Rückblick 3. Bundesliga, 8. Spieltag

SV Babelsberg – VfL Osnabrück 1:0 (1:0)

Wie getippt: man kann Babelsberg etwas zutrauen in der Partie, der Markt wird eher Osnabrück überschätzen, Babelsberg unterschätzen. Es sah wohl auch so aus, dass die Mannschaft von Babelsberg vom Trainer glänzend eingestellt war, also keinerlei Unstimmigkeiten zu spüren waren. In Hälfte 1 ein klar überlegenes, sogar spielfreudiges Heimteam, welches nach Platzverweis und Elfmeter völlig verdient mit 1:0 in Führung ging. In Hälfte 2 ein leichtes Aufbäumen in Unterzahl, aber ein Remis wäre nicht einmal ansatzweise verdient gewesen. Trainer „Pelle“ Wollitz war wütend auf seine Mannschaft, welche, nach seiner Ansicht erstmals, den Einsatz und die Einstellung vermissen ließ.

Chemnitzer FC – Hallescher FC 1:1 (0:0)

Auch in dieser Partie ging der Tipp auf: Halle holt etwas. Es waren 5.900 Zuschauer erschienen, was nicht einmal übertrieben viel ist für ein Derby mit Brisanz bei gutem Wetter.  In Hälfte 1 gab es ein leichtes Chancenplus (der wenigen) Für Chemnitz (vielleicht 3:1). Nach der Pause zwei Elfmetersituationen, von denen die zweite so ausgelegt wurde. Das 1:0 für Chemnitz daraus. Danach blieb Chemnitz am Drücker und hätte aus drei weiteren Chancen schon das zweite erzielen können. So verwandelte Wagefeld für Halle in der 87. einen direkten Freistoß (der nicht unhaltbar war), und selbst danach hatte Chemnitz noch eine Chance auf das 2:1, aber die Latte hatte etwas dagegen. Unterm Strich ging der Tipp also auf, die Überlegenheit von Chemnitz war aber zu groß, um eine Wette zu rechtfertigen (bedeutet aber nicht, dass man das Geld zurückgeben muss).

Rot Weiß Erfurt – Borussia Dortmund II 5:0 (2:0)

Hier war ein Pass geraten worden. Das 5:0 spricht eine klare Sprache. Dortmund war tatsächlich sehr schwach bisher, da auch der einzige Sieg glücklich zustande kam (das 2:1 gegen Burghausen). Erfurt hat natürlich Potenzial, das war zuvor schon zu erkennen. Interimscoach Preußen darf nun trotz seiner Erfolge (4 Punkte aus zwei Spielen) nicht bleiben. Dennoch ist dieses Ergebnis natürlich ein Mutmacher für künftige Aufgaben. Die rote Laterne hat das Team jedenfalls abgegeben, und zwar an den Gegner, der jetzt 6 Tore schlechter da steht.

Preußen Münster – VfB Stuttgart II 0:0

Hier immerhin über 6.000 Zuschauer, gegen einen nicht so attraktiven Gegner. Preußen startete beide Halbzeiten stark, konnte aber keine der sechs bis acht Gelegenheiten nutzen. Stuttgart kam aber auch zu einigen (insgesamt drei bis vier) und hielt in den anderen Partiephasen den Gegner erfolgreich vom eigenen Tor weg, so dass nur dieses 0:0 heraussprang. Es „verdient“ zu nennen ist müßig (was, wenn die erste Großchance genutzt wird, nach zwei Minuten, sogar eine Doppelchance? Es gäbe ein gänzlich anderes Spiel), aber Stuttgart hat sich jedenfalls als spielstark und defensivstark erwiesen. Trotzdem bleiben die Zweiten immer eine Wundertüte. Der Tipp lautete vorsichtig, wenn, dann kann man nur die 1 nehmen. Die kam nicht, war aber klar näher dran.

Kickers Offenbach – Wacker Burghausen 1:0 (0:0)

Auch hier hieß es, wenn etwas, dann das Heimteam nehmen. Das wäre in diesem Falle erfolgreich gewesen. OFC begann druckvoll (auch vor fast 5.900 Zuschauern), kam zu ersten Chancen, jedoch in der Folge in Hälfte 1 die Partie ausgeglichen, mit Chancen auf beiden Seiten. Hälfte 2 allerdings eine Einbahnstraße Richtung Gästetor, wobei alle guten Chancen nicht verwertet werden konnten, so dass ein Elfer in der 71. herhalten musste. Da beim Torjubel ein gegnerischer Spieler zu Boden ging gab der Schiri in einer unübersichtlichen Szene dem Torschützen Rathgeber Gelb-Rot. In Unterzahl verteidigte das Heimteam den Vorsprung bis zum Schluss, benötigte dabei aber etwas Glück.

