Viertelfinalrechner, Direkter Vergleich etc und Rückblick

Das Hin und Her mit den Regeln

Als „Waldi“ Waldemar Hartmann gestern zum Abschluss seine Gästerunde fragte, ob sie einen Nichtangriffspakt beim Spiel gegen Dänemark fürchten, da beiden ein Unentschieden reichen würde, habe ich mich schon etwas gewundert, dass es keinen Widerspruch gab. Das kann in diesem Falle der begrenzten Sendezeit gschuldet sein und weil alle schon ans Feierabendbier dachten. Aber es ist natürlich offensichtlich. Dänemark hat nur 3 Punkte und kann die Qualifikation aus eigener Kraft nur mit einem Sieg schaffen. Bei einem Unentschieden können sie von Portugal leicht überholt werden, bei genauerem Hinsehen sind sie ja bereits gleichauf mit Portugal, haben zudem gegen diese verloren und werden daher auf Rang 3 geführt.

Nun werden ja seit Jahrzehnten die letzten Spiele parallel ausgetragen. An den Regeln allerdings wird ständig weiter herumexperimentiert. Nicht nur unterscheiden sie sich bei FIFA (bei Weltmeisterschaften gibt zwar auch den Direkten Vergleich, aber zunächst entscheidet dort noch das Torverhältnis) und UEFA, selbst die UEFA hat die Regelungen vor einigen Wochen noch modifiziert. Im Falle von mehr als zwei punktgleichen Mannschaften wird wie gehabt eine Extratabelle der punktgleichen Mannschaften mit den Ergebnissen untereinander gebildet, wobei neu ist, dass selbst innerhalb dieser Tabelle noch der Direkte Vergleich zwischen den nach der Extratabelle schwächeren punkt- und torgleichen Mannschaften zählt. Das war z.B. bei der Champions- und Eurleague in der abgelaufenen Saison noch anders. Das Gesamt-Torverhältnis ist damit etwas abgewertet worden.

Theoretisch könnte dies auch Auswirkungen auf die Gruppe B haben. Bei einem torreichen Ein-Tore-Sieg von Dänemark (3:2) wäre Portugal selbst bei einem beliebig hohen Sieg ausgeschieden, der mit der bis vor ein paar Wochen gültigen Regel noch das Weiterkommen bedeutet hätte (im Falle von Dk-Deu 3:2 -> alle 3 Punkte  in der Extratabelle, DK 5:5 Tore, Deu 3:3 Tore, Por 3:3 Tore, Gesamttorverhältnis nun irrelevant, da Deutschland gegen Portugal gewonnen hat)

Insofern hätte Waldi vielleicht fragen sollen, ob seine Gäste einen Angriffspakt befürchten 🙂

Das ist natürlich eine nicht ganz so einfache Zahlenspielerei und tatsächlich gibt es ja Szenarien, die, obwohl beide Spiele parallel laufen, duraus Spiel- oder Zwischenstände bringen, mit denen beide Mannschaften zufrieden sein dürften.

Mir erscheint es so, dass die Medien relativ gut vorbereitet sind auf alle möglichen Tabellenzwischenstände. Gerade auch die Diskussionen um das Spanien-Kroatien-Spiel in der Italien-Gruppe zeigen dies. Ob das auch für die Reporter gilt ist eine interessante Frage. Ich bin auf jeden Fall gespannt und freue mich auf den 3. Spieltag.

Angefügt ist die im Tagesspiegel und auf Facebook kursierende Grafik „EM-Viertelfinalrechner“


http://www.tagesspiegel.de/downloads/6760506/1/Weiterkommen

Zum gestrigen Geschehen bat mich Paule noch folgendes zu ergänzen:

Die Wetten waren einfach nicht gut. Ich müsste mich dem
Wettmarkt beugen. Frankreich brauchte den Sieg und Ukraine trat auf
wie ein klarer Außenseiter. Ich fand sie eigentlich nicht so schlecht, weil sie es auch immer wieder nach vorne versuchten, aber ein befreundeter Buchmacher nannte solche Spiele immer „das ist Champions League“ und sagte dazu „die Mannschaften haben einen 6. Gang“. So ist es eben. Obwohl ich meine, dass Ukraine auch hätte in Führung gehen können bei einer der Aktionen. England war aber richtig schwach und Schweden viel besser als ich dachte. Die Partie war eigentlich total ausgeglichen. Das kann man wohl kaum auf den Umstand eines schlechten englischen Tages schieben.“

Champions League“ war der symbolische Ausdruck dafür, dass Mannschaften alle Register ziehen, alles aus sich herausholen, wissen, dass es heute gilt. Die Mannschaften mit dem 6. Gang sind jene besseren, meist die Topfavoriten oder wie gestern: Frankreich

Ganz so schlecht fand ich England gar nicht. Wenn man aber beide Prognosen von gestern vergleicht, (lay) Frankreich und (back) England und ebenso mit dem Wettmarkt, muss man festhalten: Der Computer hat England höher favorisiert als der Wettmarkt Frankreich im anderen Spiel. Frankreich hatte den 6. Gang, England hatte Glück. Aber – eine Wette gewonnen, noch dazu die höhere Quote, und dazu ein dramtisches Spiel gesehen mit kurisoen- und ebenso Weltklassetoren (das 3:2 wurde nochmal mit dem BBC-Kommentar eingespielt hinterher). In sofern kann ich sein Fazit verstehen. Ebenso das schlechte Gefühl, heute wieder gegen den Markt anzutreten – als Grieche sozusagen. Der Markt hatte gestern wieder ein feines Gespür, wenn man das trotz des Englandsieges überhaupt sagen darf, denn die Quote auf England ist nach dem Posting und der Empfehlung von 2,22 auf 2,48 gestiegen.

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