Vorschau 3. Bundesliga, 9. Spieltag

VfB Stuttgart II – Chemnitzer FC (Entfernung: 435 km)
Chemnitz mit einem Neuzugang (der sowohl CL Quali als auch Euroleague erfahrene 28-jährige Pole Mrowiec für das Mittelfeld), Stuttgart hingegen gerade daheim mit eher schwankenden Leistungen, Chemnitz sogar mit einem winzigen Defizit was das Verhältnis Punkteausbeute zu gezeigten Leistungen angeht, Stuttgart in der Tabelle (unberechtigt) vor Chemnitz, so dass man hier unbedingt Chemnitz etwas zutrauen darf. X oder 2, so lautet die Prognose.

Alemannia Aachen – SpVgg Unterhaching (Entfernung: 649 km)
Tja, die Alemannia aus Aachen betrifft ein ziemlich typisches Absteigerphänomen: die Fans (und auch die Welt sonst) erwartet den sofortigen Wiederaufstieg oder, zumindest, das Mitspielen um die Aufstiegsplätze. Oftmals stellt sich jedoch heraus, dass es in der Liga darunter kaum weniger schwer ist und meist fehlen ein paar Leistungsträger, so dass man erst einmal damit rechnen muss, sich in dieser Liga irgendwo in der Mitte einzusortieren. Da das Umfeld dies nicht einsehen möchte, gibt es Unruhe. Bei Aachen hat diese nach vier sieglosen Spielen bereits eine Trainerentlassung zur Folge gehabt, obwohl die Bilanz von 2 — 4 — 2 eigentlich realistisch betrachtet durchaus den Erwartungen entsprach (wobei der Computer ein Defizit von 4.83 Punkten sieht, allerdings sind dafür auch die vielen Unentschieden mitverantwortlich).
Obwohl der Neutrainer van Eck durchaus Charisma hat, so darf dennoch die Wirksamkeit und überhaupt die Tatsache der Entscheidung in Zweifel gezogen werden. Unterhaching hat, wenn überhaupt irgendein Problem, dann jenes, keinen Fanzuspruch für teils exzellente Leistungen zu erhalten, nur ist dies altbekannt in Münchens Vorort. Der Markt dürfte die Alemannia überschätzen, so dass man hier, auch aus Prinzip (dem der hektischen und dummen Reaktion der Trainerentlassung), einzig dem Auswärtsteam etwas zutraut. X oder 2, so auch hier.

Zusatzinfo: Bei Aachen fällt Demai lange aus, jedoch wurde eine Verstärkung für ihn verpflichtet (Christian Weber).

Arminia Bielefeld – SV Babelsberg (Entfernung: 373 km)
Es fällt etwas schwer, die Leistungen der Arminia richtig einzuschätzen. Die Spitzenposition ist heraus gesprungen, jedoch waren die letzten beiden Partie nicht so toll — obwohl in Haching ein verdientes 0:2 in ein 2:2 verwandelt werden konnte, mit dem 2:3 kurz vor Schluss und der ersten Niederlage. Babelsberg hat den Sieg mit einer engagierten Leistung gegen Osnabrück — verdient — eingefahren und steht somit wieder halbwegs vernünftig da. Die Marktgesetze anerkennend sowie auch sonst keinerlei Neigungen empfinden entfällt hier ein Tipp. Raushalten ist aber auch einer, sofern man es wetttechnisch betrachtet.

Wacker Burghausen – SV Wehen (Entfernung: 524 km)
Burghausen mit der ziemlich merkwürdigen Niederlage in Offenbach (0:1), als der Schiri einen Strafstoß gab, von dem niemand wusste, wofür, als Rathgeber diesen verwandelt hatte, wurde dieser des Feldes verwiesen, und in der Schlussphase verweigerte er Burghausen zwei Mal ihrerseits einen Elfmeter. Wehen mit der kuriosen Saison, in welcher sie, die qualitativ eigentlich gut sind, aber niemals einen Vorsprung, teils von zwei Toren, nach Hause bringen können. Natürlich wäre es lange noch nicht zu spät zum Durchstarten, aber so richtig schmeckt diese Partie doch nicht, zumal sich der Torwart der Weheren verletzt hat und zu zwei wichtigen Langzeitverletzten (Kapitän Book) hinzugesellt. Wenn aber etwas, so dennoch nur X/2 in der Partie.

Hallescher FC – SV Darmstadt 98 (Entfernung: 421 km)
Das Problem bei dieser Partie ist eindeutig, dass bei Halle zwei Innenverteidiger ausfallen, obwohl dieses Problem gegen die wirklich schwachen Darmstädter weniger relevant sein könnte. Darmstadt nicht gut bisher, nein, noch schlechter, Halle als Aufsteiger mehr als ordentlich, mit nicht einmal komplettem Lohn bisher, so dass es nur heißen kann: 1 (oder gar nichts).