Hansa Rostock – SV Wehen 1:1 (0:1)

Eine absolut kuriose Saison, die der SV Wehen Wiesbaden da spielt. Sie gehen serienweise in Führung, mehrmals sogar mit zwei Toren, und können keine einzige Partie gewinnen. Der Tipp war hier recht eindeutig, dass man nur Wehen nehmen könnte, natürlich in dem Sinne, dass man ein „Lay“ auf das Heimteam macht, und insofern gewonnen hätte. Insgesamt war es ein ziemlich schwaches Spiel, was dann nachvollziehbar wird, wenn man die Vorgeschichte kennt, vor allem aus Weheren Sicht, wie oben beschrieben. Das sorgt für Verunsicherung. Bei Rostock sieht es so aus, dass sie einfach, wie mehrfach angedeutet, richtig schwach sind. Wehen also mit erneuter Führung, die aber nicht für Sicherheit sorgte, das 1:1 in der 70. Minute kam zwar nach einer Offensivumstellung bei Hansa, war aber keineswegs erzwungen, zumal es davor schon ein paar Kontergelegenheiten zum 2:0 gab. Nach dem 1:1, wen wundert´s, fasste das Heimteam mit der Unterstützung der 6.300 (!) Zuschauer neuen Mut und drängte noch ein wenig auf den Siegtreffer, wobei Wehen ziemlich von der Rolle war. Die Einschätzung bleibt: Hansa ist richtig schwach, Wehen hätte das Potenzial, wenn sie aber dauerhaft Führungen aus der Hand geben, kann es eine ganz mühevolle Saison werden. Es fehlt dringend ein Erfolgserlebnis.

Stuttgarter Kickers – Alemannia Aachen 3:1 (1:0)

Der Tipp lautete, dass man nur das Heimteam nehmen könnte oder die Finger von der Partie lassen. Das war in Ordnung so. Denn StuKi hat noch immer deutlich zu wenig Lohn für die durchgängig guten Leistungen bekommen. Nun, mittlerweile sind sie auf Rang 8, mit Drang nach noch weiter oben. Hier „nur“ 4.000 Zuschauer, gegen einen eigentlich attraktiven Gegner, die aber bald mehr werden könnten. Natürlich half es sehr, dass StuKi mit der ersten Aktion in der 3. Minuten in Führung ging und Aachens Defensivkonzept (ja, sie hatten zuvor eine Negativserie) nicht aufging, aber dennoch ist StuKi einfach gut. Denn: immerhin gelang Aachen ja direkt nach der Pause der eher unverdiente Ausgleich. Danach wurde es wirklich ein verteiltes Spiel, mit etlichen Chancen auf beiden Seiten, in welchem doch das Heimteam das bessere Ende für sich hatte.

SpVgg Unterhaching – Arminia Bielefeld 3:2 (2:0)

Der Tipp entfiel hier, da keine klare Tendenz ausgemacht werden konnte. Unterhaching war jedenfalls neben Talent aber zuletzt auch jede Menge unbewohnte gute Leistungen bescheinigt worden (zwei Mal 0:3 verloren). Bielefeld dagegen mit einem glücklichen Heimsieg zuvor gegen StuKi, so dass das Ergebnis natürlich nicht überraschen kann. Der Spielverlauf wechselhaft und kurios. Eine lebhafte Anfangsviertelstunde mit Chancen hier und dort, danach ein verflachendes Spiel, in den letzten Minuten von Hälfte 1 aber engagierte Hachinger, die plötzlich zu zwei Treffern kamen. Nach der Pause Bielefeld engagierter, kam aber doch nur glücklich zum Anschlusstreffer und direkt danach zum Ausgleich. Dann war Unterhaching verunsichert, aber Bielefeld konnte den Druck weder zu Chancen noch zu Toren nutzen. Kurz vor Schluss, als das Remis schon besiegelt schien, doch noch der Siegtreffer für die Heimelf. Nur 2.100 Zuschauer im auch traditionell schwach besetzten Sportpark.

SV Darmstadt 98 – 1.FC Heidenheim 0:2 (0:0)

Das von der Vorhersage klarste Spiel — Heidenheim muss man nehmen — war auch vom Spielverlauf her das klarste. Es spielte nur eine Mannschaft, das 2:0 war eine eher zu kärgliche Ausbeute für die Überlegenheit, selbst wenn die Tore erst in Hälfte 2 fielen. Darmstadt ist, wie gesagt, deutlich in der zweiten Hälfte der Rangliste einzusortieren.

Karlsruher SC – 1.FC Saarbrücken 3:0 (0:0)

Der Tipp, dass der Außenseiter hier was holen könnte, ging nicht auf. In Hälfte 1 war die Partie aber lange Zeit recht ausgeglichen, sogar mit leichten Vorteilen für die Auswärtsmannschaft, die sogar zu ein paar guten Torchancen kam (insgesamt drei), der KSC kaum mit Möglichkeiten. Nach der Pause allerdings eine recht klare Angelegenheit, mit recht einfach erzielten Toren für den KSC. Dennoch müsste man das Spiel — so, wie es auch Saarbrücken Trainer Luginger nach der Partie anmerkte — noch einmal schauen, wenn eine der Chancen zur Führung genutzt würde. Insofern muss der Tipp nicht schlecht gewesen sein, nur der Ausgang eben. Dennoch ist klar: der KSC hat ein sehr hohes Potenzial, wie man auch am Fanzuspruch von über 14.000 Zuschauern erkennen kann. Mit dem zweiten Sieg in Folge könnte die Reise bald in die oberen Regionen führen.
Die erste Hälfte =

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