Die Vienna hat bisher noch kein Spiel mit dem angesetzten Schiedsrichter gewonnen.

TSV Hartberg – SKN St. Pölten (Entfernung: 162 km)
So ganz sicher ist der Leistungsstand der St.Pöltener nicht einzuschätzen. Teils tolle Siege, teils klare Niederlagen für die Mannschaft, die man ziemlich früh in der Saison auf Rang 2 einstufte (den sie in der Tabelle auch belegen). Jedoch die 0:3 Klatschen zu Hause gegen Grödig und in Lustenau bei der Austria ließen Zweifel aufkommen, zumal auch das folgende 4:1 gegen Schlusslicht BW Linz nicht ganz so klar war wie das Ergebnis suggeriert. Gleiches gilt allerdings für den TSV Hartberg, der so glänzend in die Saison gestartet war, aber nach zwei Remisen (in Grödig und zu Hause gegen Kapfenberg, die noch vertretbar waren) nun zwei glatte Pleiten einstecken mussten (zuerst 0:2 zu Hause gegen Horn, dann 1:4 in Altach). In der Summe bedeutet dies nur, dass man sich bei der Partie lieber zurückhält mit einer Prognose.

Kapfenberger SV – SCR Altach (Entfernung: 575 km)

Nun hat Kapfenberg endlich den ersten Saisonsieg eingefahren, das Ergebnis aber eher glücklich (1:0 in Grödig).
Altach war seinerseits eigentlich in die Erfolgsspur zurückgekehrt, hatte nur diesen unglaublichen Rückschlag beim damaligen Schlusslicht First Vienna, als man ein hoch überlegenes Spiel in den Schlussminuten, in der verständlichen Absicht, den Siegtreffer zu erzwingen stattdessen das 1:2 kassierte. Die drei Spiele drumherum waren aber klare Siege (2:0 in Linz, 3:0 gegen FC Lustenau, 4:1 gegen Hartberg), so dass es gute Gründe gibt, anzunehmen, dass vielleicht Altach eigentlich auf Platz 2 gehört. Also torreich dürfte das Spiel unter allen Umständen schon mal werden, aber ob sich Absteiger Kapfenberg tatsächlich bereits in der Favoritenrolle befindet (wie es der Computer gerne hätte), gibt doch Anlass zu Zweifeln. Dazu waren die Leistungen — selbst jene des Sieges zuletzt — viel zu wenig verlässlich. Ja, die Absteigerproblematik gibt es auch in anderen Ländern. Meist ein Umfeld, dass nach wie vor in höheren Regionen schwebt, als es die Kicker auf dem Rasen — auch vom Potenzial her — umsetzen können. Lieber also Finger weg von der Partie.

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