Zusatzinfo: Darmstadt hat ja den Trainer Runjaic gehen lassen (zu Duisburg; eine Ausstiegsklausel, keine Entlassung), nun sitzt Jürgen Seeberger auf der Bank.

Kickers Offenbach – Karlsruher SC (Entfernung: 148 km)
Karlsruhe hat die Saison endlich richtig begonnen mit den zwei konsekutiven Siegen, Offenbach aber auch auf einem viel besseren Weg, mit drei Siegen und einem Remis zuletzt. Sicher treffen hier zwei Vereine mit Tradition und zugleich mit besserem Potenzial als der bisherigen Tabellenposition aufeinander. Die leichte Derby Tendenz (garantiert gibt es mehr als ausreichend viele KSC-Fans, die diese Fahrt antreten werden) spricht für den KSC. Der Tipp also: X oder 2.

Zusatzinfo: Haken Calhanoglu, das Supertalent vom KSC, liegt auf Rang 2 bei der Wahl zum Spieler des Monats August.
Weitere Info: mit einer Riesenaktion (Freigetränk und Würstchen) versuchen die Offenbacher, das Stadion komplett voll zu bekommen.

1. FC Saarbrücken – Rot Weiß Erfurt (Entfernung: 436 km)
Bei Erfurt fällt Topstürmer Smail Morabit erneut aus, für zwei bis drei Wochen. Ansonsten hat das 5:0 gegen Dortmund II natürlich weiter Mut gemacht, dass die Reise in zunächst sichere Regionen in der Tabelle angetreten werden kann. Saarbrücken ebenfalls mit eher durchwachsener Saison, zuletzt mit dem 0:3 in Karlsruhe. Die Qualität im Kader könnte sogar bei Erfurt minimal höher liegen, so dass man, trotz des bedauerlichen Ausfalls (im Auswärtsspiel nicht übertrieben relevant, da man zunächst gut hinten stehen will), ausschließlich auf die Auswärtsmannschaft setzen könnte. X oder 2, aber mit äußerster Vorsicht zu genießen (Erfurt hat sich nicht positiv hervor getan in dieser Saison; das wäre eher die Hoffnung auf eine heranbrechende bessere Zukunft).

Zusatzinfo: Die Trainerfrage bei Erfurt ist auch geklärt. Interimscoach Preußer wurde nicht behalten (trotz guter Ergebnisse, aber einvernehmlich, da er dem Verein auf anderen Ebenen zur Verfügung steht und gar keine Ausbildung für den Job hat), stattdessen nun Alois Schwartz auf der Bank. Von der Wertigkeit aber eher neutral, die Nachricht.

VfL Osnabrück – Preußen Münster (Entfernung: 59 km)

Dieses eindeutig ein Derby mit einiger Brisanz. Das Stadion wird voll sein, beide Teams heiß und hungrig, beiden hat man im Verlaufe der Saison bisher das Vertrauen geschenkt, so dass hier unmöglich eine Vorhersage (vor allem eine gegen den Markt) entfällt. Von der Tendenz vom rein persönlichen Empfinden her eher keine 1, sondern eine ziemlich offene Partie.

Borussia Dortmund II – Stuttgarter Kickers (Entfernung: 420 km)

Dortmund bisher enttäuschend, meist schwach (laut Trainer in den ersten vier Saisonspielen mit vertretbaren Leistungen, danach allerdings der Einbruch mit vier Niederlagen). Stuttgarter Kickers durchgehend mit guten Leistungen, die zuletzt auch belohnt wurden. In dieser Partie könnte man also nur die 2 nehmen, obwohl man eigentlich annehmen sollte, dass Dortmund im Nachwuchsbereich gut aufgestellt ist. Es ist auch so, dass die extrem junge Mannschaft (natürlich mit Talent) sich irgendwann an den Ligaalltag in der Spielklasse gewöhnen wird. Insofern doch wohl ein Pass.

1.FC Heidenheim – Hansa Rostock (Entfernung: 767 km )

Auch Rostock war von dem Aachen Phänomen betroffen: die Erwartungen waren groß, der Kader aber ausgetauscht. Das Stadion meist voll, ohne je einen gute Leistung zu sehen (vielleicht das 4:1 gegen Babelsberg), so dass die Enttäuschung zu groß war und wieder einmal (total unsinnig, weil der Kader nicht mehr her gibt; obwohl die eigene Meinung über den nun entlassenen Trainer Wolfgang Wolf nicht unbedingt positiv ist) der Trainer gefeuert wurde. Und obwohl der Name des Neuen, Marc Fascher, durchaus wohl klingt, kann er auch nicht hexen und die Spieler innerhalb einer Woche besser machen als sie sind. Heidenheim hingegen absolut professionell und topp aufgestellt (was vielleicht etwas überrascht, da der Name keine Tradition hat) und in dieser Saison unbedingt ambitioniert für die ganz vorderen Plätze. Das Verdikt insofern eindeutig: eine klare 1.

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